Die Rolle der Ko-Regulation für die Entwicklung der reflexiven Emotionsregulation - eine Interventionsstudie im Kindergarten

DFG-Projekt (KA 3451/5-1) in Kooperation mit Manfred Holodynski

Kontakt: Judith Silkenbeumer, Josephine Harms & Joscha Kärtner

Primäre Bezugspersonen und pädagogische Fachkräfte spielen eine konstitutive Rolle für die Entwicklung der reflexiven Emotionsregulation von 4- bis 6-jährigen Kindern. Bei der reflexiven Emotionsregulation gelingt es durch die Anwendung spezifischer Regulationsstrategien (Ablenkung, Neubewertung, Beruhigung und Verhaltensmodifikation), konstruktiv mit dem negativen Affekt umzugehen. Kinder können im Verlauf ihrer Entwicklung zunehmend besser emotional herausfordernde Situationen meistern und eigene Bedürfnisse auf sozial verträgliche Art und Weise befriedigen. In unserem Internalisierungsmodell der reflexiven Emotionsregulation gehen wir von der Annahme aus, dass sich die reflexive Emotionsregulation (Selbst-Regulation) eines Kindes aus der interpersonalen Emotionsregulation (Ko-Regulation) durch seine Bezugspersonen entwickelt. In verschiedenen Studien sind wir dabei, dieses Rahmenmodell und daraus ableitbare Vorhersagen empirisch zu überprüfen und konzeptionell weiter zu entwickeln. Wir widmen uns insbesondere den Fragen, welche Rolle pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen bei der Entwicklung der reflexiven Emotionsregulation spielen und wie diese positiv zu dieser Entwicklung beitragen können.

Ausgewählte Publikationen:

  • Silkenbeumer, J. R., Schiller, E.-M., & Kärtner, J. (2018). Co- and self-regulation of emotions in the preschool setting. Early Childhood Research Quarterly, 44, 72-81.
  • Nass, J. R., Schiller, E. M., & Kärtner, J. (2015). Von der Koregulation zur Selbstregulation: Entwicklungsförderliche Begleitung sozial-emotionaler Kompetenz in Kindertagesstätten. In T. Malti, T., & S. Perren (Eds.), Soziale Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Entwicklungsprozesse und Förderungsmöglichkeiten, 2. Auflage (pp. 208-226). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Silkenbeumer, J., Schiller, E., Holodynski, M. & Kärtner, J. (2016). The Role of Co-Regulation for the development of social-emotional competence. Journal of Self-Regulation and Regulation, 2, 11-26.