Laufende Projekte

Abbildung KI-generiert LoKo - Lokale Kontexte in mathematischen Modellierungsaufgaben (seit 2025)
Mathematische Modellierungsaufgaben ermöglichen es Schüler*innen, Mathematik zur Bearbeitung realer Problemstellungen einzusetzen. Viele Schüler*innen zeigen jedoch nur ein geringes Interesse an der Bearbeitung von Modellierungsaufgaben. Ein vielversprechender Ansatz zur Förderung von Motivation und Interesse besteht darin, Modellierungsaufgaben mit lokalen Kontexten zu gestalten, die an die unmittelbare Lebenswelt der Lernenden anknüpfen und dadurch Vertrautheit sowie persönliche Bedeutsamkeit fördern können.
Lokale Kontexte beziehen sich auf Orte, Einrichtungen oder Situationen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Lernenden, beispielsweise die eigene Schule, bekannte Gebäude oder lokale Besonderheiten. Zur theoretischen Einordnung stützt sich das Projekt auf das Place Attachment Framework, das die emotionale und kognitive Verbundenheit von Menschen mit Orten beschreibt. Diese Ortsverbundenheit kann dazu beitragen, dass reale Kontexte als vertrauter, relevanter und bedeutsamer wahrgenommen werden und dadurch motivationale Prozesse bei der Bearbeitung von Modellierungsaufgaben unterstützen.
Im Projekt LoKo wird untersucht, wie sich Modellierungsaufgaben mit lokalen Kontexten im Vergleich zu generischen Kontexten auf die Modellierungsleistung sowie auf motivationale Merkmale wie Interesse und subjektive Wertzuschreibungen auswirken. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für die Gestaltung authentischer und motivierender Modellierungsaufgaben im Mathematikunterricht zu gewinnen.
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Stanislaw Schukajlow-Wasjutinski, Dr. Jascha Quarder, Simon Staudinger, Gudula Volbers

© AG Schukajlow OModA-E - Offene Modellierungsaufgaben in einem selbstständigkeitsorientierten Mathematikunterricht - Offener Endzustand (seit 2025)
Offene Problemstellungen, die mehrere Lösungen zulassen, sind schon lange wichtige Bestandteile des Fachunterrichts in Mathematik und Naturwissenschaften. Diesen Problemstellungen werden lernförderliche Eigenschaften zugeschrieben. Eine wichtige Art von offenen Aufgaben bezieht sich auf die realitätsbezogenen Problemstellungen, die mithilfe mathematischer Modellierungen bearbeitet werden (Modellierungsaufgaben). In früheren Forschungsarbeiten wurden offene Probleme analysiert, bei denen nicht alle für die Lösung wesentlichen Informationen vorlagen. Bei dieser Art offener Probleme ist der Anfangszustand offen. In diesem Forschungsprojekt werden Probleme mit offenem Zielzustand analysiert. Bei der Lösung von Problemen mit offenem Zielzustand können verschiedene Faktoren (z. B. zeitliche und finanzielle) berücksichtigt werden, um die Fragestellung zu beantworten. Im Rahmen des Projekts wird untersucht, (1) welche Auswirkungen Instruktionen haben, die sich auf wichtige Hindernisse bei der Lösung von Problemen mit offenem Zielzustand beziehen, und (2) wie sich der Unterricht zu Problemen mit offenem Zielzustand auf die kognitiven und motivationalen Lernergebnisse der Schüler auswirkt. In der experimentellen Instruktionsstudie wird untersucht, welchen Einfluss Instruktionen zu a) der Identifikation der lösungsrelevanten Faktoren im Zielzustand, b) zur Aufstellung des mathematischen Modells und c) zur Interpretation und Validierung der Ergebnisse haben. Darüber hinaus werden in einer quasi-experimentellen Studie zwei Unterrichtsformen verglichen und die Auswirkungen auf Interesse und Leistung analysiert. In der ersten Unterrichtsform lösen die Schüler:innen Modellierungsaufgaben mit offenem Zielzustand, in der zweiten Unterrichtsform werden realitätsnahe Probleme mit geschlossenem Zielzustand bearbeitet. Das Hauptziel des Projektes ist es, die kognitiven Barrieren der Schüler:innen bei der Lösung von Modellierungsaufgaben mit offenem Zielzustand zu untersuchen und die Wirkungen von Interventionen (Instruktionen und Unterricht) auf die Leistung der Schüler:innen zu analysieren. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich die Interventionen bei der Lösung von Modellierungsaufgaben mit offenem Zielzustand auf die kognitive und motivationale Entwicklung der Lernenden auswirkt. Das Forschungsprojekt wird zum übergeordneten Ziel beitragen, neue Erkenntnisse über den Umgang mit offenen Problemen in auf Selbstregulierung ausgerichteten Unterrichtsstituationen zu gewinnen.
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Stanislaw Schukajlow-Wasjutinski, Prof. Dr. Katrin Rakoczy (Uni Gießen), Jun.-Prof. Dr. Janina Krawitz (Uni Köln), Prof. Dr. Werner Blum (Uni Kassel), Nils Völlinger

