Abstracts
15:30-16:30 Uhr
Tatjana Sobotta (Albert-Magnus-Gymnasium Beckum/Universität Münster) Mehrsprachigkeit im Spanischunterricht – sprachliche Ressourcen erkennen und lernwirksam nutzen
Sprache: Spanisch
Schulform: Gymnasien/Gesamtschulen
Niveau: Sek. I
Mehrsprachigkeit gehört für viele Schüler*innen zum schulischen Alltag – im Spanischunterricht bleiben ihre individuellen Sprachrepertoires jedoch häufig ungenutzt. Dabei können vorhandene Sprachkenntnisse den Erwerb des Spanischen unterstützen, Sprachbewusstheit fördern und die Motivation der Lernenden stärken. Der Workshop zeigt anhand konkreter Unterrichtsbeispiele, wie Mehrsprachigkeit mit wenig zusätzlichem Aufwand systematisch in den Spanischunterricht integriert werden kann. Nach einem kurzen Einblick in zentrale Grundlagen der Mehrsprachigkeitsdidaktik stehen praxiserprobte Methoden und Materialien im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erproben Aufgabenformate, die Sprachvergleiche anregen, individuelle Sprachressourcen aktivieren und kommunikative Kompetenzen fördern – auch in Lerngruppen mit Sprachen, die die Lehrkraft selbst nicht beherrscht. Gemeinsam werden die Unterrichtsideen hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unterricht reflektiert. Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmenden unmittelbar einsetzbare Impulse für einen ressourcenorientierten und motivierenden Spanischunterricht mitzugeben. Vorkenntnisse im Bereich der Mehrsprachigkeitsdidaktik sind nicht erforderlich.
Jasmin Garavello / Sarah Sunke (Universität Münster) Geschlechtersensibilität mit Liedern im Französisch-, Italienisch- und Spanischunterricht fördern
Sprache: Französisch, Italienisch, Spanisch
Schulform: Gymnasien/Gesamtschulen
Niveau: Sek. I/II
Die wachsende Zahl von Jugendlichen, die sich der LSBTIQ*-Gemeinschaft zugehörig fühlen, belegt die hohe Relevanz für den Lebensraum Schule. In den vergangenen Jahren können hier positive Entwicklungen in Bezug auf die strukturelle und thematische Berücksichtigung von Geschlechtersensibilität verzeichnet werden: LSBTIQ*-Personen geben an, sich von Lehrkräften und Mitschüler*innen stärker unterstützt zu fühlen. Dieser Fortschritt sollte jedoch nicht den Bedarf verdecken, weiterhin Toleranz nachhaltig zu verinnerlichen und eine natürliche Akzeptanz aller Geschlechteridentitäten als Querschnittsaufgabe anzustreben. Mit dem Ziel, kommunikatives Handeln im Rahmen dieses Diskurses zu ermöglichen, birgt der moderne Fremdsprachenunterricht ein zweifaches Potenzial: Einerseits kann die Wirkmacht und der Einfluss von Sprache und ihren Varietäten im Sinne der Sprachbewusstheit reflektiert werden. Andererseits werden inter- und transkulturelle Perspektiven auf die Verhandlung von Geschlechterdiskursen in den zielsprachigen Ländern eröffnet und Einblicke in vielfältige Denk- und Verhaltensmuster erlaubt. Mit Blick auf die zunehmende Relevanz des Hörverstehens im Abitur können Lieder als authentische Texte einen motivierenden und emotionalisierenden Zugang rund um Fragen von Geschlechteridentität, Geschlechterrollen und Diskriminierung ermöglichen. Zusätzlich bieten sie häufig persönliche Einblicke in biographische Realitäten der Künstler*innen, die als Beispiele politischen Engagements inspirieren. In diesem Workshop begegnen Sie unterschiedlichen Liedern und deren Künstler*innen mit Blick auf ihre politische Wirkung. Ebenso lernen Sie abwechslungsreiche Aufgabenformate zum Hör- und Hörsehverstehen kennen und konzipieren diese u.a. mithilfe von KI selbst.
