Religionen und Politik. Eine komplexe Beziehung | 20 – 23. Juli 2026 │ Schloss Seggau bei Leibnitz
Im Zeitraum vom 20. bis 23. Juli 2026 fand im Schloss Seggau die christlich-jüdisch-muslimische Studienwoche „Religionen und Politik. Eine komplexe Beziehung“ statt. Die Veranstaltung war Teil des seit 2017 etablierten universitären Dialogformats, das den interreligiösen Austausch zwischen Christentum, Judentum und Islam fördert. Organisiert wurde die Studienwoche von der Universität Wien, der Universität Graz, der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum sowie der Universität Münster unter der Mitwirkung von Prof.in Dr.in Dina El Omari.
Hanns-Lilje-Forum | 1. September 2026, 18.00 Uhr | Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
Islamisch motivierter Antisemitismus ist seit dem 7. Oktober 2023 auch in Deutschland deutlich sichtbarer geworden. Doch wo liegen seine Ursachen? Gibt es im gelebten Islam antisemitische Strukturen, und welche Rolle spielen traditionelle theologische Deutungen im Verhältnis zum Judentum?
Diesen Fragen widmet sich Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in seinem Impuls beim Hanns-Lilje-Forum. Er plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit tradierten theologischen Vorstellungen und für eine innerislamische Erneuerung. Zugleich stellt sich die Frage, welchen Beitrag Christinnen und Christen sowie weitere gesellschaftliche Akteure, insbesondere im Bildungsbereich, zur Überwindung von Antisemitismus leisten können.
Im Anschluss diskutiert Prof. Dr. Mouhanad Khorchide mit Dr. Rebecca Seidler, Geschäftsführerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, und Prof. Dr. Gerhard Wegner, christlicher Theologe und Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens. Gemeinsam werden Hintergründe beleuchtet und Perspektiven für einen konstruktiven Umgang mit antisemitischen Traditionen und Strukturen entwickelt.
Moderiert wird das Gespräch von Prof. Dr. Christoph Dahling-Sander, Geschäftsführer der Hanns-Lilje-Stiftung.
Das Hanns-Lilje-Forum ist eine gemeinsame Veranstaltung der Hanns-Lilje-Stiftung und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Kooperation mit dem Freundeskreis der Hanns-Lilje-Stiftung und der Jüdischen Bibliothek Hannover (Israel Jacobson Gesellschaft e. V.).
Der Eintritt ist frei. Aufgrund der begrenzten Plätze ist eine Anmeldung erforderlich: info@lilje-stiftung.de
Veranstaltungsort:
Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
Fuhsestr. 6
30419 Hannover
Datum und Uhrzeit:
Dienstag, 1. September 2026, 18.00 Uhr
Nach der Gründung der ersten Islamisch-Theologischen Fakultät spricht der Gründungsdekan Professor Mouhanad Khorchide mit quantara.de über die Verantwortung der Theologie, den Rechtsruck in Europa und seinen Anspruch, in die islamische Welt hineinzuwirken.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin wird viel über Radikalisierung gesprochen - müssen auch Moscheen eine größere Rolle in der Prävention übernehmen?
Am 09. September 2026 stellt Mouhanad Khorchide im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Darmstadt sein Buch „Ohne Judentum kein Islam – die verleugnete Quelle“ vor.
Ist der Islam aus dem Judentum entstanden oder als Gegenstück dazu? Und ist der Islam antisemitisch?
Oder trägt er stattdessen das Potenzial für eine dezidiert pro-jüdische Positionierung in sich?
Im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends dekonstruiert Mouhanad Khorchide antisemitische Deutungen des Islams und entwickelt ein Islamverständnis, das jüdisches Leben nicht nur toleriert, sondern bejaht, schützt und aktiv fördert.
Neben dem Vortrag wird Mouhanad Khorchide gemeinsam mit Daniel Neumann sowie Waqar Tariq unterschiedliche jüdische und muslimische Perspektiven diskutieren.
Mi, 9. September, 19:00 Uhr
Jüdische Gemeinde Darmstadt
Wilhelm-Glässing-Straße 26
Eintritt: Frei – Teilnahme nur nach Anmeldung
unter www.jg-darmstadt.de/anmeldung
Am 23. Juli 2026 spricht Prof. Dr. Mouhanad Khorchide auf Einladung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München Oberbayern e. V., dem FB Dialog der Religionen im EOM, IDIZEM e. V. und der Domberg-Akademie über sein Buch Ohne Judentum kein Islam – die verleugnete Quelle. Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie antijüdische Deutungsmuster innerhalb islamischer Auslegungstraditionen entstanden sind und wie ihnen durch eine theologisch fundierte, projüdische Lesart des Korans begegnet werden kann. Die Veranstaltung findet in der Ehemaligen Karmeliterkirche in München statt.
Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.
Az-Zamaḫšarī (gest. 538/1144) und die Kunst der Koranexegese
Dina El Omari
2026 │ 150 Seiten │ Ergon │ ISBN 978-3-98740-267-8
Az-Zamaḫšarīs al-Kaššāf zählt zu den bedeutendsten Werken der klassischen Koranexegese und prägt die islamische Gelehrtentradition bis heute. Die Monographie führt in Leben und Werk des Gelehrten ein und untersucht die theologischen Grundlagen, sprachlichen Besonderheiten und methodischen Ansätze seines Korankommentars. Dabei zeigt sie auf, wie Az-Zamaḫšarī philologische Präzision mit theologischer Reflexion verbindet und welche Bedeutung seine Exegese für die Entwicklung der Koranauslegung besitzt.
Vom 28. bis 30. August 2026 findet der NRW-Tag in Münster statt. Unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.“ lädt das Landesfest zu Kultur, Wissenschaft und Austausch in der Innenstadt ein. Auch die Universität Münster ist mit verschiedenen Programmpunkten vertreten. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Forschungen, Studienangebote und Einrichtungen, die ab 2027 im neuen Campus der Theologien und religionsbezogenen Studien zusammengeführt werden. An mehreren dieser Programmpunkte ist auch Prof. Khorchide beteiligt. Dabei geht es um Fragen zu Religion, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenleben.
Was macht einen Mann aus? Warum üben autoritäre Männlichkeitsbilder auf manche junge Männer eine so große Anziehungskraft aus? Und welche Antworten kann eine zeitgemäße islamische Theologie auf Fragen von Männlichkeit, Gewalt, Identität und Zugehörigkeit geben?
In Jenseits der Härte entwickelt Mouhanad Khorchide eine Alternative zu traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit. Ausgehend vom Koran und dem Vorbild des Propheten Muhammad entwirft er das Bild einer Männlichkeit, die nicht auf Dominanz und Härte, sondern auf Verantwortung, Empathie, Fürsorge und innerer Stärke gründet. Dabei verbindet das Buch wissenschaftliche Forschung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und eröffnet neue Perspektiven für Theologie, Pädagogik und Präventionsarbeit.
Zwar ist das neue Campus-Gelände noch Baustelle, jetzt trafen sich aber bereits Künstler, Förderer, Vertreter:innen von Universität und BLB NRW sowie Gäste zur Übergabe des Kunstwerks "pars pro toto" von Mischa Kuball. Der Düsseldorfer Konzeptkünstler hatte den Kunstwettbewerb der Universität gewonnen. Damit nimmt der neue Campus der Theologien und der Religionswissenschaft weiter Gestalt an.
Drei flache Kuben sind an einer Art Fahnenmast übereinander angeordnet. Die beiden oberen drehen sich langsam gegeneinander und so sieht man in den Spiegeln, die auf den langen Seiten der Kuben montiert sind, sich immer wieder verändernde Bilder – die Baustelle, die umgebenden Gebäude, den leuchten blauen Himmel, Personen auf dem Campus und manchmal auch sich selbst.
Zum 1. Juli 2026 ist an der Universität Münster die erste deutsche Islamisch-Theologische Fakultät gegründet worden. Die Katholisch-Theologische Fakultät gratuliert herzlich und blickt mit Freude und Zuversicht auf die Zusammenarbeit. Die Gründung ist für die theologische und religionsbezogene Forschung und Lehre in Deutschland und Europa bedeutend und wichtig.
Dina El Omari entwickelt aus feministischer Perspektive ein ganzheitliches hermeneutisches Konzept für eine historisch-literaturwissenschaftliche Lesart des Korans und wendet diese auf die Themenbereiche Schöpfung und Eschatologie im Koran an. Der thematische Fokus der Arbeit liegt auf dem Menschenpaar, denn sein Verhältnis im Koran gibt Auskunft über das koranische Geschlechterrollenverständnis, welches durchaus als ambivalent bezeichnet werden kann.