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- Lehrende/r: Verena Wecker
Schwerpunkte: Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit im Kontext religiöser Bildung, sprachsensibler Religionsunterricht
Die sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ist im Unterricht eine Herausforderung und Chance zugleich. Zuerst werden in der Lehrveranstaltung diverse Aspekte der Mehrsprachigkeit und des Deutschen als Zweitsprache im Blick auf den Religionsunterricht und seine Spezifik thematisiert. Verschiedene Konzepte zum Umgang mit der sprachlichen Heterogenität werden mit Bezug auf den Religionsunterricht erörtert. In einem weiteren Schritt wird gemeinsam nach Wegen gesucht, die Mehrsprachigkeit der Kinder und Jugendlichen als Ressource im Religionsunterricht zu entdecken und in Lernprozessen aktiv zu nutzen. Die Studierenden werden dabei begleitet, Materialien zum Umgang mit sprachlicher Heterogenität selbständig zu entwickeln.
- Lehrende/r: Yauheniya Danilovich
Die Präsenz von muslimischen Akteuren in deutschen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen ist schon länger kein Novum mehr. Sowohl auf der Seite der dienstleistungsbeziehenden Mitglieder von Organisationen – seien es Kindergartenkinder, Eltern, Schülerinnen und Schüler oder Studierende – als auch auf der Seite der dienstleistenden Mitglieder von Organisationen – seien es Pädagoginnen und Pädagogen in Kindertagesstätten oder Lehrende in Schulen – gehören muslimische Akteure zum Selbstverständlichen. Doch wie wird die soziale Ordnung solcher Organisationen durch diese Zusammensetzung modifiziert? D.h.: Wie verändert sich der Alltag in solchen Organisationen durch dauerhafte muslimische Präsenz? Welche Akteursgruppen nehmen welchen Einfluss? Und wie spielen die Eigenlogiken der Organisationen und Diskurse um Diversität und Säkularität in diese neuen Arrangements mit hinein? Solchen Fragen möchte das Blockseminar nachgehen. Der Fokus wird dabei auf Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten liegen.
Da die einzelnen Sitzungen des Blockseminars auf Referaten der Studierenden aufbauen, wird dringend empfohlen beim Auftakttermin zu erscheinen.
Empfohlene Hintergrundlektüre
Stichs, Anja/Rotermund, Steffen (2017): Vorschulische Kinderbetreuung aus Sicht muslimischer Familien – Eine Untersuchung über die Inanspruchnahme und Bedürfnisse in Hinblick auf die Aus- stattung. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz. Working Paper 78 des Forschungszentrums des Bundesamtes, Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (online einsehbar: https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/WissenschaftPublikationen/wp78-vorschulische-kinderbetreuung-muslime.pdf?__blob=publicationFile&v=5)
Bundesministerium des Inneren. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz: „Auswahl von Empfehlungen und Schlussfolgerungen zu praxisrelevanten Themen (2006-2013)“, siehe v.a. Kapitel 4 „Religiös begründete schulpraktische Fragen“ (online einsehbar: https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Ergebnisse-Empfehlungen/dik-empfehlungen-2008-2013.pdf?__blob=publicationFile&v=6) Stephanie Matthias: „Räume der Stille an deutschen Universitäten. Eine Verortung der Religion an säkularen Hochschulen?“ in: Viele Religionen – ein Raum?! Analyse, Diskussionen und Konzepte, Berlin: Frank & Timme 2015, S. 35-54
Seminarlektüre
Wird bei der Auftaktsitzung bekannt gegeben.
- Lehrende/r: Arne Laßen
Das Proseminar befasst sich mit dem europäischen Imperialismus und der Geschichte kolonialer Herrschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt auf der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika, deren gewaltvolle Durchsetzung und folgenschwere Auswirkung anhand von Quellen europäischer und afrikanischer Provenienz beleuchtet werden. Die Kolonialvergangenheit hatte in Deutschland lange Zeit eine marginale Stellung in der öffentlichen Erinnerung, und vor diesem Hintergrund wird auch nach der Geschichte gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus nach 1945 gefragt. Das Proseminar führt zugleich in methodische und theoretische Grundlagen der Geschichtswissenschaft ein; im Zentrum stehen dabei Quellenkritik und Quelleninterpretation, die Recherche und der Umgang mit Fachliteratur sowie das wissenschaftliche Schreiben.
