Autobiographie und Religion

Fellowship für Martina Wagner-Egelhaaf am „Internationalen Kolleg Morphomata“ in Köln

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Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf
© Hilla Südhaus

Die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU forscht im Wintersemester 2016/17 als Fellow am „Internationalen Kolleg Morphomata: Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen“ der Universität zu Köln. „Das Kolleg hat in der gegenwärtigen Förderphase einen Schwerpunkt auf dem Thema ‚Biographie und Porträt/Life Writing’, zu dem meine Forschungen zur Autobiographie und ihren politischen und religiösen Dimensionen gut passen“, sagt die Wissenschaftlerin.

Das Morphomata-Kolleg ist ein Käte-Hamburger-Kolleg und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Käte-Hamburger-Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung sind Teil der Initiative „Freiraum für Geisteswissenschaften“ des BMBF. An den Kollegs wird jährlich zehn renommierten Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten, als Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler frei von administrativen Verpflichtungen selbst gewählten Forschungsfragen nachzugehen. Zu den bisherigen Fellows gehörten etwa die Erzähltheoretikerin Prof. Dr. Mieke Bal, der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Jan Bremmer, der Schriftsteller und Verleger Michael Krüger und der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Macho.

Autobiographische Selbstdarstellungen

Prof. Wagner-Egelhaaf leitet im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster das Projekt B2-18„Conversio, oder: Du musst dein Leben ändern. Figurationen – Szenen – Medien“. Darin geht es um autobiographische Selbstdarstellungen, für die das Strukturmoment der Konversion, also die Wendung zu einer Religion oder der Religionswechsel, aber auch die Abwendung von der Religion literatur- und frömmigkeitsgeschichtlich traditionsbildend wird. Die Forscherin fragt etwa, ob und welche strukturelle Rolle das Moment der Konversion als Figuration in Autobiographien spielt, deren Autorinnen und Autoren in der säkularisierten Moderne nicht mehr religiös sind.

Die Literaturwissenschaftlerin untersucht auch die Rolle von Medien in Konversionsprozessen. Zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters hat sie einen Band zum Medium der Stimme erarbeitet. Die Publikation soll im Laufe des Jahres unter dem Titel “Stimmen aus den Jenseits/ Voices from Beyond“ im Ergon-Verlag Würzburg erscheinen. Sie ist aus der Arbeitsgruppe „Säkularisierung und Sakralisierung der Medien“ im Rahmen des Forschungsfeldes „Medialität“ des Exzellenzclusters hervorgegangen. (maz/vvm)