Hubert Wolf im Zentralkomitee

Prof. Dr. Hubert Wolf als Festredner beim Leipziger Katholikentag
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Prof. Dr. Hubert Wolf zählt zu den 45 „Einzelpersönlichkeiten“, die das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf seiner jüngsten Vollversammlung zu Mitgliedern gewählt hat. Mit der Dogmatikerin und Ökumenikerin Prof. Dr. Dorothea Sattler, der Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins und Hubert Wolf sind damit jetzt drei Angehörige der Münsteraner Katholisch-Theologischen Fakultät im ZdK vertreten.

Das ZdK ist das höchste Gremium des deutschen Laienkatholizismus. Ihm gehören 97 Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Verbände und sonstigen Organisationen sowie 84 Delegierte der Diözesanräte an. Alle vier Jahre wählen diese außerdem 45 „Einzelpersönlichkeiten“. Unter ihnen sind auch hochrangige Politikerinnen und Politiker wie die Bundesministerinnen Dr. Barbara Hendricks und Andrea Nahles, die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters, die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Amtskollege Winfried Kretschmann. Dass Priester wie Wolf zu Laienvertretern gewählt werden, ist selten, aber nicht ungewöhnlich.

Das ZdK vertritt die Interessen der Katholiken in der Öffentlichkeit und fasst etwa Beschlüsse zu drängenden gesellschaftlichen und innerkirchlichen Fragen. Zuletzt hat es etwa mehr Synodalität in der Kirche gefordert und Vorschläge für eine Rentenreform gemacht. Öffentlich in Erscheinung tritt es nicht zuletzt als Veranstalter der alle zwei Jahre stattfindenden Katholikentage, zuletzt im Mai dieses Jahres in Leipzig. Dort hat Wolf unter dem Titel „Harmloses Jubiläum oder gefährliche Erinnerung – 100 Katholikentage und ihre Geschichte“ einen Festvortrag zur Eröffnung gehalten, der online nachzulesen ist. Für Aufsehen sorgte seine Frage: „Was spricht eigentlich gegen ein klares Votum des Leipziger Katholikentags für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen?“ Außerdem forderte er „einen Schuss Ungehorsam der Hierarchie gegenüber, wenn diese sich den Zeichen der Zeit gegenüber verschließen sollte“. Mit einem Impulsvortrag beteiligte sich Wolf auch an einem Podium zur „Wiederentdeckung der konzilsgemäßen Theologie des Volkes Gottes“, das die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ veranstaltete.

Gemeinsam mit dem Kommunikationswissenschaftler Dr. Holger Arning stellte Hubert Wolf in Leipzig außerdem das Buch „Hundert Katholikentage“ vor. Darin zeigen die Autoren, dass die deutschen Katholiken das heutige Deutschland ebenso mitgeprägt haben wie die Weltkirche.