FB 12: Forschungsaufenthalt an der Universidad Nacional de Río Cuarto, Argentinien
Antragstellende: Caroline Witter
Fachbereich, Studienrichtung: FB 12, Chemie
Mithilfe des Santander Mobilitätsfonds hatte ich die einzigartige Gelegenheit, das Projektmodul meines Masterstudiums der Chemie an der Universidad Nacional de Río Cuarto in Argentinien zu absolvieren. Diese Erfahrung war sowohl wissenschaftlich als auch kulturell bereichernd und hat mir neue Perspektiven auf die Forschung sowie auf das Leben in einem anderen Land eröffnet.
Der Arbeitskreis um Professor Fernando Fungo in Río Cuarto hat sich auf Elektrochemilumineszenz (ECL) spezialisiert, also eine Kombination aus Spektroskopie und Elektrochemie. Anders als bei der normalen Spektroskopie erfolgt die Anregung der Moleküle hier durch elektrochemische Techniken und nicht durch eingestrahltes Licht. Dies ist sehr gut kontrollierbar und kombiniert mit der Detektion der Phosphoreszenz ergibt sich eine äußerst sensitive Methode, die zum Beispiel für Sensoren im Bereich der klinischen Medizin eingesetzt werden kann. Außerdem kann diese Art von Molekülen in OLEDs zur Lichterzeugung verwendet werden.
Während meines Aufenthaltes in Argentinien habe ich neu synthetisierte Platin- und Rhenium-Komplexe in organischem Medium untersucht. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit bestand darin, die Eignung der Platin- und Rhenium-Komplexe als Emitter zu testen und deren elektrochemilumineszente Eigenschaften und Spektren zu messen. Zusätzlich analysierte ich die Wechselwirkungen der Komplexe mit möglichen Co-Reaktanten, um deren Einfluss auf die ECL zu untersuchen. Durch diese Tests konnte ich wichtige Erkenntnisse über die Effizienz und Stabilität der Komplexe als Emitter gewinnen und deren potenzielle Anwendungen in der elektrochemischen Lichtemission besser einschätzen.
Ab dem ersten Tag wurde ich sehr herzlich in das Forschungsteam der Universidad Nacional de Río Cuarto aufgenommen. Die Kollegen und Betreuer standen mir stets mit Rat und Tat zur Seite, was den Einstieg in das Projekt erheblich erleichterte und es mir später ermöglichte, komplett eigenständig zu arbeiten. Die verschiedenen Perspektiven des internationalen Teams förderten nicht nur mein wissenschaftliches Verständnis, sondern auch meine Fähigkeit, neue Ansätze und Methoden zu verstehen und anzuwenden.
Doch mein Aufenthalt in Argentinien ging weit über die Forschung hinaus. Das Land und seine Menschen kennenzulernen, war für mich ebenso wertvoll. Durch meine Zeit im Universitätschor konnte ich die argentinische Kultur und Gastfreundschaft kennenlernen und enge Freundschaften schließen.
Ich bin dankbar für diese wertvollen Erfahrungen und freue mich darauf, die gewonnenen Erkenntnisse und Erlebnisse in meine weitere wissenschaftliche Laufbahn einzubringen.