© AG Schukajlow ViMo2 - Visualisierungen bei der Bearbeitung von mathematischen Modellierungsaufgaben (seit 2024)
Die empirischen Befunde zur Wirksamkeit von Zeichenaufforderungen zur Förderung der Modellierungskompetenzen von Schüler:innen im Bereich der Geometrie sind gemischt und es deutet sich an, dass das skizzenspezifische Strategiewissen (kurz: Skizzenwissen) eine wichtige Rolle spielt. Im Rahmen der ersten Förderphase („ViMo 1“) bestätigte sich, dass das deklarative Skizzenwissen (d.h. das Wissen über die Merkmale einer guten Skizze) eine notwendige, jedoch nicht hinreichende Voraussetzung für das Zeichnen qualitativ guter Skizzen und das Lösen einer Modellierungsaufgabe ist. Das übergeordnete Ziel des Fortsetzungsprojekts „ViMo 2“ ist es daher zu untersuchen, welche Rolle das prozedurale Skizzenwissen (d. h. das Wissen über das Vorgehen bei der Konstruktion und Nutzung einer Skizze im Modellierungsprozess) für die effektive Anwendung von Skizzen und für Modellierungsleistungen von Schüler:innen im Bereich der Geometrie spielt. Neben prozeduralen Skizzenwissensanteilen werden deklaratives Skizzenwissen sowie kognitive, metakognitive und motivationale Bedingungsfaktoren berücksichtigt. Im Rahmen des Fortsetzungsprojekts sind theoretische, empirische und praxisrelevante Erkenntnisse in den folgenden Bereichen zu erwarten: Erstens liefert das Projekt Erkenntnisse über die Förderung mathematischer Modellierungskompetenzen im Bereich der Geometrie. Zweitens liefert das Projekt einen Beitrag zur Forschung zu selbsterstellten Skizzen. Im Vergleich zur ersten Förderphase verspricht die Erfassung und Analyse von Blickbewegungen zusätzliche Erkenntnisse über die Wirkmechanismen von Zeichenaufforderungen beim Modellieren auf der Ebene der Strategieanwendung. Der Einsatz von EMME (Eye Movement Modeling Examples) verspricht außerdem Hinweise auf das Potenzial dieser innovativen Instruktionsform in Mathematik und Naturwissenschaften. Drittens liefert das Projekt einen Beitrag zur Lernstrategieforschung. Wir erwarten, dass im theoretischen Modell von Borkowski et al. (2000) postulierte Zusammenhänge durch die Unterscheidung von deklarativen und prozeduralen Skizzenwissensanteilen am Beispiel der Strategie der selbst erstellten Skizze bestätigt und erweitert werden können. Auf praktischer Ebene entsteht viertens eine im Unterricht einsetzbare Lernumgebung zum Modellieren.
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Stanislaw Schukajlow-Wasjutinski, Prof. Dr. Johanna Schönherr (Uni Osnabrück), Dr. Jascha Quarder, Pia Gödecke, Oliver Baumann (Uni Osnabrück)

