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Das „Paper of the Month“ 7/2026 geht an: Christiane Engelbertz aus der Kardiologie I und Jeanette Köppe aus dem IBKF

Für den Monat Juli 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:

Dr. Christiane Engelbertz aus der Klinik für Kardiologie I und Dr. Jeanette Köppe aus dem Institut für Biometrie und Klinische Forschung:

Direct Oral Anticoagulants Versus Phenprocoumon: Mortality, Thromboembolism and Major Hemorrhage. A Systematic Review and Meta-Analysis of Routine Data Studies
Engelbertz, C; Reinecke, H; Köppe, J
Jul 2026 | Dtsch Arztebl Int. 23(14): 377-384. [Volltext]

Patienten mit Vorhofflimmern erhalten zur Prophylaxe von thromboembolischen Ereignissen eine Antikoagulation. Hierfür werden vorwiegend die nicht-Vitamin K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAK) eingesetzt, die in den Zulassungsstudien im Vergleich zu dem Vitamin K-Antagonisten (VKA) Warfarin besser abschnitten. Die Wirksamkeit und Sicherheit der NOAK im Vergleich zu dem in Deutschland eingesetzten VKA Phenprocoumon wurde nicht untersucht.
Sieben Real-World-Studien (Daten von deutschen Krankenkassen) mit insgesamt über 1,8 Millionen Patientinnen und Patienten, die bei Einschluss antikoagulations-naive waren, wurden in der Meta-Analyse zusammengefasst. Die Patientinnen und Patienten erhielten entweder eines der vier NOAK oder Phenprocoumon. Die Endpunkte Gesamtmortalität, thromboembolische Ereignisse sowie schwere Blutungen wurden für alle NOAK zusammen sowie für die einzelnen NOAK (Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban) gegenüber Phenprocoumon analysiert. Es zeigte sich ein signifikant höheres Risiko für Gesamtmortalität sowie für thromboembolische Ereignisse für die gepoolte Analyse für alle NOAK im Vergleich zu Phenprocoumon sowie ein Trend für fast alle individuellen NOAK, jedoch ein geringeres Risiko für schwere Blutungen.
Die Studie unterstreicht, dass der bevorzugte Einsatz von NOAK gegenüber Phenprocoumon kritisch hinterfragt werden sollte. Während das reduzierte Risiko für schwere Blutungen einen klinisch-relevanten Vorteil darstellt, muss dieser Nutzen sorgfältig gegen das erhöhte Mortalitätsrisiko und das erhöhte thromboembolische Risiko abgewogen werden.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ März 2022 geht an Joachim Gerß aus dem IBKF und Dirk Föll aus der Pädiatrischen Rheumatologie

Für den Monat März 2022 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an Dr. Joachim Gerß aus dem Institut für Biometrie und Klinische Forschung und Prof. Dirk Föll aus der Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie für die Publikation Prevention of disease flares by risk-adapted stratification of therapy withdrawal in juvenile idiopathic arthritis: results from the PREVENT-JIA trial in der Zeitschrift Annals of the Rheumatic Diseases, 2022 Mar 8 [Volltext].

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung im Kindesalter. Obwohl sie heute behandelbar ist, verläuft die JIA meist remittierend. Die Patienten benötigen über Jahre hinweg Immunsuppression, und das langfristige Ergebnis ist schwer vorhersehbar. Weniger als die Hälfte der Patienten erreicht eine stabile medikamentenfreie Remission. Daher ist die Entscheidung über das Absetzen der Therapie schwierig.

Es wurde die erste kontrollierte, prospektive, multizentrische Interventionsstudie durchgeführt, in der ein durch Biomarker gesteuertes Therapieabsetzen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der JIA getestet wurde. Die Studie zeigt, dass S100A12/hsCRP als Marker für subklinische Entzündung dabei helfen können, das Risiko von Krankheitsschüben einzuschätzen und die Behandlungsentscheidung zu steuern. Eine risikoangepasste Strategie verringert sowohl die kumulative Arzneimittelexposition als auch die Anzahl der Rezidive. Dies könnte sich auf die klinische Praxis auswirken, da der Einsatz der Biomarker-gesteuerten Strategie zum Therapieabsetzen möglich wird. Ein stratifiziertes Vorgehen ist einer Entscheidungsfindung ohne vordefinierte Strategie überlegen.

Ein Entscheidungsprozess, bei dem prädiktive Marke verwendet werden, kann zu einem höheren Anteil von Patienten führen, bei denen die medikamentöse Behandlung erfolgreich abgebrochen wird. Die Studie zeigt, dass das Management von Patienten mit inaktiver Erkrankung in einem stratifizierten Ansatz einen Vorteil für die klinische Praxis bedeutet.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker