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Sie lernen in diesem Seminar nicht nur die formalen Aspekte einer Bewerbung für den deutschen Arbeitsmarkt kennen, sondern erar-beiten auch Strategien, um den gesamten schriftlichen Bewerbungs-prozess für ein Praktikum oder eine Stelle erfolgreich gestalten zu können. Antworten auf Fragen rund um den Bewerbungsprozess sollen gemeinsam im Workshop erarbeitet werden, z.B.:
- Wie kann ich meinen zukünftigen Arbeit-/Praktikumsgeber im Anschreiben von mir überzeugen?
- Welche Formulierungen sind hilfreich?
- Wie präsentiere ich einzelne Stationen meines Lebenslaufs am besten?
Zwischen den beiden Präsenzterminen findet eine Online-Phase im Learnweb statt.
Lernziele
- Sie lernen formale Aspekte einer Bewerbung.
- Sie entwickeln Strategien für erfolgreiche Bewerbungen.
- Sie erstellen Ihre Bewerbungsunterlagen.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen können alle, die zurzeit an der Universität Münster studieren, promovieren oder innerhalb des vergangenen Jahres ihren Abschluss an der Universität Münster gemacht haben.
HIS-LSF-Nummer:
314240
- Lehrende/r: Andrea Schröder
1776 betraten die Menschenrechte die Bühne der Weltpolitik: Alle Menschen, so wurde es in der Virginia Declaration of Rights formuliert, verfügen über ihnen innewohnende Rechte, die kein Staat ihnen nehmen kann, das Recht auf ein Leben in Freiheit, auf Eigentum, auf das Verfolgen und Erreichen von Glück und Sicherheit,. Viele Menschenrechtserklärungen sind seither gefolgt, und Menschenrechte bilden die Grundlage zahlreicher Verfassungen, unter anderem auch des deutschen Grundgesetzes. Zwar werden sie faktisch oft mit Füßen getreten, aber insgesamt sind die Menschenrechte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert weltweit auf dem Vormarsch, ein Großteil aller Länder hat sie formell ratifiziert und Umfragen in vielen Teilen der Welt zeugen von einer großen Akzeptanz.
Diese politisch-historische Entwicklung beruht auf philosophischen Vorarbeiten; Die Idee, dass Menschen von Natur aus bestimmte, universelle Rechte haben, wurde vor allem in der Philosophie der Aufklärung, und hier besonders durch John Locke, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant ausformuliert. In der philosophischen Diskussion über die Menschenrechte sind aber auch kritische Stimmen laut geworden, sei es, dass der Menschenrechtsdiskurs als solcher unter Eurozentrismus-Verdacht gestellt wurde, sei es, dass er als pathosgeladene Rhetorik gebrandmarkt wurde.
Demgegenüber will Amartya Sen in seinem Essay „Elemente einer Theorie der Menschenrechte“, der im Zentrum des Seminars stehen soll, die Idee von universellen Menschenrechten rechtfertigen, sie um ökonomische und soziale Rechte erweitern und sie gegen die Kritik an ihrer Legitimät und Kohärenz in Schutz nehmen. Seiner Auffassung nach handelt es sich bei Menschenrechten um genuin moralische, nicht um gesetzliche Rechte. Moralische Menschenrechte bestehen seiner Auffassung nach also unabhängig von der Gesetzeslage; sie motivieren und begründen Menschenrechtsgesetze, nicht umgekehrt. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Gesetzgebung auf der Basis einer ethischen Reflexion zu kritisieren und weiterzuentwickeln.
Im Seminar werden feste Schreibphasen eingeplant, die Ihnen dabei helfen sollen, festzuhalten, was Sie gelernt haben, wo noch Unklarheiten bestehen und welche Fragen sich ergeben. Das während des Seminars geführte schriftliche Journal dient damit u.a. auch der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen und erleichtert die Themenfindung für Ihre Hausarbeit. Daneben bietet es Ihnen auch die Gelegenheit, in Auseinandersetzung mit Sens Thesen schriftlich über Fragen zu reflektieren, die sich Ihnen persönlich stellen. (Echte moralische Überlegungen finden, wie Bernard Williams einst bemerkte, in der ersten Person Singular statt.)
