Juni 2022

Münze des Monats

© Stefan Kötz

Abtei Werden/Ruhr, Reichstaler 1636

Westfälisches Landesmuseum / LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münzkabinett, Inv.-Nr. 21870Mz

Silber, Gew. 28,662 g, Dm. 46,6-47,5 mm

Die Abtei Werden gehört zu den frühesten benediktinischen Gründungen in Nordwestdeutschland. Durch den Aufstieg ehemaliger Amtleute über die Ministerialität bis hin zu kleinen Landesherren wurde aus der einst reichen Großgrundherrschaft eine Fürstabtei mit vergleichsweise geringem Einkommen.

Das Münzrecht der Abtei ist unklar. Verwiesen wurde auf ein Privileg aus dem Jahr 974, durch welches von Kaiser Otto II. auf Fürbitte seiner Frau Theophanu dem Abt das Münzrecht in Werden und in Lüdinghausen übertragen worden sein soll (MGH DO II Nr. 88). Dieses ist jedoch zweifelhaft und gilt als Fälschung bzw. Verfälschung. Es muss aber ein historischer Kern darin stecken, da Werdener Münzen auf Duisburger Schlag von etwa 1080 überliefert sind und aus der gleichen Zeit auch Prägungen aus Lüdinghausen auf münsterischen Schlag. In letzterem Ort hatten die Mönche einen großen Amthof, der Mittelpunkt ihrer Besitzungen im südlichen Münsterland war. Möglicherweise hat die Abtei um diese Zeit eine vorhandene Münzrechtsverleihung eigenmächtig in einer selbstgefertigten Neufassung um Lüdinghausen erweitert.

Durch die Reichsmünzordnung 1566 und die anschließende Bildung von Probationstagen beim Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis, der gewissermaßen die Oberaufsicht über die Münzprägung der münzberechtigten Reichsstände ausübte, war die Münzprägung der Abtei abhängig von der Zustimmung anderer Staaten. Zwar wurden die Münzberechtigung und auch das vorgelegte Privileg von 974 nicht in Zweifel gezogen, wohl aber die Unterhaltung einer eigenen Münzstätte. Die große Zahl von Münzwerkstätten wurde als Quelle mancher monetären Krisen drastisch reduziert und diejenigen Mitgliedsstaaten, denen keine ›Kreismünzstätte‹ zugebilligt wurde, sollten fremde Münzstätten nutzen. So ließ Abt Heinrich Duden (1573-1601) außerhalb der Fürstabtei prägen. Hierbei ließ sich kein Gewinn erwirtschaften, so dass es ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Prestiges und der demonstrativen Wahrnehmung eines Rechts von Interesse war. Am Ende des 16. und im frühen 17. Jh. gelang es allerdings vielen weltlichen und geistlichen Territorien mit diplomatischen Anstrengungen dennoch in den Kreis der zugelassenen Prägestätten aufgenommen zu werden. Die Abtei Werden ging aber einen anderen Weg und erreichte 1614 vom Nachbarland Herzogtum Jülich-Berg, in dem nach Aussterben der Herzogsfamilie 1609 die Markgrafen von Brandenburg und der Kurfürst von Pfalz-Neuburg gemeinsam als ›Possedierende Fürsten‹ regierten, die Überlassung von deren Münzstätte in Mülheim, unmittelbar vor den Toren der Reichsstadt Köln. Der Standort war wichtig, weil sich von dort sowohl in Köln Silber beschaffen ließ als auch angesichts der sehr hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt am Rhein in deren Märkten die fertigen Münzen absetzen ließen. Die Münzprägung in Mülheim führte jedoch zu einem Crash, weil der sie organisierende Münzunternehmer Wintgens (oder Wijntgens) zur Erreichung besserer Gewinne mit seiner Familie die Geschäfte in mehreren Städten abwickelte und die Münzen kontinuierlich im Feingehalt verschlechterte. 1617 schließlich wurde der Münzmeister in Düsseldorf verhaftet und der Abt mit Vorwürfen konfrontiert. Dass er von den Aktivitäten nichts hätte mitbekommen können, ist kaum vorstellbar, gilt aber ebenso für die Verwaltung des Herzogtums Jülich-Berg.

Nach dem Fiasko 1617 machte die Abtei lange Zeit keinen Gebrauch von ihrem Münzrecht. Seit 1614 war Hugo Preutaeus Abt. Eröffnet worden war die Werdener Münzstätte in Mülheim noch unter seinem Vorgänger Konrad Kloedt. In der Phase 1614 bis 1617 waren laut Angaben der Münzgesellen bei den Untersuchungen gegen den Münzmeister auf Befehl des Abts im Oktober 1616 und im Frühjahr 1617 viele derartige vierkantige Abschläge hergestellt habe. Der Brauch solche Spezialabschläge mit den Stempeln kursfähiger Münzen herzustellen war um 1580 aufgekommen. Sie wogen mehr als die normalen Münzen und enthielten mehr Edelmetall, waren aber auch nicht für den Münzumlauf gedacht. Sie wurden vielmehr Personen geschenkweise ›verehrt‹, die man für wichtig hielt. Sie könnten dann entweder als Schaustück aufbewahrt oder mit einer Öse an einer der Spitzen als Schmuck getragen werden.

Hugo Preutaeus stammte wahrscheinlich aus einer Ratsfamilie in Essen. Die meisten frühneuzeitlichen Äbte in Werden waren Mitglieder reicherer Bürgerfamilien und nicht aus dem Adel. Wahrscheinlich war er 1602 als Novize in das Kloster eingetreten. Um 1607 wurde er zum Priester geweiht. 1610 war er Pastor der Clemenskirche in Werden. 1614 erfolgte die Abtswahl. Er machte also relativ schnell Karriere. Aber die Zeit war überaus schwierig. In der Stadt Werden konnte der Abt die dauerhafte Durchsetzung des evangelischen Glaubens nicht verhindern. Der 1618 beginnende Dreißigjährige Krieg erreichte auch die Gegend an der Ruhr. 1629 wurde Werden von niederländischen Soldaten besetzt, eine Plünderung nur durch Geldzahlung verhindert. Die Besatzer unterstützten die örtlichen Reformierten, die auch enge Beziehungen zur brandenburgischen Regierung in Emmerich hatten. Der Abt ließ die Schätze der Abtei wie auch deren Archiv in das Benediktinerkloster St. Pantaleon in Köln bringen, wo sie vergleichsweise sicher waren. Auch die meisten Konventsmitglieder flüchteten, teils nach Köln, teils nach Düsseldorf, wo der Abt ein Haus anmietete und sich häufig aufhielt. 1632 wurde Werden von schwedischem Militär überfallen und ausgeplündert. 1633 wurden die Niederländer als Besatzer von den Hessen abgelöst, die ebenfalls die Reformierten gegen die Katholiken und Lutheraner unterstützten. 1636 jedoch konnten kaiserliche Truppen sich in Besitz von Werden setzen. Unter Datum des 1.12.1636 wurde ein kaiserliches Mandat ausgestellt, das die brandenburgischen Gelüste auf Werden bremste. Die abteiliche Landeshoheit wurde wiedererrichtet.

In dieser Situation entstand eine große silberne Münze. Sie entsprach in ihrem Gewicht den Reichstalern der Reichsmünzordnung, zielte aber kaum darauf, in den Geldumlauf zu gelangen. Dass ein Exemplar davon sich heute im auf die kaiserlich-habsburgische Sammlung zurückgehenden Münzkabinett in Wien befindet, dürfte kein Zufall sein. Der Brauch, wichtigen Entscheidungsträgern, repräsentative Münzgeschenke zu machen, war von Abt Hugo ja schon 1616/1617 bedient worden. Andere Staaten ließen in den 30er-Jahren unter Aufbringung aller Silberreserven Taler prägen, obwohl die Kosten dafür den Nennwert überstiegen. Der kriegsnotwendige Aufbau von Militäreinheiten machte dies notwendig. Das dürfte aber in dem Kleinstaat Werden kaum der Grund gewesen sein. Mit rund 47 mm Durchmesser war die neue Prägung im Durchmesser größer als die im Umlauf befindlichen Taler. Auch war der gestalterische Aufwand höher als bei Kursmünzen. Der äußere Rand der Prägestempel war beidseitig dekorativ mit Riffeln eingefasst. Die Hauptseite zeigt das Konterfei des Fürstabts in Seitenansicht nach rechts. Unten ist das Landeswappen der Fürstabtei, zwei überkreuzte Krummstäbe, die auf ein Kreuz aufgelegt waren, zu sehen. Zwischen dem äußeren Zierrand und einem inneren Kerbkreis ist mit gleichmäßig verteilten Buchstaben, die mit Punzen in das Eisen des Stempels eingesenkt wurden, zu lesen: ֎HVGO D(ei) G(ratia) WERDINENSI – VM ET HELMONST(edensium) ABBAS (»Hugo, von Gottes Gnaden, Abt der Werdener und Helmstedter«). Die Abtei Helmstedt im Harzvorland war eine Gründung von Werden gewesen und der Werden Abt auch das Oberhaupt des dortigen Konvents. Verfassungsrechtlich waren beide Abteien in Personalunion verbunden, aber eigenständige Einheiten. Abt zweier Abteien zu sein, erhöhte aber das Ansehen. Faktisch war Helmstedt schon am Ende des 15. Jhs. mit Ausnahme der Gebäude an die Herzöge von Braunschweig verpfändet. Die Rückseite zeigt den doppelköpfigen Reichsadler mit aufgelegtem Reichsapfel und darüber befindlicher Krone. Die Umschrift FERDINANDVS II D(ei) G(ratia) ROM(anorum) IMP(erator) SEMPER AVGVSTVS. Die Darstellung des Reichsadlers und die Nennung des Kaisers war 1636 bei landesfürstlichen Münzen nicht mehr üblich und wurde nur von Reichsstädten wie Frankfurt und Nürnberg praktiziert. Wenn sie hier praktiziert wurden, dann war der kaiserliche Hof der Adressat. Außerdem wurde damit der Status einer Reichsabtei zum Ausdruck gebracht.

