

Am 1. Juni 2026 hielt Eleonora Minna ihre Fellow-Lecture zum Thema „Ways of Thinking: Art and Information“.
In aktuellen Debatten werden Begriffe wie Technologie, Digitalität und Information häufig fast austauschbar verwendet. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie diese Begriffe sich unterscheiden und wie sie trotzdem verbunden sind. Der Vortrag zeichnete die Entwicklung des Informationsbegriffs nach, beginnend bei seinen Ursprüngen in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei wurden zentrale Konzepte der Informationstheorie vorgestellt: Die mathematische Informationstheorie Claude Shannons und das Konzept der Entropie, die Arbeiten zur Kybernetik von Norbert Wiener sowie das Konzept der „selektiven Information“ nach Donald MacKay, das auch den Linguisten Roman Jakobson beeinflusst hat.
Diese Ansätze wurden mit jeweils zeitgenössischen künstlerischen Praktiken in Beziehung gesetzt, insbesondere mit Werken, die im Rahmen von Ausstellungen entstanden sind, die sich explizit mit dem Informationsbegriff auseinandersetzten. Dieser Vergleich zeigte, wie Künstlerinnen und Künstler aktiv dazu beigetragen haben, die Bedeutung von Information zu hinterfragen und neu zu bestimmen. Abschließend richtete sich der Blick vom Konzeptkunst-Kontext hin zu neueren Perspektiven und führte in die „Informationsphilosophie“ Luciano Floridis ein. Im Mittelpunkt standen dabei sein Begriff der „semantischen Information“ und dessen ethische Implikationen sowie die Frage, wie sich diese Themen in der zeitgenössischen Kunst widerspiegeln.
Eleonora Minna ist Kunsthistorikerin und Journalistin. Derzeit ist sie Lehrbeauftragte für Zeitgenössische Kunstgeschichte und Kunstkommunikation an der Akademie der Bildenden Künste in Frosinone und Viterbo (Italien) sowie Doktorandin im Fachbereich „Medium und Medialität“ an der eCampus University (Mailand/Novedrate, Italien).