Karl-Lehmann-Hartleben-Vorlesung

Zum Gedenken an den ehemaligen Instituts- und Museumsdirektor Prof. Dr. Karl Lehmann Hartleben veranstalten das Institut für Klassische Archäologie und Christliche Archäologie und das Archäologische Museum seit 2024 einmal im Jahr während des Sommersemesters die "Karl-Lehmann-Hartleben-Vorlesung".
Im folgenden finden Sie die jeweiligen Gastredner mit ihren Themen:
20. Mai 2026
Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi (Basel)
"Otto Rubensohn: Forscher, Sammler, Exilgelehrter"
Der 1867 geborene deutsche Archäologe Otto Rubensohn ist bekannt durch seine Erforschung der Heiligtümer von Apollo und Asklepios auf der Insel Paros und durch seine zahlreichen Papyrusfunde als Leiter des 1902 gegründeten deutschen Papyrus-Kartells. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er noch im Ruhestand von den Nationalsozialisten isoliert, schikaniert und unter anderem aus dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) ausgeschlossen.
Obwohl Rubensohn die meiste Zeit seines Lebens als Gymnasiallehrer arbeitete, erwarb er sich als Wissenschaftler einen profunden Ruf. Neben dem Erwerb wichtiger Papyri aus dem Handel führte er mehrere Ausgrabungen durch, bei denen bedeutende Funde gemacht wurden, darunter das prähistorische Begräbnisfeld von Abusir el Meleq, das sogenannte Taurinos-Archiv in Eshmunen sowie die aramäischen Papyri auf der Insel Elephantine. Für die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse gründete er auf Paros ein Museum und wurde Gründungsdirektor des Pelizaeus-Museums in Hildesheim. Das Archäologische Museum Münster verdankt Rubensohn einen Teil seiner Sammlung von graeco-ägyptischer Kleinkunst.
25. Juni 2025
Dr. Kalliopi Chatzinikolaou (Thessaloniki)
"Ancestral Cults of the Macedonians through the Royal Minting"
26. Juni 2024
Prof. Dr. George Kavvadias (Nationalmuseum Athen)
"A vase on the track! The amazing story of Spyros Louis' Olympic prize"
Spyridon Louis, der erste griechische Olympiasieger im Marathonlauf 1896 in Athen, erhielt verschiedene Geschenke für diese Leistung. Darunter war auch ein antiker Skyphos, der einige Jahre im Besitz des Archäologischen Museums der Universität Münster war, ein Ankauf vom Sammler und überzeugten Nationalsozialisten Werner Peek. Aufgrund der großen ideellen Bedeutung schenkte das Museum den Pokal 2019 dem griechischen Staat.
