Beiträge zur Forschung einer vernachlässigten Denktradition
Ahmad Milad Karimi, Emre Ilgaz
2026 | De Gruyter | 328 Seiten | ISBN: 978-3-11-072429-5
Die Denktradition der Māturīdīya gehört zu einer der bedeutendsten und einflussreichsten Kalām-Traditionen des Islams. Im Unterschied zu anderen Kalām-Traditionen wurde ihr und ihrem Begründer al-Māturīdī deutlich weniger Beachtung geschenkt. Gerade im Zuge der Einrichtung der Islamischen Theologie an deutschen Universitäten soll der systematischen Erarbeitung dieses Desiderats der Forschung mit einschlägigen Beiträgen Rechnung getragen werden.
In: Mohammad Gharaibeh, Amir Dziri und Bacem Dziri (Hg.), Canon and Censorship in the Islamic Intellectual History
Ayşe Almıla Akca
2026 | De Gruyter | 311 Seiten | ISBN: 978-3-11-158485-0
Drawing on long-term ethnographic research, this chapter examines the production of religious authority and the canonization of Islamic ideas in contemporary Germany. Building on Pierre Bourdieu’s social theory, it develops the concept of religious capital as an analytical framework. The chapter argues that the establishment and acceptance of religious interpretations depend not only on legal-religious legitimacy or persuasive arguments, but also on the resources and forms of capital valued within specific social settings. Religious capital thus plays a central role in authority-making and processes of canonization within the Islamic field in Germany.
Aslıgül Aysel / Ayşe Almıla Akca / Karin Peter / Maria Juen (Hrsg.)
Österreichisches Religionspädagogisches Forum (ÖRF) Bd. 34 Nr. Special Issue (2026)
Im Themenheft hat Jun.-Prof. Dr. Ayşe Almıla Akca zusammen mit der Kollegin Dr. Aslıgül Aysel den Beitrag „Sinnfluencing und religiöse Bildung. Herausforderungen für den islamischen Religionsunterricht in Österreich“ veröffentlicht. Ausgehend von mediensoziologischen und praktisch-theologischen Perspektiven wird darin zunächst herausgearbeitet, wie sich muslimisches Sinnfluencing in Diskurse um digitale Religion und Mediatisierung einordnen lässt, insbesondere welche Merkmale der Digitalität bei den digitalen Formen religiöser Kommunikation eine Rolle spielen. Darauf aufbauend wird Medienkompetenz als zentrale Voraussetzung für einen reflektierten Umgang mit Sinnfluencing konzeptualisiert. Methodisch basiert der Beitrag auf einer systematischen Sichtung der österreichischen Lehrpläne des IRU mit Blick auf die Verankerung medienbezogener Kompetenzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Medienkompetenz zwar punktuell als Querschnittsthema berücksichtigt wird und Bezüge zu kritischer Reflexion sowie Mündigkeit aufweist, die spezifischen Herausforderungen digitaler religiöser Kommunikation und algorithmisch geprägter Öffentlichkeiten jedoch nur unzureichend adressiert werden. Der Beitrag plädiert daher für eine stärkere curriculare Verankerung medienpädagogischer und religionsdidaktischer Ansätze, die Schüler:innen dazu befähigen, religiöses Sinnfluencing kritisch zu analysieren, einzuordnen und verantwortungsvoll für ihre eigene religiöse Orientierung zu nutzen.
Lesung und Gespräch mit Prof. Dr. Mouhanad Khorchide am 1. Oktober 2026 in Marl
Judentum und Islam sind historisch und theologisch eng miteinander verbunden. Ohne die jüdische Tradition und ihre zentrale Bedeutung für die Entstehung des Islam lässt sich auch der Islam nicht angemessen verstehen.
In seiner Lesung „Ohne Judentum kein Islam“ beleuchtet Prof. Dr. Mouhanad Khorchide die tiefen Verbindungen zwischen Judentum und Islam. Er zeigt auf, welche Bedeutung jüdische Traditionen und Vorstellungen für den Koran und die Entstehung des Islam haben und setzt sich zugleich mit der Frage auseinander, wie das Verhältnis von Muslimen und Juden heute gedacht und gestaltet werden kann.
Dabei geht es auch um eine zentrale Frage unserer Gegenwart: Welche Grundlagen bietet die islamische Tradition für ein friedliches Zusammenleben und für die Überwindung von Antisemitismus und religiösen Vorurteilen?
Prof. Khorchide lädt dazu ein, den Islam aus seiner historischen und theologischen Verwurzelung heraus neu zu betrachten und über Glauben, gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Zusammenleben ins Gespräch zu kommen.