- Lehrende/r: Sibille Mischer
Das Seminar widmet sich der noch immer wenig erforschten Geschichte von Sinti und Roma im Deutschen Kaiserreich und thematisiert gesellschaftliche Diskriminierung und Verfolgung. Besonderes Augenmerk liegt zunächst auf ökonomischen Tätigkeitsfeldern von Sinti*izze und Rom*nja um die Jahrhundertwende 1900. Gerade das Wandergewerbe wurde zu einem Bereich rechtlicher Diskriminierung, wie anhand von archivalischen Quellen u.a. aus dem westfälischen Raum nachvollzogen wird. Das Seminar befasst sich zudem mit der medialen Berichterstattung und der polizeilichen Sondererfassung von Sinti und Roma im Kaiserreich, die ein frühes Beispiel des ethnic profiling und des institutionellen Rassismus darstellt. Demgegenüber beleuchtet das Seminar Resilienz und Handlungsmacht von Sinti und Roma unter schwierigen Bedingungen, auch in der Westmigrationsbewegung der Zeit.
- Lehrende/r: Felix Brahm
- Lehrende/r: Klara Ida Christie
- Lehrende/r: Heike Bismark
Inhaltliche Schwerpunkte (Kommentar):
Tanzverbot an Karfreitag, konfessioneller Religionsunterricht an staatlichen Schulen, Kirchensteuer, Staatsleistungen an die Kirchen, Abschaffung der Sonntagsruhe … An viele Regelungen, die aus dem kooperativen Ordnungsmodell des deutschen Religionsverfassungsrechtes resultieren, bestehen nicht erst in jüngster Zeit Anfragen aus unterschiedlichen politischen Richtungen, insbesondere bei den Jugendorganisationen der Parteien. In diesem Seminar wollen wir nicht nur die Grundlagen des Verhältnisses von Staat und Kirche in Deutschland betrachten, sondern auch die im politischen Raum erhobenen Forderungen nach Liberalisierung und Modernisierung (z.B. muslimische und jüdische Feiertage?) der sog. „hinkenden Trennung” von Kirche und Staat Verhältnisses diskutieren.
Im Seminar werden zunächst grundlegende Texte zum Religionsrecht und zum Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften (Kirchen) gelesen und sodann aktuelle Themen diskutiert, die sich aus den Parteiprogrammen, Koalitionsverträgen und religionspolitischen Äußerungen der Religionsgemeinschaften ergeben.
Eine Tagung zum Thema, auf der mit Experten und religionspolitischen Akteure ausgewählte Themen der Religionspolitik diskutiert werden, kann in Kombination mit dem Seminar von den Studierenden besucht werden (es besteht die Möglichkeit, in diesem Rahmen weitere Leistungspunkte zu erwerben).
Hinweis: DIe erste Seminarsitzung findet am Dienstag, 10.10., von 14-16Uhr per Zoom statt. Die Zugangsdaten dazu erhalten Sie per E-Mail.
- Lehrende/r: Catharina Jabss
- Lehrende/r: Arnulf von Scheliha
Die deutsche Standardsprache erscheint vielen als eine einheitliche, streng kodifizierte Sprachform. Dieser Eindruck wird u.a. dadurch hervorgerufen, dass durch Wörterbücher, Aussprachwörterbücher und Grammatiken (z.B. die Bände der Duden-Reihe) ein Maßstab vorgegeben wird, der Einheitlichkeit suggeriert. Die durch die Kodizes vorgegebene, einheitliche Sprachform wird in Schulen vermittelt und ist z.B. in Behörden in Gebrauch. Moderne variationslinguistische Untersuchungen zeigen jedoch, dass von einer Einheitlichkeit der deutschen Standardsprache nicht die Rede sein kann.
