

Vom 11. bis 13. Juni 2026 findet der Workshop „spawn.agency(): Spielarten und Praktiken digitaler Literatur“ des DFG-Netzwerks „Das Wissen der digitalen Literatur“ in Kooperation mit „Burg Hülshoff – Center for Literature“ und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ statt.
Wissenschaftliche Leitung: Annette Gilbert
Organisationsteam: Hannes Bajohr, Jenifer Becker, Jenni Bohn, Andreas Bülhoff, Jan Distelmeyer, Astrid Ensslin, Moritz Hiller
Ort: Münster und Havixbeck
Anmeldung: Prof. Dr. Annette Gilbert (FAU Erlangen-Nürnberg, Dept. Germanistik & Komparatistik), annette.gilbert@fau.de. Das Programm am Donnerstag und am Freitagvormittag ist öffentlich. Die Zugangsdaten für die digitale Keynote schicken wir auf Anfrage gern zu. Die Teilnehmer:innenzahl des Workshops am Samstagvormittag ist streng begrenzt. Bei Interesse an einer Teilnahme halten Sie bitte Rücksprache mit uns.
Weitere Informationen zum DFG-Netzwerk „Das Wissen der digitalen Literatur“ finden Sie hier.
Digitale Literatur entsteht nicht nur ‚in‘ technischen Umgebungen, sondern ‚mit‘ ihnen: durch Skripte und Interfaces, durch Verfahren maschinellen Lernens oder durch Verfahren generativer Modellierung. In diesen Gefügen interagieren Texte, Codes, Modelle, Autor:innen, Interfaces und Infrastrukturen als heterogene Akteur:innen, deren Beiträge sich nur selten eindeutig voneinander trennen lassen. Agency erscheint verteilt, situativ und relational: Sie entsteht im Zusammenspiel ästhetischer Entscheidungen, technischer Werkzeuge, datengetriebener Verfahren und sozialer Praktiken. Dazu gehören auch die spezifischen Problemkonstellationen heutiger Modell- und Plattform-Ökologien – etwa algorithmische Selektionsmechanismen, voreingebettete Datenregime, Bias und Intransparenzen –, die Bedingungen literarischer Produktion mitprägen, ohne sie vollständig zu determinieren. Digitale Literatur ist damit nicht nur ein Feld, in dem unterschiedlichste technische Operationsketten ästhetisch wirksam werden, sondern ein Raum, in dem sich epistemische Gestalten verdichten: in kollaborativen Aushandlungen ebenso wie in den jeweiligen Affordanzen und historischen Bedingungen ihrer Software.
Das zweite Treffen des DFG-Netzwerks „Das Wissen der digitalen Literatur“ fragt unter dem Titel „spawn.agency(): Spielarten und Praktiken digitaler Literatur“, wie sich in diesen Praktiken Wissen ausbildet, verteilt und sichtbar macht. Im Zentrum stehen kuratierte Konstellationen von Autor:innen und Wissenschaftler:innen. Drei Tandems erproben in gemeinsamen Präsentationen, was digitale Literatur ‚weiß‘ – sei es in Form poetischer Experimente, analytischer Interventionen oder performativer Auseinandersetzungen mit Code, sogenannter generativer KI und Interface. Ausgehend von diesen Begegnungen werden wir untersuchen, wie sich ästhetische und technische Verfahren verschränken, wie digitale Literatur auf medienhistorische Bedingungen reagiert und wie sie selbst neue epistemische Konstellationen hervorbringt.
Eine Keynote von N. Katherine Hayles erweitert die Diskussion um ‚agency‘ im Spannungsfeld von Technik, Kultur und Politik.
Das Treffen setzt auf offene, dialogische und werkstattorientierte Formen. Es knüpft damit an die Zielsetzung des Netzwerks an, digitale Literatur nicht nur als Gegenstand der Forschung, sondern als epistemische Praxis zu verstehen, deren ästhetische, technische und soziale Dynamiken sich nur in Zusammenarbeit mit denjenigen erschließen lassen, die sie gestalten.
Donnerstag, 11. Juni 2026
Ort: Haus Rüschhaus, Am Rüschhaus 81, 48161 Münster
16:00 Uhr (nicht öffentlich)
Begrüßung & Berichte aus den Arbeitsgemeinschaften
17:00 Uhr
Pause
17:30 Uhr (digital, in English)
Keynote: Literary Theory of Mind and LLM Fictions: Implications for Awareness
N. Katherine Hayles (Moderation: Hannes Bajohr)
18:30
Snackpause
19:30 Uhr (Deutsch, kostenfreie Tickets hier)
Lecture Performance & Gespräch: Schreiben zwischen Interfaces, Code & KI
Mit den Tandems Josefine Soppa + Jenifer Becker, Dîlan Canan Çakir + Katharina Nejdl, Qianxun Chen + Andreas Bülhoff (Moderation: Hannes Bajohr)
Freitag, 12. Juni 2026
Ort: Burg Hülshoff, Schonebeck 6, 48329 Havixbeck
10 Uhr
Ankommen
10:15 Uhr
Diskussion der Pairings von Schreiben zwischen Interfaces, Code & KI
Mit Jennifer Becker, Andreas Bülhoff, Dîlan Canan Çakir, Qianxun Chen und Katharina Nejdl (Moderation: Jan Distelmeyer)
12:00 Uhr
Canon Surf Sessions mit Diskussion
Bookish play und literarisches Spiel in digitalen Medien
Astrid Ensslin
Counterfactual Agents: Inszenierung von KI als Autor:innen
Hannes Bajohr
13:00 Uhr
Mittagessen & Spaziergang im Park
14:30 Uhr (nicht öffentlich)
Workshop: Kollaborative Workflows
Brendan Howell (Moderation: Jenni Bohn und Moritz Hiller)
16:00 Uhr
Kaffeepause
16:30 Uhr (nicht öffentlich)
Workshop: Kollaborative Workflows
Brendan Howell (Moderation: Jenni Bohn und Moritz Hiller)
17:30
Schluss
20 Uhr
Gemeinsames Abendessen in Münster (Selbstzahler:innen-Basis)
Samstag, 13. Juni 2026
Ort: Universität Münster, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Philosophikum, Raum 201, Domplatz 23, 48143 Münster
10:00 Uhr (nur nach Anmeldung)
Workshop: Conditions for Emotions
Ting-Chun Liu (Moderation: Mattis Kuhn)
13:00 Uhr
Mittagessen
13:45 Uhr (nicht öffentlich)
Diskussion und Planung der weiteren Schritte des Netzwerks
15:30
Schluss