Sarah Lellé & Julia Reckermann (Universität Münster) Mehrsprachigkeitssensibler Englischunterricht in der Grundschule.
t.b.a
Rebecca Schliekmann (Universität Münster) Zwischen 'My name is' und großen Fragen - Mit picturebooks Kritisches Denken bei jungen Englischlernenden anbahnen
Schon lange bevor junge Englischlernende komplexe Sätze in der neuen Sprache bilden können, sind sie in der Lage, komplex zu denken, zu urteilen und Position zu beziehen. Im frühen Englischunterricht klafft dadurch eine Lücke zwischen kognitivem und sprachlichem Niveau: Auf A1-Niveau fehlen oft die Worte für das, was Lernende gedanklich längst leisten könnten. Diese Diskrepanz im Unterrichtsalltag aufzufangen, gehört wohl mit zu den anspruchsvollsten Aufgaben des frühen Sprachenunterrichts und wird von Englischlehrkräften an Grundschulen Tag für Tag mit viel Kreativität gemeistert. Dieser Workshop möchte hier anknüpfen und einen weiteren Impuls anbieten: Denn der Englischunterricht der Grundschule bietet, trotz begrenzter sprachlicher Mittel, viele Zugänge, um erste Formen kritischen Denkens anzubahnen: Vermutungen äußern, Perspektiven wechseln, Entscheidungen treffen und begründen, auch mit einfachsten sprachlichen Mitteln wie I think… oder because…. Bilderbücher eignen sich hierfür besonders gut, da sie durch die Verknüpfung von Bild und Text auch anspruchsvollere Themen auf sprachlich zugänglichem Niveau erschließbar machen. In diesem Workshop wird anhand eines konkreten Bilderbuchbeispiels gezeigt, wie kritisches Denken bereits im frühen Englischunterricht gezielt gefördert werden kann, ohne die Lernenden sprachlich zu überfordern. Ziel ist es, gemeinsam zu diskutieren, wie sich praxistaugliche Aufgabenformate gestalten lassen, mit denen sich Sprachanfänger:innen aktiv und kognitiv anspruchsvoll am Unterrichtsgeschehen beteiligen können.
Frauke Matz & Marius Ritter (Universität Münster) Real Talk in Virtual Reality. Aufgabenbasiertes Lernen in virtuellen Umgebungen.
Virtual Reality Anwendungen sind nicht nur spielbasierter Eskapismus, sondern bieten einzigartige Vorraussetzungen für den aufgabenbasierten Fremdsprachenunterricht. In diesem Workshop wird neben anderen Anwendungen auch eine fremdsprachliche Interaktionsaufgabe in VR vorgestellt, die als Ergebnis des PAX-Projektes entstanden ist.
Miriam Niehaus & Jan Albers Digitale Übersetzungstools im EU
Schulform: Grundschule
t.b.a
Alicia Damitsch (Universität Duisburg-Essen) Diversität und Differenzierung im Englischunterricht an Berufskollegs
Schulform: Berufskolleg
ede Lerngruppe ist auf ihre individuelle Art und Weise divers. Doch gerade in der Berufsbildung verstärkt sich die Diversität innerhalb von Schulklassen zusätzlich durch teilweise große Altersunterschiede, sehr unterschiedliches Vorwissen, Förderbedarfe und verschiedenste soziale und kulturelle Herkünfte. Ziel ist es, über verschiedene Maßnahmen der Differenzierung eine Individualisierung anzubahnen und Inklusion zu gewährleisten. Auch Englischlehrkräfte an Berufskollegs stehen in der Pflicht, die Diversität ihrer Klassen zu berücksichtigen und gemeinsames Lernen im Fremdsprachenunterricht zu ermöglichen. Doch gerade im Bereich Fremdsprachen ist das Material für die berufliche Bildung spärlich und insbesondere auf niedrigeren Kompetenzniveaustufen oft nicht altersgerecht für (fast) erwachsene Lernende. Englischlehrkräfte stehen daher schnell vor der Herausforderung, geeignetes Material eigenständig entwickeln zu müssen und im Unterricht unter dem Einsatz verschiedener Methoden anzuwenden.
