Franziska Kleybolte

  • Forschungsschwerpunkte

    • Jüdisch-Christliches Zusammenleben und die Auseinandersetzung von Judentum und Christentum im Mittelalter, sowie der Niederschlag dieser Themen in mittelalterlicher Kunst und Architektur
  • Promotion

    "Zu Boden geworfen." Die christliche Aneignung, Zerstörung und Umwandlung von Synagogen in Iberien zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert

    BetreuerInnen

    Übergreifendes Untersuchungsinteresse, welches meinem Dissertationsprojekt zugrunde liegt, ist die Umwandlung von sakralem Raum einer Religionsgemeinschaft durch eine andere Religionsgemeinschaft, etwa bei Eroberungen oder Verfolgungen. Speziell beschäftige ich mich in meiner Promotionsarbeit mit der Eroberung, Umwandlung und Zerstörung von jüdisch sakralem Raum durch Christen auf der Iberischen Halbinsel des Mittelalters. Zahlreiche Beispiele dafür sind bis heute bekannt, wobei es in etwa fünfzig Prozent der heute bekannten Fälle zu einer sakralen Umnutzung des jüdischen Raums kam; Synagogen wurden hier in Kapellen, Kirchen, Kathedralen, Klöster und zu Gotteshäusern gehörenden Gebäuden umgewandelt bzw. die Synagoge abgerissen zugunsten eines Neubaus zuvor genannten Inhalts.Das Projekt befasst sich mit den Interessen auf politischer, wirtschaftlicher und religiöser Ebene, welche diese Umwandlungen motivierten und fragt, inwiefern die Untersuchung dieser Interessen als Abbild des damaligen jüdisch-christlichen Verhältnisses auf den zuvor genannten Ebenen verstanden werden kann. Dafür schaue ich mir in meiner Arbeit das christlich-jüdische Leben und Verhältnis vor, während und nach den Umwandlungen an den jeweiligen Orten des Geschehens an und untersuche die einzelnen Schritte der Umwandlung sowie ihre Rezeption. Eine deutliche Zunahme an Synagogenumwandlungen auf der Iberischen Halbinsel lässt sich am Ende des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts feststellen: 1391–92 kam es im Königreich Kastilien-León und Aragon zu Judenpogromen, welche viele Umwandlungen nach sich zogen und gleiches geschah während und nach der Disputation von Tortosa 1413–14 in etwa selbigen Regionen. Diese Umwandlungen sollen mir als Untersuchungsbeispiele dienen. Ein Blick auf frühere und spätere Synagogenumwandlungen sowie auf die Umwandlungen von Moscheen, wofür es ebenso zahlreiche Beispiele auf der Iberischen Halbinsel gibt, soll darüber hinaus Gedanken zu dem allgemeinen Phänomen von Eroberung, Zerstörung und Umwandlung von sakralem Raum ‚der Anderen’ ermöglichen, wie es sich epochen-, religions-, und regionsübergreifend immer wieder finden lässt.

  • Vita

    Akademische Ausbildung

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    Gastaufenthalt im Rahmen der Promotion an der Universität Standford (gefördert durch die Thyssen Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und den Deutschen Akademischen Austauschdienst)
    seit
    Promotionsstudium in Mittelalterlicher Geschichte, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
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    MSt Mittelalterstudien, Universität Oxford (gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst)
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    M.A. Geschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München
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    Auslandsstudium an der Tel Aviv University
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    Gaststudium an der Scuola Normale Superiore di Pisa
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    B.A. Geschichte (Hauptfach) und Kunstgeschichte, Musikwissenschaften und Theaterwissenschaften (Nebenfach), Ludwig-Maximilians-Universität München

    Beruflicher Werdegang

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    Wissenschaftliche Hilfskraft in der Eugen-Biser-Stiftung, München
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    Wissenschaftliche Hilfskraft bei Dr. Lisa Dittrich, Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte, LMU München
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    Studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Claudia Märtl, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, LMU München
  • Projekte

    • EXC 2060 A3-6 - Gebäude wechseln ihre Identität: Iberien 711–1609 ( - )
      Drittmittel: DFG - Exzellenzcluster | Förderkennzeichen: EXC 2060/1