Im Seminar wird auf folgende Aspekte eingegangen: Aus sprachgeschichtlicher Perspektive wird die Entstehung einer deutschen Einheitssprache nachgezeichnet. Die Variation zwischen der Standardsprache in Österreich, Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz wird thematisiert sowie die regionale Variation des Standards, wie sie z.B. zwischen Norddeutschland und Süddeutschland erkennbar wird. Es werden im Seminar Methoden der Erforschung der Variation der deutschen Standardsprache besprochen, sowie an konkreten Beispielen sprachliche Besonderheiten untersucht.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
In der Vorlesung werden sowohl Grundlagen als auch weiterführende Fragestellungen der Struktur des Deutschen mit Fokus auf syntaktischen Eigenschaften behandelt. Gegenstandssprache wird das Deutsche und dabei in erster Linie das Standarddeutsche sein, wobei sowohl mediale (gesprochene vs. Geschriebene Sprache) als auch regionale (Dialektsyntax) Aspekte eine Rolle spielen werden.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Als Reymund an einem Samstag nach gehaltenem Festmahl zum Badegemach seiner Ehefrau Melusine eilt, bricht er ein Tabu. Er hatte Melusine geschworen, sie samstags nie zu kontaktieren. Jetzt aber treibt ihn die Eifersucht, und tatsächlich ist höchst verstörend, was seine Augen zu sehen bekommen: Zwar trifft er Melusine ohne Liebhaber an, doch hat sich ihr Unterleib in einen fürchterlichen Schlangen- / Drachenschwanz verwandelt.
Eigentlich müsste sich das Ehepaar nach dem Vorfall sofort trennen. So jedenfalls will es das weit verbreitete Erzählschema der ,gestörten Mahrtenehe’, das dem frühneuhochdeutschen Prosaroman ›Melusine‹ (1456) des Berner Stadtadligen Thüring von Ringoltingen zugrunde liegt. Dass Reymund und seine überirdische Angetraute dennoch lange Zeit weiter glücklich zusammenleben, dass sie ihre reiche (wenn auch etwas seltsam aussehende) Kinderschar sogar noch vermehren und eine mächtige Dynastie gründen, ist eine Besonderheit, die es im Seminar zu diskutieren gilt. Thürings Vorlage, die mythische Ursprungserzählung des Hauses Parthenay, die ein gewisser Couldrette um 1400 verfasste, soll dabei vergleichend in den Blick genommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars: die lang anhaltende Überlieferung in Text und Bild, die Thürings ›Melusine‹ beschert war und von der großen Popularität des Werks zeugt.
- Lehrende/r: Daniela Riegermann
Im Empirisch-experimentellen Praktikum führen die Teilnehmer zuvor durch die Veranstalter ausgewählte Experimente selbständig durch und werten die Experimente aus. Die jeweilige Versuchsdurchführung und Auswertung wird in einem Bericht zusammengefasst.
Ziel dieser Veranstaltung ist zu lernen, wie man Experimente organisiert, in Experimenten gewonnene Daten auswertet und angemessen beschreibt. Der Experimentalbericht folgt dabei hinsichtlich der formalen und inhaltlichen Gestaltung den Vorschlägen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie bzw. der American Psychological Association. Zwei Wochen nach Durchführung eines jeden Experimentes muss der dazugehörige Bericht vorliegen.
- Lehrende/r: Anna-Lena Jesussek
Die Geschichte vom Trojanischen Krieg kann mit einigem Fug und Recht als ein Ursprungsmythos der höfischen Kultur des europäischen Mittelalters gelten, geht man zumindest von den literarischen Entwürfen des 12. und 13. Jahrhunderts aus. So galt bereits Heinrich von Veldeke mit seinem „Eneasroman“, der die Geschichte des aus Troja fliehenden und den Grundstein für das spätere römische Reich legenden Eneas erzählt, bereits um 1200 als Begründer der höfischen Literatur, und auch zahlreiche weitere Autoren haben in dessen Nachfolge von den Wirren des vermeintlich größten Krieges aller Zeiten erzählt. Doch nicht nur die Heldenhaftigkeit eines Odysseus, Achill oder Hektor stand im Interesse der Dichtungen, gerade auch die alles in die Katastrophe führende Liebe zwischen Paris und Helena forderte zu immer neuer Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen auf, welchen Stellenwert Liebe in der zeitgenössischen Kultur inne hat. In unzähligen Werken der höfischen Literatur findet das Erzählen von Troja seinen Niederschlag und das Thema ist Gegenstand nicht zuletzt auch bildkünstlerischer Gestaltung. Das Seminar möchte sich ebendiesem Thema widmen und den produktiven und mitunter auch kritischen Verhandlungen in den unterschiedlichen medialen Ausprägungen nachgehen. Vor allem anhand Konrads von Würzburg umfassenden „Trojanerkrieg“, der in Auszügen gelesen und besprochen werden soll, wird dabei auch Formen intermedialen und transmedialen Erzählens nachzugehen sein.
