Heraldische Darstellung Christi (London, The College of Arms, Ms. 1st M. 5, fol. 1v)

Kulturhistorische Ansätze zur mittelalterlichen Heraldik und visuellen Kommunikation



Wappen waren in der spätmittelalterlichen Kultur allgegenwärtig. Ob in Farbe, Stein, Metall, Glas, Holz, Stoff oder als schlichte textliche Beschreibung (Blasonierung) - in den unterschiedlichsten Materialien ausführbar konnten sie in beinahe jedem nur denkbaren öffentlichen wie privaten Kontext Verwendung finden. Wappen waren ein zentrales Element der mittelalterlichen Kultur und Gesellschaft und konnten diese bis tief in deren Vorstellungen und Denken hinein beeinflussen. 

Dennoch blieb die Auseinandersetzung mit den Wappen für lange Zeit ein Randphänomen der historischen Forschung. Die heraldische Kommunikation wurde als ein über Jahrhunderte hinweg unveränderliches Zeichensystem verstanden, dessen einziger Nutzen darin bestand, die jeweiligen Besitzer der Wappen zu identifizieren. Ihr wissenschaftlicher Nutzen schien damit für lange Zeit auf ihre hilfswissenschaftliche Verwendung zur Einordnung und Datierung von mit Wappen versehenen Dokumenten, Objekten und archäologischen Überresten beschränkt.

Ziel der heraldischen Projekte der Juniorprofessur ist es, dieses Bild zu revidieren und das Potential dieser Quellen für die historische Forschung offenzulegen. Im Zentrum des Interesses stehen dabei die Funktionsweisen der Wappen als Medien der Kommunikation und die damit einhergehenden Praktiken. Ausgangspunkt der Studien bilden einzelne heraldische Quellengattungen und Anwendungskontexte, die für die historische Forschung zu erschließen sind. Forschungsleitend sind dabei jedoch stets übergeordnete kulturhistorische Fragestellungen, die sich zumeist in den weiteren Kontext einer Geschichte der visuellen Kommunikation einschreiben. Die Projekte stehen damit am Schnittpunkt zwischen moderner Kulturgeschichte und Historischen Hilfswissenschaften. 

zu den einzelnen Projekten:

Wissenschaftskommunikation: