Felix Timmer, M.A.

Doktorand
© F. Timmer

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Historisches Seminar
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Raum:
Telefon:
E-Mail: felix.timmer@uni-muenster.de
Sprechstunde:

Curriculum Vitae

  •  seit 06/2021
    Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • seit 10/2020
    Promotionsstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Betreuer: Prof. Dr. Wolfram Drews) 
  • 09/2018-02/2019
    Auslandssemester am École normale supérieure (ENS) in Paris 
  • 2018-2019
    wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Tobias Bulang am Germanistischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • 2017-2020
    Masterstudium der Mittelalterstudien an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • 2015-2020
    Studienstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • 2014-2017
    Bachelorstudium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Forschungsinteressen

  • König- und Kaisertum im Frühen und Hohen Mittelalter
  • Ordnungsvorstellungen und Ordnungskonfigurationen im römisch-deutschen Reich
  • Funktionsweisen geistig-politischer Eliten
  • Transkulturelle Geschichte
  • Rechtsgeschichte
  • Diplomatik

Promotionsprojekt

Arbeitstitel:
Krise und Neuformierung. Das römisch-deutsche Reich im Spiegel des zeitgenössischen Urkundenwesens (1106-1152).

Das 12. Jahrhundert gilt in der europäischen mediävistischen Forschung schon lange als Zeitalter der großen Transformationen. Interessant ist hierbei die davon gesonderte Perspektive der deutschen Forschung: Während der Investiturstreit im späten 11. Jahrhundert für die deutsche Geschichtswissenschaft einen entscheidenden Bruch in der Reichsgeschichte markiert, blieben die politisch-rechtlichen Entwicklungen der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis heute in wesentlichen Teilen unberücksichtigt. Dies umfasst insbesondere die Herrschaftszeiten Heinrichs V., Lothars III. und Konrads III. von 1106-1152. Mein Promotionsprojekt versucht deshalb die Transformationen der leitenden politischen Ordnungskonfigurationen des römisch-deutschen Reiches zwischen gelehrter Theorie und gelebter Praxis näher zu bestimmen. Um an dieser Schnittstelle anzusetzen, bildet das zeitgenössische Urkundenwesen ein für meine Fragestellung großes Erkenntnispotential. Denn Urkunden waren für die jeweiligen politischen Akteure das wichtigste Instrument zur Herrschaftslegitimation und diskursiven Einflussnahme auf die jeweilige Teilöffentlichkeit. Anders als es die herkömmliche Historiografie in dieser Form zu leisten vermag, besteht im Falle des Urkundenwesens deshalb die Möglichkeit, Einblicke in konkrete zeitgebundene politische Dynamiken zu erlangen. Dies gilt in besonderem Maße für die in stark normativer Art und Weise gestalteten Urkundenformeln der Intitulatio, Arenga und Narratio, die den Hauptbestandteil meiner Textanalyse bilden werden. Insgesamt will ich so durch mein Promotionsprojekt eine neuartige Perspektive auf den dynamischen Wandel der politischen Ordnungsvorstellungen des römisch-deutschen Reiches in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erreichen.

Vorträge

  • “Ordnungskonfigurationen des römisch-deutschen Reiches im Spiegel der zeitgenössischen Urkundenarengen (1106-1152)“; Vortrag im Rahmen des 4. Nachwuchs-Workshops „Neue Tendenzen der Italienforschung zu Mittelalter und Renaissance“ in Rom (29.-30.11.2021).
  • „Configurations of order in the mirror of the imperial charters (1106-1152)“; Vortrag im Rahmen des Münster-Durham Workshops (05.11.2021). 
  • „Existenzielle Krise oder innovative Neugestaltung? Die Herrschaftslegitimation der Könige und Bischöfe des römisch-deutschen Reiches im Spiegel des zeitgenössischen Urkundenwesens (1106-1152)“, Vortrag im Doktorandenkolloquium „Forschung for Future“ in Münster (15.06.2021).