- Lehrende/r: Felix Brahm
- Lehrende/r: Klara Ida Christie
Prag galt seit dem Mittelalter als eines der bedeutendsten jüdischen Zentren in Mitteleuropa. Eine der bekanntesten mit dem jüdischen Prag verbundenen Figuren ist sicherlich der der Legende nach von Rabbi Löw erschaffene Golem. Literarisch gestaltet findet er sich u.a. in dem gleichnamigen Roman von Gustav Meyrink, aber auch in Leo Perutz’ Nachts unter der steinernen Brücke oder Egon Erwin Kischs Den Golem wiederzuentdecken. Während das sagenumwobene jüdische Prag sich als Topos auch bei nicht-jüdischen Autoren wie eben Meyrink oder auch dem tschechischen Avantgardisten Vítezslav Nezval findet, sind Realia jüdischen Lebens in Prag vor allem in literarischen Texten der Moderne von Autoren verarbeitet, die wie Max Brod, Franz Werfel oder Hermann Grab aus jüdischen Familien stammten.
Allerdings kann im Prag zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht von dem Judentum gesprochen werden, sondern von verschiedenen Facetten, die sich zwischen ostjüdischem Chassidismus über orthodoxe Richtungen, ersten Ansätzen einer religiösen Liberalisierung, (Kultur-)Zionismus bis hin zu Assimilation spannten. Gerade der Kulturzionismus war eine in Prag viel diskutierte Richtung und wurde einem Ungenügen an der Assimilation entgegengesetzt. Als kulturhistorischer Kontext ist zudem die multiethische und multireligiöse Prager Situation der damaligen Zeit zu beachten.
Das Seminar, das sich an Studierende der Jüdischen Studien, der Germanistik und der Slavistik (hier der Bohemistik) richtet, führt die Perspektiven der beteiligten Fächer zusammen, indem es einerseits die vielfältigen Facetten des Prager Judentums zu Beginn des 20. Jahrhunderts, andererseits verschiedene literarische Texte, in denen Bilder vom jüdischen Prag entworfen und verhandelt werden, betrachtet.
Bemerkung: Die behandelten tschechischsprachigen Beispiele werden auch in deutscher Übersetzung zur Verfügung gestellt.
Empfohlene Literatur:
Zum einführenden Überblick:
Peter Becher / Steffen Höhne / Jörg Krappmann / Manfred Weinberg (Hgg.), Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder, Stuttgart 2017. Darin: Kilcher, Andreas: „8.2 Zur Geschichte der Böhmischen Länder. Spezifika der jüdischen Kulturgeschichte”, S. 66-73; „26. Eigen- und Fremdbilder”, Budnák, Jan: „26.1 Grundlegung”, S. 262-264, Fiala-Fürst, Ingeborg: „26.4 Das Bild der Juden”, S. 283-292.
Weiterführende Literatur:
Capková, Katerina: Czechs, Germans, Jews? National Identity and the Jews of Bohemia. New York / Oxford 2012 [original tsch. 2005].
Shumsky, Dimitry: Zweisprachigkeit und binationale Idee. Der Prager Zionismus 1900–1930. Göttingen 2013.
Spector, Scott: Prague Territories National Conflict and Cultural Innovation in Franz Kafka's Fin de Siècle. Berkeley 2000.
- Lehrende/r: Regina Grundmann
- Lehrende/r: Irina Wutsdorff
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich!
Konflikte sowie deren pädagogische Bearbeitung unterscheiden sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten der Kindertagesbetreuung erheblich voneinander. Ausgehend von einer Studien von Joseph Tobin zu Konflikten und deren pädagogischer Bearbeitung in japanischen Kindertagesstätten werden im Seminar Forschungsperspektiven und Fragestellungen für ein eigenes Forschungsprojekt zu Konflikten in der Kindertagesbetreuung im deutschen Bildungssystem entwickeln. Methodisch steht dabei das Videografieren im Vordergrund, aber es sind auch andere methodische Zugänge zu Alltagspraktiken des Umgangs mit Konflikten möglich. Das Seminar kann sowohl als Grundlage für eine eigene Feldstudie im Modul MFK4 wie auch/und für das Forschungspraktikum besucht werden. Auch Studierende, die ihre Masterarbeit in diesem Feld schreiben möchten, sind herzlich eingeladen.