Das Seminar richtet sich somit vornehmlich an Studierende, die über das kulturwissenschaftliche Interesse hinaus sich auf theoretische Fragen zur Intermedialität im Mittelalter einlassen möchten. Da die zu besprechenden, mitunter umfangreichen Texte nahezu ausschließlich in nur einsprachigen Editionen vorliegen, sind vertiefte Kenntnisse des Mittelhochdeutschen unbedingte Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar sowie die Bereitschaft, sich regelmäßig und aktiv in Arbeitsgruppen zu beteiligen. Für das Seminar wird ein eigener Learnweb-Kurs eingerichtet, über den Texte und Materialien zu Beginn des Semester bereitgestellt werden. Weitere Informationen erfolgen in der ersten Sitzung.
- Lehrende/r: Ulrich Hoffmann
Seit Mitte der 1990er Jahre wird im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie des Umweltbundesamtes das Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der deutschen Bevölkerung untersucht (für eine erste Übersicht siehe Gellrich et al 2021). Im Zentrum dieser (vor allem quantitativen) Studien stehen die Fragen, wie die Bevölkerung zu Umweltproblemen eingestellt ist, wie bestimmte umweltschädliche oder umweltfreundliche Verhaltensweisen verteilt sind und inwiefern ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein mit bestimmten soziodemografischen Merkmalen sowie Veränderungen des Umweltverhaltens zusammenhängt. Im Rahmen des Seminars gehen wir ausgehend von umweltsoziologischen und -psychologischen Studien den folgenden Fragen nach: Was wird hier überhaupt unter Umweltbewusstsein und Umweltverhalten verstanden? Wie werden diese Konzepte operationalisiert und gemessen? Was sind die zentralen Befunde der Umweltbewusstseinsforschung? Inwiefern ist es aus einer soziologischen Perspektive nötig verschiedene Aspekte dieser Forschungstradition zu problematisieren und was wären alternative Zugänge (vor allem zur Untersuchung des Umweltverhaltens)?
- Lehrende/r: Björn Wendt
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Die Veröffentlichung der PISA-Studie im Jahr 2001 machte deutlich, dass im Vergleich zu anderen Bildungssystemen insbesondere das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheit (re-)produziert. Durch diese Erkenntnisse wurde die Bildungsbenachteiligung von Schüler*innen aus zugewanderten Familien zu einem zentralen Thema (vgl. Panagiotopoulou/Winter 2019: 57). Soziale und Bildungsungleichheit stehen also in einem engen Zusammenhang, der auch Studierende mit ,Migrationshintergrund‘ in Deutschland betrifft (Diehl/Hunkler/Kristen 2016). Im Seminar werden wir uns mit diesen Aspekten von Ungleichheiten im Bildungssystem auseinandersetzen, wobei es zentral ist zu klären, warum diese sozialen Disparitäten im deutschen Bildungssystem im Vergleich zu anderen Bildungssystemen so stark ausgeprägt sind.
- Lehrende/r: Andreas Gkolfinopoulos
Eine Anmeldung in HISLSF dient der Organisation der Vorlesung und sollte nach Möglichkeit vorgenommen werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie die Verbuchung Ihrer Leistungen in QISPOS ist jedoch auch ohne vorherige Anmeldung via HISLSF möglich.
In der Vorlesung wird zunächst in die Disziplin Berufspädagogik eingeführt. Dabei wird u.a. auf die Genese, disziplinäre Verortung sowie auf Gegenstands- und Forschungsfelder dieser Disziplin eingegangen. Standards wissenschaftlichen Arbeitens werden ebenfalls bearbeitet. Hierauf folgt im Zusammenhang des Begriffspaares Disziplin - Profession eine thematische Einführung in das berufliche Handlungsfeld von Lehrerinnen und Lehrern. Kennzeichen professionellen Lehrerhandelns werden ebenso thematisiert wie bildungspolitische Standards und konkrete Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern an Berufskollegs. Ebenfalls erfolgt eine Auseinandersetzung mit Aufgaben betrieblichen Bildungspersonals. Hieran schließt sich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit begrifflichen und rechtlichen Grundlagen sowie strukturellen Merkmalen des deutschen Berufsbildungssystems an. Die Dualität des deutschen Berufsbildungssystems wird ebenso betrachtet wie die beruflichen Teilsysteme (Übergangsbereich, schulische Berufsausbildung) und es wird ein besonderer Blick auf die Zielgruppen beruflicher Bildung gerichtet. In diesem Kontext werden Fragen von Inklusion in der beruflichen Bildung thematisiert. Unter der Perspektive, Bildungsprozesse im Lebenslauf abzubilden, erfolgt des Weiteren eine inhaltliche Auseinandersetzung mit beruflichen Bildungsprozessen in der Perspektive des individuellen Lebenslaufes.
