Buchvorstellung im Wissenschaftskolleg zu Berlin

Arabist Thomas Bauer diskutiert mit dem Theologen Friedrich Wilhelm Graf

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Wissenschaftskolleg zu Berlin

© Wissenschaftskolleg zu Berlin

Arabist Prof. Dr. Thomas Bauer vom Exzellenzcluster diskutiert Anfang Dezember in Berlin mit dem Theologen Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf sein Buch „Die Kultur der Ambiguität“. Darin skizziert der Autor „Eine andere Geschichte des Islams“, wie der Untertitel sagt. Zu der Werkvorstellung am 6. Dezember im Wissenschaftskolleg zu Berlin lädt der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster gemeinsam mit dem Wissenschaftskolleg und dem Verlag der Weltreligionen ein.

Im Wissenschaftskolleg hatten Prof. Bauer und Prof. Graf im Akademischen Jahr 2006/2007 als Fellows geforscht und sich über das Konzept der Ambiguitätstoleranz ausgetauscht. Prof. Bauer übertrug es erstmals auf die Kultur- und Mentalitätsgeschichte.

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Prof. Dr. Thomas Bauer

© Julia Cawley

In dem Buch, das die Süddeutsche Zeitung als „bahnbrechenden Großessay“ bezeichnete, beleuchtet der Islamwissenschaftler rund eintausend Jahre arabisch-islamischer Kulturgeschichte – von Religion, Recht und Politik über Literatur und Kunst bis zum Umgang mit Sexualität und Minderheiten. Der Wissenschaftler kommt zu dem Ergebnis, dass der Islam über Jahrhunderte viel toleranter gegenüber unterschiedlichen Werten und Wahrheitsansprüchen war, als der Westen meint. In einer „Kultur der Ambiguität“, der Mehrdeutigkeit, ließen arabisch-islamische Gesellschaften Normen, die einander widerstreiten, nebeneinander stehen, so der Experte. Er leitet am Exzellenzcluster das Projekt A2 „Die Kultur der Ambiguität: Eine andere Geschichte des Islams“. (vvm)