- Lehrende/r: Christina Huf
Diese vierstündige Veranstaltung führt in einer Kombination aus Seminar und Übung zur ersten Hausarbeit in der neueren deutschen Literatur. Wir werden uns in intensiver Lektüre und Diskussion mit Gedichten und Lyrik aus mehreren Jahrhunderten befassen, von der Frühen Neuzeit bis zu aktueller Gegenwartsliteratur. Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Gottfried Benn, Ernst Jandl, Robert Gernhardt, aber auch Thomas Kling oder Sabine Scho stehen auf dem Programm. Eigene Lektüreinteressen können eingebracht werden. Während die Geschichte der Lyrik exemplarisch abgehandelt wird, werden immer wieder Fragen zur Theorie der Lyrik thematisiert: Was ist überhaupt ein Gedicht? Welche Definitionen vom Gedicht, von Lyrik, vom lyrischen Gedicht etc. legt die Forschung vor? Was ist eine Metapher, was ein Symbol? Was bedeutet Rhythmus, warum existieren selbst hierfür so unterschiedliche Definitionen, und wie sieht das Verhältnis von Rhythmus und Metrum aus? Welche „Stimmen” finden sich im Gedicht? Woher stammt der Begriff „lyrisches Ich” und warum sollte er keine Verwendung mehr finden? Benötigt man tatsächlich die Vorstellung vom „impliziten Autor” (Schönert) oder vom „Textsubjekt” (Burdorf)? Wie sieht eine strukturale, wie eine narratologische Analyse von Gedichten aus? Welche Rolle spielt der Vortrag von Gedichten, die Rezitation, für ihr Verständnis? Und wie ließe sich eine moderne Unterrichtsstunde zum Thema Lyrik mithilfe digitaler Medien gestalten?
Anzuschaffen ist: Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. 3. Aufl. Stuttgart 2015.
- Lehrende/r: Ortwin Lämke
- Lehrende/r: Constanze Isabelle Donata Donath
- Lehrende/r: Sabina Schroeter-Brauss
Ziel unseres Seminars ist es, schriftsprachliche Kommunikation mit ihren spezifischen Eigenarten als Kulturtechnik aus historischer Perspektive zu erforschen. Dabei gilt es, Schriftzeugnisse und Lese- und Schreibfähigkeiten in verschiedenen medialen und kulturellen Kontexten zu verorten und vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für Identitätskonstruktionen zu beleuchten. Während in Sitzungen zu den Themen ‚Mündlichkeit/Schriftlichkeit‘, ‚Autorschaft‘ und ‚Medialität‘ (u.a.) viele verschiedene Textbeispiele aus der mittelhochdeutschen Literatur die Bedeutungsdimensionen von Literalität im Mittelalter belegen und illustrieren, soll mit dem Legendenroman ‚Gregorius‘ des Autors Hartmann von Aue auch ein Werk in Gänze gelesen werden.
Alle herangezogenen mittelhochdeutschen Primärtexte liegen in Übersetzung vor. Das Seminar wird von einem Learnweb-Kurs begleitet und integriert Elemente des Digitalen Selbstlernkurses. Die Zugangsdaten zum Kurs werden in der ersten gemeinsamen Sitzung kommuniziert.
Als gemeinsame Textgrundlage ist bitte (gebraucht) anzuschaffen:
Hartmann von Aue: Gregorius. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Neumann neu hrsg., übers. u. komm. von Waltraud Fritsch-Rößler. Stuttgart 2011 (= RUB, 18764).
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
Am Beispiel des Minnesangs, der mittelhochdeutschen Liebeslyrik, werden grundlegende Fragen der mittelalterlichen Literatur besprochen.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Das Seminar befasst sich mit dem Hof der Amalie von Gallitzin, der Münster Ende des 18. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte zu einem wichtigen Thinktank der deutschen und europäischen Aufklärung hat werden lassen. Die Frage, die die Fürstin und die mit ihr verbundenen Intellektuellen umtrieb, war für die Epoche hochbrisant. Sie betraf das Verhältnis von Religion und Vernunft. Folglich kamen, um an dieser Debatte teilzunehmen, nicht nur zahlreiche Philosophen in die Domstadt, allen voran Johann Georg Hamann. Auch Goethe wollte persönlich teilhaben an den Gesprächen der Fürstin und ihrer „familia sacra“. Die Münsteraner Aufklärung aus den Quellen und der Forschung heraus zu rekonstruieren, die entsprechende Orte in der Stadt aufzusuchen und auch den Nachlass der Fürstin in der Universitäts- und Landesbibliothek zu sichten – darin besteht das Vorhaben diese Seminars.
- Lehrende/r: Kai Sina
Der Magische Realismus ist eine deutsche Erfindung. Die sogenannte naturmagische Schule um Oskar Loerke, Wilhelm Lehmann und die Zeitschrift „Die Kolonne“ entwirft schon Ende der 1920er Jahre eine interessante Alternative zur Neuen Sachlichkeit. In der NS-Zeit geht diese literarische Strömung in die sogenannte ‚Innere Emigration‘, um nach 1945 in der deutschen Literatur, vor allem der Lyrik in Ost und West (Peter Huchel, Günter Eich) noch einmal prominent zu werden. Neben Lyrik und Kurzprosa wird im Seminar der erste Roman von Elisabeth Langgässer, „Der Gang durch das Ried“, Gegenstand sein.
- Lehrende/r: Moritz Baßler
Infoveranstaltung zum Projekt am Donnerstag, 6. Juli 2023, 18 Uhr in VSH 17.
Falls Sie die Infoveranstaltung verpasst haben, finden Sie ausführliche Informationen auch auf unserer Projekthomepage. Weitere Fragen können jederzeit an mercator.projekt@uni-muenster.de gerichtet werden.
Es handelt sich um ein Projektseminar, genauer das Vorbereitungsseminar im Rahmen des Mercator-Projekts.
Im Seminar werden Sie darauf vorbereitet, Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an Grundschulen, verschiedenen Schultypen der Sek. I sowie Berufskollegs zu erteilen. Mit Teilnahme am Vorbereitungsseminar verpflichten Sie sich, ab Anfang 2024 mind. ein Jahr lang wöchentlich 4 Schulstunden DaZ-Förderunterricht an einer Schule im Kreis Warendorf oder im Kreis Coesfeld zu erteilen. Die Unterrichtstätigkeit wird mit 18,- Euro pro Unterrichtsstunde vergütet und durch die Seminarleiterin im Rahmen eines Begleitseminars im SoSe 2024 betreut. Bei erfolgreichem Abschluss der Projektteilnahme erhalten Sie ein Zertifikat, das die erworbenen theoretischen und praktischen Kompetenzen bescheinigt. Die Lehrtätigkeit kann als Berufsfeldpraktikum angerechnet werden.
Seminarinhalte:
- Ein- und mehrsprachiger Spracherwerb
- Sprachwissenschaftliche Grundlagen
- Grundlagen der Sprachdiagnostik (insb. Profilanalyse nach Grießhaber)
- Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache
- Sprachfördermöglichkeiten in Kleingruppen
Seminartermine: Das Seminar findet im WiSe 2023/24 donnerstags von 16 bis 18 Uhr statt.
Anrechnung: Das Vorbereitungsseminar können Sie sich in verschiedenen sprachwissenschaftlichen und sprachdidaktischen Modulen des ZFB, BA HRSGe, BA BK und BA G ab dem dritten Semester anrechnen lassen. Der anschließende Förderunterricht kann zudem als Berufsfeldpraktikum angerechnet werden. Im Masterstudium dient das Seminar Ihrer eigenen Qualifikation. Es wird Ihnen zusammen mit der Tätigkeit als Förderlehrkraft zertifiziert.
Voraussetzungen: Sie sollten mindestens im dritten Fachsemester Bachelor Germanistik bzw. Lehramt Deutsch sein und die Grundlagenmodule abgeschlossen haben. Studierende des Zertifikatsstudiums DaFZ sind ebenfalls willkommen.
Verpflichtung: Sie nehmen während des Wintersemesters am Vorbereitungsseminar teil und werden mit Beginn des neuen Schulhalbjahres, also ab Anfang 2024, als Förderlehrkraft an einer Schule im Kreis Coesfeld oder im Kreis Warendorf tätig sein. Sie verpflichten sich, für mind. ein Jahr vier Schulstunden pro Woche DaZ-Förderunterricht in Kleingruppen von 2-6 Schüler/innen zu erteilen. Dabei werden Sie von der Seminarleiterin im Rahmen eines Begleitseminars betreut und einmal hospitiert.
