

Studium am Institut für Jüdische Studien
Bachelorstudiengang "Jüdische Studien"
In dem Studiengang werden zunächst Sprachkenntnisse und Grundlagenwissen der Judaistik vermittelt. Davon abgesehen werden verschiedene Schwerpunkte der Jüdischen Studien angesprochen. Der Studiengang wird als Zwei-Fach-Bachelor (ZFB) angeboten und kann mit allen Fächern kombiniert werden. Eine Übersicht über die Fächer, die im Rahmen des Zwei-Fach-Bachelors an der Universität Münster angeboten werden, finden Sie hier: Studienführer
Besonders geeignet für Kombinationen sind Archäologie-Geschichte-Landschaft, Kunstgeschichte, Anglistik, Romanistik, Germanistik, Kultur –und Sozialanthropologie, Religionswissenschaften, Geschichte, Islamwissenschaften/Arabistik, u.a.m.
Ausführliche Informationen zum Studiengang finden Sie hier: Zwei-Fach-Bacherlor Jüdische Studien
Derzeit bieten die Lehrenden des Instituts ihre Lehrveranstaltungen im Rahmen verschiedener Studiengänge der Universität Münster an. Eine Übersicht über das aktuelle Lehrangebot finden Sie in der Rubrik Lehre.
Modulbeschreibungen
M1 Basismodul Hebräisch
Das Erlernen des Hebräischen ist der Einstieg in das Studium.
Modernhebräisch wird hier von Grund gelernt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nach dem Erlernen der hebräischen Schrift erarbeiten die Studierenden die Basisgrammatik des Modernhebräischen. Das Modul soll befähigen, Texte zu lesen, die eigene Schreibkompetenz zu fördern und sich in alltäglichen Konversationen zurecht zu finden. Der Unterricht ist praxisorientiert und legt besonderen Wert auf die Entwicklung der aktiven Sprachkompetenz. Deshalb wird Hebräisch über das Semester hinweg zunehmend zur Hauptunterrichtssprache.
Vergleichbar ist das Sprachniveau etwa mit dem Level Alef der Ulpan Struktur der Hebrew University of Jerusalem, bzw. dem CEFR-Niveau A.
M2 Aufbaumodul Hebräisch
Das Modul führt das Basismodul Hebräisch fort und die Kenntnisse des Modernhebräischen werden weiter ausgebaut. Dabei liegt der Fokus auf der sicheren Verwendung der Sprache, dem Vertiefen der Grammatikkenntnisse und komplexeren Strukturen des Modernhebräischen.
Um den Lernerfolg zu verbessern, wird mit unterschiedlichen Materialien gearbeitet, wie Texten, Audioaufnahmen und Videos. Das Modul soll befähigen, gesprochene und geschriebene Inhalte zu verstehen, zentrale Aussagen zu erfassen und sich klar und zusammenhängend auf Hebräisch auszudrücken. Das Hebräische soll aktiv angewandt und zunehmend selbstständig verwendet werden. Die Kompetenzen entsprechen dem Sprachlevel Gimmel der Ulpan Struktur der Hebrew University of Jerusalem.
M3 Aufbaumodul Hebräisch
In diesem fortgeschrittenen Level des Hebräischen wird die erlernte Basisgrammatik angewendet. Gleichzeitig wird mit komplexeren grammatischen Strukturen der hebräischen Sprache gearbeitet. Im Laufe des Moduls werden einfache Sachliteratur und Belletristik gelesen. Die gesprochene Sprache wird durch das Sprechen über verschiedene Themen und persönliche Interessensgebiete der Studierenden gefördert. Die Kompetenzen des Level Gimmel bzw. CEFRL B1, werden ausgebaut.
Neben dem Modernhebräischen werden in diesem Modul mit biblischem Hebräisch und rabbinischem Hebräisch auch die historischen Sprachstufen des Hebräischen behandelt.
M4 Grundlagenmodul Jüdische Religion
Das Grundlagenmodul vermittelt die wichtigsten Eckpunkte der jüdischen Religion von der Spätantike bis zur Gegenwart und setzt sich aus einer zentralen Vorlesung und einem vertiefenden Seminar zusammen. Dabei sollen auch theoretische Grundlagen kulturwissenschaftlicher Ansätze vermittelt werden, die in den Jüdischen Studien eine Rolle spielen. Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf dem Verständnis und der Bearbeitung der jüdischen Traditionsliteratur, vor allem der rabbinischen Literatur. Außerdem auf der jüdischen Religionsgeschichte, den Eckpunkten des jüdischen Religionsgesetzes und den gegenwärtigen innerjüdischen Denominationen. Zentrale Inhalte sind dabei religiöse Riten, deren Hintergründe und Inhalte, das jüdische Ritualgesetz und Bibelexegese.
