Kompetenzen und Berufsfelder

 

Berufsfelder

Der Prozess der Berufsorientierung

Individuelle Profilierungsmöglichkeiten

 

Berufsfelder

Sie haben sich für das Studium des Faches Germanistik entschieden, weil Sie sich für Sprache und Literatur begeistern. Sie möchten mehr wissen über die Geschichte der deutschen Sprache und der deutschsprachigen Literatur, und über die Möglichkeiten, über beides auf angemessenem theoretisch-begrifflichem Niveau zu kommunizieren. Im Germanistik-Studium erwerben Sie wichtiges historisches und theoretisches Wissen, aber auch folgende, nicht minder wichtige Kompetenzen, z.B. die Recherchekompetenz („Wie und wo finde ich Literatur zu einem Thema?“), die Lesekompetenz („Welche Texte lese ich in welcher Situation mit welchen Lesetechniken?“), die Analysekompetenz („Wie kann ich begrifflich Textstrukturen und -effekte beschreiben?“), die Thesenbildungskompetenz („Wie stelle ich standfeste Behauptungen über Sachverhalte auf?“), die Schreibkompetenz („Wie schreibe ich einen argumentativ schlüssigen und systematisch nachvollziehbaren Text?“) und schließlich die Rede- und Präsentationskompetenz („Wie und mithilfe welcher Medien vermittle ich einen Erkenntnisprozess?“).
Einige dieser Kompetenzen sind sowohl Fach- als auch Schlüsselkompetenzen. Sie verweisen also auf Beschäftigungsmöglichkeiten in einem grundsätzlich breiten Spektrum ‚germanistischer‘ Berufsfelder, z.B. in der Welt der Medien im weitesten Sinne, online wie offline (Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage: literatur- und sprachwissenschaftliche Publikationen; Rundfunk, Fernsehen und Internetmedien), im öffentlichen wie privaten Kulturbetrieb (Kulturmarketing, Museen), in der Werbung (Werbeagenturen, Tourismus) und in Unternehmensbereichen wie der Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikationsberatung und -training – kurz, in allen Bereichen, in denen es auf Kreativität, Fähigkeit zu systematischer Recherche und Exposition, Teamfähigkeit sowie überdurchschnittliche mündliche und schriftliche Kommunikationskompetenz ankommt.
Schließen Sie nach dem Bachelorstudium ein Masterstudium der Germanistik an der WWU an, bereitet dieses durch seine dezidiert wissenschaftliche Ausrichtung auch auf ein Promotionsstudium vor. Dabei sind die Qualität der Masterarbeit und, damit zusammenhängend, das Potential für selbstständiges und kreatives Forschen zentral. Durch die Promotion eröffnen sich Tätigkeiten in Forschung und Lehre in universitären sowie außeruniversitären Einrichtungen (z.B. Akademien der Wissenschaften).

 

Der Prozess der Berufsorientierung

Der Abschluss des Germanistik-Studiums bildet eine gute Grundlage für den Einstieg in unterschiedliche Berufs- und Tätigkeitsfelder. Die individuelle Berufsorientierung, also die eigene Einschätzung der Stärken und Neigungen, das Zusammenführen der Studienqualifikation mit weiteren individuellen Kompetenzen und Merkmalen sowie deren Abgleich mit den Möglichkeiten in der Berufswelt, liegt allerdings im Verantwortungsbereich der Studierenden. Daher ist der Prozess der individuellen Berufsorientierung und die Entwicklung eines eigenen Profils so wichtig.
Berufsorientierung gehört zum Studium genauso dazu wie beispielsweise die Auswahl eines Themas für die Abschlussarbeit. Wer sich früh mit der eigenen Berufsorientierung beschäftigt, kann viele Weichen auf dem Weg in die Berufswelt selbstbestimmt stellen. Das Fach unterstützt Sie bei der Berufsorientierung, z.B. durch spezifische Berufsberatung, die Vortragsreihe und Übung "Germanistik im Beruf", durch Angebote im Schreib-Lese-Zentrum und im Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis sowie durch die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen in Form von Zertifikaten („Schriftlichkeit“, „Mündlichkeit“ und „Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache“) zu erwerben. Der Career Service der WWU bietet neben einem großen Seminarangebot und vielen Informationen auch berufsbiographische Einzelberatung an. Informationen mit Videos zur beruflichen Orientierung finden Sie hier.

 

Individuelle Profilierungsmöglichkeiten


Während des Studiums haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr individuelles Berufsprofil zusammenzustellen und auf konkrete Berufsfelder auszurichten: im Studium selbst, aber auch daneben und danach.

