Interdisziplinäre Perspektiven auf religiöse, politische und ökologische Grenzen
Die Tagung
Vom 06. bis 07. November 2025 fand im Senatssaal der Universität Münster eine Postgraduierten-Konferenz unter der Leitung von Gary Slater (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ICS) und Ivo Frankenreiter (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik der LMU München) im Rahmen von Slaters DFG-Projekt „Borders: Religious, Political, and Planetary” und mit Unterstützung des Exzellenzclusters „Religion und Politik” (Universität Münster) statt. Das Ziel der Konferenz unter dem Titel „Interdisziplinäre Perspektiven auf religiöse, politische und ökologische Grenzen“ war es, derartige Grenzen als Herausforderung und Chance für Sozialethik, Theologie, Philosophie und andere verwandte Disziplinen zusammenzuführen und zu hinterfragen. Diese Aufgabe ist dringend, weil die gegenwärtigen Impulse zum Bau von Mauern, zur Dämonisierung von Migrant*innen, zur Nationalisierung religiöser Identitäten und zur Überschreitung planetarischer Grenzen eine besonders schädliche Form der Interaktion mit Grenzen darstellen. Die Konferenz setzte sich aus drei Bereichen zusammen: Politik, Religion und Ökologie. Jede Kategorie umfasste einen Hauptvortrag und ein Panel.
Inhaltlich zeigte die Konferenz zahlreiche Verbindungen auf. Zum Beispiel wurde in verschiedenen Vorträgen die Kategorie des Menschen und des menschlichen Körpers angesprochen, die an der Schnittstelle der drei Grenzarten steht: als Träger von Menschenrechten (politisch), als Orte religiöser Auseinandersetzungen (religiös) und als ambivalenter Kontrast zur übermenschlichen Natur (ökologisch). Daneben widmete sich die Veranstaltung sowohl analytischen als auch normativen Fragestellungen. Analytisch untersuchte die Konferenz, wie sich Grenzarten innerhalb und zwischen den Kategorien überschneiden. Normativ untersuchte die Konferenz, wie und wann Grenzen überschritten und warum diese respektiert werden sollten. Insgesamt zeigte die Konferenz, dass das Thema Grenzen eine Vielzahl von Perspektiven beinhaltet und abstraktes Denken mit konkreten, aktuellen Themen verbindet.
Das Programm
Donnerstag, 06. November
10:30 Uhr
Begrüßungskaffee
11:00 Uhr
Begrüßung und Eröffnung
Gary Slater, Münster11:30 Uhr
Keynote
Demokratische Grenzen in der Krise
Svenja Ahlhaus, Münster12:45 Uhr
Mittagspause
13:45 Uhr
Panel
Die Menschenrechte als Grenze?
Josef Könning, Osnabrück
Grenzen als Augenöffner: wie ökonomische und kulturelle Narrative politische Grenzen (doch nicht) legitimieren
Stefan Einsiedel, München
The State and Nation at the Crossroads of Political Borders in Post-colonial Africa: The Consequences of Irreconcilability
Christopher Momanyi, Münster15:15 Uhr
Kaffee und Kuchen
15:45 Uhr
Keynote: Poröse Grenzen. Die fraktale Struktur religiöser Vielfalt
Perry Schmidt-Leukel, Münster17:00 Uhr
Pause
17:15 Uhr
Panel
Grenzziehungen im Judentum: Der Eruv als religiöser Raum und gesellschaftliche Herausforderung
Gregor Buß, Paderborn
Umkämpfte Grenzen: GeschlECHT im Katholizismus
Mara Klein, Münster19:00 Uhr
Abendessen
Freitag, 07. November
09:00 Uhr
Begrüßungskaffee
09:15 Uhr
Keynote: Grenzen als Bedingung von Zukunftsfähigkeit Tillmann Buttschardt
Doris Fuchs und Bodo Philipp, Münster10:30 Uhr
Kaffee
11:00 Uhr
Panel
Grenzen als Ermöglichung: Verzicht als Schlüssel zur sozial-ökologischen Transformation
Stefan Huber, Bamberg
Die ökologische Weltbeziehungskrise als Grenzüberschreitung und Grenzbewertung
Anne Konsek, Paderborn12:00 Uhr
Schlussbemerkungen
Ivo Frankenreiter, München





