FB 12: Forschungsaufenthalts an der Nanyang Technological University, Singapur
Geförderter: Tobias Sampels
Fachbereich, Studienrichtung: FB 12, Chemie
Ziel des sechswöchigen Forschungsaufenthalts an der Nanyang Technological University in Singapur war es, internationale Forschungserfahrung in der synthetischen organischen Chemie zu sammeln und gleichzeitig einen Einblick in die Forschungskultur und -infrastruktur einer führenden asiatischen Universität zu gewinnen.
Nach einer einwöchigen Einarbeitungsphase, die Sicherheitsunterweisungen, eine Einführung in die Labore der Tan-Gruppe sowie ein intensives Literaturstudium umfasste, wurde der Forschungsschwerpunkt auf die Viedma-Reifung gelegt. Bei der Viedma-Reifung handelt es sich um ein kristallisationsbasiertes Verfahren, bei dem ein racemisches Gemisch von Kristallen durch mechanisches Mahlen in Kombination mit Ostwald-Reifung spontan in einen enantiomeren reinen Zustand überführt wird, ein Phänomen mit direkter Relevanz für die Herstellung enantiomerenreiner Verbindungen in der pharmazeutischen Chemie.
Der Aufenthalt hatte dabei überwiegend explorativen Charakter. Im Mittelpunkt stand die Erarbeitung einer geeigneten experimentellen Grundlage: Substanzen wurden ausgewählt, Versuchsbedingungen systematisch variiert und erste Experimente zur Durchführbarkeit der Viedma-Reifung unter den gegebenen Laborbedingungen durchgeführt. Konkrete reproduzierbare Ergebnisse konnten im Rahmen des zeitlich begrenzten Aufenthalts noch nicht erzielt werden, was im Einklang mit dem explorativen Charakter der Fragestellung steht. Die gewonnenen Erkenntnisse zur experimentellen Herangehensweise und zu geeigneten Modellsystemen bilden jedoch eine wertvolle Grundlage für weiterführende Arbeiten der Arbeitsgruppe. Als Format der Wissenschaftskommunikation wurde wie geplant ein Beitrag auf der Plattform LinkedIn verfasst. LinkedIn wurde als Format gewählt, da es eine breite Zielgruppe aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft anspricht und gleichzeitig eine
persönliche und authentische Kommunikationsweise ermöglicht, die für die Verbreitung von Forschungserfahrungen gut geeignet ist.
Der Aufenthalt war in jeder Hinsicht bereichernd. Die NTU bietet eine beeindruckende Forschungsinfrastruktur und ein ausgesprochen internationales und kollegiales Arbeitsumfeld.
Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Tan-Gruppe war inspirierend und hat meinen Blick auf wissenschaftliches Arbeiten in einem anderen kulturellen Kontext erheblich erweitert.
Auch abseits des Labors bot Singapur als multikulturelle Metropole vielfältige Eindrücke. Die Stadt verbindet westliche und asiatische Einflüsse auf einzigartige Weise und hat mir gezeigt, wie Wissenschaft und Gesellschaft in einem globalisierten Kontext zusammenwachsen können.