Im Studium:
Kombination der Studienfächer
Eine sehr wichtige Gestaltungsmöglichkeit Ihres Qualifikationsprofils bietet die Wahl Ihrer beiden Bachelor-Fächer. Die beispielhafte Kombination der Germanistik mit einem kulturwissenschaftlichen Fach kann eine gute Voraussetzung für eine Tätigkeit in Fachverlagen oder im Tourismus bieten, während beispielsweise eine Kombination mit der Ökonomik den Zugang zu Aufgaben im Management und der Verwaltung bspw. in Kultureinrichtungen erleichtern kann.
Studienschwerpunkte 

Eine Spezialisierung kann schon während des Bachelorstudiums in den Fachgebieten Sprachwissenschaft, Neuere deutsche Literatur oder ältere deutsche Literatur erfolgen. Im Rahmen der Master-of-Arts-Studiengänge erfolgt die Spezialisierung mit der Wahl des jeweiligen Master-of-Arts-Studiengangs: „Angewandte Sprachwissenschaft“, „Germanistik“, „Kulturpoetik der Literatur und Medien“ oder „Interdisziplinäre Mittelalterstudien“.
Praktika

Praxiserfahrungen in der Berufswelt ermöglichen Ihnen das Kennenlernen möglicher Berufsfelder, Tätigkeitsbereiche und Arbeitgeber. Darüber hinaus sammeln Sie wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen, die Ihnen Ihre berufliche Orientierung und damit oftmals auch den Berufseinstieg erleichtern. Informationen zu Suchstrategien, Bewerbung, Finanzierung und Durchführung von Praktika finden Sie hier
Allgemeine Studien
Im Zweifach-Bachelor können Sie bis zu 20 Leistungspunkte im Rahmen der Allgemeinen Studien darauf verwenden, studienbegleitend Zusatzkompetenzen zu erwerben. Das können bspw. Fremdsprachenerwerb im Sprachenzentrum, EDV-Kompetenzen im ZIV, Methoden- und Sozialkompetenzen im Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis, aber auch Fachkompetenzen in einem anderen Studiengang sein. Im Career Service können Sie neben Soft Skills auch Seminare besuchen, die Ihnen bei der eigenen Berufsorientierung und Zusammenstellung Ihres individuellen Profils helfen.
Zertifikate
Im Fachbereich 9 Philologie haben Sie die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen in Form von Zertifikaten zu erwerben: mit den Zertifikaten „Schriftlichkeit“, „Mündlichkeit“ bauen Sie Qualifikationen für Tätigkeiten auf, die etwas mit Schreiben, Lesen und Kommunikation zu tun haben (z.B. Zeitung, Rundfunk, Fernsehen, Werbung, Erwachsenenbildung, Theater- und Kulturarbeit). Das Zertifikat „Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache“ hat zum Ziel, Sie auf Berufe vorzubereiten, in denen die deutsche Sprache und Kultur an nicht-deutschsprachige Lernerinnen und Lerner vermittelt wird.
Abschlussarbeit

Die Wahl des Themas der Abschlussarbeit verschafft Ihnen vertiefte Expertise in einem Wissensgebiet und die Erfahrung, die im Studium erworbenen Fähigkeiten auf eine wissenschaftliche Fragestellung anzuwenden. Die Wahl der Methodik, wie Sie den Forschungsgegenstand bearbeiten, schärft Ihre Methodenkompetenz in einem Bereich.

Neben dem Studium:

Nebentätigkeit

Ob als studentische Hilfskraft, im Callcenter oder als Bedienung im Café – durch Nebentätigkeiten erwerben Sie nicht nur Nebeneinkünfte, sondern auch wertvolle Kompetenzen, die zu Ihrem individuellen Profil beitragen.
Außeruniversitäres Engagement
Als Trainerin der Handballjugend im Heimatort, als Kassenwart des Kulturvereins oder als Presseverantwortliche einer studentischen Initiative: Durch außeruniversitäres Engagement können Sie nicht nur methodische und soziale Kompetenzen erwerben und ausbauen, sondern übernehmen bereits viel Verantwortung und zeigen Eigeninitiative – hochgeschätzte Eigenschaften zukünftiger Arbeitnehmer!

Nach dem Studium:
Weiterqualifikation mit anschließendem Master-Studiengang

Nach dem Bachelorstudium können Sie als Alternative zum direkten Berufseinstieg eine höhere Qualifikation durch ein Masterstudium erlangen (abhängig von ihrer Abschlussnote), z.B. einen der am Germanistischen Institut der Universität Münster angebotenen Master-of-Arts-Studiengänge. Genauso können Sie im Anschluss auch andere themenverwandte Master-Studiengänge an anderen Universitäten im In- und Ausland studieren. Nach dem Masterstudium können Sie sich durch eine Promotion für eine wissenschaftliche Karriere weiterqualifizieren.
Volontariat

Ein- bis zweijährige vergütete Volontariate sind heutzutage in den meisten Kultureinrichtungen, Medienunternehmen und im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nötig für den Einstieg.

Fortbildungen
Z.B. im Bereich der Öffentlichkeits- und Pressearbeit, dem Management im Kulturbereich, dem Informationsmanagement, der Teamleitung und Moderation werden von privaten und öffentlichen Trägern Fortbildungen (auch studien- und berufsbegleitend) angeboten. So können Sie Ihr individuelles Profil auf die Anforderungen an ein bestimmtes Tätigkeitsfeld hin schärfen.