Alle bekannten Exemplare stammen aus demselben Stempelpaar. Die Prägemenge dürfte dementsprechend nicht sehr groß gewesen sein. Entgegen den Vorschriften der Reichsmünzordnung ist auf dem Taler kein Zeichen eines Verantwortung tragenden Münzmeisters angegeben. Dennoch lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit der Urheber benennen. Wie schon erwähnt, hielt sich Hugo Preutaeus einen Großteil der Zeit in Düsseldorf auf. In Frage kommt der 1636 in Düsseldorf vom Herzogtum Jülich-Berg neu angestellte Münzmeister Simon Huber, der von Haus aus Goldschmied war. Goldschmiedeobjekte sind allerdings von ihm nicht erhalten. Bis 1665 bekleidete er das Amt. Er wird auch als »Conterfaitter« bezeichnet, stellte also offensichtlich Bildnisse her und schnitt Münzstempel, was aber vom Westfälisch-Niederländischen Kreis nicht gestattet wurde, da das Monopol beim Kreiseisenschneider liegen sollte. Würden Münzmeister sich ihre Stempel selber schneiden, hätte der Kreis keine Kontrolle mehr, was in den Münzstätten im Kreis entstand.

(Peter Ilisch)

Literatur

  • H. Spaeth, Das Münzwesen der Reichsabtei Werden unter Abt Hugo Preutaeus. Beiträge zur Geschichte von Stift und Stadt Essen 70, 1955, S. 119-132
  • W. Stüwer, Die Reichsabtei Werden a. d. Ruhr, Germania Sacra N.F. 12. Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Das Erzbistum Köln 3 (Berlin – New York 1980)
Mai 2022

Münze des Monats

Abb. 1: Mehrfach gelochte Luthermedaille
© B. Thier

Mit Martin Luther geht es rund – oder: Wie man eine Medaille zum Schnurren bringt

VS: Dr. Martin Luther. Darstellung Martin Luthers im Predigttalar auf einem Zierstrich stehend, der einen Fußboden andeutet; neben ihm ein Altar mit Altartuch und der Abbildung der Lutherrose, auf dem ein aufgeschlagenes Buch mit der Aufschrift Bi-bel steht, das Luther mit der linken Hand stützt. In der Rechten hält er einen Kerzenleuchter mit einer langen brennenden Kerze. Zu seinen Füßen steht ein Schwan mit einem Ölzweig im Schnabel. Unter dem Zierstrich steht: Suchet in der Schrift / Joh. 5:39

RS: Text in sieben Zeilen unter zwei Eichenzweigen, die mit einer Rosette verbunden sind: Die / Dankbare Jugend / feiert / Luthers Andenken / den 31. Oktober / und 1. Novemb. / 1817.

Die Beschreibung der vorliegenden, schlecht erhaltenen Medaille erfolgte nach vorzüglich erhaltenen Exemplaren.

Blei-/Zinnlegierung, gegossen, Dm 44,4 mm, 16,78 g, entfernter Henkel, dreifach gelocht, Dm der Lochungen 3,8–4,1 mm (Slg. B. Thier)

Literatur: Brozatus 2015, Nr. 1275

Sammler und Museen suchen und freuen sich meist über ein besonders gut erhaltenes Exemplar einer Münze oder Medaille. Nicht unerheblich sind hierbei der antiquarische und somit der finanzielle Aspekt möglichst perfekt erhaltener Originale. Numismatisch kann aber auch gerade eine schlechte Erhaltung, die auf eine besondere Verwendung zurückgeht, interessante Hinweise zu einem kulturgeschichtlichen Aspekt liefern. Hier soll eine dreifach gelochte und stark korrodierte Medaille auf das 300-jährige Jubiläum des Beginns der Reformation aus dem Jahr 1817 mit der Darstellung Martin Luthers vorgestellt werden, die offenbar im Laufe der Zeit ein ›schweres Schicksal erleiden‹ musste.

Erworben wurde die Medaille im Februar 2021 auf der Internetplattform Ebay. Da es sich aufgrund der deutlichen Korrosion (Bleioxyd) und anhaftender Eisenoxydablagerungen eindeutig um einen Bodenfund handelt, wurde vor dem Kauf die Herkunft geklärt. Der Verkäufer versichert glaubhaft, dass es sich nicht um einen modernen Sondengängerfund handelt, dessen Verkauf aus rechtlichen und ethischen Gründen nicht erlaubt wäre. Die mitgeteilte Provenienz dieser demnach als Altfund anzusprechenden Medaille lieferte im Nachhinein wichtige Hinweise auf eine mögliche regionale Herkunft. Die Art der doppelten Lochung ließ den Verkäufer in seinem Angebot an die grobe Umarbeitung der Medaille zu einem Knopf denken. Als solches Kuriosum wurde das Stück erworben.

Die Erhaltung erschwerte zunächst die Entzifferung der Inschriften und die Interpretation der allegorischen Bildsprache der Darstellung auf der Vorderseite dieser wohl eher seltenen Medaille, die in vielen bedeutenden Sammlungen von Münzen und Medaillen auf die Reformation fehlt. Die Beschreibung erfolgte nach dem Exemplar der Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv.-Nr. Med. 436 #bitte hinterlegen mit https://bavarikon.de/object/bav:KVC-LUT-0000000000075444# (Durchmesser: 43,5 mm, Gewicht: 19,98 g, mit angegossener Öse) und dem von Klaus-Peter Brozatus beschriebenen Exemplar der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.

Auf der Vorderseite ist der Name des Reformators Dr. Martin Luther (1483–1546) angegeben. Dieser steht, gekleidet in einen Talar, neben einem Altar, auf dem ein aufgeschlagenes Buch mit der Aufschrift Bibel steht, was auf Luthers Leistung der Bibelübersetzung anspielt. Das Altartuch ziert die Lutherrose, sein von ihm selbst entworfenes Wappen. In der rechten Hand hält Luther einen Kerzenleuchter mit einer brennenden Kerze. Diese Darstellung spielt ebenfalls auf seine Übersetzung der Bibel an, denn er habe dadurch den Scheffel vom Licht des wahren Gotteswortes genommen, was sich wiederum auf eine Aussage bei Matthäus 5,15 bezieht: »Auch zündet man nicht ein Licht an und setzte es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, dann leuchtet es allen, die im Haus sind.« Der Leuchter mit der brennenden Kerze versinnbildlicht daher zum einen das Wort Gottes im Text der Bibel, steht aber zum anderen auch als Metapher für die Reformation im Allgemeinen, den Prozess der Erleuchtung und der Vertreibung der ›päpstlichen Dunkelheit‹.

Zu Luther Füßen steht ein Schwan, der vielfach als allegorisches Symbol seiner Person dargestellt wird und eine Anspielung auf seinen ›Vorgänger‹ ist, den böhmischen christlichen Theologen, Prediger und Reformator Jan Hus (um 1370–1415). Ihm wird als Zitat eine Prophezeiung zugeschrieben, die er auf dem schon brennenden Scheiterhaufen bei seiner Hinrichtung als Ketzer ausgerufen haben soll: »Heute bratet ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen.« Der Name Hus dient hierbei als Wortspiel, denn auf Tschechisch bedeutet Husa Gans. Mit dem Schwan wurde daher Luther assoziiert und der Vogel so zu seinem Symboltier, das auf Gemälden, in der Grafik, im Kunsthandwerk und eben auch auf Medaillen vor allem im 17. bis 19. Jahrhundert vielfach abgebildet wird. Ungewöhnlich ist die Darstellung mit einem Ölzweig im Schnabel, der als Friedenszweig aus der Hand Gottes zu interpretieren ist, in Anspielung auf die Friedenstaube mit dem Ölzweig aus dem Alten Testament im Zusammenhang mit der Arche Noah und dem Ende der Sintflut.

Das 300-jährige Jubiläum der Reformation fiel 1817 in eine schwere Zeit. 1813 war Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen worden und dadurch die Herrschaft der Franzosen über weite Teile des damaligen Deutschlands beendet. Der Jubel über die Errettung aus der französischen Fremdherrschaft paarte sich mit der Freude über die Glaubensfreiheit. 1815 kam es durch den Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien zu einer weltweiten Klimaverschlechterung aufgrund der Verdunklung der Sonne durch Aschewolken, die 1816 und 1817 zu Missernten in Europa führte. Auch in den deutschen Landen kam es zum Anstieg der Lebensmittelpreise und zu Hungersnöten.

