

Am Montag, den 20. Juli 2026, halten Prof. Dr. Beate Fricke, Dr. Sasha Rossman und MA Jakob Weber (Universität Bern, Schweiz) einen Gastvortrag zum Thema „Gaps and Nonlinear-Storytelling in the Virtual Exhibition ‚Loot and Legend‘“. Der Vortrag findet von 16.15 bis 18.30 Uhr im Philosophikum (Domplatz 23, 48143 Münster), Raum 201, statt.
In ihrem Vortrag stellen sie die virtuelle Ausstellung im Rahmen des SNF-Projektes „The Inheritance of Looting. From Medieval Trophies to Modern Museums“ vor, die am 1.12.2026 „eröffnet“ werden wird. Beate Fricke, Sasha Rossman und Jakob Weber haben diese zusammen mit Susan Marti (Bernisches Historisches Museum) und dem Team von Jimmy Schmid (Kommunikationsdesign/HKB Bern), Boris Müller (Interfacedesign/UCLAB) sowie Studio Nand erarbeitet. Innovative Elemente der Ausstellung werden zum einen die visuelle Umsetzung, inhaltliche Betonung der Lücken in den Archiven und die Verwendung von non-linearem Storytelling sein. Die 144 einzelnen Geschichten aus dem ‚Leben‘ der acht Objekte sind nicht linear angeordnet, sondern in vier thematischen Clustern – verwerten, verordnen, verklären, vervielfältigen – frei erkundbar. Jeder Ausstellungsbesuch konstruiert dabei eine neue Geschichte. Die Lücken bleiben sichtbar. Denn kulturelles Erbe entsteht nicht einfach – es wird gemacht. Die Ausstellung lädt ein, dieser Konstruktion zu folgen und sie zu hinterfragen.
Prof. Dr. Beate Fricke ist seit 2017 Professorin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern (Schweiz). Zuvor war sie Professorin für mittelalterliche Kunst an der University of California, Berkeley. Im Jahr 2024/25 war sie Slade Lecturer an der Universität Oxford. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Art, Ars and Craft, Objekte als Archive, Materialität, Wissenstransfer und Handel im globalen „Mittelalter“. Sie ist Gründerin der Zeitschrift 21: Inquiries into Art, History, and the Visual.
Dr. Sasha Rossman ist Postdoktorand am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern im vom SNF geförderten Projekt „The Inheritance of Looting: Medieval Trophies to Modern Museums“. Seine Monografie „On the Table in Early Modern Europe: Person, Place, and Politics 1560–1700“ erscheint in Kürze bei Brill. Er ist zudem (zusammen mit Andrew Sears) Autor von „Verschollenes Erbe: das Juwel ‚Drei Brüder‘ von Burgund“ (Vexer Verlag).
MA Jakob Weber ist Doktorand am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern. Seine Forschung konzentriert sich auf die materielle Kultur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, mit besonderem Schwerpunkt auf Kriegsbeute in Sammlung und triumphaler Zurschaustellung. Er verfolgt Objektbeziehungen, Praktiken und Wandlungen bis zur Wende zum 18. Jahrhundert. „Raub und Ruhm“ 2026 ist nach „Curiositas 5.0“ 2022 die zweite interdisziplinäre digitale Ausstellung, die er mitkuratiert.