Anmeldung: Bei Interesse melden Sie sich bitte im Projektbüro (mercator.projekt@uni-muenster.de) mit folgenden Angaben: Name, Matrikel-Nr., Studiengang und –fächer, Semesterzahl, Uni-Emailadresse, alternative Emailadresse.
Ausführliche Infos zum Projekt finden Sie auf der Projekthomepage. Bei Fragen melden Sie sich gerne.
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
Die niederdeutsche Sprache spielt gegenwärtig in Nordwestdeutschland kaum noch eine Rolle. Das war in der Vergangenheit allerdings ganz anders. Bis in die Neuzeit hinein wurde sie von allen gesellschaftlichen Gruppen gesprochen – und auch geschrieben. Zahlreiche Dokumente, die zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert abgefasst wurden, sind daher in Niederdeutsch gehalten oder weisen Elemente dieser Sprache auf. Auch die nordwestdeutsche Namenwelt ist maßgeblich niederdeutsch geprägt. Historikerinnen und Historiker, die zur Geschichte dieses Raumes forschen, sehen sich also mit dieser Sprache und ihrer historischen Formen konfrontiert.
Die Quellen- und Lektüreübung soll einerseits einen Überblick über die Geschichte des Niederdeutschen bieten und mit den sprachlichen Besonderheiten vertraut machen, andererseits soll die Veranstaltung den Teilnehmenden Lesekompetenzen vermittelt und Hilfsmittel vorstellen, die zur Erschließung niederdeutscher Quellentexte notwendig sind.
- Lehrende/r: Christof Spannhoff
Das ›Nibelungenlied‹ ist nicht nur das bedeutendste mittelhochdeutsche Heldenepos, sondern auch eines der wichtigsten Werke der deutschen Literatur. Es erzählt die Geschichte von Kriemhild, mit deren Jugend und Tod die Dichtung beginnt bzw. endet, von ihrer Liebe zum Drachentöter Siegfried, dessen Ermordung durch Hagen und Kriemhilds gnadenloser Rache, die schließlich zum Untergang eines ganzen Volkes führt. Wie für die Gattung üblich, basiert die uns bekannte, um 1200 verschriftlichte Fassung auf älteren Sagen, die wiederum auf historische Ereignisse (Untergang der Burgunden) und Personen (Attila, Theoderich der Große) der Völkerwanderungszeit zurückgehen. Germanisch-heroische Motive und Themen stehen deshalb neben höfisch-modernen. Wir werden uns nicht nur mit dem ›Nibelungenlied‹ selbst (Stoffgeschichte, Figuren, Handlungsmuster etc.) auseinandersetzen, sondern am Ende des Semesters auch einige Rezeptionszeugnisse (wie z.B. die mhd. ›Nibelungen-Klage‹ oder Fritz Langs Stummfilm ›Die Nibelungen‹ von 1922/24) in den Blick nehmen.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Die Veranstaltung kann im Bedarfsfall auch für das Modul ELS genutzt werden. Bitte wenden Sie sich für die Onlinestellung der genannten und von Ihnen zu belegenden Module in den Bildungswissenschaften an Frau Averesch (christiane.averesch@uni-muenster.de).
Bitte beachten! Diese Veranstaltung kann nicht außercurricular belegt werden. Die Teilnahme an der ersten, konstituierenden Sitzungwird erwartet! Ein Nachrücken in die Veranstaltung ist ausschließlich über einen Platz auf der Warteliste oder über eine Härtefallregelung möglich.
Das Seminar beleuchtet aus vielfältigen Perspektiven Aspekte der Schul- und Unterrichtsorganisation, der Professionalisierung und Professionalität von Lehrkräften sowie der Sozialisation in schulischen Kontexten. Aktuelle Problemstellen im deutschen Schulsystem dienen als Anker, um zum einen Bezüge zur erziehungswissenschaftlichen Forschung und zum anderen zur Mikroebene des Unterrichts herzustellen. Die drei Blocktage sind jeweils einer der zentralen Thematiken gewidmet und sind durch einen anregenden methodischen Wechsel gestaltet, um die Thematiken multiperspektivisch wahrnehmen zu können. Eine proaktive Auseinandersetzung mit den Grundlagentexten wird erwartet.