In diesem Workshop sollen Diversität und Differenzierung im Englischunterricht an Berufskollegs diskutiert werden, wobei Teilnehmende dazu eingeladen werden, ihre eigenen Unterrichtserfahrungen zu teilen. Es wird ein Überblick über verschiedene Dimensionen von Diversität gegeben, bevor eine Taxonomie von Maßnahmen zur Differenzierung vorgestellt wird. Anschließend werden beispielhafte differenzierte Aufgabensequenzen für den Englischunterricht an Berufskollegs geteilt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden dann die praktische Anwendbarkeit in verschiedenen Fachbereichen diskutiert und Überlegungen zur Anpassung gemacht, sodass die differenzierten Aufgabensequenzen im Nachgang des Workshops in den eigenen Unterricht integriert werden können.
17:00-18:00 Uhr
Konstantina Soldatou (Ricarda-Huch-Gymnasium Hagen) À la découverte de la ville de manière interactive – Interaktive Stadterkundung mittels Actionbound im Rahmen von Exkursionen im Französischunterricht
Sprache: Französisch
Schulform: Gymnasien/Gesamtschulen
Niveau: Sek. I/II
Digitale Schnitzeljagden eröffnen neue Möglichkeiten, Fremdsprachenlernen mit authentischen Lernorten und handlungsorientierten Aufgaben zu verbinden. Mittels interaktiver Aufgabenformate können Lernende ihre Fremdsprachenkompetenzen in realen Kommunikationssituationen spielerisch anwenden. Zugleich werden (landeskundliche) Lerninhalte erlebbar gemacht, Eigeninitiative gefördert und soziale Kompetenzen gestärkt. Durch aktives Tun, emotionale Anknüpfungspunkte und gemeinsames Erkunden wird Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch nachhaltig verankert. Im ersten Teil des Workshops wird anhand von praxiserprobten Beispielen aus Exkursionen in das frankophone Ausland aufgezeigt, wie mit der App „Actionbound“ für die Lernenden interaktive Stadterkundungen und motivierende Aufgabenformate gestaltet werden können. Der zweite Teil des Workshops bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, die App selbst auszuprobieren und ausgewählte Elemente einer digitalen Schnitzeljagd praktisch zu erleben. Abschließend werden didaktische Potenziale und Herausforderungen hinsichtlich des Einsatzes des digitalen Tools für Exkursionen gemeinsam gesammelt und diskutiert.
Corinna Koch (Universität Münster) KI im Französisch-, Italienisch- und Spanischunterricht: Zwischen Kompetenzverlustrisiko und Lernhilfenpotenzial
Sprache: Französisch, Italienisch, Spanisch
Schulform: Gymnasien/Gesamtschulen
Niveau: Sek. I/II
Seit der Einführung von ChatGPT im November 2022 ist KI allgegenwärtig. Für den Unterricht der modernen Fremdsprachen bietet KI enorme Chancen, birgt jedoch auch große Risiken: Die Gefahr des „Skill Skipping“ (das Überspringen wichtiger Lernschritte) oder des „Deskilling“ (der Verlust bereits erworbener Kompetenzen) kann zu einer Abhängigkeit von der Technik führen. Das ‚Hochglanz‘-Endergebnis, erstellt oder zumindest poliert mit KI, ist dann zwar perfekt, aber der wichtige (Lern-)Weg dorthin fehlt. Es entsteht eine „False Mastery“ – eine vermeintliche Beherrschung der Sprache ohne tatsächliches Lernen. Um dem entgegenzuwirken, muss der Fokus verstärkt auf den Lernprozess statt auf das fertige Produkt gerichtet werden. KI sollte nicht als Abkürzung, sondern als Lernbegleitung genutzt werden – etwa durch gezielte Fragen, Korrekturvorschläge oder als programmierter Gesprächspartner. Dies erfordert eine spezifische (kritische) digitale Fremdsprachenkompetenz sowohl bei Lernenden als auch bei Lehrenden. In diesem Workshop werden grundlegende Konzepte der KI-Interaktion analysiert und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für den Unterricht vorgestellt. Ziel ist es, gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie wir die KI so integrieren können, dass der eigentliche Lernweg der Lernenden möglichst gut und transparent erfolgen kann. Eigene Erfahrungen aus dem Unterricht sind herzlich willkommen!