Die Verehrung Martin Luthers für seine historischen Veränderungen und Errungenschaften führten zu einer Art ›Personenkult‹, welche viele Erinnerungsstücke, Grafiken und auch Medaillen mit seinem Bildnis hervorbrachte. Die vorliegende Medaille stammt aus einer Serie anonymer Zinnmedaillen aus dem Jahr 1817, die wohl in sächsischen bzw. erzgebirgischen Zinngießereien hergestellt, d.h. gegossen und nicht geprägt wurden. Anfang des 19. Jahrhunderts war diesen Werkstätten nach und nach die Existenzgrundlange abhandengekommen, da die wohlhabenden Bürger nun oft statt Zinngeschirr edleres Geschirr aus Steingut und Porzellan kauften. Der Absatz für Zinngefäße und Teller bracht fast vollständig ein. Manche Betriebe stellten aus dieser Not heraus Medaillen oft in kleinen Auflagen für den lokalen Markt her.

Das komplexe Motiv auf der Vorderseite geht auf eine bereits 100 Jahre ältere Medaille von Christian Wermuth (1661–1739) von 1717 zurück (Slg. Whiting Nr. 322; Schnell 1983, Nr. 171), dem herzoglich-sächsischen bzw. königlich-preußischen Hofmedailleur in Gotha, einen der produktivsten Medailleure des 18. Jahrhunderts. Er hatte 1717 zahlreiche Medaillen auf das Reformationsjubiläum und 1730 auf das Konfessionsfest gestaltet, die wiederum Vorbilder für viele Medaillen des 18. und 19. Jahrhunderts wurden. Aber auch Wermuth hatte sich möglicherweise zu dieser Bildsprache inspirieren lassen. Der Medaillier Willem van de Wys aus Amsterdam (NL) hatte ebenfalls 1717 eine deutlich detaillierter – bildlich in Teilen jedoch identische Medaille – mit anderer Aussage gefertigt (Slg. Whiting Nr. 150/151; Schnell 1983, Nr. 130; Brozatus 2015, Nr. 842). Dort erscheint über Luther eine Hand aus den Wolken, die ihn mit einem Lorbeerkranz dekoriert. Außerdem steht er auf Schriften, Urkunden und Ablassbriefen mit Siegeln und tritt auf die päpstliche Tiara, was eine deutliche Kritik an der römisch-katholischen Kirche darstellt. Der unbekannte wohl sächsische Zinngießer dürfte zumindest die Medaille von Wermuth im Original oder durch eine Abbildung gekannt haben.

Unter der Szene der Vorderseite ist der Beginn des Verses Johannes 5,39 zu lesen: »Suchet in der Schrift« (denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeuget). Auch dieses Zitat bezieht sich auf die Bibel und ihre Bedeutung – in der Übersetzung Luthers – für die Reformation, was wiederum die Wirkmächtigkeit der Heiligen Schrift und ihrer Worte hervorheben soll.

Die fast schmucklose Rückseite gibt an, dass die dankbare Jugend Luthers Andenken am 31. Oktober und 1. November 1817 feiert. Der 31. Oktober war bereits für die Säkularfeiern zum 100. und 200. Jubiläum des ›Geburtstags‹ der Reformation begangen worden und wird es bis heute jährlich am Reformationstag. Erinnert wird hierbei an den sogenannten Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517. Der ebenfalls erwähnte 1. November war der eigentliche Feiertag des Jubiläums, der 1817 auf einen Samstag fiel und somit möglicherweise und ausnahmsweise ein freier Tag für die Schüler war.

Zahlreiche Medaillen wurden 1817 zum Reformationsjubiläum der »Schuljugend«, d.h. den meist männlichen Schülern, ›verehrt‹, also von Städten, vertreten durch die Stadträte, oder kirchlichen bzw. schulischen Einrichtungen geschenkt, oft mit der Nennung der jeweiligen Stadt. Eine sehr ähnliche Medaille mit fast identischer Rückseite (Slg. Whiting Nr. 560) wurde vermutlich in derselben Werkstatt gefertigt: »Mansfelds / Dankbare Jugend / feiert / Luthers Andenken / den 31. Oktober / 1817.« Die Zinngießerei, in der die vorliegende Medaille gefertigt wurde, dürfte daher im Raum Mansfeld / Eisleben im heutigen Sachsen-Anhalt zu suchen sein. Dies ergibt sich auch aus der Provenienz der Medaille: Sie stammt aus dem Nachlass eines heimatverbundenen Vorfahren des Verkäufers. Dieser hieß Otto Reuschert und war Anfang des 20. Jahrhunderts Konrektor der Knaben-Mittelschule in Merseburg und Martin Luther sehr verbunden. So sammelte er u. a. Bücher über die Reformation und Medaillen auf den Reformator. Wie er in den Besitz der stark verunstalteten Luthermedaille kam, ist unbekannt, vielleicht wurde sie von einem Schüler irgendwo gefunden und dem Lehrer geschenkt. Möglicherweise wurde sie daher 1817 in Merseburg oder zumindest im dortigen Raum, an den Schulen ausgegeben.

Was aber passierte mit der Medaille, nachdem sie offenbar am 31. Oktober 1817 in Mitteldeutschland an einen Schüler einer unbekannten Schule in einer unbekannten Stadt verteilt wurden? Ursprünglich war sie mit einer angelöteten Öse versehen, konnte und sollte demnach sichtbar als eine Art Abzeichen zur Erinnerung an das Jubiläum getragen werden, vielleicht auch bei einem Umzug durch die Stadt. Die Öse ist später abgebrochen, daher wurde die Medaille nachträglich oben grob gelocht und konnte wiederum an einem Band getragen werden, bis auch diese Lochung ausriss. Später wurden mittig zwei große Löcher eingebohrt, was den Verkäufer der Medaille an die Umarbeitung zu einem Knopf denken ließ. Mit einem Durchmesser von etwa 4,5 cm und einem Gewicht von ca. 17 g war sie jedoch zu groß und zu schwer für eine solche Verwendung. Offenbar noch später entstand ein Riss von der oberen Lochung zu den beiden mittleren Löchern.

Abb. 2: Textilgewichte, Blei, gegossen, Dm 26,6 bis 32,7 mm, Gewicht 13,6; 14,3; 19,9 und 27,9 g, um 1900 (Slg. B. Thier)
© B. Thier

Bereits vor dem Kauf hatte der Verfasser spontan an die Nutzung als Textilgewicht gedacht, die es in gegossener Form aus Blei seit dem 19. Jahrhundert in runder, oft auch zweifach gelochter Ausführung in jener Größe und jenem Gewicht gab (Abb. 2).

Sie wurden in Kleider oder anderen Gewändern sowie in Übergardinen als Gewichte eingenäht, damit die Stoffe besser ›fielen‹. Aber auch diese Interpretation überzeugt nicht.

Die umgearbeitete Medaille gleicht in der Form, dem Material und mit den beiden großen Lochungen nämlich auch noch einem ungewöhnlichen Kinderspielzeug, einem sogenannten Schwirrer (Abb. 3).

Abb. 3: ›Schwirrer‹, Blei, gefertigt aus einem Stück Dachblei, Dm ca. 32–35 mm Gewicht 11,5 g, 17./19. Jh. (Slg. B. Thier).
© B. Thier

Solche primitiv gestalteten, auch ›Schnurrer‹, ›Schwirrholz‹, ›Brummer‹ oder ›Brummknopf‹ genannten einfachen Klanginstrumente konnten auf vielfältige Weise und aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden. Sie treten in archäologischen Zusammenhängen bereits seit der Antike auf. Bis ins Mittelalter hinein wurden hierfür oft kleine Knochen von Schafen oder anderen Säugetieren verwendet, meist Mittelfußknochen. Stäter nahm man runde Scheiben aus Holz, Pappe oder auch aus Blei und seit dem 19. Jahrhundert auch gerne große Knöpfe mit zwei oder vier Löchern.

Ein ›Schnurrer‹ besteht aus einem festen Mittelteil, durch den eine Schnur gezogen wird, die mit beiden Händen festgehalten wird. Dann wirbelt man das Mittelstück, also die Scheibe, mehrfach herum und zieht dabei die Schnur auseinander (Abb. 4). Hierbei beginnt der ›Schnurrer‹ sich extrem schnell um die eigene Achse zu drehen und die Schnur wird dadurch in umgekehrter Richtung aufgewickelt. Dies kann man dann beliebig oft wiederholen, das Ein- und Ausdrehen erzeugt durch die enorme Rotation des ›Schnurrers‹ ein schnurrendes bis brummendes Geräusch. Je nach Geschwindigkeit und Oberflächenbeschaffenheit des ›Schnurrers‹, der im technischen Sinne ein Torsionspendel (Oszillator) darstellt, bei dem das regelmäßig wechselnde Auseinanderziehen und Nachlassen der Schur eine Rückkopplung bedingt, die somit eine gleichmäßige Oszillation ermöglicht.

Abb. 4: Verwendung der Medaille als ›Schwirrer‹
© B. Thier

Im Fall der vorliegenden Medaille führte der Schaden an der oberen ausgerissenen Lochung zu einer besonderen Luftbrechung, die den Ton des sonst perfekt glatten Randes zusätzlich deutlich verstärkte, als wenn der Rand perfekt glatt gewesen wäre. Daher werden Schnurrer oft mit Zacken an der Kante versehen, um eine größere Lautstärke zu erzeugen. Bei der nun zu einem Spielzeug umfunktionierten Medaille ging es im wahrsten Sinne des Wortes ›rund‹, auch mit dem dargestellten Martin Luther. Dies war sicherlich nicht im Sinn der ehemaligen Auftraggeber der Erinnerungsmedaille, aber Kinder waren schon immer kreativ, wenn es darum ging, Dinge umzuwandeln und für ihre spielerischen Zwecke zu nutzen.

