Vergangene Veranstaltungen

Veranstaltungen im Wintersemester 2020/21

Theo-Talk! mit Bettina Janotta und Bettina Klünemann

Am 14. Januar fand der Theo-Talk - eine gemeinsame Veranstaltung des Netzwerkbüros und des Arbeitskreises Mentorat – statt. In diesem Semester waren gleich zwei Gäste da: Bettina Janotta, Leiterin des kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere am Flughafen Frankfurt, und Bettina Klünemann, Pfarrerin ebenfalls am Frankfurter Flughafen.
Bettina Janotta studierte Theologie und Sozialpädagogik, Bettina Klünemann Theologie und Psychologie. Beide haben vor ihrer Tätigkeit am Frankfurter Flughafen – Bettina Janotta seit 2008, Bettina Klünemann seit 2018 – schon verschiedenste andere berufliche Erfahrungen gesammelt: Bettina Janotta war u. a. in einer Psychiatrie als Sozialarbeiterin tätig, Bettina Klünemann hat drei Jahre als Pfarrerin in den USA gelebt und gearbeitet. Die Erfahrungen, die sie schon im Vorfeld zu ihrer jetzigen Tätigkeit sammeln konnten, helfen ihnen jetzt am Flughafen und machen sie für die unterschiedlichen Situationen, in denen sie Menschen begegnen, sensibel.

Da die meisten Teilnehmenden vertraut mit dem digitalen Format sind, konnte ein interessanter Austausch über die verschiedenen Tätigkeiten der Arbeit am Flughafen zustande kommen. Auf Nachfrage der Teilnehmenden berichteten die beiden Gäste ausführlich über Themen, die ihre Arbeit am Flughafen aktuell prägen: Natürlich war für das Jahr 2020 auch für Bettina Janotta und Bettina Klünemann die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen besonders bestimmend. Sie unterstützten u. a. Menschen, die tagelang im Transitbereich festhingen oder aus schwerwiegenden Gründen ihre Familien besuchen wollten, aufgrund der Reisebestimmungen jedoch in Problemlagen gerieten. Neben den speziellen Anforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, berichteten die Gäste auch über ihren – mehr oder weniger – Alltag am Flughafen: Dazu gehört u. a. die Überbringung von Todesnachrichten sowie die anschließende Trauerbegleitung. Gerade für diese Aufgabe benötige man die Fähigkeit, die betroffenen Menschen nach der Begleitung am Flughafen loslassen und darauf vertrauen zu können, „dass sie in Gottes Hand sicher verwahrt sind und von ihm begleitet werden“. Ein Schwerpunkt von Bettina Klünemann ist außerdem die seelsorgliche Begleitung der Mitarbeitenden am Frankfurter Flughafen. Auch für diese sei das Corona-Jahr besonders hart gewesen, berichtete sie. Für Bettina Janotta gehören außerdem klassische caritative/diakonische Aufgaben zu ihrem Tätigkeitsgebiet wie z. B. die Begleitung und Versorgung von Menschen, die kein Geld mehr haben.


Die Frage, ob ihnen ihre theologischen Ausbildungen in ihrem jetzigen Beruf helfe, bejahten beide Gäste eindeutig. Allerdings waren sie auch der Ansicht, dass eine gute Ausbildung allein nicht alles sei, sondern Sensibilität und Nächstenliebe besonders wichtige Maxime für ihre Arbeit sind. In diesem Sinne teilte Bettina Janotta mit den Anwesenden den Rat, „Mut zu krummen Wegen“ zu zeigen.
Wir danken Bettina Klünemann und Bettina Janotta, dass sie als Gäste beim Theo-Talk dabei waren! Außerdem geht ein Dank an den Arbeitskreis Mentorat, der wieder engagiert an der Vorbereitung und Durchführung des Theo-Talks! beteiligt war.

Bettina Janotta und weitere Teilnehmende der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing
Bettina Klünemann und weitere Teilnehmende der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing

Im Trialog: Dr.in Aurica Jax, Dr. Andreas Heek und … Sie!

