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- Lehrende/r: Morvarid Saki
- Lehrende/r: Christine Thomas
Die Planung, Durchführung und Reflexion von Gedenkstättenfahrten und Besuchen an historischen Lernorten gehören zu den zentralen Aufgabenbereichen von Geschichtslehrkräften. Ziel der Übung ist es, dass Geschichtsstudierende Kompetenzen für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von solchen Exkursionen mit Schulgruppen insbesondere im Themenfeld des Nationalsozialismus aufbauen. Vor dem Hintergrund dieses Anliegens setzt die Lehrveranstaltung einen besonderen Schwerpunkt auf die Analyse und (Weiter-)Entwicklung von Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung, um Ansätze für eine differenzierende Unterrichtsplanung im Setting des historischen Lernens an außerschulischen Lernorten zu entwickeln. Damit verbunden ist die Fragestellung: Wie können die spezifischen Lernpotentiale von historischen Lernorten für die Gestaltung differenzierender Lernarrangements genutzt werden?
Nach Einarbeitung in die theoretischen Grundlagen sollen die Teilnehmer*innen eigene Praxiserfahrungen am Beispiel des Geschichtsorts Villa ten Hompel in Münster sammeln, in deren Zusammenhang auch Gespräche mit Mitarbeiter:innen des Lernorts vorgesehen sind.
Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung von Besuchen an historischen Lernorten mit Schulgruppen befasst sich die Übung insbesondere mit Heterogenität als Voraussetzung historischen Lernens.
Bitte beachten Sie nachfolgende organisatorische Hinweise: Die obligatorischen Exkursionen zum Geschichtsort Villa ten Hompel finden am Do., 15.05. (14.00 - 18.00 Uhr) und am Do., 26.06. (14.00 - 16.00 uhr) statt. In der Sitzung am Do., 10.07. finden von 14.15 - 17.00 Uhr die Präsentationen statt.
- Lehrende/r: Felix Ostermann
Was sind eigentlich ‚Gedichte für Kinder‘ und gibt es so etwas wie ‚Kinderlyrik‘? Diese Fragen greift das Seminar auf und vermittelt literaturwissenschaftliche Grundlagen der Gedichtanalyse und Perspektiven der Gedichtinterpretation. Dabei betrachten wir Gedichte als Klanggebilde und als Literaturform, für die Mündlichkeit eine besondere Rolle spielt. Wir fragen, was eigentlich Verse sind und ob wir sie hören können, beobachten, welches Gewicht Laut, Metrum und Rhythmus zukommt, und diskutieren das Verhältnis von Schrift- und Sprechform von Gedichten. Wir werden unterschiedliche Gedichte (für Kinder) kennenlernen, sprechen und besprechen. Dabei schulen wir nicht nur unsere Analysekompetenzen, sondern ebenfalls unsere Kompetenzen im Sprechen und Hören von Gedichten. Das gattungstheoretische Wissen wird vertieft, denn wir greifen unterschiedliche lyrische Gattungen auf und diskutieren diese im Kontext Grundschule.
- Lehrende/r: Katharina Grabbe
„Mit Gedichten muss man sich ein bisschen aufhalten, um manchmal erst herauszufinden, was schön daran ist.“ (B. Brecht)
Wir stellen Überlegungen an, welche Gedichte für Kinder geeignet sein können, was ein kindgerechter Zu- und Umgang mit Gedichten sein kann und welche didaktischen Möglichkeiten dazu in der Primarstufe zur Verfügung stehen. Im Vordergrund stehen kreative Methoden und vor allem die Möglichkeiten, die das Sprechen von Gedichten bietet. Dabei sollen Sie als Lehrkraft in die Lage versetzt werden, Gedichte ansprechend, interessant und sinnunterstützend vorzutragen, um Kinder für die Gattung zu begeistern. Parallel erarbeiten wir sprechgestalterische Methoden, die auch SuS nutzen können, um sich mit Gedichten anzufreunden und diese in einem produktiven Prozess zu erkunden und zu interpretieren.
Übungen zum Sprechen und Vortragen vor Gruppen, zu Körpersprache, Sprechausdruck, Stimme und Artikulation sind Bestandteil des Seminars.
Literatur:
Schulz, Gudrun: Umgang mit Gedichten. Berlin 1997.