Die vorliegende Medaille, so schlecht erhalten und unscheinbar sie auch heute 200 Jahre nach ihrer Entstehung erscheinen mag, hat demnach eine sehr wechselvolle Geschichte zu erzählen. Sie war ursprünglich ein Erinnerungsobjekt, wurde als Schmuckstück getragen, als Kinderspielzeug verwendet, ging irgendwann verloren oder wurde entsorgt, wurde wiedergefunden, gelangte in eine Sammlung von Lutherdevotionalien und steht heute der numismatischen und kulturgeschichtlichen Forschung zur Verfügung. Sie ist somit ein interessantes Objekt vergessener Alltagskultur sowie der Lutherrezeption.

Dieses Beispiel lehrt aber auch, dass manchmal die unscheinbaren und eigentlich sammelunwürdigen sogenannten Belegstücke spannendere Geschichte(n) erzählen können als perfekt erhaltenen Münzen oder Medaillen.

(Bernd Thier)

Literatur

  • K. P. Brozatus, Reformatio in Nummis, Annotierter Bestandskatalog der reformationsgeschichtlichen Münz- und Medaillensammlung der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt I,2 (Osnabrück 2015) hier S. 912–913, 919 Nr. 1275
  • G. Dethlefs, Luther und das Licht. Zur Ikonographie der Reformation auf Münzen und Medaillen, in: Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 68, 2018, S. 349–378
  • I. Frese – J. Datow, Martin Luther und seien Zeit auf Münzen und Medaillen (Schwetzingen 1983)
  • M. Schlüter, Münzen und Medaille zur Reformation 16. bis 20. Jahrhundert. Aus dem Besitz des Kestner-Museums Hannover (Hannover 1983)
  • Sammlung Prof. Robert B. Whiting, Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen, Auktion Spink & Son Numismatics Ltd., Zürich / C. E. Bullowa Coinhunter, Philadelphia, 19.-20. April 1983 (Waldkirch 1983)
  • H. Schnell, Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen (München 1983)
  • E. Doerk (Hrsg.), Reformation in Nummis. Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen, Katalog zur Sonderausstellung auf der Wartburg (Regensburg 2014)

Internetquellen:

(Die zitierten Websites wurden zuletzt am 27.04.2022 abgerufen)

April 2022

Münze des Monats

Abb. 1: Halb gebogenes Eberzahnpaar
© Sammlung Köhler-Osbahr/Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Eine runde Sache – Eberzahngeld aus Vanuatu

Vanuatu ist ein östlich von Australien gelegener Inselstaat, der aus mehr als 80 Inseln und Inselgruppen besteht. Dieser Staat gilt als einer der ärmsten der Erde – zugleich aber auch als einer der glücklichsten der Welt. Dass das zusammenpasst, hängt, jedenfalls nach Meinung einiger, mit Eberzähnen zusammen! Aber beginnen wir von vorne:

Vor allem auf den nördlichen und mittleren Inseln dieses Archipels gilt der Besitz von Schweinen traditionell als Zeichen von Wohlstand (Abb. 2).

Abb. 2: Junges Schwein
© CC BY 2.0

Doch nicht jedes Schwein ist gleich wertvoll: Sein Wert wird von der Größe und der Biegung seiner unteren Eckzähne bestimmt – je größer und runder ein solcher Zahn ist, desto besser (Abb. 3).

Abb. 3: Unterkiefer eines Schweins
© CC BY-SA 2.0

Um dies zu erreichen, müssen zunächst die gegenüberliegenden Zähne im Oberkiefer des männlichen Ferkels herausgebrochen werden, so dass die unteren Hauer ungehindert wachsen können. Allerdings wachsen die Zähne dabei teilweise in das Fleisch des Tieres – ein sehr schmerzhafter Prozess! Bis die Zähne einfach gerundet sind, vergehen sieben Jahre. Im Idealfall wachsen die Zähne noch ein zweites und drittes Mal im Kreis, so dass ein entsprechend dicker, mehrspiraliger Zahnreif entsteht, der die Tiere teilweise derart behindert, dass sie gefüttert und mit der Flasche ernährt werden müssen. Diese Zahnringe erfordern also viel Zeit und Arbeit. Doch wozu der Aufwand?

Die spiralbezahnten Eber spielten traditionellerweise vor allem im sozialen Gefüge sowie im Kontakt mit der Sphäre der Ahnen eine wichtige Rolle. Insbesondere in den nördlichen Regionen Vanuatus wurde die Gesellschaft durch Rangsysteme, teilweise auch durch Geheimbünde, strukturiert, die meist den Männern vorbehalten waren. Durch das Opfern oder Verschenken von Schweinen konnte man sich einen Rang ›erkaufen‹. Für den Aufstieg in diesem Gefüge war neben den Schweinen jedoch auch das traditionelle Wissen der Ranghöheren und damit ihre Unterstützung nötig. Das Wissen, um dessen Aneignung es hier ging, war das Wissen um die Welt der Ahnen. Nur wer einen der höheren Ränge innehatte, besaß die Fähigkeit, mit den Ahnen in Kontakt zu treten. Die Ansammlung von Kapital allein reichte also nicht aus, sondern man benötigte überdies die Fähigkeit, Netzwerke zu knüpfen, um in das für den Aufstieg nötige Wissen eingeweiht zu werden. Während der Zeremonien wurden die Schweine zum Teil geopfert, zum Teil aber auch unter den anderen Anwesenden verteilt.

Die Dauer, die es braucht, ein Schwein mit gebogenen Zähnen aufzuziehen, sorgte dafür, dass Rangerhöhungen nur in relativ großen zeitlichen Abständen stattfinden konnten. Die Anzahl der nötigen Schweine stieg mit der Höhe des Rangs, den zu bekleiden man trachtete. Entsprechend war es nötig, den eigenen Schweinebestand durch Kaufen oder Leihen zu vergrößern. Das Verleihen von Schweinen wiederum war gewinnbringend, da der Entleiher zu einem späteren Zeitpunkt Zinsen in Form von Schweinen mit größeren Zähnen zurückzuzahlen hatte. Tatsächlich waren die meisten Männer sowohl Schuldner als auch Gläubiger und also auch durch diese komplexen Beziehungen miteinander verbunden. Die Kreditverhältnisse wurden teilweise bei bestimmten Feierlichkeiten, teilweise aber auch erst vom Totenbett aus in Ordnung gebracht, so dass sich lebenslange Netzwerke und Abhängigkeiten bildeten.

Des Weiteren wurden Schweine bei Zeremonien im Rahmen von Geburt, Eheschließung, Tod und Konfliktbeilegung geopfert. Wurde ein Tabu gebrochen, musste der Missetäter dies ebenfalls mit einem Schwein sühnen, da ihn gemäß traditioneller Vorstellung andernfalls in der jenseitigen Welt böse Geister erwarteten. Andere Zeremonien, bei denen Schweine geopfert wurden, dienten der Erhaltung der Fruchtbarkeit. Auch im Rahmen der Aufzucht eines Schweins fanden Feierlichkeiten statt, in deren Verlauf Schweine geopfert wurden, so dass allein für ein Paar der runden Eberzähne ein großer ritueller und sakraler Aufwand geleistet werden musste. Einige dieser Zeremonien fanden an megalithischen Strukturen statt, deren Alter und ursprünglicher Zweck unbekannt sind, die aber bis heute als sakrale Stätten genutzt werden.

Von besonderer Bedeutung waren die Schweine mit den runden Zähnen im Todesfall. Starb ein Mann, so mussten die Totenzeremonien vollzogen werden, in deren Verlauf ebenfalls Schweine geopfert wurden. Die dahinterstehende Vorstellung ist die, dass die Seele des Verstorbenen zusammen mit den Seelen der geopferten Tiere auf dem Weg in die jenseitige Welt auf einen krabbenähnlichen Wächtergeist trifft, der im Idealfall die Seelen der Schweine verschlingt und den Verstorbenen passieren lässt. Sind die Zeremonien jedoch nicht ordnungsgemäß ausgeführt worden, verschlingt der Wächtergeist statt der Tierseelen die Seele des Menschen. Um dies zu verhindern, brachten viele noch zu Lebzeiten ihre eigenen Totenopfer dar, um die korrekte Ausführung selber überwachen zu können.

Unklar ist, wieso es gerade die runde Form ist, welche den Zähnen ihre Bedeutung verleiht. Es gibt Spekulationen, dass das Wachstum der Hauer an das Wachstum des Mondes erinnern soll. Betrachtet man ein Schwein von allen Seiten, so stünden die Zähne der linken Seite für den abnehmenden und die der rechten Seite für den zunehmenden Mond. Das dunkle Schwein selbst repräsentiere den Neumond. Dieser Interpretation folgend stünde dahinter möglicherweise ein Konzept von der Kontinuität des Lebens. Doch ob diese Interpretation korrekt ist oder vielleicht eher der Phantasie der Forscher des beginnenden 20. Jahrhunderts entspringt, ist heute nicht mehr zu klären.