Am 17. Dezember fand der zweite Gesprächsabend zum Thema „‚Als Mann und Frau schuf er sie?!‘ – Geschlechtersensible Theologie und Seelsorge“ statt. Als Gäste durften wir Dr.in Aurica Jax, Leiterin der Frauenseelsorge der deutschen Bischofskonferenz und Dr. Andreas Heek, Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen e. V., begrüßen. Beide zusammen koordinieren sie auch den LSBTI-Bereich innerhalb der DBK.


Zu Beginn stellten sich die beiden Gäste und ihre jeweilige Arbeit in einem kurzen Impulsvortrag vor. Andreas Heek erläuterte in diesem Zusammenhang die Entstehungsgeschichte der Männerseelsorge, deren Startpunkt vor ca. 60 Jahren war und die auf das Männerbild, das durch in der NS-Zeit propagiert wurde, reagieren sollte. Sogenannte „toxische Männlichkeitsbilder“ spielen bis heute eine große Rolle in der Männerseelsorge und -arbeit. Aurica Jax berichtete von aktuellen Tendenzen in der Arbeitsstelle Frauenseelsorge: Ihre Arbeit ist zurzeit vor allem durch Themen wie Missbrauch in der kath. Kirche, Maria 2.0 und Frauen auf dem synodalen Weg geprägt.


Die Teilnehmenden zeigten besonders Interesse an der Motivation beider Gäste, in ihren jeweiligen Funktionen zu arbeiten. Andreas Heek betonte, dass er als Leiter Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit tatsächlich in seinem Traumberuf arbeitet und an seiner Arbeit vor allem die Freiheit schätzt, verschiedenste Ideen umzusetzen zu können - das betrifft sowohl gesellschaftliche „Schieflagen“ als auch spannungsgeladene Themen in der Kirche selbst. Für seine Arbeit hat es ihm geholfen, bereits durch sein Studium eine Haltung zu kirchlichen Prozessen und theologischen Gestaltungsräumen zu entwickeln. Aurica Jax bestätigte diese Erfahrung: In ihrer Funktion kann sie über die Themen der Arbeitsstelle „mit denen, die das Lehramt innehaben, auf Augenhöhe diskutieren“ – dazu trägt auch eine gute Ausbildung bei. Ebenfalls von Vorteil ist laut Aurica Jax die Fähigkeit, Gestaltungsspielräume sehen und nutzen zu können: Zurzeit gäbe es viele offene Ohren sowie Freude und Lust auf Zusammenarbeit, die Veränderung bringt; dieses Potential muss genutzt werden.


Als Ziel für ihre Arbeit benannte Aurica Jax „eigentlich die Abschaffung der Arbeitsstelle selbst“, damit weder Mann noch Frau, sondern der Mensch im Fokus steht. Als Leitsatz dafür fügte sie Gal 3,28 an. Andreas Heek fügt den Wunsch einer umfassenden Demokratisierung der Strukturen der katholischen Kirche hinzu.
Wir danken Dr.in Aurica Jax und Dr. Andreas Heek, dass Sie bei und als Gäste am Gesprächsabend teilgenommen haben! Außerdem geht ein Dank an die Teilnehmende, die die Diskussion mit ihren Nachfragen und Positionen bereichert haben.

Dr. Andreas Heek und weitere Teilnehmende der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing
Dr.in Aurica Jax und weitere Teilnehmende der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing

Im Trialog: Sabine Gautier, Verena Suchhart-Kroll und Sie!

