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aktuelle stellenausschreibungen

Am ZEUGS, angegliedert an den Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt der Theorie und Politik von Geschlechterverhältnissen, ist ab 01.09.2017 eine Stelle als Studentische Hilfskraft (9 Std./ Woche) zu besetzen. Weitere Informationen zum Stellenprofil und zur Bewerbung finden Sie hier.

Interdisziplinäre ZEUGS-Ringvorlesung im sommersemester 2017!

Das ZEUGS veranstaltet auch in diesem Sommersemester wieder eine interdisziplinäre Ringvorlesung

Pegida-Aufmärsche in Deutschland, Proteste der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien und Demonstrationen auf dem Taksim-Platz in der Türkei sind in den Medien derzeit allgegenwärtig. Im Mittelpunkt des Seminars stehen diese und andere widerständigen Praktiken im öffentlichen Raum, die vor dem Hintergrund derzeit beobachtbarer gesellschaftlicher Phänomene und Entwicklungen in (europäischen) Gesellschaften analysiert werden. Mit der Fokussierung widerständiger Praktiken in der öffentlichen Sphäre knüpfen wir an die vorangegangenen ZEUGS-Vorlesungsreihen an, die sich aus feministisch-kritischer Perspektive bereits mit dem Öffentlichkeitsbegriff bzw. –konzept unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen auseinandergesetzten.
 
Ziel dieses Seminares ist es, widerständige Praktiken aus unterschiedlichen disziplinären Zugängen zu beleuchten und insbesondere vor dem Hintergrund des Konzepts des Politischen sowie des Verständnisses von Demokratie zu diskutieren. Als Ausgangspunkt für die Vorträge im Seminar dient das neue Buch von Judith Butler "Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung", welches sich mit Dynamiken und Taktiken öffentlicher Versammlungen unter den aktuell herrschenden ökonomischen und politischen Bedingungen beschäftigt.
 

Das Plakat zur interdisziplinären ZEUGS-Ringvorlesung ist hier einsehbar.

Bachelorstudierende und Studierende der Allgemeinen Studien können sich hier über das elektronische Vorlesungsverzeichnis anmelden.

AktuelleR CAll for papers

Das ZEUGS möchte auf den aktuellen Call der  Femina Politica - Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft aufmerksam machen:

Aktueller Call: Heft 1/2018: Angriff auf die Demokratie - Ganzer Call  hier.
Abstracts bitte bis 31. Mai 2017 an die (Gast-)Herausgeberinnen: gabriele.wilde@uni-muenster.de und birgit.meyer@hs-esslingen.de

Westliche Demokratien werden durch das Aufkommen autoritärer Politiken und rechtspopulistischer Parteien derzeit verstärkt herausgefordert. Nicht nur transformieren sich politische Ordnungen und Verhältnisse in den als etabliert geltenden Demokratien, sondern auch in den Transformationsstaaten erodieren demokratische Institutionen. Ähnliches gilt für die Europäische Union als demokratisches Projekt, das seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016 zunehmend im Kampf gegen nationalistische protektionistische Bestrebungen und Desintegration zerrieben wird. Nicht zuletzt stellt die Präsidentschaft von Donald Trump mit Blick auf die Abschiebung von MigrantInnen, die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit, den Abbau rechtsstaatlicher Institutionen, die Ignoranz gegenüber Verfassungsgrundsätzen, das Spielen auf der Klaviatur der Misogynie sowie die angedrohte nukleare Aufrüstung eine besonders bedrohliche Entwicklung dar.

Die Gefahren für globale demokratische Verhältnisse sind derzeit schwer absehbar und stellen Politik wie auch Politikwissenschaft vor neue Herausforderungen. Diese werden bislang von einer vorwiegend staats- und institutionenzentrierten Perspektive der Rechtspopulismus- und Autoritarismusforschung allerdings nur eingeschränkt zur Kenntnis genommen. Vielmehr werden rechtspopulistische Entwicklungen vor allem als
Gefährdung oder Korrektiv repräsentativer Demokratiemodelle reflektiert und damit werden nicht-institutionelle Mechanismen vernachlässigt. Mit dieser Fokussierung einher geht ein Mangel an politikwissenschaftlichen Analysen zu Form, Charakter und Wirkungsweisen des Autoritären insbesondere auch mit Blick auf gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse. Denn indem der ‚autoritäre Populismus’ sich seit Jahrzehnten als eine weltweite und weitreichende Regierungsrationalität etabliert, die im Kern auch auf die Restauration traditioneller Geschlechterordnungen zielt, ist gerade die Frage nach der Etablierung und Konstituierung hegemonialer geschlechtlicher Machtdispositive zentral.

Mit dem Themenheft lädt die Femina Politica Beiträge ein, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Fragen befassen, wie autoritär-populistische Regierungstechnologien und Diskurse demokratische (Geschlechter-)Verhältnisse angreifen, wie kulturell-symbolische und ökonomische Praktiken gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse transformieren und geschlechtliche Machtverhältnisse in die Gesellschaften neu einschreiben. Wichtig ist auch, welche Möglichkeiten des Widerstands sich aus demokratietheoretischer Sicht ergeben.

Herzlich Willkommen!

Seit November 2011 gibt es das Zentrum für Europäische Geschlechterstudien (ZEUGS) am Fachbereich 6 Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität. Mit dem Zusammenschluss von WissenschaftlerInnen vom Institut für Politikwissenschaft, dem Institut für Erziehungswissenschaft und dem Institut für Soziologie wurde in Deutschland eine Plattform geschaffen, um die Geschlechterforschung interdisziplinär zu gestalten und (insbesondere auf europäischer Ebene) international auszurichten. Das ZEUGS versteht sich als Forum der theoretischen und empirischen Grundlagenforschung zur Entstehung und Entwicklung demokratischer Geschlechterverhältnisse. Übergreifendes Ziel des Zentrums ist es, die Verfassung und Grundlagen gesellschaftlicher Geschlechterverhältnisse und ihre Verfestigung in Form institutioneller Geschlechterordnungen bezogen auf Fakultätsgrenzen überschreitende Themen zu untersuchen.

Mit dieser interdisziplinären Ausrichtung will das Zentrum den Dialog und die Kooperation zwischen den an der Universität Münster versammelten Disziplinen verstärken, Forschung und Lehre im Bereich der Geschlechterforschung intensivieren, die Ausbildung der Studierenden durch Bündelung der Ressourcen und Kompetenzen in diesem Bereich optimieren sowie die Vernetzung, Koordination und Durchführung von interdisziplinären Forschungsprojekten innerhalb und außerhalb der Universität Münster fördern.