M5 Grundlagenmodul Jüdische Geschichte, Kultur, Literatur
Das Modul 5 baut ein Grundlagenverständnis für jüdische Geschichte, Kultur und Literatur auf. Insgesamt zwei Vorlesungen und ein Seminar bilden die Grundlage des Moduls, dass am Ende auch mit einer Modulabschlussprüfung (MAP) abgeschlossen wird. Die Vorlesungen geben einen historischen Überblick über die jüdische Geschichte von den Anfängen bis zur Moderne. Dabei wird die Vielfältigkeit des Judentums hervorgehoben.
Das Seminar des Moduls vertieft ein Thema der Kulturgeschichte. Dabei werden auch Primärquellen behandelt und eine Epoche genauer untersucht. Es geht hierbei darum, tiefer in die innerjüdische Perspektive einzutauchen und (kultur)historische Zusammenhänge zu verstehen.
M6 Grundlagenmodul Antijudaismus und Antisemitismus
Das aus zwei Seminaren bestehende Modul vermittelt Grundlagenwissen in Bezug auf Antijudaismus und Antisemitismus. Es werden die historischen Entwicklungen von Antijudaismus uns Antisemitismus vermittelt sowie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dies soll vorwiegend anhand der Bearbeitung historischer Quellen geschehen. Außerdem soll auch der Frage nachgegangen werden, wie Antijudaismus und Antisemitismus auch das jüdische Selbstverständnis beeinflusst haben.
Ein wichtiger Punkt des Moduls ist das Erkennen und Definieren antijüdischer Motive, Stereotype und Argumentationsmuster in ihren jeweiligen gesellschaftlichen Kontexten. Dies kann auch zum vertieften Verständnis aktueller Debatten beitragen.
M7 – M9 Schwerpunktmodule
Die Module 7, 8 und 9 gelten als sogenannte Schwerpunktmodule im fortgeschrittenen Studium und bilden eine Vertiefung in die Bereiche Religions- und Sozialgeschichte, Materielle Kultur und Kultur- und Literaturgeschichte. In den Seminaren werden einschlägige Theorien und Grundbegriffe vermittelt. Zudem wird, die Analyse von Texten, der Umgang mit Primärquelle und die Beschreibung von Objekten eingesetzt.
Von insgesamt drei möglichen Schwerpunktmodulen müssen zwei belegt werden. Beide Module verlangen ein Referat und eine Hausarbeit.
M10 Praxismodul (Praktikum)
Das Praxismodul bietet die Möglichkeit, die gelernten Kompetenzen in der Praxis anzuwenden. Dies kann im Rahmen eines Praktikums geschehen, welches auch berufsvorbereitend genutzt werden kann. Mögliche Praktikumsstellen sind u.a. Museen, Archive, Forschungsinstitute, Gedenkstätten oder Stiftungen. Der vorgeschriebene Umfang von 240 Stunden kann dabei in einem oder mehreren Praktika erfüllt werden.
Alternativ ist auch eine Teilnahme an einem Seminar mit Praxisbezug möglich, welches sich systematisch mit der Bearbeitung eines praktischen Themas auseinandersetzt, wie z.B. der Arbeit mit Archivmaterialien, einer Ausstellungskonzeption, oder dem Verfassen einer Publikation. Seminare mit Praxisbezug werden nicht regelmäßig angeboten.
Das Modul kann auch durch Teilnahme an mehreren Exkursionen, Ausgrabungen, oder durch Mitarbeit an einem Forschungsprojekt abgeschlossen werden.
Am Ende des Praktikums muss ein schriftlicher Bericht vorgelegt werden.
M11 Bachelorarbeit
Mit der Bachelorarbeit wird das Studium abgeschlossen. Das Thema der Bachelorarbeit ergibt sich idealerweise im Anschluss an eines der Schwerpunktseminare. Dabei wird ein bestimmtes Thema noch weiter vertieft und anhand einer systematischen Fragestellung erschlossen. In der Bachelorarbeit wird gezeigt, dass man in der Lage ist, ein Thema eigenständig wissenschaftlich zu bearbeiten und auf stringente Weise zu präsentieren. Dabei werden Primär- und Sekundärquellen genutzt. Der Umfang der Arbeit sollte etwa 40 Seiten umfassen.