„Es werden immer wieder mutige Menschen in der Kirche gebraucht.“ – Sabine Gautier


Am 03. Dezember fand der erste Gesprächsabend „Im Trialog“ im Wintersemester statt. Unter dem Motto „‚Als Mann und Frau schuf er sie?!‘- Geschlechtersensible Theologie und Pastoral“ konnten die Teilnehmenden mit Sabine Gautier, Leiterin des Grundlagenreferats „Geschlechter.Beziehung.Familie.Lebenswege“ im Erzbistum Hamburg, und Verena Suchhart-Kroll, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle für Theologische Genderforschung an der WWU, alle ihre Fragen zum Arbeiten mit dem Thema „Geschlecht“ loswerden und diskutieren.
Auch wenn die Veranstaltung digital stattfinden musste, entstand nach zwei kurzen Impulsvorträgen der Gäste eine spannende und intensive Diskussion. Es gab nicht nur Raum für informativen Austausch über Berufsbilder, sondern auch für persönliche Fragen, die von Sabine Gautier und Verena Suchhart-Kroll mit viel Authentizität beantwortet wurden.


Im Fokus stand zunächst der Zusammenhang von Theologie und Gender in Praxis und Theorie sowie die Sensibilisierung für das Thema Geschlecht in Pastoral und wissenschaftlicher Theologie. Auf die Frage, was Sabine Gautier und Verena Suchhart-Kroll überhaupt unter Gendersensibilität verstehen, nannten beide das Hinterfragen von angeblich Selbstverständlichem sowie die bewusste Reflexion von Geschlechterrollen.
Besonders intensiv wurde über eigene Grenzen und die Institution Kirche mit Blick auf Gendersensibilität diskutiert. Sabine Gautier erklärte, dass es in der Kirche immer wieder mutige Menschen gebraucht habe, die Pionierarbeit geleistet hätten. Auch Verena Suchhart-Kroll betonte in diesem Sinne ihre Hoffnung auf Veränderung . Allerdings wurde von den Teilnehmenden auch kritisch die Frage gestellt, inwiefern dafür das Opfern der eigenen kirchlichen oder wissenschaftlichen „Karriere“ vonnöten ist. Selbstkritisch stellten sich die Teilnehmenden auch die Frage, ob sie innerhalb der „Kirchen-Bubble“ weniger streng mit Entwicklungen im Bereich Geschlecht umgingen als außerhalb der Kirche. Als Beispiel wurde u. a. genannt, dass man bei kirchlichen Veranstaltungen froh sei, wenn „wenigstens eine Frau“ dabei sei. Außerhalb der Kirche plädiere man aber für paritätische Besetzungen und eine größtmögliche Diversität. Auch in diesem Zusammenhang fiel der Begriff der Grenzen – die der Kirche, die der Theologie und die eigenen. Die Teilnehmenden gaben zu bedenken, dass gerade diese Grenzen die Entscheidung erschwerten, sich für oder gegen einen kirchlichen Arbeitgeber zu entscheiden.
Sabine Gautier und Verena Suchhart-Kroll äußerten zum Schluss den Wunsch, in ihrem Arbeitsbereich eine größere Selbstverständlichkeit des Gender-Themas vorzufinden.


Wir danken Sabine Gautier und Verena Suchhart-Kroll herzlich, dass Sie der Einladung zum Gesprächsabend gefolgt sind! Ebenfalls geht ein Dank an die Teilnehmenden, die den Abend mit der lebhaften Diskussion bereichert haben!

Sabine Gautier und weitere Teilnehmende bei der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing
Verena Suchhart-Kroll und weitere Teilnehmende bei der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing

Veranstaltungen im Sommersemester 2020

Theo-Talk! mit Gero Peters

Gero Peters bei der digitalen Veranstaltung
© Lea Quaing

Am 09. Juni fand der Theo-Talk! des Sommersemester 2020 statt – erstmals in digitaler Form! Als Gast durften wir Gero Peters begrüßen. Der Büroleiter und Referent des Europaabgeordneten Tiemo Wölken (SPD) studierte Germanistik und Theologie im Bachelor und schloss dann ein Masterstudium in Theologie und Kultur an. Auch wenn der Abend als digitales Event anders stattfand als üblich, kam ein lebhafter Austausch zustande, der gleichermaßen von den Studierenden wie auch vom Gast für Fragen und Redebeiträge genutzt wurde.


