Bände in Vorbereitung

Der Band 108 ist in der Vorbereitung.

Gerne gibt das Redaktionsteam Auskunft über Artikel, Termine und Inhalte.

Cover Festschrift I
© AMS

Asia Minor Studien 107
Die Erforschung Kleinasiens und Kommagenes ist seit mehr als 50 Jahren Aufgabe der Münsteraner Forschungsstelle Asia Minor. Über 30 Jahre hinweg war dabei Engelbert Winter eine treibende Kraft. Vor allem durch die von ihm initiierten Grabungen in Doliche und im Heiligtum des Jupiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi hat er einen wichtigen Beitrag zur türkisch-deutsche Zusammenarbeit in den Altertumswissenschaften geleistet. Die in diesem Band versammelten Beiträge tragen seinem Engagement Rechnung und präsentieren neben aktuellen Forschungsergebnissen aus der Numismatik, Archäologie und Epigraphik Kleinasiens Ergebnisse und Funde der Grabungen in Doliche.
Gegliedert ist der Band 107 in drei Sektionen. Die Beiträge der ersten Sektion befassen sich mit der Landschaft Kommagene und dem antiken Nordsyrien. Im zweiten Abschnitt werden Ergebnisse der Arbeiten in Doliche und im Heiligtum des Jupiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi vorgestellt. Forschungen zum übrigen Kleinasien bilden den dritten Abschnitt. Die Beiträge sind für Forschende zur Geschichte, Religionsgeschichte, Numismatik und Epigraphik Kleinasiens von Interesse, stellen aber auch eine wichtige Ergänzung zu den Publikationen der Grabungsergebnisse in Doliche dar.

106 Cover
© Habelt Verlag

Asia Minor Studien 106
Kaunos, eine antike Hafenstadt in Karien an der Grenze zu Lykien im Südwesten der heutigen Türkei, war über Jahrhunderte ein zentraler Knotenpunkt für Handel, Religion und Kultur. Im Fokus dieser Untersuchung steht das Heiligtum des Basileus Kaunios und des Apollon, das als sakrales, wirtschaftliches und politisches Zentrum der Stadt eine Schlüsselrolle spielte.
Die Publikation bietet eine umfassende architektonische Analyse des Heiligtums, beleuchtet seine Bauphasen, Funktionen und den Kontext in der Stadtgeschichte von Kaunos. Ergänzt wird die Untersuchung durch neue archäologische Erkenntnisse, die zwischen 2012 und 2019 gewonnen wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Heiligtum spätestens im 7. Jahrhundert v. Chr. genutzt wurde und im 4. Jahrhundert v. Chr., unter der Herrschaft der Hekatomniden, seine Blütezeit erlebte. Auch in der hellenistischen und römischen Kaiserzeit blieb es ein zentraler Ort, dessen wirtschaftliche und religiöse Bedeutung durch Inschriften, Statuenbasen und Monumentalisierungen belegt ist.
Durch die Verbindung von architektonischen, wirtschaftlichen und kulturellen Perspektiven liefert dieses Werk neue Einblicke in die Rolle des Heiligtums innerhalb der Stadtentwicklung von Kaunos.
 

AMS 105 Cover
© Habelt Verlag

Asia Minor Studien 105
Ob und gegebenenfalls wie sich die Herrschaftsstrukturen in Karien in klassischer und hellenistischer Zeit in den materiellen Hinterlassenschaften konkretisieren, ist eine seit langem diskutierte Forschungsfrage. Ein besonderes Handicap bildet dabei die Datierungsproblematik, da die meisten Anlagen – seien diese nun Gehöfte, Turmgehöfte, Tetra-, Tri- oder Dipyrgia oder andere kleine und große Wehranlagen – nur selten genauer als zwischen der archaischen und der hellenistischen Periode einzuordnen sind. Doch ab wann wäre dann in Karien mit einem ›mixed settlement pattern‹ zu rechnen und wie stark gestuft war in den verschiedenen Epochen die Siedlungshierarchie? Wann treten die frühesten Dynastensitze auf? Wann die frühesten Turmgehöfte? Was hat dazu geführt, dass Wohlhabende seit dem 4. Jh. v. Chr. (?) auf dem Land außerhalb geschlossener Siedlungen Turmgehöfte errichteten, die im Laufe der Zeit größer und mächtiger wurden? Gab es bereits in klassischer oder hellenistischer Zeit ein System der ›absentee landlords‹? Oder betrachteten die Eigentümer großer Turmgehöfte diese als Lebensmittelpunkt?
Im Rahmen dieser Untersuchung wurden stichprobenartig über 100 Objekte in Karien ermittelt, die überwiegend als Kastelle, Wacht- und Signaltürme gelten. Nach ihrer Bauweise lassen sich drei Kategorien antiker Türme unterscheiden: Lehmziegeltürme auf zumeist niedrigem Steinsockel; Türme, deren Erdgeschoss aus Stein besteht, die weiteren Stockwerke jedoch aus Lehmziegeln oder Stampflehm, sowie Türme, die zur Gänze in Stein errichtet sind. Bei keinem der Türme – gleich welcher Kategorie – ergaben sich Hinweise auf eine Funktion als Signalturm, Leuchtturm oder Straßenwachtposten. Vielmehr handelt es sich in der überwiegenden Mehrzahl um Turmgehöfte und in einer Reihe von Fällen, in denen die Türme besondere Sicherheitslagen einnehmen, um die Burgen lokaler Dynasten. Aufwändige Gräber und Grabbauten bei den Türmen bezeugen nicht nur deren ›zivilen‹ Charakter, sondern auch, dass sie den Lebensmittelpunkt ihrer Eigentümer bildeten und diese nicht als ›absentee landlords‹ in einem entfernten urbanen Zentrum residierten.
Anscheinend kam es im Laufe der Entwicklung von der Klassik zum Hellenismus zu einer immer stärkeren Konzentration des Grundbesitzes, die einzelne Großbauern und Großgrundbesitzer zur Errichtung immer aufwändigerer Türme befähigte, sie aber gleichzeitig zwang, diese zunehmend in besonders geschützter Lage zu errichten. Allen Vorstellungen, dass die Türme im 5., 4. oder 3. Jh. integrale Bestandteile eines übergreifenden, staatlich organisierten ›overall communication system‹ zur Kontrolle des Landes oder von Straßen, zur Demarkation von Grenzen oder gar als Signaltürme bildeten, ist aber zu widersprechen.
Spätestens seit klassischer Zeit herrschte in Karien eine gemischte Siedlungsstruktur vor, die Gehöfte, Streusiedlungen, befestigte Siedlungen mit Burgen als Dynastensitz, Fluchtburgen und Zentralorte umfasste. Ausgeprägte regionale Besonderheiten der Siedlungsformen sind bislang nur auf der Bodrum-Halbinsel und in der Chora von Iasos festzustellen. Dazu gehören vor allem die ›lelegischen‹ Blockhäuser und die typisch ›lelegischen‹ Compounds, die offenbar selbständigen Hirtensippen als Behausung und Stallung dienten.