Die Zahnreifen, die ja den eigentlichen Wert des Schweins darstellten, wurden auch als Schmuck, etwa als Halskette oder Nasenring, getragen und zeigten so den Reichtum des Trägers an (Abb. 4).

Abb. 4: Ein Mann mit Eberzahn-Schmuck beobachtet einen sportlichen Wettkampf
© CC BY-SA 2.0

Ihr Einsatz als Zahlungsmittel war vor allem der sakralen und sozialen Sphäre vorbehalten. Nur größere Anschaffungen wurden mit Eberzähnen bezahlt. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war ein runder Zahn zehn Schlachtschweine oder 20.000 Kokosnüsse wert. Für kleinere Transaktionen wurden daher auch andere Geldformen genutzt, etwa Hundezähne, Muscheln, Federn und insbesondere Flechtmatten, denen ebenfalls ein zeremonieller Wert zukam. Der Wert, der den einzelnen Währungsformen zugeschrieben wurde, variierte teilweise von Insel zu Insel.

Noch heute wird das runde Eberzahngeld als Brautpreis oder Sühnegeld, sowie im Rahmen des Rangsystems verwendet. Gleichzeitig hat sich dieses Währungssystem in den letzten Jahrzehnten aber auch gewandelt und an das moderne Vanuatu angepasst. Ein Jahr nachdem Vanuatu unabhängig geworden war, wurde 1981 mit dem Vatu eine eigene staatliche und konvertierbare Währung mit Münzgeld und Banknoten eingeführt (Abb. 5).

Abb. 5: Banknote im Wert von 1000 Vatu
© CC0 1.0

Doch der Inselstaat war so auch vom Weltmarkt abhängig und für größere Projekte auf ausländische Geldgeber angewiesen.

Dieses Problems nahm sich Chief Viraleo Boborenvanua an. Er ist der nicht ganz unumstrittene Anführer einer Bewegung, die sich für die Modernisierung und den Erhalt der Traditionen einsetzt. Er gründete 1983 im kleinen Ort Lavatmanggemu auf der Insel Pentecost die Tangbunia Bank, benannt nach den Körben, in denen traditionellerweise Wertsachen aufbewahrt wurden. Hier können Eberzähne, aber auch Matten eingelagert werden. Diese können auf andere Konten umgebucht, anderen gegen Zins als Kredit zur Verfügung gestellt, oder natürlich bei Bedarf auch wieder abgehoben werden.

Als Rechnungseinheit hat Chief Viraleo mit dem Livatu eine eigene Werteinheit erfunden, wobei ein Livatu einem einmal gerundeten Eberzahn bzw. 18.000 Vatu entspricht. In Euro umgerechnet sind das zwischen 130 und 140 Euro. Das traditionelle Geld wird an die offizielle Währung gekoppelt, ohne diese zum Funktionieren tatsächlich zu benötigen. Mittlerweile hat die Bank bereits 14 Filialen auf der ganzen Insel eröffnet und seit 2014 gibt sie eigene Geldscheine heraus. Auch wenn Chief Viraleo seine Bankgründung mit dem Verweis auf die Verfassung und das Gewohnheitsrecht rechtfertigt, wird seine Währung von der Landeszentralbank nicht anerkannt. Andere wiederum kritisieren ihn dafür, dass er Traditionen verfälsche, doch Chief Viraleo selbst vertritt die Position, dass man in einer sich ändernden Welt auch seine Traditionen ändern müsse, um sie zu erhalten.

Abb. 6: Flagge von Vanuatu
© CC-0
Abb. 7: Logo »Tusker«
© Mit freundlicher Genehmigung von »Tusker«

Und bei aller Kritik: Das System funktioniert – jedenfalls auf lokaler Ebene. Da viele Menschen weitgehend in Subsistenzwirtschaft leben, gibt es nur wenige Waren oder Dienstleistungen, für welche die offizielle Währung eingesetzt werden muss: Zwar werden sowohl Salz, Seife, Kerosin für die Lampen als auch Medizin und Arztkosten mit dem Vatu bezahlt, da diese Dinge im Kontakt mit ›Außenstehenden‹ erworben werden. Doch die meisten anderen Transaktionen sind ohne Probleme mit der traditionellen Währung abzuwickeln. Dies gilt auch für die Schulgebühr, die in Eberzähnen entrichtet werden kann und so vielen Familien den Zugang zu Bildung erleichtert.

Vanuatu gilt zwar, wie bereits erwähnt, als eines der ärmsten Länder der Welt, doch Selwyn Garu, der Generalsekretär des National Council of Chiefs von Vanuatu, betont, dass diese Einschätzung im Rahmen des westlichen Kapitalsystems gilt, nicht aber der Wahrnehmung der überwiegend im traditionellen Geldsystem lebenden Menschen entspricht. Hungern muss auf Vanuatu beispielsweise trotz der vermeintlichen Armut niemand. Gleichzeitig empfinden viele Einwohner der Inseln ihr Leben als im Einklang mit der Natur und der Gesellschaft – sicherlich mit ein Grund dafür, dass die Menschen hier als besonders glücklich gelten.

Der Stolz auf die eigenen Traditionen zeigt sich sowohl in der Symbolik der Nationalflagge (Abb. 6), als auch in der des lokalen Biers »Tusker« (Abb. 7), auf dem die runden Eberzähne abgebildet sind.

(Andrea Gropp)

Literatur

  • G. Aumann, Primitives Geld – vormünzliche Zahlungsmittel, Erläuterungen zu den Schausammlungen des Naturwissenschaftlichen Museums Coburg, Heft 19 (Coburg [o. J.]) S. 21–24
  • J. Campbell, The Masks of God: Primitive Mythology (London 1991) S. 444–449
  • P. Einzig, Primitive Money: In its Ethnological, Historical and Economic Aspects (London 1948) [Reprint: 1951] S. 58–63; 68 f.
  • L. Garae, Release of Paper Notes Specimen of Vanuatu Indigenous Currencies. Vanuatu Daily Post online, 13.09.2014
  • L. Garae, Chief Vireleo explains Tuvatu Currency. Vanuatu Daily Post online, 03.10.2014
  • Y. Gönster, Wertvoll. Über nichtmünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt, Begleitheft der gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums Velbert (Velbert 2017) S. 16 f.
  • A. Gray, Piggy banking (2009). Auf: http://www.andrewgray.com/pacific/piggybank.htm
  • A. Harding, Paying in pig tusks in Vanuatu (2007). Auf: http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/6266274.stm
  • M. Hauser, Aus der Geschichte der vormünzlichen Zahlungsmittel, Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung der Volksbank Offenburg 2(Offenburg 2000) S. 27
  • H. Kimpel, Traditionelle Zahlungsmittel (Wuppertal 1994) S. 113
  • J. Layard, The Stone Men of Malekula: Vao. (1943). Auf: https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.57117
  • R. M. Nanua, Chief’s Appeal Dismissed. Vanuatu Daily Post online, 26.07.2019
  • M. Pfefferkorn, Frühformen des Geldes, Begleitheft der gleichnamigen Ausstellung der Dresdner Bank (1990) S. 10
  • S. Prechtl, Vanuatu und seine Schweine. Gesellschaftliche Veränderungen in Vanuatu anhand des suque [Diplomarbeit Universität Wien] (Wien 2012). Auf: https://core.ac.uk/download/pdf/16427743.pdf
  • H. H. Schleich (Hrsg.), Muscheln, Salz und Kokosnüsse. Geld der Naturvölker – Vormünzliche Geldformen, Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung im Fuhlrott-Museum Wuppertal (Wuppertal 2000) S. 39–41
  • J. P. Taylor, The Other Side: Ways of Being and Place in Vanuatu (Hawaii 2008) S. 210
  • R. Willie, Tuvatu is not recognized as legal tender. Vanuatu Daily Post online, 28.09.2014
  • SBS Dateline: Vanuatu’s Piggy Bank. Auf: https://www.youtube.com/watch?v=IvvNQeor6Ps (eingestellt am 04.04.2012)
  • http://happyplanetindex.org

Abbildungsnachweise:

(Alle zitierten Websites und Bilder wurden zuletzt am 30.03.2022 abgerufen)

März 2022

Münze des Monats

© Robert Dylka

Suchmeldung: Ein Tremissis des Honorius aus der Sammlung Apostolo Zeno

Im November 2018 ist unter ungeklärten Umständen eine Goldmünze, ein Tremissis des Kaisers Honorius (393–423 n. Chr.), aus der Sammlung des Archäologischen Museums der Universität Münster gestohlen worden. Der Diebstahl wurde am 19.11.2018 bei der Staatsanwaltschaft Münster angezeigt, ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet (Aktenzeichen: 62 UJs 367/19). Am 30.1.2019 wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte.

Im Folgenden soll die Münze bekannt gemacht werden. Sollte das Exemplar in den Handel gelangen, bitten wir um Mitteilung an das Archäologische Museum der Universität Münster oder an die Staatsanwaltschaft Münster.

Die Münze ist unter der Inventarnummer M 2653 im Archäologischen Museum der Universität Münster inventarisiert. Es handelt sich um einen Tremissis des Kaisers Honorius aus der Münzstätte Ravenna:

Honorius (393–423 n. Chr.)

Tremissis, Ravenna, AV, 1,49 gr., 13 mm, 12 h

Av.: D N HONORI-VS P F AVG. Drapierte Panzerbüste des Honorius mit Perlendiadem n. r.