- Lehrende/r: Andrea Kresimon
„[…] wir sind, bei der allgemeinen Aufklärung unsrer Zeit, zuviel Philosophen um Geistererscheinungen zu glauben; und wir sind, mit aller unsrer Aufklärung, nicht Philosophen genug, um sie nicht zu glauben,“ schrieb Christoph Martin Wieland 1781. Tatsächlich war gerade die Aufklärung durch eine starke Faszination für Geister und Gespenster geprägt. Zahlreiche Gelehrte und Autoren setzten sich damit auseinander, Geisterseher, -banner und -beschwörer bevölkerten die Salons und Höfe, Schauerliteratur und Gehheimbundromane hatten Konjunktur. Manchen Zeitgenossen schien das Jahrhundert der vernünftigen Erleuchtung daher eher zu einem Jahrhundert der geistigen Verdunkelung zu verkommen. In der Forschung spricht man vom Umschlag ins 'Andere der Vernunft' und von der 'Dialektik der Aufklärung'.
Das Seminar möchte zunächst anhand zeitgenössischer theoretischer Texte den Diskurs über den Geisterglauben nachzeichnen, um die damit verbundenen Wissensbestände und Diskursfiguren herauszuarbeiten. Anschließend sollen die Reflexionen und ästhetischen Verhandlungen literarischer Texte analysiert und kontextualisiert werden. Hier reicht die Bandbreite von trivialen bis hochgradig kanonisierten Werken und quer durch die Gattungen. Entsprechende Bereitschaft zur Lektüre ist grundlegende Voraussetzung.
- Lehrende/r: Britta Herrmann
- Lehrende/r: Julia Rosin
Welche Gerichte haben die Menschen im Mittelalter gegessen, wenn sie keine Kartoffeln, keine Tomaten und keinen Paprika zur Verfügung hatten? Die allgemeine Vorstellung über die mittelalterliche Esskultur schwankt zwischen dem Bild der Bauern vor ihrer täglichen Kohlsuppe und der bunten Szenerie des üppigen königlichen Festmahls mit unzähligen Wildbraten. Die Studierenden werden in diesem Seminar die diversen Esskulturen des Spätmittelalters entdecken und in einen größeren Kontext setzen. Ernährungsgeschichte wird als Zugang für die Erörterung von politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen der spätmittelalterlichen Gesellschaften.
Im Lauf der Sitzungen werden wir unterschiedliche Konstellationen betrachten, die mit Ernährung zu tun haben: Marktbeschreibungen, Darstellungen von höfischen Festmahlen und von zünftigen Gelagen, Haushaltsmanuale und natürlich Kochbücher werden auf dem Menü sein.
Die zahlreichen in Betracht gezogenen Quellen geben uns die Gelegenheit für eine propädeutischen Einführung in den Techniken und Grundlagen der Mediävistik.
- Lehrende/r: Colin Arnaud
Jenseits der vermeintlich großen Fragen der Geldtheorie nimmt das Seminar Geld als Alltagsobjekt in den Blick. Dabei wird Geld einerseits aus der Perspektive der materiellen Kultur diskutiert: Welche Dinge finden Verwendung? Welche Rolle spielt die Materialität der Geldobjekte für Wert und Akzeptanz? Andererseits fokussiert das Seminar auf Praktiken des Geldgebrauchs. Im Verlauf des Semesters werden archäologische, historische und museale Perspektiven vorgestellt. Neben Formen des Geldgebrauchs in unterschiedlichen – auch unterschiedlich „monetarisierten“ – Gesellschaften werden am Beispiel Geld Möglichkeiten und Probleme der Sammlungs- und Ausstellungspraxis diskutiert.
Als Studienleistung erbringen die Studierenden ein Kurzreferat. Eine Prüfungsleistung kann in Form einer Forschungsskizze (12–15 Seiten) erbracht werden.