- Lehrende/r: David Louis Bardiau
- Lehrende/r: Mona Massumi
- Lehrende/r: Sophie Niehoff
- Lehrende/r: Meike Nienkötter
- Lehrende/r: Neele Räker
- Lehrende/r: Ulrike Weyland
Von einer „verordneten Finsternis“ (A. Bühler) im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I hin zur hochspezialisierten akademischen Teildisziplin der historischen Mediävistik: Der Sprung vom Erfahrungshorizont der Schule in die Hörsäle der Universität scheint ein gewaltiger. Daher gilt es zu Studienbeginn zunächst, eine gemeinsame Wissensbasis zu schaffen: Die Vorlesung wird einen Überblick über die grundlegenden historische Ereignisabläufe, Entwicklungsstränge und Strukturen vom 5. bis zum 15. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf dem römisch-deutschen Reichsgebiet geben. Exemplarisch sollen daneben anhand ausgewählter Gegenstandsbereiche die Erkenntnismöglichkeiten und -grenzen der Mittelalterforschung vorgestellt und diskutiert werden. Im steten Rückgriff auf die Quellenüberlieferung gilt es Methoden, Positionen und Probleme eines wissenschaftlichen Zugriffs auf vergangene Wirklichkeitswelten zu erörtern. Auf diesem Wege wird die Vorlesung weniger ein einheitliches Porträt des europäischen Mittelalters zeichnen als vielmehr ein Panorama von der Vielfalt seiner Erforschung entwerfen.
- Lehrende/r: Jan Keupp
Zentrales Ziel des Seminars ist das Verfassen einer Hausarbeit zur Grammatik des Deutschen. Die Studierenden bearbeiten Problemfälle der Wortartendefinition (z. B. welche Wortart hat eigentlich „meinetwegen?”). Die Studierenden problematisieren ihr Wissen aus der Grammatikübung und erarbeiten sich teilweise in Eigenregie wesentliche Teile einer grammatischen Analyse (Wortartentests, relevante Literatur, etc.).
Das Seminar setzt bei den Teilnehmenden ein Interesse an abstrakten grammatischen Strukturen voraus sowie die Bereitschaft, Seminarinhalte in Eigenregie zu erarbeiten.
This seminar requires investment into the analysis of abstract grammatical structures in German. For this, advanced German skills are required.
For this seminar, there are no known triggers. If you feel unsafe about any topic, please reach out to Mr. Wirthmüller.
- Lehrende/r: David Benedikt Wirthmüller
Das Konzept der Gerechtigkeit lässt erstmal an das Verteilen von Gütern oder die Zusprechung von Schuld und Unschuld denken. Epistemische Ungerechtigkeitstheorien hingegen befassen sich mit einem subtileren Ausdruck von Ungerechtigkeit, nämlich der verminderten Glaubwürdigkeit, die historisch marginalisierten Subjekten aufgrund von Vorurteilen zugesprochen wird. Hier bei unterscheidet die Autorin des zu besprechenden Buches – Miranda Fricker – zwischen zwei Arten: Zeugnisungerechtigkeit und hermeneutischer Ungerechtigkeit. Seit dem Erscheinen von Miranda Frickers bahnbrechenden Grundsatzwerk 2007 ist das Theoriefeld um epistemische Ungerechtigkeit stark gewachsen. Zum Anlass der ersten deutschen Übersetzung von „Epistemische Ungerechtigkeit – Macht und Ethik des Wissens“ soll dieser Lektürekurs sich intensiv mit dem modernen Klassiker auseinandersetzen.
- Lehrende/r: Eva Sophie Schmidt
- Lehrende/r: Larysa Kovbasyuk
Liebe AG-Teilnehmer*innen,
Als
wöchentlicher AG-Termin ist Montag von 8:15 Uhr bis 9:45 Uhr vorgesehen.
