Aktuelle Meldungen

Zeit-Dossier: Was Pius XII. über den Holocaust wusste

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Papst Pius XII. hat früh und umfassend vom Massenmord an den europäischen Juden erfahren. Das zeigen die Ergebnisse erster Recherchen in den neu zugänglichen Beständen der vatikanischen Archive, über die Prof. Hubert Wolf und sein Team in einem umfangreichen Dossier der „Zeit“ vom 23. April berichten. Deutlich wird auch: Die von Papst Paul VI. 1965 angestoßene Edition ausgewählter Dokumente aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist an entscheidender Stelle unvollständig.

Faulhaber-Tagebuch 1947: Flüchtlinge sollten nach Kanada auswandern

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Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sollten nach Ansicht Michael Kardinal von Faulhabers nach Kanada weiterziehen. Das zeigt der Jahrgang 1947 der Tagebücher des Erzbischofs von München und Freising, den das Forscherteam des Instituts für Zeitgeschichte München−Berlin und des Seminars für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster auf der Seite www.faulhaber-edition.de veröffentlicht hat. Damit sind jetzt die Jahrgänge 1911 bis 1919, 1933 bis 1937 und 1945 bis 1947 online zugänglich.

Vatikanische Archive öffnen Bestände

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Es gibt neue Quellen aus einer Zeit der extremen Verbrechen und weltgeschichtlichen Umbrüche: In den vatikanischen Archiven sind die Bestände aus dem Pontifikat von Papst Pius XII. (1939 bis 1958) zugänglich geworden. Prof. Hubert Wolf ist mit seinem Team vor Ort. Er wird gemeinsam mit Dr. Barbara Schüler, Dr. Sascha Hinkel, Dr. Elisabeth-Marie Richter, Dr. Judith Schepers, Michael Pfister und Matthias Daufratshofer Antworten auf einige der meistdiskutierten Fragen der Kirchengeschichte suchen.

Prof. Wolf: Debatte über "Viri probati" nicht abgeschlossen

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Die Debatte über „Viri probati“ ist durch das nachsynodale Schreiben "Querida Amazonia" Prof. Wolf zufolge "alles andere als abgeschlossen". Denn im Hinblick auf die Möglichkeit, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, werde ein wichtiger Punkt übersehen. Für viele Frauen dürfte das Schreiben allerdings "eine große Enttäuschung bedeuten und inakzeptabel sein": "Das Thema der Priesterweihe für Frauen ist vom Tisch, und ich befürchte, auch Diakoninnen wird es unter Franziskus nicht geben."

Antisemitismus in Christentum und Islam

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Über "Potenziale gegen Antisemitismus im Islam und im Christentum" hat Prof. Wolf bei einer Podiumsdiskussion in Münster gesprochen. Er betonte dabei die lange und schmerzhafte "Lerngeschichte" der katholischen Kirche und hob die Bedeutung der öffentlichen Vermittlung theologischer Erkenntnisse hervor. Der islamischen Theologe Prof. Mouhanad Khorchide beklagte einen Mangel an innermuslimischen Debatten über Antisemitismus. Auf dem Podium saßen außerdem die Antisemitismus-Beauftragten des Landes NRW Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Münster Sharon Fehr und der evangelische Theologe Prof. Arnulf von Scheliha; Moderatorin war die WDR-Journalistin Christina-Maria Purkert.