Forschungen im Heiligtum

DFG unterstützt Projekt zur Untersuchung des Gottes Iuppiter Dolichenus mit 475.000 Euro

Römische Fundamente im Heiligtumsbezirk des Iuppiter Dolichenus

Römische Fundamente im Heiligtumsbezirk des Iuppiter Dolichenus

© Forschungsstelle Asia Minor

Münsteraner Wissenschaftler können die archäologischen und religionshistorischen Untersuchungen im Heiligtum des Iuppiter Dolichenus dank einer Bewilligung von 475.000 Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) weitere drei Jahre fortführen. Dies ist auch ein wichtiger Erfolg für das Cluster-Projekt C9 Konkurrenz und Identität in polytheistischen Gesellschaften des antiken Kleinasien – Lokale Kulte zwischen Abgrenzung und Integration, das mit dem Grabungsprojekt vernetzt ist. Die Altertumswissenschaftler Prof. Dr. Engelbert Winter und Dr. Michael Blömer vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ werten darin die Grabungsergebnisse hinsichtlich ihrer religionsgeschichtlichen Relevanz aus.

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Prof. Dr. Engelbert Winter, Dr. Michael Blömer (v.l.)

Das Heiligtum auf dem Berg Dülük Baba Tepesi in der Südosttürkei ist Zentrum und Heimat des Iuppiter Dolichenus-Kultes. Er zählte in römischer Zeit zu den wichtigsten der sogenannten orientalischen Kulte, die im Rahmen des religiösen Wandels des zweiten und dritten Jahrhunderts nach Christus eine bedeutende Rolle spielten. Besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung des Kultes in der mittleren Eisenzeit und der Rolle des Heiligtums während der persischen Herrschaft. Daran schließt sich die Untersuchung der Prozesse an, die zur Entwicklung des Dolichener Gottes zu einem reichsweit verehrten „römischen“ Gott führten. Die Ergebnisse werden paradigmatisch sein für das Verständnis anderer „orientalischer“ Gottheiten im römischen Reich.

Verständnis für die Geschichte Nordsyriens

Die Grabung auf dem Dülük Baba Tepesi unter der Leitung von Prof. Winter ist einzigartig, weil es hier möglich ist, nicht in einem ländlichen Heiligtum, sondern im Zentrum eines im gesamten römischen Reich verbreiteten Kultes epochenübergreifend Fragen zu stellen und zu beantworten. Zudem bietet die weitere Untersuchung des Klosters Mar Salomon auf dem Berg eine vielversprechende Perspektive für das Verständnis der Geschichte und Archäologie Nordsyriens in früh- und mittelbyzantinischer Zeit. (upm/ska)