Wir treffen uns im Raum BB 4, den Ihr im Gebäude am Bispinghof 2 findet. Unsere erste Einheit findet am 23.10.23 statt.
Vor der jeweiligen AG-Einheit werde ich hier im Learnweb bereits den Sachverhalt hochladen, den Ihr gerne schon einmal vorab lesen könnt. Nach den
AG-Einheiten findet Ihr an dieser Stelle dann auch die Lösungen zu den Fällen sowie die Powerpoint-Präsentation.
Ich freue mich, Euch am 23.10. kennenzulernen und mit der AG zu starten!
Viele Grüße
Gesa (Kießling)
- Lehrende/r: Gesa Maren Kießling
Liebe AG-Teilnehmer*innen,
Als
wöchentlicher AG-Termin ist Mittwoch von 8:15 Uhr bis 9:45 Uhr vorgesehen.
Wir treffen uns im Raum F 029, den Ihr im Fürstenberghaus findet. Unsere erste Einheit findet am 25.10.23 statt.
Vor der jeweiligen AG-Einheit
werde ich hier im Learnweb bereits den Sachverhalt hochladen, den Ihr
gerne schon einmal vorab lesen könnt. Nach den
AG-Einheiten findet Ihr an dieser Stelle dann auch die Lösungen zu den
Fällen sowie die Powerpoint-Präsentation.
Ich freue mich, Euch am 25.10. kennenzulernen und mit der AG zu starten!
Viele Grüße
Gesa (Kießling)
- Lehrende/r: Gesa Maren Kießling
- Lehrende/r: Peter Oestmann
- Lehrende/r: Petra Scherbening
Die politisch und wirtschaftlich krisenhafte Zeit der ersten deutschen Demokratie war auch eine Epoche des kulturellen Aufbruchs. Kaum etwas spiegelt dies deutlicher als der Aufschwung von Film und Kino. Von Konservativen als „neuzeitliche Seelenmalaria“ verdammt und durch Zensurmaßnahmen bekämpft, entwickelte sich die „Kinematographie“ nach 1918 zu einer eigenständigen Kunstform und zu einem massenkulturellen Faktor ersten Ranges. Die deutsche Filmlandschaft jener Jahre war vielfältig: sie reichte von heute noch weltbekannten Kunstfilmen wie „Nosferatu“ und „Metropolis“ bis zu populären Musik- und Historienfilmen, Krimis und Komödien. Auch technische Entwicklungen wie die Erfindung des Tonfilms revolutionierten in jenen Jahren das Kino. Zugleich war Film in der Weimarer Republik immer wieder Gegenstand politischer Debatten und Instrumentalisierungsversuche.
Die Übung möchte aus kultur-, sozial- und politikgeschichtlicher Perspektive sowohl die generellen Entwicklungslinien des Filmschaffens zwischen 1918 und 1933 beleuchten als auch ausgewählte Filme vorstellen und auf ihre Inhalte, ihre Gestaltung und ihre Rezeption hin analysieren. Damit verbunden ist die Frage, welchen Quellenwert die Filme dieser Zeit für Historikerinnen und Historiker heute haben können. Ziel ist nicht zuletzt, den Umgang mit Film als historischer Quelle zu vermitteln. Von den Teilnehmenden werden Grundkenntnisse der Geschichte der Weimarer Republik erwartet sowie die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in einer Referatsgruppe.
Nach drei Vorbereitungsterminen im LWL-Medienzentrum für Westfalen wird der Hauptteil der Veranstaltung ein Blockseminar vom 26.-28. Januar 2024 in der Akademie Franz-Hitze-Haus mit dem Filmwissenschaftler Michael Kleinschmidt als zusätzlichem Referenten sein. Seitens des Franz Hitze Hauses wird dafür ein Kostenbeitrag von 40 € p.P. erhoben.
- Lehrende/r: Markus Köster
Die jüngere deutsche Zeitgeschichte ist maßgeblich geprägt von den revolutionären Umbrüchen 1989/90 in der DDR und ihrem Beitritt zur Bundesrepublik. „Die Wende“– wie sie in Kurzform in der kollektiven Erinnerung verankert ist – wird nicht nur von Jahr zu Jahr gefeiert, sondern auch ihre Folgen werden teils heftig diskutiert. Im Seminar wird ein Perspektivenwechsel vorgenommen, um den üblichen Blick auf ostdeutsche Bundesländer als "Problemfall" zu verändern. Vielmehr soll gefragt werden, wie die Wiedervereinigung in Westdeutschland stattgefunden hat und wie in die Geschichte der Wiedervereinigung auch die westdeutschen Anteile zu integrieren sind. Dabei nehmen wir eine regional- und lokalgeschichtliche Perspektive ein und erforschen insbesondere diese Zeit für Münster und Westfalen. Zum Seminarinhalt gehören auch längere Schreib-Übungseinheiten, um die eigenen Ergebnisse zu einem Essay weiterzuentwickeln.