- Lehrende/r: Patrick Gollub
- Lehrende/r: Lirim Selmani
Schon zu seiner Entstehungszeit wurde das Kino – kritisch oder affirmativ – als ein Kulturgut der Masse betrachtet. Heute sind Film und Fernsehen aus dem Alltag vieler Menschen kaum noch wegzudenken. Zwar haben die Kinobesuche in Deutschland seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts stark abgenommen, doch mehr als die Hälfte aller Haushalte verfügt inzwischen über mindestens ein Streaming-Dienst-Abonnement, etwa ein Drittel aller Deutschen nutzt dieses mindestens einmal pro Woche, ein weiteres Drittel sogar täglich. Laut der Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA (2022) gehört das Ansehen von Filmen und Serien mit zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Filme scheinen im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle zu spielen – Grund genug, sich philosophisch mit diesem Gegenstand auseinanderzusetzen! Was fällt eigentlich alles unter den Ausdruck „Film“ und was macht einen Film aus? Warum schauen wir Filme oder gehen wir ins Kino? Was macht einen Film zu einem guten Film? Sind Filme Kunstwerke und falls ja, was macht die Besonderheit des Mediums Film unter den Kunstformen aus? Wer – die Drehbuchautorin, die Regisseurin, die Schauspielerinnen? – ist an dem Schaffungsprozess beteiligt? Lässt sich einem Film so etwas wie ein „Autor“ zuschreiben? In welcher Beziehung stehen Filme zu Wahrheit und Wirklichkeit? Lassen sich Filme als Erzählungen verstehen? Wenn ja, wer ist dann der Erzähler? Wie kommt es, dass wir mit den Figuren eines Filmes mitfiebern und von ihrem Schicksal emotional betroffen sind, obwohl diese doch (in den meisten Fällen) fiktiv sind? Diese und andere Fragen werden uns in diesem Seminar bewegen.
- Lehrende/r: Tanja Stahl
In unserem Alltag sind wir täglich – bewusst oder unbewusst – mit politischer Kommunikation konfrontiert. Sie ist Teil der täglichen Nachrichten, begegnet uns im Internet, immer häufiger auch in Unterhaltungsmedien oder ganz klassisch als Wahlplakat auf dem Weg durch die Stadt. Manche Formen der politischen Kommunikation kommen sehr subtil daher und mögen nicht den Anschein erregen einen politischen Zweck zu verfolgen, andere zeigen dies sehr transparent. Welche Form der Kommunikation gewählt wird, hängt davon ab, welcher Akteur kommuniziert und welcher Zweck damit verfolgt werden soll.
Im Seminar „Politische Kommunikation im öffentlichen Raum” lernen die Studierenden die verschiedenen Akteursgruppen und deren relevantesten Vertreter in Deutschland und den Niederlanden kennen. Dabei stehen folgende Fragen zentral: Welchen Einfluss haben die Unterschiede im politischen System auf die Kommunikation der Akteure? Welche Rolle spielt Journalismus für die Kommunikation von politischen Akteuren? Welchen Unterschied macht Nationalität in der europäischen Medienberichterstattung des 21. Jahrhunderts?
Um diese Fragen zu beantworten beschäftigen sich die Studierenden intensiv mit politischen Akteuren der beiden untersuchten Länder. Ein besonderer Fokus wird dabei auf den Parteien liegen. Im Rahmen des Seminars wird es die Aufgabe der Studierenden sein, ein Kommunikationskonzept zu aktuellen Problem- und Aufgabenstellungen verschiedener Parteien auszuar-beiten. Die Konzepte werden von deutschen und niederländischen Parteien in Auftrag gegeben und in einem Briefing erläutert. Zum Abschluss des Seminars stellen die Studierenden ihr Konzept an die Auftraggeber vor.
- Lehrende/r: Max Dahlmer
In diesem Seminar werden wichtige Grundlagen, Akteure und Prozesse der deutschen und niederländischen Politik in komparativer Perspektive behandelt. Die Betrachtungen zielen darauf ab, das Wissen über das politische Geschehen in Deutschland und den Niederlanden zu erweitern, dabei sollen zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen beiden Ländern identifiziert und erörtert werden. Im Verlauf des Seminars wird des Weiteren immer wieder über aktuelle Fragestellungen und Themen diskutiert werden.
