„Wir brauchen Toleranz auf dem Campus“

Workshop zur Religionsvielfalt an Unis mit NRW-Ministerin Schulze

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Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Dr. des. Dina El Omari vom Zentrum für Islamische Theologie und Nils Friedrichs vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“.

© bhe

Mit der wachsenden Religionsvielfalt an Universitäten haben sich Experten aus Hochschulen und Religionsgemeinschaften bei einem Workshop des NRW-Wissenschaftsministeriums unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ befasst. Religion und Weltanschauung seien ein wichtiger Teil des Diversity-Managements von Hochschulen, sagte die Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Svenja Schulze zum Auftakt der Veranstaltung. „Dass Studierende islamischen oder jüdischen Glaubens Diskriminierung ausgesetzt sind, muss uns Anlass zur Sorge sein. Wir brauchen in unserer Gesellschaft und an unseren Universitäten Toleranz gegenüber Religionen und Kulturen, die uns noch nicht so vertraut sind.“

Im Zuge der Internationalisierung der Universitäten gewinne das Thema an Aktualität, unterstrich Ministerin Schulze. Die Vielfalt an kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Einstellungen von Studierenden und Hochschulangehörigen sei so vielfältig wie nie zuvor. Als Standort für den Diversity-Workshop „Weltanschauung – Religion“ eigne sich die Universität Münster ganz besonders, so Ministerin Schulze, „da sie mit dem Exzellenzcluster ‚Religion und Politik‘ als bundesweit größtem Forschungsverbund dieser Art ein absolutes Alleinstellungsmerkmal hat.“ Die Veranstaltung solle der Suche nach Wegen zu einem respektvolleren Umgang zwischen Angehörigen verschiedener Religionen und Weltanschauungen dienen.

Die Rektorin der Universität Münster, Prof. Dr. Ursula Nelles, hob in ihrem Grußwort hervor, Münster pflege seit dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648  die Tradition, sich für ein friedliches Miteinander der Religionen einzusetzen. „Unsere Universität widmet sich diesem Anliegen intensiv. Sie ist zu einem einzigartigen Standort der interdisziplinären Religionsforschung geworden.“ Die Rektorin verwies dabei auf den Exzellenzcluster, die christlichen Theologien, das Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) und das Centrum für Religiöse Studien (CRS). „Die reichhaltige Expertise zum Thema Religionen macht unsere Hochschule zu einem Ort der gelebten Auseinandersetzung mit Religiosität.“

„Religiöse Vielfalt – Bedrohung oder Chance?“

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Mit der wachsenden Religionsvielfalt an Universitäten haben sich Experten aus Hochschulen und Religionsgemeinschaften bei einem Workshop des NRW-Wissenschaftsministeriums unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ befasst.

© Trio MedienService

Religionssoziologe Nils Friedrichs vom Exzellenzcluster hielt auf dem Workshop eine Keynote zum Thema „Religiöse Vielfalt – Bedrohung oder Chance?“. Es folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie weit reicht die Toleranz? – Religiöse Diversität am Campus“, an der auch Historiker Prof. Dr. Thomas Großbölting vom Exzellenzcluster und Islamwissenschaftlerin Dr. des. Dina El Omari vom ZIT beteiligt waren. Danach wurde in Gruppen über die Regelung praktischer Fragen der Religiosität auf dem Campus wie Gebetsräume und koscheres Essen gesprochen. Unter den Teilnehmern waren Studienberater, Diversity- und Gleichstellungsbeauftragte, Vertreter von katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden sowie Mitglieder von islamischen und jüdischen Studierendengruppen.

Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Wissenschaft hat viele Gesichter“ des NRW-Wissenschaftsministeriums, das an sieben Hochschulen im Land Workshops zu Aspekten von Diversity wie Alter, Geschlecht, Sexualität und Behinderung veranstaltete. Ein Abschluss-Workshop am 13. Juni in Düsseldorf soll die Erträge zusammenführen. (vvm)