WWU News

|
Münster (upm/ch)

"Dreieck der Nachhaltigkeit" punktet

Geoinformatiker der Universität Münster im Finale des Wettbewerbs "Wissenschaft interaktiv"
So soll das &quot;Dreieck der Nachhaltigkeit&quot; aussehen: Kinder und Jugendliche informieren sich interaktiv über die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes.<address>© ifgi - Jürgen Klein</address>
So soll das "Dreieck der Nachhaltigkeit" aussehen: Kinder und Jugendliche informieren sich interaktiv über die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes.
© ifgi - Jürgen Klein

Ein Team der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) gehört zu den Finalisten des mit 10.000 Euro dotierten Wettbewerbs "Wissenschaft interaktiv": Das Konzept "Dreieck der Nachhaltigkeit" hat die Jury überzeugt. Das teilte die Initiative "Wissenschaft im Dialog" heute (28. März) mit. Bei dem gekürten Beitrag handelt es sich um ein Konzept zu einem interaktiven Exponat, durch das Kindern und Jugendlichen auf spielerische Weise die Problematik der Abholzung der "grünen Lunge" der Erde – des Amazonas-Regenwaldes – nahegebracht werden soll. Neben dem Team um Wissenschaftler des Instituts für Geoinformatik (ifgi) der WWU stehen auch Teams aus Bremen und Leipzig im Finale. Die Finalisten erhalten zunächst 8000 Euro zur Umsetzung der Projektidee.

Mit seinem Exponat aus dreiecksförmig aufgestellten interaktiv steuerbaren Projektionsflächen will das münstersche Team auf die fortschreitende Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes aufmerksam machen, die in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen wird. "Wir wollen erklären, wie komplex das Problem ist", betont Thomas Bartoschek vom ifgi. "Wie hängen zum Beispiel Fleischkonsum in Europa, der Anbau von Biosprit und das Bevölkerungswachstum mit der Abholzung zusammen? Welche Folgen hat der Verlust an Waldfläche für das Klima? Das wollen wir vor allem Kindern und Jugendlichen anschaulich und spielerisch vermitteln."

Die Wissenschaftler nutzen dabei eine Technologie, die sonst hauptsächlich in Spielkonsolen angewendet wird: Über "Microsoft Kinect"-Tiefensensoren können die Besucher durch ihre Körperbewegungen mit einem Rechner interagieren. Zum Beispiel können sie durch Gesten ein bestimmtes Gebiet des Amazonas heranzoomen, die Geschichte der Abholzung dort verfolgen und sie mit der Veränderung der weltweiten Sojapreise in Beziehung setzen. Die dreieckige Anordnung der Projektionsflächen erlaubt drei Besuchern gleichzeitig die Interaktion mit dem Objekt.

"Dadurch, dass unser Exponat wie eine Spielkonsole bedient werden kann, wollen wir Jugendliche motivieren, mit wissenschaftlichen Daten zu experimentieren. Durch die spielerisch erworbenen Informationen wollen wir einen Lernprozess und eine nachhaltige Motivation zu einem bewussteren individuellen Lebensstil in Gang setzen", erklärt Thomas Bartoschek. Alle genutzten Daten sind über das Internet frei zugänglich ( "Linked Open Data", LOD). Durch die Kombination und Analyse verschiedener Datenbestände – zum Beispiel Städtewachstum und Abholzung – sollen die Nutzer des Exponates zu neuen Erkenntnissen kommen.

Mit dem Publikumspreis "Wissenschaft interaktiv" werden laut "Wissenschaft im Dialog" Ideen zu Ausstellungsexponaten gekürt, mit denen Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit ihre Arbeit erläutern. Er fördert die Kooperation von Wissenschaftlern mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ihres Hauses. Thematisch angelehnt ist er an das laufende Wissenschaftsjahr "Zukunftsprojekt Erde". Der Preis wurde dieses Jahr zum fünften Mal ausgelobt. Er wird gemeinsam von "Wissenschaft im Dialog" und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschrieben und von der Schering-Stiftung gefördert.

Beim "Wissenschaftssommer", dem zentralen deutschen Wissenschaftsfestival, das die Initiative Wissenschaft im Dialog jedes Jahr in einer anderen Stadt organisiert, werden sich die Teams dem Publikum präsentieren. Das Festival gastiert im Jahr 2012 vom 2. bis 6. Juni in Lübeck. Die Besucher des Wissenschaftssommers wählen, welches der drei Teams die eigene Forschung am anschaulichsten präsentiert und die Siegprämie von 10.000 Euro erhält.

Links zu dieser Meldung