- Lehrende/r: Timo Luks
Auf 25 Studierende begrenzte TN-Zahl, Anmeldung per Mail (bis 25.03.25) an jan-martin.geiger@uni-muenster.de
An generative Künstliche Intelligenz (KI) in der Lehre wird u. a. die Erwartung geknüpft, dass sie individuellen Bedürfnissen Lernender bedarfsgerecht begegnen kann und für Lehrende eine wichtige Unterstützung in der Planung, Umsetzung und Evaluation ihrer Tätigkeit bietet. Vor diesem Hintergrund finden unterschiedliche Erscheinungsformen von generativer KI aktuell an großer Aufmerksamkeit in Lehr-Lernkontexten. Besonders im schulischen und akademischen Bereich können Lehrkräfte aus einem zu stetig größer werdenden Angebot an KI-bezogenen Werkzeugen wählen. Gleichzeitig werden mit dieser Technologie auch Risiken verbunden, die sich u. a. auf eine prototypische Vermittlung von Informationen und Wissen in Verbindung mit ungleichen Zugangsmöglichkeiten beziehen. Es besteht daher ein dringender Bedarf an didaktischen Konzepten, mit denen der Transfer von KI in die Unterrichtspraxis erprobt, gestaltet und reflektiert werden kann.
Das Seminar bietet Teilnehmenden die Möglichkeit, konkrete Anknüpfungspunkte (z. B. mit Blick auf den Schulunterricht oder die Hochschullehre) zu vertiefen und konkrete Formen von KI in der Lehre (z. B. in Form von Chatbots) selbst zu erproben. Ferner widmen wir uns der Frage, worin das ‚Innovative‘ in diesen Technologien liegen kann und wie Anbieter entsprechender Lernmittel diese Technologien in ihre Wertschöpfungsüberlegungen integrieren, um unterschiedliche Einsatzszenarien in der Lehre zu reflektieren. Studierende haben die Möglichkeit, folgende Aspekte zu vertiefen:
- Einsatzszenarien und didaktische Potenziale konkreter Technologien wie bspw. ChatGPT in Lehr-Lernkontexten
- Entwicklung und Evaluation von fachspezifischen Lehr-/ bzw. Unterrichtsreihen
- Subjektive Sichtweisen, Erwartungen und Kompetenzen von Lehrkräften
- Geschäftsmodelle von Anbietern digitaler Lehr-Lernmittel
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Studierende der Geisteswissenschaften (Master- sowie fortgeschrittenes Bachelorstudium) sowohl mit als auch ohne Lehramtsbezug, die Fragestellungen rund um digitale Innovationen in der Lehre in ihrer jeweiligen Disziplin bearbeiten möchten.
- Lehrende/r: Jan-Martin Geiger
- Lehrende/r: Celina Peters
- Lehrende/r: Dominik Krüßmann
- Lehrende/r: Sabine Frilling
Generationenkonflikte – Modelle. Funktionen. Inszenierungen
Aktuell nehmen Fragen der Generationengerechtigkeit und die Auseinandersetzung mit Generationenkonflikten viel Raum in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen ein. Themen wie die Verteilung von Ressourcen, Klimawandel und der demografische Wandel prägen den Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und werfen die Frage auf, wie Wandel gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann.
Das Seminar stellt vor diesem Hintergrund die Frage nach den Modellen des Generationenkonflikts, das diesen Debatten zugrunde liegt. Welt befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel und Menschen aller Generationen ringen zu allen Zeiten um eine auf Verbesserung zielende Gestaltung von Zukunft. Warum aber wird dieses kontinuierliche Bemühen um eine bessere Zukunft seit jeher als Konflikt aufeinanderfolgender Generationen modelliert und inszeniert? Was leistet das Motiv des Generationenkonflikts für das individuelle und kollektive Erleben von Veränderung? Diesen Fragen geht das Seminar entlang von literarischen und essayistischen Verhandlungen von Generationenkonflikten unterschiedlicher Epochen nach.
- Lehrende/r: Silvia Reuvekamp
Tutorien zur Vorlesung Form und Struktur: Theorie und Praxis. Die einstündigen Übungen finden wöchentlich statt und werden zwischen 8 und 9 Uhr sowie 9 und 10 Uhr angeboten. Die Zuteilung erfolgt zu Beginn der Vorlesungszeit. Nähere Informationen zum Verteilverfahren werden über den Learnweb-Kurs der Vorlesung bekanntgegeben.
- Lehrende/r: Stephan Blömker
- Lehrende/r: Johanna Brandt
- Lehrende/r: Lisa Kühnemund
- Lehrende/r: Sophia Rothering
- Lehrende/r: Simeon Schwob
- Lehrende/r: Tjorven Lea Seibold
- Lehrende/r: Susannah Unteregge
Ziel der dreitägigen Exkursion ist es, durch Arbeit vor Ort den „geographischen Blick” zu schulen sowie vertiefte Einblicke in geographisches Denken und Arbeiten zu erhalten.
