FB 12: Teilnahme an der „International Caparica Christmas Conference on Sample Treatment”, Costa da Caparica, Portugal
Antragstellende: Franziska Zimbelmann
Fachbereich, Studienrichtung: FB 12, Promotion Pharmazie
Vom 30. November bis 04. Dezember 2025 fand die internationale „Sample Treatment Conference“ statt. Wie der Name der Konferenz schon andeutet, geht es inhaltlich um Probensammlung, Probenverarbeitung und Probenanalyse, sodass diese Konferenz Wissenschaftler aus aller Welt zusammenbringt, die insbesondere im Labor tätig und darauf spezialisiert sind, diverses Probenmaterial wie z. B. Blutproben, Urinproben, Haarproben usw. auf unterschiedlichste Substanzen hin zu untersuchen.
Da ich im Rahmen meiner Promotion selbst mit biologischem Material arbeite und dabei das Blut von Kindern analysiere, die an hämatologischen Erkrankungen wie z. B. Leukämie leiden, war die Sample Treatment Konferenz für mich die ideale Plattform, um mit renommierten Wissenschaftlern über meine entwickelte Methode zur Probenanalyse sprechen zu können. Im Fokus meiner Doktorarbeit steht die Konzentrationsbestimmung des Arzneistoffs Fluconazol, ein Antipilzmittel. Pilzinfektionen sind für immungeschwächte Menschen sehr gefährlich, weshalb die Prophylaxe und eine Kontrolle der Therapie mit regelmäßigen Blutabnahmen sinnvoll und ratsam sind. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster konnten wir die erfolgreiche Anwendung am Patienten bereits zeigen: unter Anwendung von sogenannten Mitras (VAMS-Technologie von Neoteryx by Trajan) ist eine Blutprobe von nur 10 µL Volumen möglich und für die Fluconazol-Konzentrationsbestimmung ausreichend; sie ist daher ideal für Untersuchungen bei Kindern, da diese wegen ihrer geringen Körpergröße nicht in der Lage sind, so viel Blut wie ein Erwachsener zu erübrigen. Diese von mir entwickelte Methode mit Einsatz von Microsampling-Tools ist die Basis meiner Doktorarbeit; ich wende sie an, um mit den ermittelten Fluconazol-Konzentrationen und weiteren Patientendaten (andere Laborwerte usw.) ein pharmakokinetisches Modell zu entwickeln, was diese besondere Population - Kinder mit hämatologischen Erkrankungen - am besten beschreibt und letztendlich Aufschluss darüber geben kann, welche Patienteneigenschaften einen Einfluss auf die Fluconazol-Konzentration im Blut haben. Damit kann zukünftig die Prophylaxe und Therapie mit Fluconazol patientenindividuell optimiert werden.
Während der Konferenz habe ich in einem fünfminütigen Vortrag und einem Poster mit dem Titel „The use of different microsampling tools for the determination of fluconazole from small blood volumes using HPLC-UV” meine Forschung zusammengefasst darstellen dürfen und konnte im Anschluss meiner Präsentation in den direkten Austausch mit anderen Teilnehmern gehen. Ich habe konstruktives Feedback erhalten, nicht nur inhaltlich zu meiner Forschung, sondern auch zur Vortragsweise und Darstellung, da Wissenschaftskommunikation ein genauso wichtiger Aspekt wie die Forschung an sich ist. Gleichzeitig konnte ich über die Vorträge der anderen Wissenschaftler auch meinen Horizont erweitern und beispielswiese auf andere Microsampling-Tools aufmerksam werden oder den aktuellen Fortschritt in der Automatisierung der Verarbeitung von Mikrosampling-Tools entnehmen, die den routinierten Einsatz in Kliniken überhaupt ermöglichen kann. Dieses und andere vorgestellten Themen werde ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen teilen.
Für mich persönlich war die Sample Treatment Konferenz eine besondere Erfahrung, da sie mir gezeigt hat, dass Konferenzen mit einer geringeren Teilnehmeranzahl das Netzwerken erleichtern. Die Begegnungen fanden auf Augenhöhe statt, weil alle die gleiche Leidenschaft für Proben mitbringen. Neben dem Ganzen durfte ich mich am letzten Tag der Konferenz auch noch über die Verleihung eines Posterpreises freuen, was mir gezeigt hat, dass meine Forschung auch auf internationalem Boden Relevanz hat.
Zu guter Letzt möchte ich mich bei meinen Mentoren Prof. Georg Hempel und Prof. Andreas Groll bedanken, ohne deren Unterstützung ich hier nicht sein würde. Ein besonderer Dank geht auch an Linda Dieks, denn ohne die Förderung aus Mitteln des Santander Mobilitätsfonds wäre mir die Teilnahme an der Konferenz finanziell nicht möglich gewesen. Vielen Dank!