Staatlicher Säkularismus und religiöser Fundamentalismus

Ethnologin spricht über religiöse Vielfalt in indischen Regional-Königreichen

News Bericht Rvl Basu

Ethnologin Prof. Dr. Helene Basu spricht in der Ringvorlesung über religiöse Vielfalt in indischen Regional-Königreichen.

© arn

Die Ethnologin Prof. Dr. Helene Basu setzt am Dienstag, 23. November, die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ fort. Sie spricht über das Zusammenspiel von Religion und Macht in verschiedenen Kulturen. Der Vortrag mit dem Titel „Religiöse Vielfalt in indischen Regional-Königreichen (16.–20. Jahrhundert). Hindu-Könige, muslimische Heilige und Jaina-Asketen“ ist öffentlich. Er beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22.

„Indien gilt als Land der Spiritualität und religiösen Vielfalt“, sagt Prof. Basu. Der moderne indische Staat besitze zwar eine säkulare Verfassung. Die komplizierte Geschichte der Teilung des Subkontinents auf Basis der Religionszugehörigkeit führe jedoch zu besonderen Problemen. „Während Pakistan ein mehrheitlich muslimischer, islamischer Staat ist, gehört die Bevölkerung Indiens in erster Linie dem Hinduismus an.“ Eines der daraus resultierenden Probleme sei das Paradox, dass staatlicher Säkularismus religiösen Fundamentalismus fördere. Ausgehend von der These, dass Religion und Macht in der europäischen und indischen Kultur unterschiedlich bewertet werden, liefert der Vortrag einen Vergleich zwischen dem Umgang mit religiöser Pluralität im vorkolonialen und im postkolonialen Indien.

Die Referentin ist Hauptantragstellerin des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Am Cluster leitet Prof. Basu das Forschungsprojekt C12 „Mentale Gesundheit, religiöse Pluralität und kulturelle Modelle des Politischen“.

Die Ringvorlesung „Integration religiöser Vielfalt“ des Exzellenzclusters beleuchtet im Wintersemester aktuelle Fragen ebenso wie historische Beispiele von der Antike über das vormoderne China und Indien bis zum mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Beteiligt sind Historiker, Soziologen, Juristen, Judaisten, Theologen, Religionswissenschaftler und Ethnologen. (bhe)