Neben der Stadtgenese Münsters und der Auseinandersetzung mit dem Modell der mitteleuropäischen Stadt, werden an weiteren Standorten in und um Münster, wie bspw. dem Hafen oder dem nördlichen gelegenen Stadtteil Coerde, aktuelle Herausforderungen und Prozesse der Stadtentwicklung thematisiert und mithilfe geographischer Arbeitsmethoden dokumentiert. Die Erkundungen finden per Fahrrad sowie zu Fuß statt.
- Lehrende/r: Rainer Mehren
- Lehrende/r: Patricia Göbel
- Lehrende/r: Elke Hanenkamp
- Lehrende/r: Erik Scherer
- Lehrende/r: Andreas Stracke
- Lehrende/r: Ralf Hetzel
- Lehrende/r: Reinhard Wolff
- Lehrende/r: Studienkoordination c/o Fr. Prof. Achten
- Lehrende/r: Elke Hanenkamp
- Lehrende/r: Harald Hiesinger
- Lehrende/r: Christian Knoth
- Lehrende/r: Edzer Pebesma
„Chroniken der deutschen Städte“ – unter diesem Titel publizierte ab 1862 ein monumentales Editionsunternehmen insgesamt 37 Bände mit historiographischen Texten von 19 Städten aus dem Gebiet des mittelalterlichen römisch-deutschen Reichs. Diese Edition ist bis heute nicht nur deshalb maßgebend, weil sie das umfassendste Corpus städtischer Chronistik des deutschen Spätmittelalters und damit eine Quellengruppe höchsten Ranges für die spätmittelalterliche Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte darstellt. Wie die jüngere Forschung zunehmend problematisiert, hat der Kreis der Editoren mit diesem Werk überhaupt erst definiert, welche Texte wir unter den von ihnen geschaffenen Gattungsbegriff der mittelalterlichen „Stadtchroniken“ fassen – und wie eine mittelalterlicher Stadt politisch verfasst sein musste, um nach dem Verständnis der Reihe überhaupt „städtische Chronistik“ hervorbringen zu können.
Ziel des Hauptseminars ist es, gemeinsam einen Einblick in die aktuelle Forschungsdiskussion um städtische Historiographie und ihre Funktionen für die zeitgenössischen Menschen zu gewinnen. Zweitens werden wir ausgewählte Quellentexte gemeinsam lesen und interpretieren, die in der modernen Forschung als städtische „Identitätserzählungen“ gelten.
- Lehrende/r: Christopher Boes
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Theresa Krosse
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
1923: Ein neues Medium hat seinen Auftritt: das Radio. Im Oktober ist Sendestart des Unterhaltungsrundfunks, ein Jahr später gibt es bereits das erste Hörspiel, es entsteht eine genuin radiophone literarische Kunst-und Unterhaltungsform mit vielfältigen Formen und Genres bis zur Gleichschaltung des Rundfunks in der Nazizeit, die ihre Spuren auch bei zeitgenössischen Autoren (Alfred Döblin, Ernst Toller, Arnolt Bronnen, Bert Brecht u.a.m.) hinterlässt und an der sie mitwirken.
1945: Alles liegt in Schutt und Trümmern, die Theater und Kinos sind unbespielbar, Zeitungen sind aufgrund von Papierknappheit und alliierter Lizenzvergabe rar, Fernsehen gibt es noch nicht. In dieser Nachkriegs-Situation avanciert der Rundfunk zum wichtigsten Kulturinstrument und Publikationsmedium – und das Hörspiel zur beliebtesten Sendegattung bis weit in die sechziger Jahre hinein: mit Einschaltquoten in Millionenhöhe, festen Wochenterminen zur Primetime und Familien, die sich in freudiger Erwartung vor dem Radioapparat versammelten. Zahlreiche wichtige Autoren und Autorinnen haben für den Rundfunk geschrieben, sind durch ihn bekannt geworden, wurden in ihrem literarisches Schaffen durch ihn beeinflusst: Günter Eich, Heinrich Böll, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Alfred Andersch, Martin Walser, Wolfgang Weyrauch und viele andere mehr. Verhandelt wurden Themen, die uns teilweise heute wieder sehr präsent sind: Angst vor atomarer Bedrohung und einem weiteren Krieg, Flucht und Migration, Existenzängste, Umgang mit den Verbrechen der Vergangenheit, Möglichkeiten einer gerechteren Zukunft. Die Hörspiele vergegenwärtigen mit ihrer akustischen Sinnlichkeit und Eindrücklichkeit vergangene Stimmen und Stimmungen und machen unsere Fantasie und Emotionen zum eigentlichen Medium ihrer Aufführung. Zugleich hat jedes Hörspiel seine eigene akustische Ästhetik – je nach Regisseur, Redaktion, Tondramaturgie und audiomedialen Möglichkeiten. Das Hörspiel ist nicht nur vertonter Text, sondern ein eigenständiges Klangkunstwerk von vielen Mitwirkenden, wie der Film.
Die Vorlesung will einen Überblick über diese in der Literaturwissenschaft stark vernachlässigten akustischen Seite der Literatur- und Kulturgeschichte geben und zugleich zu literaturtheoretischen und audiomedialen Reflexionen anregen: über Autorschaft, Adaptationen, akustische Zeichen und Rundfunkpolitik.
- Lehrende/r: Britta Herrmann
Geschichte wird gemacht, Historiographie aber wird vor allem geschrieben. Obwohl die Geschichtswissenschaft also auch eine Schreibkunst ist, setzten sich Historiker:innen vergleichsweise selten bewusst mit den schriftstellerischen Aspekten ihrer Arbeit auseinander. Das will die Übung ändern. Wir befassen uns einerseits mit literarisch besonders gelungenen Klassikern unserer Zunft und fragen danach, was zu diesem Gelingen beiträgt. Andererseits widmen wir uns jenen geschichtstheoretischen Schriften, die sich mit der Historiographie als literarischer Gattung auseinandergesetzt haben und konsultieren zudem die entsprechende ‚Ratgeberliteratur‘.
- Lehrende/r: Fernando Esposito
Inhalt, Methodik und Zielsetzung:
Der Kurs behandelt die Geschichte der islamisch geprägten Welt vom 7. Jahrhundert bis zum Untergang des Bagdader Kalifats im 13. Jahrhundert. Die Kursstunden kombinieren Input durch die Dozentin mit der gemeinsamen Erschließung von Zeugnissen der materiellen Kultur und (übersetzten) Quellentexten. Präsentationen und Materialien zur Vertiefung werden im Learnwebkurs bereitgestellt.
Der Kurs vermittelt den Studierenden
- Grundlinien der Geschichte der islamisch geprägten Welt
- Kenntnisse der relevanten Quellengattungen
- einen Einblick in Gebiete, Ansätze und Tendenzen älterer und neuerer Forschung
- einen Überblick über wichtige Publikationen zu den besprochenen Themen und Epochen
Zielgruppe und Teilnahmevoraussetzungen:
Studierende im BA Islamwissenschaft/Arabistik im 2. Fachsemester, Studierende des Zertifikats Islamische Kulturen. Hörerinnen und Hörer höherer Semester, anderer Studiengänge wie z.B. MA AKOEM, BA Religionswissenschaft und des Studiums im Alter sind herzlich willkommen.
Bitte melden Sie sich im HISLSF an.
Prüfungsleistungen
BA Islamwissenschaft/Arabistik: 90-minütige Klausur
Zertifikat Islamische Kulturen: 30-minütige mündliche Prüfung
Literatur:
Cook, Michael et al. (Hgg): The New Cambridge History of Islam, 6 vols. Cambridge 2010.
Krämer, Gudrun: Geschichte des Islam, München 2024.
- Lehrende/r: Monika Springberg
„Orte historischen Lernens“ sind aus geschichtsdidaktischer Perspektive in zweierlei Hinsicht von Interesse: Zum einen ermöglichen sie als Institutionen und Medien der Geschichtskultur Einblicke in verschiedene Formen der Vergegenwärtigung von Geschichte, zum anderen besitzen sie als „außerschulische Lernorte“ im Rahmen des erkundenden Geschichtsunterrichts auch für schulisches historisches Lernen große Bedeutung. Ziel der Übung ist es deshalb, beide Blickrichtungen miteinander in Einklang zu bringen und sowohl nach den je eigenen Entstehungs- und Präsentationsweisen verschiedener „Orte historischen Lernens“ als auch nach ihrer möglichen Nutzung im Geschichtsunterricht zu fragen. Konkretisiert werden diese Überlegungen an ausgewählten Institutionen und Medien der Geschichtskultur in Münster.
