Reihe Städteforschung A: Darstellungen

In der Reihe "Städteforschung A: Darstellungen" werden Monographien und Sammelbände publiziert, die die Geschichte der Stadt in vergleichender Perspektive untersuchen. Dem interdisziplinären Ansatz des IStG entsprechend beinhaltet dies Fragestellungen aus unterschiedlichen historischen Disziplinen, aber auch aus den Bereichen Geographie, Architektur und Städtebau. Die Beiträge der regelmäßigen Frühjahrstagungen des Instituts sowie anderer Tagungen mit stadtgeschichtlichem oder kartographischem Bezug erscheinen in dieser Reihe ebenso wie Qualifikationsarbeiten der Mitarbeiter und externer Wissenschaftler. Im Institut werden die Arbeiten wissenschaftlich lektoriert, redaktionell bearbeitet, professionell gesetzt und gestaltet.

Zuletzt erschienen

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Der Tagungsband der Frühjahrstagung 2015 zum Thema Konsumentenstadt. Konsumenten in der Stadt des Mittelalters ist als Band A 98 der Reihe Städteforschung erschienen.

Für eine moderne Stadtgeschichtsforschung hat sich die Wiederaneignung von Max Webers Überlegungen zum Typus der okzidentalen Stadt als besonders inspirierend erwiesen. Weniger präsent ist demgegenüber, dass in den Debatten der Zeit um 1900 der ökonomische Aspekt des Stadtbegriffs von ganz erheblicher Bedeutung gewesen ist. Dieser Zusammenhang ist am Werk von Max Weber ablesbar. Deutlicher noch findet er sich bei Werner Sombart ausgestaltet, der gegenüber Produzenten und Fernhändlern den Konsumenten eine zentrale Rolle für Stadtentstehung und Stadtentwicklung zuweist. Der vorliegende Sammelband prüft die Ertragskraft konsumgeschichtlicher Konzepte und bezieht sie auf aktuelle Problemzusammenhänge der mittelalterlichen Stadtgeschichte.

Bibliographische Angaben
Stephan Selzer (Hg.), Die Konsumentenstadt - Konsumenten in der Stadt des Mittelalters (Reihe Städteforschung A 98), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50830-2

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Der Tagungsband der Internationalen Kommission für Städtegeschichte zu den Tagungen der Jahre 2013 in Lissabon und 2014 in Clermont-Ferrand zum Thema Urban Spaces ist als Band A 97 der Reihe Städteforschung erschienen.

For some time the “Commission Internationale pour l’Histoire des Villes“ has been working actively on the comprehensive topic of urban space which is also the aim of this book – result of conferences in Lisbon (2013) and in Clermont-Ferrand (2014). Two thematic priorities are presented in this combined English and French speaking volume: on the one hand cultural-symbolic spaces, on the other hand complexity of urban districts which formed in spite of all diversities collective cities (such as Clermont-Ferrand). Continuous transformation of urban space and dichotomy shaped cities: Cities can be understood as space of town rulers, but also as space of a growing “bohème”, but you will find also neighbourhood of Jewish and Muslim quarters.

Bibliographische Angaben
Jean-Luc Fray, Michel Pauly, Magda Pinheiro und Martin Scheutz (Hg.), Urban Spaces and the complexity of Cities (Reihe Städteforschung A 97), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50759-6

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Die Dissertation von Eva Jullien zum Thema: Die Handwerker und Zünfte der Stadt Luxemburg im Spätmittelalter ist als Band A 96 der Reihe Städteforschung erschienen.

Handwerker und deren Organisationen übernahmen im Mittelalter vielfältige Funktionen für das städtische Gemeinwesen. Am Beispiel der Stadt Luxemburg, in der am Ende des 14. Jahrhunderts zwischen 5.000 und 7.000 Einwohner lebten, werden in dieser Studie die Handlungsräume der Zünfte sowie die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen Gewerbe nachgezeichnet. Mit der Untersuchung der handwerklichen Netzwerke leistet das Buch ferner einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis mittelalterlicher Gesellschaften und zur Erforschung der Mechanismen, die in einer mittelgroßen Stadt gesellschaftlich strukturierend wirkten.

Bibliographische Angaben:
Eva Jullien, Die Handwerker und Zünfte der Stadt Luxemburg im Spätmittelalter (Städteforschung A 96), Köln u.a. 2017.
(320 S., 20 farb. Abb. u. Graphiken)

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Die Dissertation von Evelien Timpener zum Thema "Diplomatische Strategien der Reichsstadt Augsburg. Eine Studie zur Bewältigung regionaler Konflikte im 15. Jahrhundert" ist als Band A 95 der Reihe Städteforschung erschienen.

Nachdem die Bischofsstadt Augsburg im späten Mittelalter zur Reichsstadt aufgestiegen war, entstanden im Zuge des Ausbaus der städtischen Herrschaft regionale Konflikte mit den Herzögen von Bayern sowie dem Augsburger Hochstift. Die mächtige Reichsstadt suchte diese mittels einer geschickten Diplomatie zu bewältigen. In diesem Band geht Evelien Timpener den verschiedenen diplomatischen Strategien des Augsburger Stadtrates anhand von sechs Konfliktfällen des 15. Jahrhunderts nach. Bei der Analyse dieser Konflikte und deren Beilegung werden verschiedene Forschungsansätze miteinander verknüpft. Politische Freunde und Förderer, Interventionsformen sowie juristische Einflusssphären werden nachgezeichnet und mit der Relevanz der symbolischen Kommunikation abgeglichen.