Merle Bergmann & Julia Reckermann (Universität Münster) Mündliche Fehlerkorrektur revisited
Der Workshop lädt dazu ein, mündliche Fehlerkorrektur aus der Perspektive des Global Englishes Language Teaching (GELT) neu zu betrachten. Anhand konkreter Beispiele werden eigene Vorstellungen von ‚Fehlern‘ und ‚korrektem Englisch‘ reflektiert und gemeinsam praxisnahe Kriterien für einen bewussten Umgang mit der globalen Vielfalt des Englischen erarbeitet. Ziel ist es, Impulse und konkrete Orientierungshilfen für eine mündliche Fehlerkorrektur zu entwickeln, die die sprachliche Vielfalt des Englischen berücksichtigt, ohne die Bedeutung von gezieltem Feedback aus dem Blick zu verlieren.
Jens-Folkert Folkerts (Universität Münster) Left alone? -- Brainstorming-Workshop für Projektkurse im Fach Englisch.
Schulische Reformen – wie die zuletzt erfolgte Oberstufenreform – eröffnen (theoretisch) Chancen für die Innovation des eigenen Unterrichts. Häufig stellt sich für Lehrkräfte jedoch die Frage, wann das denn, neben all dem was im Alltag zu erledigen ist, passieren soll. Genau hier setzt dieser Workshop an, denn Englisch eignet sich in vielfacher (nicht nur thematischer) Hinsicht ganz besonders als Referenzfach für Projektkurse. Insbesondere durch den hohen Fokus auf Oracy im Kontext von Präsentationsprüfungen. Die Zielsetzung des Workshops ist dabei zweigeteilt: Zum einen sollen gemeinsam Ideen für Projektkurse gesammelt und (weiter-)entwickelt werden. Zum anderen sollen auch Möglichkeiten für gemeinsame Kollaborationsprojekte zwischen Schule und Universität (ELE-Team) erörtert werden.
Frauke Matz & Marius Ritter (Universität Münster) XR in Language Education. Der PAX Kompass und Training Space.
Der Einsatz neuer Medien im Unterricht erfordert neue Herangehensweisen und Kompetenzen. Diese können aber auf bestehender Expertise zu gutem Unterricht aufbauen und an schulische Realität anknüpfen. Der Workshop stellt mit dem PAX Kompass und dem PAX Training Space zwei Ergebnisse des PAX Projekts vor, die den Themenkomplex XR/VR im Fremdsprachenunterricht zugänglicher machen und zum Ausprobieren einladen.
Miriam Niehaus & Jan Albers Chatbots im EU der Primarstufe nutzen
Schulform: Grundschule
t.b.a.
Daniel Böhm, Der Storyline Approach im inklusiven Englischunterricht
Der Workshop gibt einen praxisnahen Einblick in den Storyline Approach und seine Einsatzmöglichkeiten im inklusiven Englischunterricht. Anhand einer fortlaufenden Geschichte wird gezeigt, wie Lernende aktiv in authentische und motivierende Kommunikationssituationen eingebunden werden können. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten der Differenzierung, die unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen, Lernwege und Unterstützungsbedarfe berücksichtigen. Die Teilnehmenden lernen konkrete Methoden und Materialien kennen und erproben ausgewählte Elemente selbst. Abschließend werden Chancen und Herausforderungen des Ansatzes für die eigene Unterrichtspraxis gemeinsam reflektiert.