FB 13: Forschungsaufenthalt am Instituto de Pesquisas da Biodiversidade im Betary Reserve bei Iporanga, Brasilien
Antragstellende: Hannah Stelzer
Fachbereich, Studienrichtung: FB 13, Biowissenschaften
Mit Hilfe der Unterstützung durch den Santander Mobilitätsfond konnte ich acht Wochen am Instituto de Pesquisas da Biodiversidade (IPBio) im Betary Reserve bei Iporanga, Bundesstaat São Paulo, verbringen. Diesen Forschungsaufenthalt konnte ich als Teil meines Bachelorstudiums der Biowissenschaften in meine akademische Laufbahn einbinden. Das Institut IPBio befindet sich im Atlantischen Regenwald Brasiliens und widmet sich dort vor allem der Erforschung der Biodiversität von brasilianischen Biomen und der Vermittlung von wissenschaftlichen Kenntnissen an die Öffentlichkeit. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf Biodiversität, Ökologie und Ethologie von Tieren und Pflanzen sowie dem Erhalt der Artenvielfalt.
Während meines Aufenthalts partizipierte ich an unterschiedlichen Monitoring Projekten, diese umfassten unterschiedliche Organismengruppen unter anderem Vögel, Fische, Frösche sowie Säugetiere. Dabei wurden klassische biologische Feldarbeitsmethoden angewandt, wie Transektuntersuchungen, Fangmethoden und Kamerafallen. Ein weiterer Teil der Arbeit umfasste die Dokumentation der erhobenen Daten, um eine umfassende Datenbank biologischer Parameter für die langfristige Erfassung der Artenzusammensetzung und -abundanz im Atlantischen Regenwald bereitzustellen.
Für mein eigenes Projekt stellte der Atlantische Regenwald als Schlüsselregion für den Erhalt biologischer Vielfalt den idealen Forschungsstandort dar. Es war ein Privileg, hier meine ersten Erfahrungen in der herpetologischen Feldforschung zu sammeln. Ich lernte meine eigene These zu entwickeln, die passende Methodik auszuarbeiten und diese dann zu verfeinern. Während meines zweimonatigen Aufenthalts befasste ich mich mit der Rufaktivität von Fröschen in Abhängigkeit von Wettervariablen. Die Sensibilität von Amphibien gegenüber klimatischen Veränderungen und damit ihre potenzielle Gefährdung durch den Klimawandel bildeten den Hintergrund dieser Thematik. Dafür erweiterte ich nicht nur meine grundlegenden Kenntnisse über die Feldarbeit, sondern arbeitete mich auch in die Thematik der Bioakustik ein. In der Entwicklungsphase meines Projekts erhielt ich nicht nur
Input von Mitarbeiter*innen des Instituts, sondern auch von internationalen Wissenschaftler*innen.
Ich möchte mich sowohl beim Institut für die Bereitstellung der benötigten Ressourcen als auch bei Santander für die finanzielle Unterstützung bedanken. Diese ermöglichten mir einen Einstieg in die eigenständige wissenschaftliche Arbeit sowie eine Entwicklung auf persönlicher Ebene. Meine Erfahrungen werde ich im Rahmen des Berufsfeldertags für Biowissenschaftler*innen teilen.