Die bauliche Gestalt Mühlhausens im Stadtplanvergleich

© IStG

Jeder Stadtplan ist eine Momentaufnahme der Stadtgestalt mit Straßen, Gebäuden und Nutzflächen. Dieses Kartenmodul zeigt zwei parzellengenaue Pläne, von denen der erste auf der ältesten Katastervermessung (1861 im Umland, 1878/79 im Stadtbereich) beruht. Der zweite Plan wurde aus Geodaten des aktuellen Liegenschaftskatasters (ALKIS) generiert. Beiden sind Höhenlinien beigegeben. Zuschaltbar ist auch ein entzerrtes Senkrechtluftbild (aufgenommen 2019). Mit Zoom-Funktion, Navigation und Ebenenauswahl lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede damals und heute erkunden. Im Detailvergleich werden Unterschiede in der Baumassenverteilung, der Parzellierung und im Straßennetz anschaulich.

Die Siedlungsentwicklung Mühlhausens von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert

© ISTG

Das Modul erläutert das Flächenwachstum Mühlhausens vom Auftreten erster Siedlungskerne im Frühmittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Aktivierbare Ebenen erlauben es, die räumliche Stadtentwicklung phasenweise sichtbar zu machen und per Mausklick auf Objekte zusätzliche Informationen abzufragen. Archäologische Befunde, alte Wegeführungen und Gewässersituationen sowie zahlreiche historische Gebäude mit besonderer Nutzung sind ebenso enthalten. Weitere Ebenen zeigen das Geländerelief, das die Siedlungsstruktur entscheiden prägte und die Ausmaße der bedeutendsten Stadtbrände, die für einschneidende Veränderungen verantwortlich waren.

Mühlhausen in der DDR-Stadtplanung der 1970er Jahre

© ISTG

Der historisch gewachsene, verschachtelte Stadtkern Mühlhausens, heute das zweitgrößte Flächendenkmal Thüringens, erfreute sich nicht in jeder Epoche gleichgroßer Wertschätzung. Zur DDR-Zeit prägten andere Vorstellungen das Idealbild der „sozialistischen Stadt“, wobei die zeittypische Rationalisierung der Bauprozesse im industriellen Maßstab und das gleichermaßen im Westen verbreitete Ziel der „autogerechten Stadt“ die Bauplanung ebenso beeinflussten wie der Wunsch nach städtebaulichen Prestigeprojekten. Das interaktive Modul kartiert auf dem heutigen Stadtgrundriss die 1973 geplanten Bauabschnitte, durch die ab 1981 die Innenstadt tiefgreifend umstrukturiert werden sollte, sowie den Umfang der begleitenden Instandhaltungs- und Modernisierungsplanung für vorhandene Bauten. Ersichtlich ist auch, welche Grundstücke 1990 verstaatlicht („im Eigentum des Volkes“) bzw. in privatem, kirchlichem oder genossenschaftlichem Besitz waren.