

Vita
Seit 10/2025
Universität Münster
Junior Fellow am Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“06/2025–09/2025
Institut für vergleichende Städtegeschichte, Universität Münster
Wissenschaftliche Hilfskraft, Projekt: Privatbriefe aus dem Dreißigjährigen Krieg – Fokus Westfalen04/2022–05/2025
Universität Münster
Master of Arts Geschichte, Master of Education (Gymnasium/Gesamtschule) Geschichte und Englisch10/2018–03/2022
Universität Münster
Zwei-Fach Bachelor Geschichte und AnglistikForschungsschwerpunkte
Gerichtslandschaft und Justiznutzung in den Territorien Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen
Geschichte der dänischen Administration im Herzogtum Bremen (1712–1715)
Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs und seiner Nachkriegszeit
Forschungsprojekt
Gerichtsvielfalt als Chance? Formen der Justiznutzung in Zivilverfahren in den Schwarzburger Territorien (ca. 1600–1700)
Das geplante Dissertationsprojekt untersucht die Praxis zivilrechtlicher Klagen in Kleinstterritorien aus dem thüringisch-sächsischen Raum des Alten Reichs im 17. Jahrhundert. Ziel ist es, am Beispiel eines kleinterritorialen Untersuchungsraums zu analysieren, inwiefern sich trotz einer ausgeprägten polyzentrischen Gerichtslandschaft Vereinheitlichungseffekte in der Gerichtspraxis herausbildeten und wofür Untertaninnen und Untertanen unterschiedliche Gerichte anriefen. Ausgangspunkt bildet das in der Frühneuzeitforschung etablierte Konzept der Justiznutzung, das im Projekt gezielt auf zivilrechtliche Verfahren angewendet wird. Damit reagiert die Arbeit auf eine Forschungslücke, da zivilrechtliche Alltagsverfahren – im Gegensatz zur Straf- und Kriminalitätsgeschichte – bislang eher punktuell und stark nach Streitgegenständen segmentiert untersucht wurden.
Methodisch stützt sich das Projekt auf die systematische Auswertung bislang nicht untersuchter serieller Quellenbestände, insbesondere Gerichtsprotokolle und -akten von Kanzlei-, Amts-, Konsistorial- und Patrimonialgerichten aus den Gebieten der Linie Schwarzburg-Sondershausen. Durch eine kombinierte quantitative Stichprobenanalyse und qualitative Fallauswertung werden Verfahrensformen, Instanzenzüge, Konfliktgegenstände sowie soziale Profile der Prozessbeteiligten untersucht. Das Projekt leistet damit einen grundlegenden Beitrag zur Erforschung frühneuzeitlicher Zivilprozesse auf gesamtterritorialer Ebene sowie zur Praxis polyzentrischer Gerichtsordnungen innerhalb von Kleinstterritorien des Alten Reichs.
Veröffentlichungen
Müller, Simon: Der Krieg im Frieden. Wahrnehmung und Umgang mit äußeren Bedrohungen in Münster (1648–1655), in: Ulrike Ludwig/Philip Hoffmann-Rehnitz (Hrsg.), Münster nach dem Dreißigjährigen Krieg, Münster 2024, S. 25–52.
Müller, Simon: Tagungsbericht. Den Frieden gewonnen? Städte nach 1648 im Vergleich, in: H-Soz-Kult, 05.12.2023, URL: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-140399.