- Lehrende/r: Claudia Kemper
- Lehrende/r: Andrea Streckenbach
Im August 1423 fasste der Rat der Stadt Köln den Beschluss, die zu dieser Zeit mit einer Unterbrechung bereits seit der Mitte des 13. Jahrhunderts gewährte Aufenthaltsgenehmigung für Juden und Jüdinnen in Köln nicht mehr zu verlängern. Der jüdischen Gemeinde Kölns sollte nur ein Jahr Zeit bleiben, um ihre Habe vor Ort zu verkaufen und einen neuen Lebensmittelpunkt für sich und ihre Familien zu finden. Ihr Auszug bedeutete das Ende jüdischer dauerhafter Ansiedlung in Köln für die nächsten fast vier Jahrhunderte. Über diese Entscheidung mit Zäsurcharakter informiert uns heute nur noch ein knappes Beschlussprotokoll, das weder Begründung noch Stimmenverhältnisse dokumentiert. Acht Jahre später jedoch fühlte sich der Stadtrat befleißigt, seine Gründe für die Vertreibung in einem Brief an Sigismund, den königlichen Stadtherrn und damit obersten Schutzherrn der Kölner jüdischen Gemeinde, darzulegen. Unter anderem führen die Kölner ins Feld, dass sie mit ihrer Entscheidung nicht alleine standen, sondern dass auch andere Mächte, sogar Kurfürsten, Juden und Jüdinnen aus ihren Herrschaftsgebieten vertrieben hatten.
In einer Ringvorlesung unter demselben Titel (vgl. LINK) werden renommierte Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Österreich die große Zahl an durch die Obrigkeiten veranlassten Vertreibungen thematisieren, die im deutschen Sprachraum ab dem späten 14. Jahrhundert, im europäischen Kontext, etwa in Frankreich sogar schon früher wie eine Welle über Süd- und Mitteleuropa liefen. Neben den Motiven für den wachsenden Judenhass sollen auch die massiven Auswirkungen für die jüdischen Menschen in den Blick genommen werden.
Die interdisziplinär zwischen Landesgeschichte und Judaistik angelegte Übung zur Ringvorlesung soll die Beschäftigung mit dem Thema anhand am Beispiel zentraler Quellen vor allem aus Köln, aber auch aus den anderen Fallbeispielen der Vorträge sowie durch die gemeinsame Lektüre einschlägiger Fachliteratur vertiefen. Zudem sind gemeinsame Exkursionen nach Köln, etwa zum Team des (aktuell im Bau befindlichen) MiQua oder aber in das Historische Archiv der Stadt Köln, geplant.
Das Programm der Vorlesung finden Sie demnächst unter: https://www.uni-muenster.de/Geschichte/histsem/LG-G/Termine/index.html. Für Infos zu MiQua vgl. https://www.lvr.de/de/nav_main/kultur/museen/miqua/miqua.jsp, https://miqua.blog/ und https://www.stadt-koeln.de/artikel/68783/index.html (Stand: 23.5.2023).
- Lehrende/r: Rainer Josef Barzen
- Lehrende/r: Christopher Boes
- Lehrende/r: Ralf Bureck
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Theresa Krosse
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
- Lehrende/r: Pia Jasmin Wontorra
Im Seminar werden wir uns mit den zentralen Ideologemen völkischer Religionsentwürfe auseinandersetzen. Das Fundament der im späten 19. Jahrhundert entstandenen Völkischen Bewegung waren ‚negative‘ Ideologien: allen voran Antisemitismus, Antikatholizismus, Antislawismus, Antimodernismus und Antikapitalismus. Diesen sollte eine holistische ‚germanische‘ Weltanschauung als ‚positives‘ Gegenbild entgegengesetzt werden. Neben ‚Rasse‘ und Sprache gehörte Religion zu den zentralen Themenfeldern völkischer Autor*innen. Ausgerechnet der innerhalb der Bewegung übliche biologisch – und nicht religiös – begründete Antisemitismus führte zu der Frage nach den Charakteristika einer ‚arteigenen‘, ‚germanisch‘-deutschen Religiosität. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf jenen Autor*innen, die bei ihrer Suche nach einer deutschen ‚Rassenreligion‘ auf vorchristliche Religiosität zurückgriffen. Anhand von ausgewählten Quellentexten werden wir im Seminar versuchen, die zentralen Topoi und Argumentationsmuster völkischer Religiosität herauszuarbeiten.