- Lehrende/r: Martin Schlutow
Gruppenpuzzle, Mind Map, Quelleninterpretation, Projektarbeit oder Podcast usw. … Was ist wann die ‚richtige‘ Methode im Geschichtsunterricht? Diese Frage ist für angehende Geschichtslehrkräfte zentral, denn sie wollen ‚guten Geschichtsunterricht‘ geben. Allerdings gibt es keine methodischen Rezepte, die grundsätzlichen Erfolg versprechen. Vielmehr müssen Lehrkräfte an der Schnittstelle von Theorie und Praxis ein flexibles Methodenwissen aufbauen und in der Lage sein, ihren Methodeneinsatz fachspezifisch zu begründen und vor allem Lernende zu unterstützen, ein fachspezifische Methodenkompetenz aufzubauen.
Hier setzt die Vorlesung an: An konkreten Beispielen sollen
- der Zusammenhang zwischen Methodenwahl und der Ermöglichung historischen Denkens und Lernens geklärt,
- die Funktionen des Methodeneinsatzes im Geschichtsunterricht unter Einbezug allgemeindidaktischer und lernpsychologischer Erkenntnisse systematisiert und
- ein geschichtsdidaktisch fundiertes Methodensystem vorgestellt werden, das Lehrkräften als Orientierungsrahmen bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihres Unterrichts dienen kann.
Da eine Methodik kein starres System ist, gilt es darüber hinaus mit Digitalisierung, sprachlicher Vielfalt, Inklusion und Demokratiebildung aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu thematisieren, die fächerübergreifend relevant sind und auf die der Geschichtsunterricht aber fachspezifische methodische Antworten finden muss.
- Lehrende/r: Saskia Handro
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Kinder und Jugendliche begegnen Geschlecht im schulischen Kontext meist als biologisches Merkmal zur Unterscheidung von Männern und Frauen und lernen dabei klassische Rollenbilder im Rahmen ihrer eigenen geschlechtlichen Sozialisation zu reproduzieren. Schule prägt dadurch als Sozialisationsinstanz das Lernen, Denken und Wissen über Geschlecht maßgeblich. Die Geschlechterforschung hat sich spätestens seit den 1970er Jahren vom biologisch-essentialistischen Geschlechterbegriff verabschiedet und begreift Geschlecht vor allem als soziale Konstruktion (gender). Spätestens mit der rechtsgültigen Möglichkeit, beim Eintrag in Personenstandsregister außer „männlich” und „weiblich” auch „divers” oder "ohne" wählen zu können, müssen auch im Rahmen der schulischen Bildung pädagogische Konzepte im Hinblick auf ihren Umgang mit Geschlechteridentitäten außerhalb der Binarität geprüft und weiterentwickelt werden.
In diesem Seminar beschäftigen wir uns daher mit der Frage, welche Rolle Schule als pädagogisches Handlungsfeld in der geschlechtlichen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen einnimmt. Wir lernen grundlegende Konzepte der Geschlechterforschung wie gender, sex, Identität, Heteronormativität und Intersektionalität kennen und beschäftigen uns mit den historisch gewachsenen Diskurslinien der gesellschaftlichen, rechtlichen und wissenschaftlichen Debatte um Geschlecht und Schule. Anhand von aktuellen Forschungsergebnissen thematisieren wir, wie Lernkonzepte geschlechterneutral und/oder geschlechtergerecht konzipiert werden können.
- Lehrende/r: Torben Kruse
Auf 50 Studierende begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich.
Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum“ (Bartsch & Wedl (2015), S. 10). Vielmehr ist Schule eine Sozialisationsinstanz, in der Kinder und Jugendliche Geschlecht als zentrales Distinktionsmerkmal begegnen, das Ungleichheiten, Hierarchisierungen und Rollenbilder in ihrem Denken und Handeln manifestiert. In der Geschlechterforschung wird Geschlecht (gender) als soziales Konstrukt verstanden, das nicht angeboren, sondern gelernt (learning gender) wird. Schule trägt als Lernort essenziell zum Lernen über und Ausbilden von gender bei und reproduziert dabei die binäre Geschlechterlogik und heteronormative, tradierte Rollenbilder, die in der Mehrheitsgesellschaft als „normal“ gekennzeichnet werden. Schule macht Geschlecht (doing gender).
In diesem Seminar beschäftigen wir uns daher mit der Frage, welche Rolle Sprache in der (De-) Konstruktion von Geschlechteridentitäten im schulischen Alltag einnimmt. Dabei behandeln wir Grundlagen der Geschlechterforschung und thematisieren zentrale Konzepte wie gender, sex, Identität, Heteronormativität und Intersektionalität. Wir diskutieren aktuelle empirische Ergebnisse der Bildungsforschung zum Zusammenhang von Sprache und Geschlechtersozialisation und zeichnen die rechtlichen Rahmen und verschiedene Diskurspositionen in einer umkämpften gesellschaftlichen Debatte nach. Ziel des Seminars ist es, Positionen und Handlungsoptionen innerhalb der Diskurslinien um geschlechtervielfältigen Sprachgebrauch in Schule und Unterricht zu entwickeln, um so den Herausforderungen, Chancen und Potentialen heterogener Klassenräume zu begegnen.
Quelle Zitat: Wedl & Bartsch (2015), Teaching Gender? Zum reflektierten Umgang mit Geschlecht im Schulunterricht und in der Lehramtsausbildung, Bielefeld: transcript Verlag.
- Lehrende/r: Torben Kruse
Die Frage nach der Bedeutung des Geschlechterunterschieds zählt immer noch zu den heißen Themen der Alltagsfragen. Und doch scheint die Antwort im öffentlichen Diskurs immer wieder klar: "Von Natur aus an-ders"! Doch andererseits ist es in manchen Arenen nicht selbstverständlich eine klare persönliche Ge-schlechtsidentität zu entwickeln. So kann heutzutage auf Facebook zwischen sechzig Optionen gewählt werden, um die eigene Geschlechtspersonalität zu identifizieren. Wie werden in diesem Seminar aufarbei-ten, was die Soziologie zur Einschätzung des Geschlechterverhältnisses und der -identität beizutragen hat. Dabei werden wir auf einzelne Etappen der Frauenbewegung und -forschung eingehen, die Entwicklung der men´s studies in den Blick nehmen und uns auch mit den queer-studies befassen
- Lehrende/r: Roland Schindler
- Lehrende/r: Paul Reuber
Der Lernbereich „Gesellschaftslehre” umfasst die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik. An den Gesamtschulen NRWs werden diese Fächer in der Sekundarstufe I – anders als beispielsweise am Gymnasium – nicht einzeln, sondern in einem gemeinsamen Fach unterrichtet. Damit ist der Anspruch verbunden, gesellschaftlich relevante Themen aus den verschiedenen Fachperspektiven zu betrachten und diese miteinander zu verknüpfen. Dies kann für angehende Lehrkräfte eine Herausforderung darstellen, haben sie doch in der Regel nur eines der drei Fächer studiert. Hier setzt die Veranstaltung an, indem sie erstens in die Konzeption des Faches Gesellschaftslehre und in die Grundlagen der beteiligten Fächer einführt, wobei der Schwerpunkt auf dem fächerintegrierenden Ansatz für die Gesamtschulen in NRW liegt. Mit Blick auf den aktuellen Kernlehrplan geht es zweitens darum, am Gegenstand "Stadt" bzw. "Stadtgesellschaft" konkrete pragmatische Überlegungen anzustellen, wie Inhalte im Gesellschaftslehreunterricht aus historischer und politischer Perspektive erschlossen werden können. In einem dritten Schritt sollen diese didaktischen Überlegungen im Rahmen einer Stadtbegehung praktisch erprobt und anschließend im Hinblick auf ihre Potentiale und Herausforderungen reflektiert werden. Am Ende soll ein fächerverbindendes Unterrichtskonzept entstehen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft statt. In diesem Rahmen finden gemeinsame Sitzungen statt.
- Lehrende/r: Christian Winklhöfer