Die Sitzungen am Donnerstag richten sich ausschließlich an die Studierenden des Bachelorstudiengangs Niederlande-Deutschand-Studien. In ihnen werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens behandelt werden.
- Lehrende/r: Markus Wilp
<p dir="ltr">Herzlich Willkommen im Projektseminar Soziale Prozesse,</p><p>Das Seminar wird Donnerstags von 8-10 Uhr im H01 stattfinden und gibt 6 Leistungspunkte (180 Stunden Workload). Der erste Teil des Seminars beinhaltet eine theoretische Einführung in ausgewählte sozialpsychologische Phänomene (u.A. Zuschauende im Sport, Team Identifikation von Sport Fans). Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen wird von den Studierenden im weiteren Verlauf des Seminars eine Fragebogenstudie zur Veränderung der Teamidentifikation mit der deutschen Nationalmannschaft während der Fußball-WM durchgeführt. Abschließend sollen mithilfe grundlegender statistischer Verfahren die Ergebnisse der Fragenbogenstudie vorgestellt werden.</p><p>Die Lernziele des Seminars sind die Vermittlung sozialpsychologischer und sozialwissenschaftlicher Phänomene im Sport, grundlegende Kenntnisse zur wissenschafltichen Durchführung von Fragebögenstudien sowie deren Auswertung mithilfe geeigneter statistischer Verfahren.</p><p>Wir freuen uns auf ein spannendes Seminar mit euch.</p><p>Bernd, Henk, Jona und Dominik</p>
- Lehrende/r: Fabian Kuropka
- Lehrende/r: Henk Erik Meier
Neben der wissenschaftlichen Literatur sind Patentschriften eine wichtige Informationsquelle für die strategische Planung von Forschungsaktivitäten. Im Gegensatz zu Fachpublikationen, in denen auch theoretische Grundlagen erörtert werden können, muss in jedem Patent die Lösung für ein technisches Problem detailliert erklärt werden. Insbesondere die Ergebnisse der industriellen Forschung sind häufig nur über die Patentliteratur erschließbar. 80% des technischen Wissens wird nur in Patenten veröffentlicht. Über 94% der Patente sind nicht mehr in Kraft, d.h. das dort beschriebene Know-How kann von jedermann kostenlos benutzt werden.
Dieser Workshop stellt die über das Internet kostenlos zu nutzenden Patentdatenbanken des Deutschen (DPMA) und des Europäischen (EPA) Patentamtes vor. Anschließend wird die Systematik einer Patentrecherche in der Datenbank DEPATISnet des DPMA an einigen Beispielen erläutert und geübt.
Referent: Patentanwalt Maximilian Pellengahr, Kanzlei Bauer, Wagner, Priesmeyer, Aachen
Veranstaltungsort: Voraussichtlich Computer-Pool Wiwi 1 im Juridicum, Universitätsstraße
- Lehrende/r: Katarina Kühn
- Lehrende/r: Marc Stallony
- Lehrende/r: Janita Tönnissen
Personenreferenz, d.h. der Bezug auf Personen, erfolgt mit verschiedenen Ausdrucksmitteln. Mit einem Eigennamen wie Alexandra oder Nominalphrasen wie meine Freundin oder meine intelligente Kollegin kann ich mich auf dieselbe Person beziehen. Der Gebrauch dieser verschiedenen Mittel der Personenreferenz ruft dabei unterschiedliche Vorstellungen von und Assoziationen mit der Person bzw. meiner Beziehung zu ihr hervor. Zur Herstellung von Nähe und zum Ausdruck einer emotionalen Haltung können außerdem Spitznamen wie Alex oder Kosenamen wie mein Bärchen genutzt werden.
Auch wenn Sprechende auf sich selbst oder auf die Adressaten Bezug nehmen, liegt ein Fall von Personenreferenz vor. Neben dem Wandel des Anredesystems sind dabei Fälle besonders interessant, in denen von den konventionell verwendeten deiktischen Pronomen abgewichen wird, wenn man z. B. nicht mit ich, sondern mit man auf sich selbst referiert. Auch in Bezug auf den Wandel von Anredepraktiken in der Geschichte des Deutschen gibt es noch ungeklärte Forschungsfragen. Im Seminar wollen wir diese und vergleichbare Arten der Personenreferenz in der deutschen Gegenwartssprache und Sprachgeschichte betrachten und selbst empirisch erforschen.