Der regionale Schwerpunkt liegt auf Österreich, historisch konzentrieren wir uns auf die Zeit zwischen den 1880ern bis zur Mitte der 1920er Jahre. Geschichtliche Vorkenntnisse sind nicht nötig (schaden aber auch nicht).
- Lehrende/r: Robert Suckro
- Lehrende/r: Nils Bahlo
- Lehrende/r: Antje Dammel
- Lehrende/r: Jie Zhao
Die Künstlernovelle ist insbesondere in der Romantik ein sehr beliebtes Genre: E.T.A. Hoffmanns Kapellmeister Kreisler ist sicher eines der bekanntesten Beispiele. Schon einer der literarischen Urtexte der deutschen Romantik, Tiecks und Wackenroders Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders ist der Reflexion von Musik und Malerei gewidmet. Auch in der russischen Romantik finden sich zahlreiche Beispiele: Gogol’s Portret (Das Porträt) oder die Erzählungen zu Bach, Beethoven und Piranelli in Odoevskijs Zyklus Russkie noci. Künstlernovellen behandeln – meist anhand einer anderen Kunstgattung, also der Musik oder der Malerei – exemplarisch grundlegenden Fragen wie: Was ist (wahre) Kunst, wer ist ein wahrer Künstler? Welchen Stellenwert haben die Kunst und der Künstler in der Gesellschaft? Sie lassen sich deshalb als programmatische Aussage auch zur eigenen Kunst, der Literatur, lesen. Die Beispiele aus der russischen und der deutschen Romantik sollen in dem Seminar vergleichend behandelt werden, wobei ein besonderes Augenmerk den Wechselbeziehungen zwischen beiden Literaturen gilt.
Empfohlene Literatur: Barbara Naumann: Die Sehnsucht der Sprache nach der Musik: Texte zur musikalischen Poetik um 1800, Stuttgart – Weimar, 1994. | Corina Caduff: Die Literarisierung von Musik und bildender Kunst um 1800, München 2003.
- Lehrende/r: Irina Wutsdorff
O-Ton, Kulturbericht, Feature, Collage, Interview, Reportage, Kommentar, Hörspiel - Das sind nur einige Formen von Rundfunktexten, die das Handbuch "Radio-Journalismus" vorstellt. (LaRoche/Buchholz (Hg.): Radio-Journalismus: Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. Wiesbaden 2013) Welche unterschiedlichen produktionsästhetischen Voraussetzungen und Programmkontexte diese jeweils mitbringen und wie die einzelnen Formate literaturtheoretisch z. B. im Hinblick auf generische und poetologische Fragestellungen beschreibbar sind soll im Seminar erarbetiet werden. Dabei gilt es, die theoretischen Debatten zu erörtern und gleichzeitig die praktische Umsetzung von Hörfunk-Texten zu erproben. Im ersten Teil des Seminars sollen deshalb theoretisch-methodische Zugänge zu akustischen Texten und deren auditive Höranalyse diskutiert werden. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil des Seminars eigene Hörfunktexte produziert. Die Leitung der Produktion übernimmt Heike Tauch, freie Autorin und Regisseurin für den Hörfunk und Teil des Duos "tauchgold". Ihre Produktionen sind ausgezeichnet: Das Hörspiel „Atlas“ beispielsweise, bei dem sie Regie führte, hat 2021 den renommiertesten deutschen Hörspielpreis erhalten, den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Insofern erfodert das Seminar nicht nur die regelmäßige Teilnahme sondern auch die Bereitschaft, sich in die praktischen Arbeit einzubringen und das eigene kreative (Hörfunk-)Potential zu entdecken.
- Lehrende/r: Vera Mütherig