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Pressemitteilung upm

Lieber Rätseln als Ballern

Studie der Universität Münster widerlegt Trend zu aggressiven Computerspielen / "Stereotype Zocker sind eine Minderheit"

Münster (upm), 17. Dezember 2012

Prof. Dr. Thorsten Quandt
Prof. Dr. Thorsten Quandt
Foto: WWU - Matthias Hangst

Rund 24 Prozent der deutschen Bevölkerung spielen regelmäßig Computer- oder Videospiele. Die beliebtesten Spiele dabei sind nicht etwa die umstrittenen Ego-Shooter, auch Ballerspiele genannt, sondern Puzzle-, Karten- und Rätselspiele sowie Strategiespiele. Das hat die aktuelle repräsentative Studie "GameStat 2012" bei 2500 befragten Menschen ab 14 Jahren unter Leitung von Prof. Dr. Thorsten Quandt von der Universität Münster ergeben. Der Kommunikationswissenschaftler ist Experte für Online-Journalismus und interaktive Medien. Er  war jüngst von der Universität Hohenheim nach Münster gewechselt.

Unter den Spielern landeten Ego-Shooter in der Beliebtheitsskala auf einem hinteren Rang von zehn abgefragten Genres. Bei der Frage, welche Genres am häufigsten gespielt werden, rangieren Puzzle-, Karten- und Rätselspiele sowie Strategiespiele ganz vorne. Jeweils 63 Prozent der Befragten gaben an, diese zumindest gelegentlich zu spielen. Wesentlich seltener werden hingegen die Genres Action (33 Prozent), Musik- und Partyspiele (33 Prozent) sowie Ego-Shooter (29 Prozent) genutzt.

Studienleiter Thorsten Quandt überrascht dies nicht: "Wir haben bereits in der Vergangenheit einen Trend hin zu 'casual games' (Gelegenheitsspielen) identifiziert. Die traditionellen Hardcore-Spiele stoßen hingegen nicht mehr auf so viel Gegenliebe." Das Forscherteam hatte bereits in früheren GameStat-Studien eine Entwicklung hin zum gesellschaftlichen Mainstream ausgemacht – "stereotype Zocker sind inzwischen eher eine Minderheit", sagt Thorsten Quandt.

Die Studie wird über den "European Research Council (ERC)", den Europäischen Forschungsrat, gefördert. Sie ist Teil des ERC-Projekts "The social fabric of virtual life", für das bis Ende 2014 insgesamt 1,84 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die dritte große Erhebungsphase wird im Sommer 2013 stattfinden.

Deutliche Geschlechts- und Altersunterschiede

Große Unterschiede haben die Forscher allerdings zwischen Männern und Frauen ausgemacht: Männliche "Gamer" spielen am häufigsten Strategiespiele sowie Sport- und Rennspiele. Eher unpopulär sind bei den Männern Jump'n'Runs wie zum Beispiel "Super Mario" sowie Musik- und Partyspiele. Bei den Frauen hingegen liegen Puzzle-, Karten- und Rätselspiele weit vorne. Auch Strategiespiele sind bei den Spielerinnen hoch im Kurs.

Auch zwischen Jung und Alt gibt es teils erhebliche Unterschiede. Unter den 14- bis 17-Jährigen sind vor allem Sport- und Rennspiele sowie Strategiespiele populär. Nur wenig gespielt werden in dieser Gruppe Simulationen sowie Puzzle-, Karten- und Rätselspiele. Im Gegensatz dazu stehen die Puzzle-, Karten- und Rätselspiele bei den Spielern ab 65 Jahren ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala. Alle anderen Genres insbesondere Ego-Shooter und Actionspiele werden von den älteren Spielern deutlich seltener gespielt. "Ego-Shooter sind ein Genre für junge Männer, betont Thorsten Quandt, "die meisten anderen Spieler können damit herzlich wenig anfangen."

Zahlen im Vergleich mehrerer GameStat-Studien nahezu unverändert

Die Spielerzahlen und die Nutzungszeiten der Gamer sind im Vergleich zur ersten Befragung im Jahr 2010 nahezu unverändert: Der Anteil der Computer- und Konsolenspieler in Deutschland liegt bei rund 24 Prozent. Die durchschnittliche Spielzeit pro Tag liegt wie auch 2011 bei knapp 50 Minuten. Ähnlich stabil wie die Gesamtnutzerzahlen sind auch die Nutzungsunterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen den Altersgruppen. Mit durchschnittlich 57 Minuten pro Tag spielen Männer deutlich mehr als Frauen, bei denen der Wert bei 42 Minuten liegt.

Auch die Differenzen zwischen den Altersgruppen haben weiterhin Bestand. Die Gruppe der 14- bis 17-Jährigen spielt mit durchschnittlich 70 Minuten am Tag am meisten. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es im Schnitt 65 Minuten pro Tag, unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 42 Minuten und der Durchschnittswert in der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen beträgt 38 Minuten. Spieler ab 65 Jahren erreichen mit immerhin 56 Minuten pro Tag den dritthöchsten Wert.

Prof. Dr. Thorsten Quandt ERC-Projekts The social fabric of virtual life

 

 


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