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Münster (upm/vvm/ja)

Prof. Perry Schmidt-Leukel hält renommierte Gifford Lectures

Hohe akademische Ehrung für WWU-Religionswissenschaftler
Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel<address>© WWU - Peter Sauer</address>
Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel
© WWU - Peter Sauer

Der Religionswissenschaftler und Theologe der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel, wird als erster deutscher Wissenschaftler seit 30 Jahren die renommierten Gifford Lectures in Schottland halten. Die Einladung an die Universität Glasgow für diesen Herbst gilt als eine der höchsten internationalen akademischen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Religionsphilosophie und Theologie. Perry Schmidt-Leukel (60), der auch am Exzellenzcluster "Religion und Politik" an der WWU lehrt und forscht, spricht in der geplanten Vorlesungsreihe zum Thema "Interreligious Theology: The Future Shape of Theology" ("Interreligiöse Theologie: Die zukünftige Gestalt der Theologie"). Er präsentiert darin unter anderem Ergebnisse aus seinem Projekt "Interreligiöse Theologie" am Exzellenzcluster.

Zuletzt hatte 1984 und 1985 der deutsche evangelische Theologe Prof. Dr. Jürgen Moltmann - bis zu seiner Emeritierung an der Universität Tübingen tätig - die Gifford Lectures gehalten. Die vier schottischen Universitäten Edinburgh, Glasgow, St. Andrews und Aberdeen laden bereits seit 1888 alle ein bis zwei Jahre zu dieser Vorlesungsreihe ein. Der Richter und Rechtsanwalt Adam Lord Gifford (1820-1887) hatte sie zur Förderung der "natürlichen Theologie im weitesten Sinn" gestiftet. Heute verstehen die Universitäten dies im Sinne einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion, die der Frage nach der möglichen Wahrheit von Religion nachgeht.

Perry Schmidt-Leukel ist seit 2009 Direktor des Seminars für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät der WWU und Mitglied des Exzellenzclusters "Religion und Politik". Von 2000 bis 2009 war er Professor für Religionswissenschaft und Systematische Theologie der Universität Glasgow. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theologie der Religionen, interreligiöse Beziehungen, der christlich-buddhistische Dialog, interreligiöse Theologie und die Pluralismusfähigkeit der Religionen.

Die ersten Gifford Lectures hielt zwischen 1888 und 1892 der deutsche Religionswissenschaftler Friedrich Max Müller in Glasgow. Es folgten zahlreiche angesehene Forscherinnen und Forscher vorwiegend aus den Disziplinen Theologie, Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften. Zu den weltweit renommiertesten Referenten der Gifford Lectures gehörten etwa der deutsch-französische Arzt und Philosoph Albert Schweitzer (1934-1935), der Schweizer Theologe Karl Barth (1936-1938), der deutsche Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1955-1956), der deutsche Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker (1959), die deutsch-amerikanische Philosophin Hannah Arendt (1973) sowie der US-amerikanische Sprachwissenschaftler Noam Chomsky (2004-2005).
 

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