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Einführung in das Thema "Lernen und Bewegung"

  • © Karin Eckenbach

    Exekutive Funktionen

    Das Konstrukt der exekutiven Funktionen bezieht sich auf kognitive Kontrollprozesse, die zu den geistigen Grundfähigkeiten des Menschen zählen. Diese Fähigkeiten sind Teil des Entwicklungsprozesses von Kindern und Jugendlichen und haben einen großen Einfluss auf die Selbstregulationsfähigkeit einer Person. Im Vergleich zu anderen kognitiven Fähigkeiten dauert die Entwicklung exekutiver Funktionen relativ lange an: Es kann davon ausgegangen werden, dass sich bis ins frühe Erwachsenenalter große Entwicklungssprünge des exekutiven Systems ereignen.

    Das exekutive System lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Inhibition, kognitive Flexibilität und Updating.


    Inhibition, kognitive Flexibilität und Updating

    • Inhibition ist die Fähigkeit, impulsives oder auch automatisiertes Verhalten zu kontrollieren und zugunsten einer situationsangemessenen Reaktion zu unterdrücken. Besonders gefragt wird die Inhibitionsfähigkeit z. B. dann, wenn man sich trotz äußerer Störreize (z. B. Lärm) auf eine Aufgabe konzentrieren muss.
    • Kognitive Flexibilität beschreibt die Fähigkeit, sich schnell auf neue, wechselnde Situationen und Anforderungen einstellen zu können und sich diesen anzupassen. Kognitive Flexibilität wird bspw. Schüler/innen abverlangt, wenn sie im Unterricht schnell von einer Aufgabe zur nächsten „switchen“ müssen.
    • Updating ist die Fähigkeit, Informationen kurzfristig im Arbeitsgedächtnis zu speichern und mental weiterzuverarbeiten. Diese Fähigkeit wird z. B. beim Kopfrechnen benötigt.


    Exekutiven Funktionen sind für die allgemeine Entwicklung und das Lernen von besonderer Bedeutung. Nach aktuellen Studien ist davon auszugehen, dass sie ein zuverlässigerer Prädiktor für Schulleistungen sind als beispielsweise der IQ. Auch bestehen Auswirkungen auf die Kooperations- und Teamfähigkeit. Der positive Einfluss eines gut ausgebildeten exekutiven Systems erstreckt sich somit nicht nur auf kognitiver, sondern auch auf sozial-emotionaler Ebene.

  • Exekutive Funktionen durch Bewegung fördern

    Exekutive Funktionen lassen sich gezielt fördern. Wie Forschungsbefunde der so genannten Exercise Neuroscience bestätigen, hat Bewegung einen besonders positiven und lernförderlichen Effekt auf das exekutive System. Eine bewegungsbasierte Lernförderung ist sowohl auf kurzfristige als auch auf langfristige Sicht hin in allen Altersklassen möglich. Bewegung, Spiel und Sport können damit als Schlüssel zur individuellen Lernförderung angesehen werden.
    Heute ist zudem bekannt, dass Bewegungsinterventionen insbesondere dann einen positiven Lerneffekt haben, wenn der Sport nicht nur körperlich anstrengend ist, sondern gleichzeitig ein gewisses Maß an kognitivem Anspruch aufweist. Auch eine eigene, jüngst durchgeführte Studie mit sportdidaktischer Ausrichtung zeigt, dass gezielt zugeschnittene Bewegung im Sportunterricht das exekutive System und gleichzeitig die Mathematikleistung begünstigen kann. In anderen Studien werden darüber hinaus Effekte in den Bereichen Lesen und Schreiben berichtet.
    Physische Aktivität für die Lernförderung zu nutzen, ist in Anbetracht des hohen Aufforderungscharakters von Bewegung, Spiel und Sport von besonderem Belang für Schule und Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen.

  • Literaturangaben

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