FB 09: Teilnahme an der Konferenz „Situated (Dis)Affiliation?", Magdeburg, Deutschland
Geförderte: Isabell Brinkmann
Fachbereich, Studienrichtung: FB 09; British, American and Postcolonial Studies
Dank der Förderung durch den Santander Mobilitätsfonds konnte ich vom 17. bis zum 18. April 2026 erstmals an einer Studierendenkonferenz teilnehmen. Die Konferenz fand an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg statt und trug den Titel „Situated (Dis)Affiliation? The Politics of Belonging and Alienation in Space and Place“. Bereits das thematische Profil der Tagung war für meine eigenen Forschungsinteressen besonders interessant, da Fragen von Zugehörigkeit, Fremdheit, räumlicher Verortung und kultureller Identitätsbildung zentrale Aspekte meiner Arbeit darstellen.
Mein eigener Beitrag bestand aus einem Thesenpapier mit dem Titel „Another Other: Quincey as the Whitmanian Ideal in Bram Stoker’s Dracula (1897)“. Dieses Papier basiert auf einer Hausarbeit, die ich im Vorjahr verfasst habe und deren zentrale Überlegungen ich in meiner anstehenden Masterarbeit weiterentwickeln möchte. In meinem Beitrag habe ich eine alternative Lesart von Bram Stokers Klassiker vorgeschlagen. Dabei ging es mir insbesondere darum, Quincey Morris nicht lediglich als Nebenfigur oder exotisierten amerikanischen Außenseiter zu betrachten, sondern als Figur, durch die sich größere Fragen nach Andersheit, Zugehörigkeit und transatlantischen, ggf. queeren Identitätsentwürfen verhandeln lassen. Meine Analyse knüpft damit an den Diskurs über die historische Präsenz geotherter Identitäten an und möchte zeigen, dass klassische literarische Texte weiterhin produktive Perspektiven auf Repräsentation, kulturelle Differenz und die Konstruktion von Fremdheit eröffnen können.
Das Feedback, das ich im Anschluss an meinen Vortrag erhalten habe, war für mich äußerst wertvoll. Es hat nicht nur dazu beigetragen, die argumentative Position meines Projekts zu festigen, sondern auch neue theoretische Anschlussmöglichkeiten eröffnet. Besonders bereichernd war, dass sich viele Beiträge der anderen Teilnehmenden thematisch sehr gut mit meinem eigenen Vortrag verbinden ließen. Dadurch entstand ein produktiver wissenschaftlicher Austausch, der meine Perspektive auf das Thema erweitert und meine Überlegungen auf eine breitere theoretische Grundlage gestellt hat.
Auch der Austausch mit Studierenden aus ähnlichen Fachrichtungen aus ganz Deutschland und sogar Österreich war für mich ein zentraler Gewinn der Konferenz. In Gesprächen zwischen den Panels, während der Kaffeepausen und insbesondere beim gemeinsamen Abschlussdinner wurden unterschiedliche wissenschaftliche Theorien, Artikel und Monografien diskutiert, die für unsere jeweiligen Forschungsprojekte relevant sein könnten. Einer der wertvollsten Erträge der Konferenz war für mich daher eine hoch kuratierte Bibliografie, die ich unmittelbar für meine weitere Recherche und meine Masterarbeit nutzen kann. Zugleich hat dieser Austausch mein Verständnis des eigenen Forschungsthemas erweitert und mit verwandten disziplinären Feldern verbunden.
Darüber hinaus habe ich meine Erfahrungen im Sinne der Wissenschaftskommunikation über den Instagram-Kanal meines Masterstudiengangs geteilt. In Form von Stories dokumentierte ich zeitgleich Eindrücke von der Konferenz, einschließlich Zeitstempeln, Panelbeginn und -ende sowie Kaffeepausen. So konnten Kommiliton*innen und Studieninteressierte nicht nur den zeitlichen Ablauf der Konferenz nachvollziehen, sondern auch einen Eindruck von der thematischen Vielfalt der Panels gewinnen.
Insgesamt hat mir die Konferenz einen intensiven Einblick in aktiven Forschungsaustausch ermöglicht. Besonders prägend waren die gemeinsame Begeisterung für das Fachgebiet, der respektvolle Umgang miteinander und die Offenheit aller Teilnehmenden für neue Kontakte, Perspektiven und Einblicke in aktuelle Forschung.