Gastvortrag: „Crystal clear? – Addressing crystals through museum data endpoints“
© Universität Münster | Stefan Klatt

Am 8. Juni 2026 hielt PD Dr. Angela Dreßen (Villa I TattiHarvard University Center for Italian Renaissance Studies, Florenz, Italien) einen Gastvortrag zum Thema Crystal clear? – Addressing crystals through museum data endpoints.

Die auf Museumsdaten basierende Forschung ist ein relativ neues Fachgebiet, das bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist. Museumsdaten gehören zum Bereich der Forschungsdaten und sind mittels Data Mining zugänglich, wodurch eine Brücke zwischen Kunstgeschichte und Data Science geschlagen wird. Der Vortrag gab eine kurze Einführung in den Prozess des Data Mining mit seinen verschiedenen Arbeitsabläufen und ging dabei auf die komplexen Strukturen ein, auf denen dieser basiert. Dazu gehören die Schwierigkeiten, mit denen Museen bei der Bereitstellung eines solchen Dienstes konfrontiert sind, sowie die Herausforderungen auf Seiten der Forscher beim Umgang mit unterschiedlichen Verfahren und Standards. Das Ergebnis der vorgestellten Untersuchung ist letztlich ein sehr heterogener Datensatz, der eine umfangreiche Datenmodellierung erfordert.

Im Vergleich zu einer analogen Studie vor drei Jahren ist Künstliche Intelligenz heute eine entscheidende Hilfe, obwohl die Datenabfrage und -modellierung für die Forschenden nach wie vor einen erheblichen Aufwand darstellen. Der konkrete Schwerpunkt des Vortrags lag auf einer Analyse zu Bergkristallen mit einem Datensatz von mehr als 900 Objekten aus acht Museen. Diese Bergkristalle werden über den Zeitraum der Jahre von 500 bis 1700 und über verschiedene Kontinente hinweg untersucht. Die Idee besteht darin, ihre breite Verwendung in Bezug auf Objekte und Orte, Handelswege und regionale Präferenzen zu erforschen. Eine vor drei Jahren durchgeführte analoge Studie zu Elfenbeinobjekten bot abschließend einen guten Vergleich für Ergebnisse und sich überschneidende historische Umstände.