„Abstrakte Freiheit“

Neues Buch aus dem Exzellenzcluster über den Begriff des Eigentums bei Hegel

Buchcover „Abstrakte Freiheit“

Buchcover

© Felix Meiner Verlag

Mit dem Begriff des Eigentums im Werk des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) beschäftigt sich ein neues Buch aus dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Die Promotionsstudie „Abstrakte Freiheit“ des Philosophen Dr. Amir Mohseni ist im Hamburger Meiner Verlag für Philosophie erschienen. „Die Attraktivität der praktischen Philosophie Hegels ist bekanntermaßen auf einen Freiheitsbegriff zurückzuführen, der konsequent geschichtlich und sozial gedacht ist“, erläutert Mohseni. Umso irritierender sei der Umstand, dass die Hegelsche Rechtsphilosophie mit einer Abhandlung über das Eigentumsrecht beginne, die „scheinbar völlig ahistorisch und asozial konzipiert“ sei. „In der diesbezüglichen Forschung ist darüber hinaus Hegels Rede vom Eigentum als der ‚Objektivierung‘ des Rechtssubjekts bislang unverstanden geblieben.“

Der Autor schlüsselt in seiner Studie Hegels Argumentationsstrang für das Recht auf Privateigentum durch genaue Interpretation relevanter Passagen der Hegelschen Rechtsphilosophie auf. Dabei zeigt er, dass ein angemessenes Verständnis der Hegelschen Position nur durch die Berücksichtigung ihres systeminternen Charakters zu erlangen sei. „Die systematische Leistungsfähigkeit des Hegelschen Eigentumsrechts kann erst auf dieser Grundlage diskutiert werden.“ Zwar erreiche Hegels Konzeption keineswegs sämtliche ihrer Ziele, so Mohseni. „Sie eröffnet aber insbesondere in gesellschaftsanalytischer Perspektive grundlegende Einsichten und braucht insgesamt den Vergleich mit gegenwärtigen Positionen nicht zu scheuen.“

Dr. Amir Mohseni forscht im Projekt A2-15 „Philosophische Anthropologie als Basis einer säkularen Normbegründung“ unter Leitung des Philosophen Prof. Dr. Michael Quante. Das Buch trägt den Untertitel „Zum Begriff des Eigentums bei Hegel“. (han)


Hinweis: Mohseni, Amir: Abstrakte Freiheit. Zum Begriff des Eigentums bei Hegel, Hamburg: Felix Meiner Verlag 2014, 192 Seiten, ISBN: 978-3-7873-2727-0, 78 Euro.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • 1. Voraussetzungen der Rechtsphilosophie
    • 1.1 Die Dinge auf den Begriff bringen: Hegels Universalprinzip
    • 1.2 Im Kontext der Philosophie des Geistes
    • 1.2.1. Selbstbewusstsein und Geist
    • 1.2.2. Zum Begriff des Willens
  • 2. „Privateigenthum als dieser“ – Interpretation des Hegelschen Eigentumsrecht
    • 2.1. Person und Sache: Natur als Material der Freiheit
    • 2.2 Zur Formulierung des Zueignungsrechts
    • 2.3 Objektivierung und Objektivation: Hegels Unterscheidung von Besitz und Eigentum
    • 2.4 „Alle concreten Zustände vergessen“ – Die Einleitung in das Abstrakte Recht
    • 2.4.1 „Die concrete Natur des Geistes“ – Hegels Darstellungsweise der Rechtsphilosophie
    • 2.4.2 Der beziehungslose Wille
    • 2.4.3 Person und Persönlichkeit im Abstrakten Recht
    • 2.5 Der Körper: „Eine besondre Art des Eigenthums“
    • 2.5.1 Zur Struktur der Unmittelbarkeit
    • 2.5.2 Perspektiven auf den Körper
  • 3. Reichweite und Grenzen des Hegelschen Eigentumsrecht
    • 3.1 Waldrons Idealismus: Zur Definition von Privateigentum
    • 3.2 Vergegenständlichungsmodelle
    • 3.3 Privat-Eigentum: Wider Waldron
    • 3.4 Privat-Eigentum: Wider Hegel
  • Literaturverzeichnis

Neue Publikationen aus dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“