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Münster (upm/ch)
Prof. Dr. Eugen Verspohl<address>© privat</address>
Prof. Dr. Eugen Verspohl
© privat

"Ressourcen nicht verdorren lassen"

Professor Verspohl gründet zu seiner Pensionierung Stiftung für Pharmazie-Studierende / Abschiedsfeier am 6. Juli

Er fühlt sich der Universität Münster verpflichtet, seitdem er das Studium vor 44 Jahren dort begann. Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst möchte der Pharmakologe Prof. Dr. Eugen J. Verspohl seiner Alma Mater etwas zurückgeben. Daher hat der 65-jährige Hochschulprofessor, der nun in den Ruhestand geht, die gemeinnützige "Verspohl-Stiftung" gegründet. Damit sollen bedürftige Studierende der Pharmazie unterstützt werden. Eugen Verspohl stellt die Ziele seiner Stiftung am Freitag, 6. Juli, im Rahmen seiner Abschiedsfeier vor. Dazu lädt der Fachbereich Chemie und Pharmazie alle Interessierten herzlich ein. Beginn ist um 14 Uhr im Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Hittorfstraße 58-62, Großer Hörsaal.

"Der Stiftungsgedanke entspringt der Dankbarkeit für die bisherige, unverhoffte Privilegierung durch Gesundheit in meiner ganzen Familie und für einen ausfüllenden und fordernden Beruf", erklärt Eugen Verspohl. Im Kreise seiner Kollegen und insbesondere auch der Studierenden, die ihm viel zurückgegeben hätten, habe er sich in den zwanzig Jahren als Professor an der Universität Münster sehr wohl gefühlt. Die Erträge der Stiftung mit einem Gründungskapital von rund einer Drittelmillion Euro sollen in Form von Preisen und Stipendien an nicht-privilegierte Pharmazie-Studierende gegeben werden, "wenn diese zum Beispiel bei guter Leistung unverschuldet in eine finanzielle Schieflage geraten", wie der Pharmakologe erläutert.

Als mögliche Ursachen für derartige Engpässe gibt der Professor verschiedene Gründe an. So könnten beispielsweise Studierende betroffen sein, die ihre Eltern pflegen oder Kommilitonen durch ihr Engagement besonders unterstützen. Auch Studierende, die von ihren Eltern keine finanzielle Unterstützung erhalten und deren Studium dadurch behindert wird, dass sie selbst Geld verdienen müssen, könnten durch die Stiftung unterstützt werden. Ausländische Studierende könnten zum Beispiel durch unverhoffte Umbrüche in ihrem Heimatland betroffen sein. "Letztlich ist es das Ziel, Ressourcen für die Wissenschaft nicht verdorren zu lassen und persönliches Engagement von Studierenden anzuerkennen", betont der Wissenschaftler.

In die Stiftung eingebunden sind neben Mitgliedern der Familie Verspohl auch die Universität und Professoren der fünf pharmazeutischen Fachdisziplinen. Universitätsrektorin Prof. Dr. Ursula Nelles erklärt: "Ich bin überaus erfreut, dass sich der Gedanke des Mäzenatentums unter Mitgliedern der WWU weiter verbreitet. Wir sind Herrn Verspohl dankbar, dass er hier eine Vorbildfunktion einnimmt." Die Anerkennung für die Stiftung wurde am Freitag, 29. Juni, durch den Regierungspräsidenten Prof. Dr. Reinhard Klenke in Münster übergeben.

Bei der Abschiedsfeier werden nach einer Begrüßung durch Dekan Prof. Dr. Bart Jan Ravoo und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles zunächst die Ziele der Verspohl-Stiftung vorgestellt. Anschließend hält Eugen Verspohl seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Wie verlässlich sind pharmakologische Messergebnisse?". Nach einer Pause halten Prof. Dr. James Knittel aus Springfield, USA, und Professorin Dr. Oya Bozdag aus Ankara, Türkei, englischsprachige Gastvorträge.