Musikalische Verehrung des Heiligen Ludgerus

Konzert mit dem renommierten Ensemble VOX WERDENSIS in Münster – Internationale Veranstaltungsreihe zur musikalischen Verehrung des Bistumsgründers

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 17. November 2014

Das Ensemble für gregorianischen Gesang VOX WERDENSIS (Foto: Dominik Schneider)

Das Ensemble für gregorianischen Gesang VOX WERDENSIS

© Dominik Schneider

Mit der Verehrung des Heiligen Ludgerus (742-809) in der Musik befasst sich von Donnerstag bis Sonntag eine Veranstaltungsreihe in Münster. Auf dem Programm stehen Konzerte und Vorträge. Dazu laden ein musikwissenschaftliches Forschungsprojekt des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft und dem Domkapitel ein.

Beim Abendkonzert am Samstag, 22. November 2014, um 19.30 Uhr im Kreuzgang des St.-Paulus-Doms werden die mittelalterlichen Choralgesänge der „Historia Sancti Ludgeri“ zum Erklingen gebracht. Das renommierte Ensemble VOX WERDENSIS unter der Leitung von Professor Stefan Klöckner intoniert das Offizium, vermutlich erstmals seit Jahrhunderten. Der Eintritt ist frei. Beim Kapitelsamt am Sonntag, den 23. November 2014, um 10 Uhr im Dom bringt der Domchor St. Paulus die Missa in honorem S. Ludgeri des Münsteraner Domchordirektors Friedrich Schmidt aus dem 19. Jahrhundert unter Leitung von Andreas Bollendorf zum Klingen.

Als erstem Bischof fällt dem heiligen Ludgerus im Bistum Münster eine besondere Bedeutung zu, wie Musikwissenschaftler Dr. Dominik Höink vom Exzellenzcluster erläutert. Die Verehrung des Heiligen habe entsprechend viele Ausdruckformen gefunden, auch in der Musik. Das werde in der Veranstaltungsreihe musikalisch und wissenschaftlich in den Blick genommen werden. Die Reihe trägt den Titel „Der heilige Ludgerus in der Musik“.

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Südafrikanischer Choralforscher Prof. Morné Bezuidenhout

Den Auftakt bildet der öffentliche Abendvortrag eines ausgewiesenen Experten für das Münsteraner Choralrepertoire, Prof. Morné Bezuidenhout von der Universität Kapstadt. Er bietet einen Einblick in die Überlieferung und Quellen der Historia Sancti Ludgeri, von denen eine gar in die Nationalbibliothek in Kapstadt gelangt ist. Der Vortragstitel lautet „Historia sancti Ludgeri: from Münster to Cape Town – and back“. Der Forscher spricht am Donnerstag, 20. November 2014, um 18.15 Uhr im Raum JO 101 im Hörsaalgebäude des Exzellenzcluster, Johannisstraße 4. Mit seiner 2010 veröffentlichten Edition der Historia Sancti Ludgeri hat der Forscher erstmals eine wissenschaftlich-kritische Übertragung der mittelalterlichen Choralgesänge vorgelegt, die einerseits weitere Forschungen, andererseits aber auch die praktische Pflege ermöglicht.

Studierenden bietet die Veranstaltungsreihe in einem Blockkurs am Freitag, 21. November 2014, die Möglichkeit, sich mit der Theorie des Gregorianischen Chorals zu beschäftigen und im Bistumsarchiv die originalen Handschriften des Offiziums einzusehen. Dr. Dominik Höink forscht am Exzellenzcluster im Projekt B2-9 Politisch-nationale Stoffe und geistlich-religiöse Form: Das Oratorium vom 18. bis 20. Jahrhundert. (vvm)