© AG Schukajlow AlPMo - Alternative Prüfungsformen beim mathematischen Modellieren (seit 2024)
Modellierungskompetenzen zu bewerten ist eine große Herausforderung. Die Integration von Modellierungsaufgaben in schriftlichen Klassenarbeiten geht häufig zu Lasten der Authentizität des realen Kontexts. Eine in der Forschung diskutierte Möglichkeit ist es, Modellierungsaufgaben über Projekt-Arbeit bzw. Portfolios in die Leistungsbewertung einzubeziehen.
Im Projekt AlPMo werden solche alternative Methoden der Leistungsbewertung als Ersatz für Klassenarbeiten am Beispiel mathematischer Modellierungen wissenschaftlich evaluiert. Aktuell wird der Einsatz eines digitalen Portfolios im Kontext einer Unterrichtsreihe mit digital gestützten Modellierungsaufgaben in der Jahrgangsstufe 9 untersucht. Das Projekt ist in drei Dimensionen unterteilt, in denen jeweils die Perspektiven der Lehrkräfte, der Schüler:innen sowie angehender Lehrkräfte berücksichtigt werden.
Projektbeteiligte: Dr. Catharina Beckschulte, Dr. Jascha Quarder, Annika Rosendahl
UNS – Unterstützung zum Studienanfang
Das Projekt Unterstützung zum Studienanfang (UNS) bietet eine bedarfsorientierte Unterstützung der Studierenden des Lehramtstudiums Mathematik für Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die potentiell von einem Studienabbruch bedroht sind. Die Unterstützung zielt auf die Überwindung motivationaler, fachlicher und strategischer Schwierigkeiten ab. Das Projekt umfasst die folgenden Maßnahmen: Digitale Selbstdiagnosetests am Anfang des Semesters und nach Abschluss jedes Themenblocks aus der Vorlesung, Einrichten von Präsenzzeiten zur gemeinsamen Bearbeitung von Übungszetteln („Offener Treff“) unter der Leitung einer geschulten Hilfskraft und die Durchführung einer Begleitveranstaltung („Unterstützungskurs“) mit fachlichen (Sicherung fachlicher Grundlagen), fachdidaktischen (Verknüpfung fachlicher Inhalte der Vorlesungen mit fachdidaktischen Anforderungen im Lehrerberuf) und strategischen (Problemlösestrategien und allgemeine Lernstrategie im Mathe-Studium) Schwerpunkten.
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Stanislaw Schukajlow-Wasjutinski, Jun.-Prof. Dr. Janina Krawitz (Uni Uni Köln), Dr. Jascha Quarder, Gudula Volbers

© AG Schukajlow Die Bedeutung der Skizzenqualität bei der Lösung nichtlinearer Geometrieprobleme (seit 2021)
Das Projekt knüpft an drei Studien an, die sich mit dem Thema der Visualisierungen zu nichtlinearen Geometrieproblemen beschäftigen. In diesen Studien wurde ein überraschend negativer Effekt selbsterstellter Skizzen auf die mathematische Leistung von Schülerinnen und Schülern bei der Lösung nichtlinearer Geometrieprobleme festgestellt, wobei sich das Phänomen der sogenannten linearen Übergeneralisierungen als besonders bedeutsame Fehlerquelle erwiesen hat.
In diesem Projekt sollen zunächst Faktoren identifiziert werden, die zu dem beschriebenen negativen Effekt beitragen. Unter anderem soll die Untersuchung der Blickbewegung bei der Lösung nichtlinearer Geometrieaufgaben Erkenntnisse darüber liefern, wie selbsterstellte Skizzen bei der Aufgabenbearbeitung verwendet werden. Anschließend sollen Interventionsmaßnahmen, die einen positiven Effekt der Skizzenerstellung auf die Lösungsqualität bewirken, abgeleitet und überprüft werden.
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Stanislaw Schukajlow-Wasjutinski, Prof. Dr. Gilbert Greefrath, Jun.-Prof. Dr. Janina Krawitz (Uni Köln), Gudula Volbers