Bibliographische Angaben
Evelien Timpener, Diplomatische Strategien der Reichsstadt Augsburg. Eine Studie zur Bewältigung regionaler Konflikte im 15. Jahrhundert, Köln u.a. 2017.
(245 S.; 1 s-w Abb.)

A 89 Igel Lau
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Eine oft gestellte Forderung, die Stadt in ihrem vielgestaltigen Verhältnis zu den sie umgebenden und von ihr mitgenerierten Räumen historisch zu fassen, wird in den Beiträgen des vorliegenden Bandes von Mediävisten, Frühneuzeithistorikern und Kunsthistorikern thematisiert und eingelöst. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: die Entstehung des städtischen Raumes, das Ausgreifen des städtischen Raumes in das Umland und die Beteiligung städtischer Akteure bei der Konstruktion supralokaler Räume. Die Ansätze der jüngeren Stadtgeschichtsforschung, der Staatsbildungsforschung und Diplomatiegeschichte sowie der Umwelt- und Kunstgeschichte werden dabei zusammengeführt und wechselseitig fruchtbar gemacht.

Bibliographische Angaben
Die Stadt im Raum. Vorstellungen, Entwürfe und Gestaltungen im vormodernen Europa (Reihe Städteforschung A 89), hg. v. Karsten Igel und Thomas Lau, Böhlau: Köln/Wien/Weimar 2016.
(361 S., 11 s/w- u. 16 farb. Abb., ISBN 978-3-412-22128-7)

A 90 Urbanitaet

Urbanität wird von den Autorinnen und Autoren dieses Bandes weniger im Sinne des schillernden Begriffs verstanden, der seit der Antike als Chiffre für kultivierte Lebensart und Rhetorik und in der Gegenwart vor allem für verdichtete Bebauung verwendet wird, sondern vielmehr für die medialen Formen und Strategien, in denen Urbanität inszeniert und Eigenarten des Urbanen akzentuiert werden. Ausgegangen wird von einem kulturgeschichtlichen Medienbegriff, der nach den kulturellen Bedingungen von Sinnstiftung fragt und auch Prozesse der Vermittlung in der Zeit vor dem Buchdruck und den Massenmedien einbezieht. Der Band enthält Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte, Romanistik, Anglistik und Medienwissenschaft.

Bibliographische Angaben
Urbanität. Formen der Inszenierung in Texten, Karten, Bildern (Reihe Städteforschung A 90), hg. v. Ute Schneider und Martina Stercken, Böhlau: Köln/Wien/Weimar 2016.
(252 S., 24 farb., 18 s/w-Abb. und Karten, ISBN 978-3-412-22272-7)

A 94 Grossboelting

Vier Jahrzehnte lang waren die Bundesrepublik Deutschland und die DDR einander in höchst ambivalenter Weise verbunden, denn beide Halbnationen waren zugleich Vorposten in der Systemkonkurrenz des Kalten Krieges. Im deutsch-deutschen Städtebau - in der geplanten wie in der gebauten Stadt – realisierten sich sowohl die unterschiedlichen politischen Ordnungsvorstellungen wie auch die verbindenden architektonischen Traditionen besonders markant. Der Band leuchtet dieses Spannungsfeld umfassend aus: Er analysiert die leitenden Paradigmen des Städtebaus, fragt nach der symbolischen Rolle der Regierungssitze in Bonn und Ost-Berlin und zeigt, welche Funktion die Stadt als Modell und Imageträger im Systemwettstreit übernahm.

Bibliographische Angaben
Gedachte Stadt - Gebaute Stadt. Urbanität in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz 1945-1990, hg. v. Thomas Großbölting und Rüdiger Schmidt, Köln/Wien/Weimar 2015.
(XXVI, 345 S., 65 s/w-Abb., ISBN 978-3-412-22381-6)

A 93 Nolte

Die Wahrnehmung der Großstädte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist lange Zeit geprägt gewesen durch Industrialisierung, soziale Frage und politische Krisen. Die europäischen und globalen Metropolen der „Klassischen Moderne“ waren jedoch zugleich Pioniere von Freizeit, Massenkultur und populären Vergnügungen. Der Band erhellt diese andere Seite der modernen Großstadt zwischen Elitenkultur und Volkskultur, zwischen lokalen Milieus und globaler Verflechtung, von der Kiezkneipe bis zur Oper, vom Zirkus bis zu neuem Tanzvergnügen. Es geht um Orte und Akteure, Handlungsformen und Wissenstransfer. Berlin steht im Mittelpunkt, doch europäische Vergleiche und Verflechtungen treten ebenso hervor wie globale Netzwerke.

Bibliographische Angaben
Die Vergnügungskultur der Großstadt. Orte - Inszenierungen - Netzwerke (1880-1930), hg. v. Paul Nolte, Köln/Wien/Weimar 2016.
(IX, 180 S., 6 sw-Abb., ISBN 978-3-412-22383-0)

Kooperation

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Die Bände der Reihe Städteforschung erscheinen im Böhlau Verlag.