Besonders interessiert wurde bei der Ausgestaltung des Berufsalltags hingehört: Gero Peters erklärte, dass er zwar immer wieder auch „normale“ Bürotage hätte, würden aber politische Entscheidungen getroffen, die in „sein Ressort“ fielen oder geschähen besondere Ereignisse im Wahlkreis seines Arbeitgebers müsse er flexibel sein, sich schnell in die jeweiligen Themen einfinden und auch gemeinsam mit Tiemo Wölken Termine wahrnehmen. Um politisch aktuell zu bleiben, gehört auch ein großer Teil Eigeninitiative und Engagement außerhalb der Arbeitszeiten dazu.


Ob ihm seine theologische Ausbildung im Beruf direkt weiterhelfe, sei schwierig zu beantworten, sagt Gero Peters. Geschadet habe sie ihm aber nicht! Gerade Arbeitsstellen, die er aufgrund seiner theologischen Qualifikation vor seiner jetzigen Tätigkeit innehatte, hätten ihn aber für seine jetzigen Aufgaben gut vorbereitet.


Wir danken Gero Peters, dass er uns als Gast beim Theo-Talk! zur Verfügung stand!
Außerdem ergeht ein Dank an den Arbeitskreis Mentorat, der wieder engagiert an der Vorbereitung und Durchführung des Theo-Talks! beteiligt war.

v.l.n.r.: Anne Schmidt (SHK im Netzwerkbüro), Gero Peters, Lea Quaing, Markus Mischendahl und Henrik Stöttelder (Arbeitskreis Mentorat), Alissa Geisler (SHK im Netzwerkbüro)
© Lea Quaing

EinBlick Beruf mit Rainer Ostwald

Rainer Ostwald im Gespräch mit den Teilnehmenden
© Alissa Geisler

 Der EinBlick Beruf am 24. Juni stand im Sommersemester 2020 unter der Überschrift „Ein Themenabend rund um Betriebs- und Internetseelsorge“. Willkommen heißen konnten wir zu diesem Abend Rainer Ostwald. Er ist Pastoralreferent im Bistum Aachen und hat einen vielfältigen Aufgabenbereich: Aktuell ist er als Betriebs-, Internet-, Gefängnis- und Notfallseelsorger tätig. Zum Theologiestudium kam er vor allem durch sein Engagement in der Jugendverbandsarbeit sowie durch die Begegnung mit inspirierenden Personen in der Kirche. Während seines Theologiestudiums in Münster entschloss er sich dazu, zusätzlich Soziale Arbeit zu studieren.


Rainer Ostwald berichtete von seinem Arbeitsalltag, der immer wieder Überraschungen und Unwägbarkeiten bereit hält, informierte aber auch darüber, wie überhaupt Internetseelsorge funktioniert. In seiner Funktion als Betriebsseelsorger ist er erstmal oft „nur“ der Erstkontakt, an den sich Arbeitnehmer:innen in Situationen von Mobbing, Bossing, Brun Out oder finanziellen Nöten melden. Hinzukommt, dass zurzeit natürlich auch die Corona-Pandemie in seiner Arbeit eine große Rolle spielt und ihn in all seinen Tätigkeitsfeldern betrifft.


Im Gespräch zwischen den Studierenden und Rainer Ostwald stand vor allem die Frage nach der Motivation im Vordergrund: Rainer Ostwald erzählte, dass es bei ihm vor allem die bewegenden Geschichte und das Miterleben von Veränderungen seien, die ihn motivierten. Seine Arbeit sei (Zitat Anfang) „spannend im begleiterischen Sinne“ (Zitat Ende). Er ist der Überzeugung, dass die Menschen in ihren verschiedenen Lebenskontexten gesucht werden müssten

Vielen Dank an Rainer Ostwald für die Bereitschaft, EinBlick in seinen Beruf zu geben!