Termin: Donnerstag, 1. Oktober 2026, 18:30–20:00 Uhr Ort: Gemeindehaus der Kulturen, ESM, Römerstr. 61, 45772 Marl
Eintritt frei
Veranstalter: Dialog Forum Marl e. V. und die VHS Marl
Vortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide am 30. September 2026 in Mönchengladbach
Wie kann ein aufgeklärtes Verständnis des Islam zur Stärkung von Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen?
Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in seinem Vortrag „Barmherzigkeit statt Extremismus“ am Mittwoch, dem 30. September 2026, in der Stadtbibliothek Mönchengladbach.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie Religionen in einem säkularen Rechtsstaat wirken können und welchen Beitrag ein zeitgemäßes Verständnis des Islam zu einem friedlichen und demokratischen Zusammenleben leisten kann. Dabei geht es auch um die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für die Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg sowie um die Rolle religiöser Bildung bei der Prävention von Extremismus.
Der Vortrag lädt dazu ein, über die Verantwortung von Musliminnen und Muslimen in einer pluralen Gesellschaft nachzudenken und die Bedeutung von Barmherzigkeit, Freiheit und gegenseitigem Respekt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu reflektieren.
Veranstaltungsdetails Titel: Barmherzigkeit statt Extremismus Datum: Mittwoch, 30. September 2026 Uhrzeit: 19:00–21:00 Uhr Ort: Zentralbibliothek Carl Brandts Haus
Hilde-Sherman-Zander-Str. 6
41061 Mönchengladbach
Referent: Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler an der Universität Münster
Veranstalter: Stadtbibliothek Mönchengladbach in Kooperation mit den OMAS GEGEN RECHTS – MG
Die Universität Münster hat mit einem Festakt in der Schlossaula die Gründung der ersten deutschen Islamisch-Theologischen Fakultät gefeiert. An dem gesellschaftspolitisch und akademisch wichtigen Startschuss nahmen neben Universitäts- und Fachbereichsvertretern zahlreiche politische und religiöse Würdenträger aus Deutschland und dem Ausland teil.
Haben Sie Interesse an einem Studium bei uns? Nutzen Sie die Gelegenheit uns besuchen Sie uns im Rahmen des Hochschultages am 12.11.2026 in Münster. Unser Angebot gibt Studieninteressierten die Möglichkeit, sich über das Studium bei uns zu informieren, die Universität und unsere Stadt kennenzulernen.
In seinem neuen Buch „Die Schönheit des Christentums. Eine muslimische Liebeserklärung“ nähert sich Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi dem Christentum aus muslimisch-theologischer Perspektive. Im Zentrum stehen das Kreuz, die Menschwerdung Gottes, Maria, die Liebe und die Hoffnung. Karimi fragt, was geschieht, wenn der eigene Glaube dem Glauben des Anderen begegnet, ohne die Differenz aufzulösen. Das Buch versteht den interreligiösen Dialog als eine Begegnung, in der das Fremde ernst genommen wird und den eigenen Glauben neu zur Sprache bringt.
In Sarajevo stehen Moscheen, Kirchen und Synagogen seit Jahrhunderten Tür an Tür. Eine Gruppe aus Münster, bestehend aus Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der christlichen, islamischen und jüdischen Theologien, reiste in die bosnische Hauptstadt, um vom gelebten Miteinander der Religionen zu lernen. Diese Erfahrungen sollen auch den künftigen „Campus der Theologien und religionsbezogenen Studien” in Münster prägen.
Aktuelle anti-emanzipatorische, anti-diverse und anti-wissenschaftliche Bewegungen gewinnen zunehmend an Sichtbarkeit – auch dort, wo kritisches Denken, Pluralität und Erkenntnisoffenheit zentrale Grundlagen darstellen. Wie manifestieren sich Anti-Feminismus, Wissenschaftsfeindlichkeit oder Angriffe auf Diversität im Hochschulkontext? Welche Dynamiken begünstigen ihre Verbreitung und welche Konsequenzen haben diese Entwicklungen für akademische Kultur, Machtverhältnisse und den gesellschaftlichen Auftrag von Hochschulen?
Herzlich Willkommen an der Islamisch-Theologischen Fakultät!
Das Professorium der Islamisch-Theologischen Fakultät begrüßt die neuen Studierenden und wünscht allen ein spannendes und erkenntnisreiches Studium. Herzlich willkommen, liebe Erstsemester!
„Konstruktionen religiösen Aufwachsens: Religiöse Bildungsbiografien zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
17.–19. September 2026 | CJD Tagungs- und Gästehaus Bonn
Wie wachsen Kinder und Jugendliche heute religiös auf – in einer vielfältigen, zunehmend digital geprägten Gesellschaft? Die erste kooperative Konferenz der deutschsprachigen wissenschaftlichen Religionspädagogiken bringt unterschiedliche religiöse und konfessionelle Perspektiven zusammen und fragt, wie religiöse Identitäten entstehen, sich verändern und religionspädagogische Praxis prägen.