In Sarajevo stehen Moscheen, Kirchen und Synagogen seit Jahrhunderten Tür an Tür. Eine Gruppe aus Münster, bestehend aus Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der christlichen, islamischen und jüdischen Theologien, reiste in die bosnische Hauptstadt, um vom gelebten Miteinander der Religionen zu lernen. Diese Erfahrungen sollen auch den künftigen „Campus der Theologien und religionsbezogenen Studien” in Münster prägen.
Aktuelle anti-emanzipatorische, anti-diverse und anti-wissenschaftliche Bewegungen gewinnen zunehmend an Sichtbarkeit – auch dort, wo kritisches Denken, Pluralität und Erkenntnisoffenheit zentrale Grundlagen darstellen. Wie manifestieren sich Anti-Feminismus, Wissenschaftsfeindlichkeit oder Angriffe auf Diversität im Hochschulkontext? Welche Dynamiken begünstigen ihre Verbreitung und welche Konsequenzen haben diese Entwicklungen für akademische Kultur, Machtverhältnisse und den gesellschaftlichen Auftrag von Hochschulen?
Unter dem Motto „Wo Frieden Wege findet“ lädt das interreligiöse Pilgerprojekt Menschen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Hintergründe dazu ein, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. In sechs Tagesetappen führt die Route zwischen September 2026 und Oktober 2027 von Osnabrück nach Münster – entlang der historischen Verbindung zwischen den beiden Städten des Westfälischen Friedens von 1648.
Religionen und Politik. Eine komplexe Beziehung | 20 – 23. Juli 2026 │ Schloss Seggau bei Leibnitz
Im Zeitraum vom 20. bis 23. Juli 2026 fand im Schloss Seggau die christlich-jüdisch-muslimische Studienwoche „Religionen und Politik. Eine komplexe Beziehung“ statt. Die Veranstaltung war Teil des seit 2017 etablierten universitären Dialogformats, das den interreligiösen Austausch zwischen Christentum, Judentum und Islam fördert. Organisiert wurde die Studienwoche von der Universität Wien, der Universität Graz, der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum sowie der Universität Münster unter der Mitwirkung von Prof.in Dr.in Dina El Omari.
Hanns-Lilje-Forum | 1. September 2026, 18.00 Uhr | Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
Islamisch motivierter Antisemitismus ist seit dem 7. Oktober 2023 auch in Deutschland deutlich sichtbarer geworden. Doch wo liegen seine Ursachen? Gibt es im gelebten Islam antisemitische Strukturen, und welche Rolle spielen traditionelle theologische Deutungen im Verhältnis zum Judentum?
Diesen Fragen widmet sich Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in seinem Impuls beim Hanns-Lilje-Forum. Er plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit tradierten theologischen Vorstellungen und für eine innerislamische Erneuerung. Zugleich stellt sich die Frage, welchen Beitrag Christinnen und Christen sowie weitere gesellschaftliche Akteure, insbesondere im Bildungsbereich, zur Überwindung von Antisemitismus leisten können.
Im Anschluss diskutiert Prof. Dr. Mouhanad Khorchide mit Dr. Rebecca Seidler, Geschäftsführerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, und Prof. Dr. Gerhard Wegner, christlicher Theologe und Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens. Gemeinsam werden Hintergründe beleuchtet und Perspektiven für einen konstruktiven Umgang mit antisemitischen Traditionen und Strukturen entwickelt.
Moderiert wird das Gespräch von Prof. Dr. Christoph Dahling-Sander, Geschäftsführer der Hanns-Lilje-Stiftung.
Das Hanns-Lilje-Forum ist eine gemeinsame Veranstaltung der Hanns-Lilje-Stiftung und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Kooperation mit dem Freundeskreis der Hanns-Lilje-Stiftung und der Jüdischen Bibliothek Hannover (Israel Jacobson Gesellschaft e. V.).
Der Eintritt ist frei. Aufgrund der begrenzten Plätze ist eine Anmeldung erforderlich: info@lilje-stiftung.de
Veranstaltungsort:
Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover
Fuhsestr. 6
30419 Hannover
Datum und Uhrzeit:
Dienstag, 1. September 2026, 18.00 Uhr
Nach der Gründung der ersten Islamisch-Theologischen Fakultät spricht der Gründungsdekan Professor Mouhanad Khorchide mit quantara.de über die Verantwortung der Theologie, den Rechtsruck in Europa und seinen Anspruch, in die islamische Welt hineinzuwirken.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin wird viel über Radikalisierung gesprochen - müssen auch Moscheen eine größere Rolle in der Prävention übernehmen?
Am 09. September 2026 stellt Mouhanad Khorchide im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Darmstadt sein Buch „Ohne Judentum kein Islam – die verleugnete Quelle“ vor.
Ist der Islam aus dem Judentum entstanden oder als Gegenstück dazu? Und ist der Islam antisemitisch?
Oder trägt er stattdessen das Potenzial für eine dezidiert pro-jüdische Positionierung in sich?
Im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends dekonstruiert Mouhanad Khorchide antisemitische Deutungen des Islams und entwickelt ein Islamverständnis, das jüdisches Leben nicht nur toleriert, sondern bejaht, schützt und aktiv fördert.
Neben dem Vortrag wird Mouhanad Khorchide gemeinsam mit Daniel Neumann sowie Waqar Tariq unterschiedliche jüdische und muslimische Perspektiven diskutieren.
Mi, 9. September, 19:00 Uhr
Jüdische Gemeinde Darmstadt
Wilhelm-Glässing-Straße 26
Eintritt: Frei – Teilnahme nur nach Anmeldung
unter www.jg-darmstadt.de/anmeldung