Rev.: VICTORIA – AVGVSTORVM. Victoria n. r., Kranz in der erhobenen Rechten und Kreuzglobus in der vorgestreckten Linken. Im Feld l. und r. R – V, im Abschnitt COM

RIC X Nr. 1289 (fehlerhafte Rückseitenbeschreibung); Cohen VIII 2(1892, ND 1930) 185 Nr. 47; Depeyrot 1996, 189 Nr. 10/1

Der Münztyp wird von Philip Grierson und Melinda Mays einer Prägung zwischen 402 und 408 n. Chr. zugewiesen (Grierson – Mays 1992, 200. 202 Nr. 737). Der Münztyp ist nicht selten und wird im RIC mit einer Häufigkeit von »R2« angegeben. Einen besonderen Wert hat das Münsteraner Stück aber wegen seiner Herkunft: Das Exemplar stammt aus der Sammlung Apostolo Zeno, die einen wichtigen Grundstock der Münsteraner numismatischen Sammlung bildet. Der venezianische Gelehrte Apostolo Zeno (1668–1750) hatte eine umfangreiche Münzsammlung zusammengetragen, die er 1747 an das Kloster St. Florian nahe Linz verkaufte. Das Kloster wiederum veräußerte die Sammlung, von der große Teile 1955–1957 im Auktionshaus Dorotheum in Wien versteigert wurden (Dorotheum Wien, Sonder-Münzenauktion. Sammlung Apostolo Zeno 1668–1750 I–III (Wien 1955–1957)). Im Auktionskatalog ist der Tremissis unter der Nummer 2394 gelistet und er wurde 1956 aufgerufen. Peter Berghaus ersteigerte für die Universität Münster und für das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster nennenswerte Anteile der Sammlung Apostolo Zeno. Insgesamt 773 überwiegend römische Münzen gelangten auf diese Weise in das Archäologische Museum der Universität Münster. Mit der Sammlungsgeschichte dieser historisch wertvollen Kollektion hat sich Roberto Tomassoni in seiner 2021 in Venedig und Münster abgeschlossenen Dissertation ausführlich befasst (Tomassoni 2021. In seiner noch unpublizierten Dissertation ist der Tremissis S. 395 als Nr. 630 verzeichnet).

Das Münsteraner Exemplar wurde 2012 publiziert (Tenchova 2012, 151 Nr. 13). Der Erhaltungszustand ist gut. Das Stück wurde auf einem etwas zu kleinen Schrötling geprägt, so dass die Randbegrenzung nur teilweise erhalten ist. Auf der Vorderseite deutet eine flaue Prägung am Kinn, am Hinterkopf und im Bereich des ersten Teils der Legende auf einen häufig benutzen Stempel. Markant ist auch der horizontal geführte Schnitt, der an der Wange, dem Ohrläppchen und im Nacken Spuren hinterlassen hat. An der Nase ist ein deutlicher Riss parallel zum Nasenrücken zu erkennen und am Auge eine Fehlstelle. Am Hals sind senkrechte parallel geführte Kratzspuren sichtbar. Die Rückseite ist gut geprägt, abgegriffene Bereiche sind der Kopf der Victoria, der Kreuzglobus und das Gewand.

Es steht zu hoffen, dass durch diese Suchmeldung das Exemplar aufgefunden, identifiziert und in die Münsteraner Sammlung restituiert werden kann, damit dieser bedeutende Teil der Sammlung Apostolo Zeno wieder in seiner Gesamtheit Forschung und Lehre zugeführt werden kann.

A. Lichtenberger, Suchmeldung: Ein Tremissis des Honorius aus der Sammlung Apostolo Zeno, OZeAN. Online Zeitschrift Zur Antiken Numismatik 4, 2022, 33–35

Literatur:

Cohen

H. Cohen, Description historique des monnaies frappées sous l’Empire romain communément appelées médailles impériales I–VIII 2(Paris 1880–1892)

Depeyrot 1996

G. Depeyrot, Les monnaies d’or de Constantin II à Zénon (337–491), Collection Moneta 5 (Wetteren 1996). http://www.worldcat.org/oclc/1249897259

Grierson – Mays 1992

P. Grierson – M. Mays, Catalogue of Late Roman Coins in the Dumbarton Oaks Collection and in the Whittemore Collection. From Arcadius and Honorius to the Accession of Anastasius (Washington 1992). http://www.worldcat.org/oclc/1277339762

Tenchova 2012

A. Tenchova, Katalogeintrag »13. Honorius (393–423)«, in: M. Grünbart (Hrsg.), Gold und Blei. Byzantinische Kostbarkeiten aus dem Münsterland (Wien 2012) 151. https://d-nb.info/1022760211

Tomassoni 2021

R. Tomassoni, La collezione numismatica di Apostolo Zeno (Dissertation Venedig und Münster 2021). https://fina.oeaw.ac.at/wiki/index.php/Tomassoni_2021

Februar 2022

Münze des Monats

© Larissa Ornat

Eine kurze Geschichte des sowjetischen Rubels - Münzen als Mittel der Propaganda

Avers: Сто лет со дня рождения В.И. Ленина (deutsch: Hundert Jahre seit der Geburt von V.I.Lenin), СССР, Один рубль (deutsch: Ein Rubel). Staatswappen bestehend aus Hammer und Sichel auf der Weltkugel, umrandet von Ähren und 15 Bändern, die die Sowjetstaaten repräsentieren.

Revers: Nach rechts gedrehtes Reliefprofil V.I. Lenins vor einem matten Hintergrund und Perlenkranz. Unten das Jubiläumsdatum: 1870 - 1970.

Material: Kupfer und Nickel

Durchmesser: ø 31mm

Gewicht: 12,8g

Dicke: 2,4mm

Münzstätte: Leningrad (heute Sankt Petersburg)

Auflage: 100.Mio Stück

Der 22. April 1970 markiert das Jubiläum zu Wladimir Iljitsch Lenins 100. Geburtstag. Zu den Festlichkeiten fanden, nicht nur in Russland, sondern in allen Ländern der Union der Sowjetrepubliken, ausschweifende Paraden, Konzerte, Ausstellungen und militärische Schaudarstellungen statt. Die Rede des damaligen Generalsekretärs Leonid Breschnew endete mit Majakowskis Zitat des Lenin-Zyklus: „Lenin lebte, Lenin lebt, und Lenin wird weiterleben“. Die Ikonisierung des russischen Revolutionärs fand so in vielerlei Formen und über Jahrzehnte hinweg seinen Ausdruck und machte ihn auch abseits seiner Einbalsamierung, in der Politik und den Köpfen der Menschen unsterblich. Diese Rubel-Gedenkmünze ist nur eins der Beispiele, in welchen der Revolutionär zu diesem besonderen Festtag verewigt wurde. Sowjetische Münzen und Banknoten stellen dabei einen guten Indikator, nicht nur über die Geldpolitik, sondern zugleich auch über den Propagandaapparat dar. So auch der hier vorgestellte Rubel, der unter Leonid Breschnew eine verstärkte Hinwendung zum Personenkult Lenins erfuhr, der in den Jahrzehnten zuvor in dieser monetären Form nicht üblich war. Wie sich die Einbindung des Rubels in die Agitationspolitik über die Jahrzehnte und Staatsoberhäupter veränderte, soll im Folgenden kurz beleuchtet werden:

Die Jahre des Kriegskommunismus unter Lenin waren aufgrund der übernommenen finanziellen Probleme des Zarenreichs, nicht nur von mehreren konkurrierenden Währungen, jedoch vielmehr von einer umfassenden Hyperinflation geprägt. Die massive Entwertung des nun vornehmlich auf Papiergeld basierenden Rubels, bewältigte die Bevölkerung mit Hilfe einer florierenden Tauschwirtschaft. Unter anderem bot sich dies an, da die Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen durch Lebensmittelrationen und kostenlose Dienstleistungen gedeckt wurden. Die Hyperinflation war jedoch in Anbetracht des voranschreitenden Bürgerkrieges nur ein sekundäres Problem der Bolschewiken, da auf lange Sicht das Geld, wie auch der Kapitalismus, obsolet werden und „absterben“ würden. So stellten bereits kurz nach der Revolution die Bolschewiken die Banken unter die Aufsicht der Zentralbank und schufen, Anfang des Jahres 1920, diese als Institution gänzlich ab. Ziel war es die Einflussnahme der Großkapitalbesitzer zu unterbinden und damit ein Zentrum der sowjetischen Wirtschaft zu etablieren. Die Geldherausgabe war von nun an allein in der Hand des Staates und unterlag somit ebenfalls der Agitations-Propaganda, für welche zeitgleich 1920 eine eigene Abteilung durch das Zentralkomitee errichtet wurde. Die sogenannte Sowsnak-Währung (russisch: Совзнак) sei somit nur eine Übergangslösung gewesen, wodurch sie, neben dem minderwertigeren Papierdruck, auch in der Gestaltung verhältnismäßig simpel gehalten wurde. Zentraler Bestandteil der Ikonographie war das Symbol des mit Ähren verzierten Hammers und Sichel, begleitet mit einem Zitat des Manifests der kommunistischen Partei: „Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!“. Das internationale Selbstverständnis der Bolschewiken wird durch den mehrsprachigen Aufdruck dieses Zitats zusätzlich betont. Obgleich die spätere Sowjetunion ein multiethnischer und multinationaler Zusammenschluss war, zeigt sich in den Folgejahren die Oberhand der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFS) auch in der fortwährend dominanten Nutzung der russischen Sprache, Kultur und Geschichte.

