"Lutheran Ecclesiology"

Internationale Tagung bringt Wissenschaftler aus vier Kontinenten zusammen

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Lutherdenkmal in Berlin (Plakat)

© Ekir.de

Die außereuropäische Perspektive hat laut Prof. Dr. Hans-Peter Großhans für die deutschsprachige evangelische Theologie in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Heute beginnt die Tagung „Lutheran Ecclesiology. Realising the one holy, catholic and apostolic church“, die bis zum 7. Juni dauert. Veranstalter sind das Institut für Ökumenische Theologie und das Seminar für Systematische Theologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät der WWU in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ sowie der „Lutheran World Federation“. Die 16 Referentinnen und Referenten der Tagung kommen aus vier Kontinenten. Die Tagung findet im Liudgerhaus an der Überwasserstraße 3 statt.

Für die deutschsprachige evangelische Theologie sind Sichtweisen außerhalb (West-)Europas auch deshalb von hoher Bedeutung, weil sich die Lehre evangelischer Kirchen in erster Linie durch den theologischen Diskurs entwickelt. Dieser ist durch das in vielen Teilen der Welt in den letzten Jahren gestärkte Selbstbewusstsein der evangelischen Kirchen längst nicht mehr eurozentrisch, sondern wird zunehmend geprägt durch die eigenständigen theologischen Profile außereuropäischer Kontexte.

Die Tagung geht der Frage nach, wie sich unter diesen Bedingungen das lutherische Verständnis von Kirche gegenwärtig weiterentwickelt und wie evangelische Kirchen heute nach ihrem theologischen Selbstverständnis die eine heilige, katholische und apostolische Kirche realisieren, zu der sich die Christenheit seit dem Konzil von Konstantinopel 381 bekennt.

„Wenn heute theologisch über die Kirche nachgedacht wird“, ist Großhans überzeugt, „dann muss man die vielfachen weltweiten Realisierungen der Kirche mit berücksichtigen.“ Das beträfe ihr „Wesen“, ihre Strukturen, Ordnungen, Funktionen, Handlungen, aber auch ihre Außenbeziehungen, etwa zu anderen Religionen oder zu Politik und Staat.


Prof. Dr. Hans-Peter Großhans leitet am Exzellenzcluster das Projekt C 16 „Religiöse Pluralität und interreligiöse Transformationsprozesse im Pancasila-Staat: Islam und Christentum in Indonesien“. (bhe)