Es handelt sich um ein Kooperationsseminar mit der Universität Duisburg-Essen, das als forschungsbasiertes Projektseminar konzipiert ist, bei dem Sie nach einer kurzen Inputphase unter Anleitung in Arbeitsgrupppen eigenständige Untersuchungen durchführen. Zum Seminarabschluss werden die Untersuchungen und erzielten Ergebnisse auf einer studentischen Tagung an der Universität Münster der Gesamtgruppe in Kurzvorträgen präsentiert. Hierzu ist ein zusätzlicher Termin am 07.02.2024 angesetzt, dessen Wahrnehmung und aktive Beteiligung Voraussetzung für die Studienleistung ist.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Auf 35 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das Seminar soll einen Einblick in die grundlegenden Theorien und Konzepte inklusiver Bildung geben und dabei insbesondere im Kontext von Schule verankert sein.
Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildet die Auseinandersetzung mit zentralen Widersprüchen in der Umsetzung des Inklusionskonzeptes in die schulische Praxis. Dabei wird die Betrachtung – neben der Umsetzung von Inklsuion im deutschen Bildungssystem - insbesondere im internationalen Vergleich erfolgen und es werden entsprechende empirische Befunde dazu in der Veranstaltung erarbeitet und diskutiert.
Erwartet wird insgesamt die Bereitschaft zum wissenschaftlichen Arbeiten und zur selbstständigen kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Texten und (internationalen) empirischen Untersuchungen.
- Lehrende/r: Kristina Peyrer
- Lehrende/r: Doren Prinz
Insbesondere in der deutschen Gesellschaft stellt sich häufig die Frage, ob die katholische Kirche in ihren Gesetzen überhaupt mit den moralischen Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft zusammenpassen kann. Im Proseminar soll das untersucht werden. Dabei werden wir uns die Begriffe „Moral“ und „Recht“ anschauen und dann aktuelle Probleme in der Spannung dieser beiden Gebiete in den Blick nehmen.
- Lehrende/r: Julia Maria Klesel
Im Seminar werden wir uns auf Master-Niveau in Form von Referaten und Analyseübungen Eisenbergs Syntax-Modell für das Deutsche beschäftigen. Wir werden also auf der Grundlage eines deskriptiven Ansatzes vertieft in die syntaktische Analyse einsteigen und Besonderheiten der deutschen Syntax sowie grammatikalische Zweifelsfälle betrachten. Dabei sollen die eigenen Analysefertigkeiten an konkreten Beispielen trainiert werden. Durch selbständige Analyseversuche wird ein systematisches Verständnis für Satzstrukturen entwickelt, das eine wichtige Grundlage darstellt für die linguistische Analyse verschiedenster Sprachdaten. Sie erwerben also neben den theoretischen Grundlagen auch das Handwerkszeug für empirische Untersuchungen mit syntaktischem Bezug im wissenschaftlichen Bereich sowie für Grammatikunterricht und Fehleranalysen in der Schule.
Die Veranstaltung findet in Präsenz statt.
- Lehrende/r: Netaya Lotze
- Lehrende/r: Leonie Weichert
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirk-lichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungstheorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um das Doing Gender in der Schule sein, sowie Aspekte von Schule und Migration. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirk-lichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungs-theorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um soziale Ungleichheit sein, sowie Aspekte von Familie und Bildung. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirklichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungstheorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um inklusive Schule sein, sowie Aspekte der digitalisierten Schule. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
Lehrkräfte sind in unserer medial-digitalisierten Welt aufgefordert, ihre Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Raumdarstellungen über Sprache konstruiert werden und sich kulturelle Merkmale im Sprechen über Raum manifestieren. Die Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) weisen darüber hinaus Kommunikation als Kompetenzbereich explizit aus und umreißen diesen Kompetenzbereich mit der Fähigkeit, „geographische/geowissenschaftliche Sachverhalte zu verstehen, sich angemessen unter der Verwendung der Fachsprache auszudrücken und damit anderen verständlich zu machen”. Im Seminar sollen zunächst theoretische Grundlagen diskutiert werden, die dann anschließend in Handlungsmöglichkeiten im Rahmen einer sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung umgesetzt werden.
- Lehrende/r: Sonja Schwarze