Unterm Strich trat das Land 1921 nach dem Bürgerkrieg mit einer industriellen und landwirtschaftlichen Produktion von 13% des Vorkriegsniveaus hervor. Hoffnungsvoller Lichtblick war der politische Kurswechsel durch die Einführung der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) unter Lenin. Um die Versorgung der Bevölkerung längerfristig zu verbessern, wurde sich erneut auf die Geldwirtschaft und die Stabilisierung des Rubels zurückbesonnen. So gab im November 1921 das Volkskommissariat für Finanzen eine neue Währung bekannt: den Goldrubel, dessen Nominalwert zugleich in Gold eingelöst werden konnte. In diesem Zuge wurde der Kleinhandel erneut legalisiert, die Zwangsrequirierung des Getreides durch feste Steuern ersetzt und die monetäre Auszahlung der Löhne wurde veranlasst. Die Jahre des Kriegskommunismus waren offiziell beendet. Obgleich die zu dieser Zeit geprägten Münzen in Größe, Gewicht und Edelmetallwert denen aus zaristischen Zeiten glichen, wurde für ihre bildliche Darstellung auf den sozialistischen Realismus gesetzt. Aus der Zeit der Neuen Ökonomischen Politik erhaltene Gold- und auch Silbermünzen des Rubels, Halbrubels und der Kopeken stechen daher vor allem durch ihre Ikonographie heraus. So sind Arbeiterschaft und Bauernschaft, neben dem Staatswappen, eins der zentralen Motive dieser Periode. Porträtiert wird damit nicht nur die Entwicklung, des bis dato feudalen, Russlands zu einem Industriestaat, sondern auch die Formung eines neuen Menschentypus nach sowjetischem Vorbild. Die Zeit der NÖP sollte bis auf Weiteres, ähnlich wie es die Ikonographie des sowjetischen Geldes abbildete, hoffnungsvolles Sinnbild sein für einen Aufbruch in eine nicht kapitalistische Moderne.

Nach Stalins Machtübernahme 1928/29 wurden systematisch neue Kursmünzen aus minderwertigeren Metallen in Umlauf gebracht, die später typisch für die Währung der sowjetischen Staaten werden sollten. Die hochwertigeren Edelmetallmünzen der NÖP wurden hingegen bis 1931 aus dem Verkehr genommen und ihres Metallwertes wegen eingeschmolzen. Obgleich die Periode des Stalinismus synonym für mediale Kontrolle und Zensur stünden, habe der Stalinismus selbst, wie es Paul Van Wie treffender Weise formulierte, „verpasst“ Münzen und Banknoten in diesen zu integrieren. Die Münzen dieser Zeit waren anfänglich zwar noch an die ursprünglichen Motive des sozialistischen Realismus angelehnt - ein Arbeiter mit einem Schild, der das Nominal der Münze preisgibt – zeigten sie sich jedoch in späteren Prägungen hingegen nur noch mit Nominal, Jahr und Staatswappen, welches sich bis zum Zerfall der Sowjetunion als Hauptmotiv durchsetzen sollte. Was bestehen blieb war, dass auch Jahre nach seinem Tod Lenin tagtäglich durch die Hände von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern der Sowjetunion kursierte. Denn seit 1938 war er integraler Bestandteil sowjetischer Banknoten. Zierten diese in den 1920er Jahren auch noch Bergmänner, Soldaten und Piloten, sind seit der 1947er Serie hauptsächlich Staatswappen und Lenin-Porträt abgebildet. Die Zentralisierung aller Propagandamaterialien führte längerfristig zu einer Vereinheitlichung der Themen, sowie auch ihrer künstlerischen Darstellung. Unter Stalin erfuhr die sowjetische Währung so nicht nur eine veränderte Geldpolitik und -reformen, sondern einhergehend eine deutliche, fast pragmatische, Simplifizierung der Motive des Rubels, die auch unter Chruschtschow dominant bleiben sollte.

Erst in der Amtszeit von Leonid Breschnew lässt sich, unter anderem zu den Jubiläen des 50. Jahrestages der Russischen Revolution, sowie dem 100. Geburtstag von Lenin, der Einsatz von Münzen zum Gedenken und zur Herrschaftsrepräsentation erkennen. Sie zeigten beispielsweise Lenin in seiner Rednerpose zum 1.Mai 1919 oder wie auf der hier ausgewählten Münze in schlichten Seitenporträt, wie es auch seit der Banknotenserie des Jahres 1961 üblich wurde. Das Ausmaß der Gedenkfeiern und Ikonisierung des Revolutionärs stießen bei großen Teilen der Bevölkerung jedoch übel auf, weshalb in rauen Mengen Lenin-Witze heimlich ausgetauscht worden sind:

„Zu der Zeit der Hundertjahrfeier zu Lenins Geburtstag begann man in der Sowjetunion Ehebetten prinzipiell für drei Personen herzustellen.

Wissen Sie, weshalb?

Weil Lenin allgegenwärtig ist.“ (Kalina 1980, S.100)

Lenin-Witze wurden bereits zu seinen Lebzeiten erfunden, kumulierten sich jedoch als Produkt des übermäßigen Leninkultes zu seinem 100. Geburtstag im Jahre 1970 an. Die Partei und Lenins Personenkult waren über die Jahre so eng miteinanderverschmolzen, dass jede Diffamierung Lenins zu einer Kritik an dem Regime und der Partei selbst wurde und somit bereits prinzipiell antikommunistisch und konterrevolutionär sei. Eine Überzeugung die sich in der Gestaltung der Währung und der Dominanz Lenins als repräsentatives Motiv, wiederfinden lässt. Gemäß dem Motto:

„Wenn wir Lenin sagen, meinen wir die Partei, und wenn wir die Partei sagen, meinen wir Lenin.“

Unter Breschnew ist des Weiteren erstmalig die Prägung sowjetischer Gedenkmünzen einzuordnen. Waren diese anfänglich von politischen Motiven, z.B. zum 20. Jahrestag des Sieges über das faschistische Deutschland, bestimmt; wurden ab 1977 vornehmlich auch unpolitischere Themen geprägt wie die Olympischen Spielen in Moskau 1980, die in erster Linie Stadien und diverse Sportarten zeigten. Im Gegensatz zu den Kursmünzen waren diese Prägungen hingegen in Silber, Gold oder Platin erhältlich. Die Gedenkmünzen erfreuten sich bei den Touristen als Souvenir oder Sammlerstück großer Beliebtheit, wobei ihr Verkauf einen zusätzlichen Zugang zu Hartwährungen darstellte. Diese Tendenz setzte sich auch unter Gorbatschow mit den Prägeserien nach 1983 weiter fort. Auf diesen wurden Figuren der russischen und sogar nicht-russischen Geschichte wie z.B. der moldawische Poet Mihai Eminescu oder der türkische Dichter Alisher Navoi abgebildet. Zu den regelmäßigsten Motiven gehörten jedoch weiterhin: Der Sieg des „Großen Vaterländischen Krieges“, Die Oktoberrevolution und Lenins Geburtstag. So wurde beispielsweise im Jahre 1985 eine erneute Gedenkmünze des Rubels zum 115. Geburtstag von Lenin geprägt. Auch diese besticht wie ihre Vorgänger durch eine simple Gestaltung Lenins im Seitenprofil, Staatswappen und Nominal, jedoch diesmal mit Geburts- und Sterbejahr „1870-1924“. Schlussendlich verschwand Lenin in den letzten Tagen der Sowjetunion stetig und später endgültig von den russischen Münzprägungen und Banknoten, wie auch kurz darauf die Sowjetunion und die RSFS selbst.

Larissa Ornat

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Numismatischen Herbstschule 2021.

Literatur:

  • Altrichter, Helmut (2013): Kleine Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. 4.Auflage. C.H. Beck, München.
  • Davies, Christie (2008): Humour and Protest Jokes under Communism. In: International Review of Social History, Vol. 52. Cambridge University Press, Cambridge. S.291-305.
  • Hildermeier, Manfred (2016): Die Sowjetunion 1917-1991. 3. Auflage. Oldenbourg, Berlin.
  • Kalina, Jan L. (1980): Nichts zu lachen. Der politische Witz im Ostblock. Herbig, München.
  • Pisch, Anita (2016): The personality cult of Stalin in Soviet Posters 1929-1953, Archetypes, inventions and fabrications. ANU Press, Canberra.
  • Van Wie, Paul D. (1999): The Coinage of Modern Europe. University Press of America, Oxford.
Januar 2022

Münze des Monats

© Fitzwilliam Museum, Cambridge (Foto: Amy Jugg)

Kaiser und Papst – ein starkes Duo

Ostfränkisch-deutsches Reich, Kaiser Otto I. der Große (936/962–973) mit Papst Johannes XII. (955–963), Pfennig (962/963?), Rom

Silber, geprägt; Gew. 1,51 g, Dm. 18 mm

Fitzwilliam Museum, Cambridge, Inv.-Nr. CM.PG.8805-2006

Gut anderthalb Jahrhunderte nach der Erneuerung des abendländischen Kaisertums durch Karl I. den Großen (768–814) am Weihnachtstag des Jahres 800 wurde dieses noch einmal erneuert. Am 2. Februar 962 ließ sich der ostfränkisch-deutsche König Otto I. der Große (936–973) mit seiner Frau Adelheid († 999) in St. Peter zu Rom von Papst Johannes XII. (955–963) zum Kaiser erheben. Mehr noch als der Franke Karl begründete der Sachse Otto damit eine Tradition, sollte dieses Kaisertum von nun an doch bis 1806 mit dem (römisch-)deutschen Königtum untrennbar verbunden bleiben.

Das westliche Kaisertum war mit dem Zerfall des karolingischen Reiches im späteren 9. Jahrhundert nurmehr zu einer Zutat des italienischen Königtums geworden; 924 erlosch es. Otto I., aus dem Geschlecht der Liudolfinger, das seit Heinrich I. (919–936) den ostfränkischen König stellte, hatte bereits mit der Königswahl und -krönung 936 in Aachen die fränkisch-karolingische Tradition aktiviert. Und ganz wie Karl der Große besaß er nach der inneren Stabilisierung des Reiches und dessen Verteidigung gegen Ungarn und Slawen – 955 in den Schlachten auf dem Lechfeld und an der Recknitz – eine vorherrschende, quasi-kaiserliche Machtstellung in Mitteleuropa. Seit 951 war er zudem König der Langobarden: An Otto führte wie damals bei Karl hinsichtlich der Kaiserkrönung also kein Weg vorbei. Das 962 dadurch ebenfalls erneuerte „Zweikaiserproblem“ konnte 972 durch die Heirat von Ottos Sohn und Nachfolger Otto II. mit Theophanu († 991), der Nichte des basileus in Byzanz, gelöst werden.

Im Münzbild hat das neue Kaisertum des 10. Jahrhunderts allerdings längst nicht so imposante Spuren hinterlassen wie das der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert. Zwar brachte Otto I. im Gegensatz zu Karl dem Großen auf den normalen Münzen seine Rangerhöhung meist zum Ausdruck, regelrechte Sonderprägungen wie die antikisierenden Bildnispfennige Karls gibt es von Otto aber nicht: Die wenigen Münzen, die sein Bild tragen, sind keine eigentlichen Bildnismünzen, sondern nurmehr Chiffren. Kaiserpropaganda machte, die Idee seines Kaisertums transportierte Otto über die Münzen nicht.

Gleichwohl gibt es Münzen Ottos I., die für ein ganz wesentliches Element des westlichen Kaisertums stehen: Gemeinschaftsprägungen mit dem Papst, „seinem“ Papst Johannes XII. Einer von mehreren Typen zeigt auf der Vorderseite einen barhäuptigen, schnurrbärtigen Kopf von vorn, dazu die Umschrift „+ OTTO IMPERATO[r]“, „Kaiser Otto“, auf der Rückseite das Monogramm „P-A-P-A“, „Papst“, dazu die Umschrift „+ DOM[inus] IO[h]AN[n]ES“, „Herr Johannes“. So unscheinbar, schematisch und auch künstlerisch anspruchslos diese Münze ist, so zentral ist ihre propagandistische Aussagekraft: Kaisertum und Papsttum sind aufs Engste miteinander verbunden, wie die zwei Seiten einer Münze.

Schon Karl der Große war vom Papst gekrönt worden, und ohne die Franken hätte das Papsttum, geistlich Nachfolger des Apostelfürsten Petrus, weltlich keine Chance gehabt. Die sogenannte Pippinische Schenkung von 756, mit der Karls Vater, Pippin III. der Jüngere (751–768), von den Langobarden zurückeroberte Gebiete an den Papst übertrug, markiert die Entstehung des Kirchenstaats. Ausgehend von Rom, wurde der Papst im 8. und 9. Jahrhundert unter fränkischem Schutz so zum wichtigsten Machtfaktor in Mittelitalien. 960 dann rief der Papst den Ostfranken Otto I. gegen den italienischen König Berengar II. (950–961) zu Hilfe. Als Gegenleistung für die Kaiserkrönung garantierte Otto dem Papst all dessen Besitz; der Kirchenstaat existierte bis 1870, Rechtsnachfolger ist der Vatikan.

Gemeinschaftsmünzen von Kaiser und Papst gab es bereits von Karl dem Großen und „seinem“ Papst Leo III. (795–816). Davor, seit Beginn der päpstlichen Münzprägung Anfang des zweiten Drittels des 8. Jahrhunderts, hatte es sich um solche mit den Kaisern in Byzanz gehandelt. 781 aber erkannte Papst Hadrian I. (772–795) die byzantinische Oberhoheit in Rom nicht mehr an: Er und Papst Leo III. prägten autonom, Ausdruck auch der Souveränität des Kirchenstaats. Gemeinschaftsemissionen von Kaiser und Papst, Silberpfennige im fränkischen System, liegen dann von fast allen Päpsten des 9. und 10. Jahrhunderts vor, eigenständige päpstliche Münzen jedoch nur, wenn es gerade keinen Kaiser gab.

Die Regierungszeit Ottos I. hat das Werden Europas im früheren Mittelalter in vielerlei Hinsicht nachhaltig beeinflusst. In langem Kampf setzte er seinen Herrschaftsanspruch und die Unteilbarkeit des Reiches durch; er schuf so gleichsam erst das ostfränkisch-deutsche Reich, das für den Kontinent im nächsten Jahrtausend bestimmend werden sollte. Der Verteidigung des Reiches nach außen entsprach dessen Erweiterung nach Osten durch Kolonisierung und Missionierung der Slawen. Nachwirkung war im weiteren 10. Jahrhundert auch und gerade die Münzprägung: Ausweitung des Münzstättennetzes bis zur Elbe, Beginn einer eigenen Münzprägung in den Reichen im Norden und Osten Europas. Ottos geschichtliche Leistung aber war die Erneuerung des Kaisertums; im 12. Jahrhundert wurde er deshalb – im Gegensatz zu Karl dem Großen also erst posthum – „der Große“ genannt.

Die beiden nachfolgenden Ottos, Otto II. (973–983), schon Weihnachten 967 von Papst Johannes XIII. (965–972) zum Mitkaiser gemacht, und Otto III. (983–1002), rückten Italien noch stärker ins Zentrum ihrer Aktivitäten. Otto III., wie sein Vater und Großvater in Aachen zum König gekrönt, entwickelte für sein Kaisertum eine neue – so nie realisierte – ideologische Grundlegung: renovatio imperii Romanorum, „Wiederherstellung des Reiches der Römer“. Rom, „Hauptstadt der Welt“, caput mundi, sollte Sitz des Papstes wie des Kaisers sein, Kaiser und Papst sollten in allen Belangen des Reiches wie der Christenheit, des imperium Christianum, einträchtig zusammenarbeiten. Der Kaiser beanspruchte freilich eine klare Vorrangstellung: Er setzte auch Päpste ein und ab – am 21. Mai 996 krönte Otto „sein“ Gregor V. (996–999) zum Kaiser. Gemeinschaftsmünzen gibt es mit Otto III. allerdings nicht, ja nach Benedikt VII. (974–983) bis Bonifaz VIII. (1294–1303) gibt es gar keine päpstlichen Münzen mehr.

Der westliche Kaiser nannte sich ab dem frühen 11. Jahrhundert Romanorum imperator augustus, „erhabener Kaiser der Römer“. Das Reich aus Deutschland, das erstmals im 11. Jahrhundert so hieß, Italien und seit 1033 auch Burgund wurde jetzt das römisch-deutsche Reich, seit der Mitte des 13. Jahrhunderts das „Heilige Römische Reich“ (Sacrum Romanum Imperium), ab der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert mit dem Zusatz Nationis Germaniae („Deutscher Nation“). Die Krönung durch den Papst blieb dabei lange konstitutiv; erst im Spätmittelalter lockerte sich die Bindung, zuletzt wurde 1530 mit Karl V. (1519–1556) ein römischdeutscher König von einem Papst mit diesem längst selbstverständlich gewordenen Titel versehen.

                                                                                                                                                                                  Stefan Kötz

Literatur

  • Grierson, Philip / Blackburn, Mark: Medieval European Coinage, Bd. 1: The Early Middle Ages (5th–10th Centuries), Cambridge 1986, S. 259–266, Nr. 1078
  • Serafini, Camillo: Le Monete e le Bolle Plumbee Pontificie del Medagliere Vaticano, Bd. 1, Mailand 1910, S. 1–23, Nachtrag Bd. 4, Mailand 1928, S. 1–13
  • Stumpf, Gert: Nachfolger Petri. Römische Päpste im Spiegel von Münzen, Medaillen und Siegeln, München 2003, S. 15ff.
  • Hehl, Ernst-Dieter: Kaisertum, Rom und Papstbezug im Zeitalter Ottos I., in: Schneidmüller, Bernd / Weinfurter, Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge, Mainz 2001, S. 213–235
  • Kötz, Stefan: Otto der Große und die Wiederbelebung des abendländischen Kaisertums. Kaiser und Papst – ein starkes Duo, in: Haymann, Florian / Kötz, Stefan / Müseler, Wilhelm (Hrsg.): Runde Geschichte. Europa in 99 Münz-Episoden, Oppenheim am Rhein 2020, S. 138–141 [Wiederabdruck]