Zwischen Gewalt und Legitimation
Historiker Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer spricht über die Grundlagen der nationalsozialistischen Herrschaft

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Adolf Hitler und Paul von Hindenburg am 21. Juli 1933, dem "Tag von Potsdam"
Foto: Bundesarchiv/Wikipedia
Laut Thamer erlangen moderne Diktatoren durch Revolutionen oder gewaltsame Umstürze ihre Macht, nicht durch eine förmliche Amtseinsetzung. Das nationalsozialistische Regime sei aber nicht ohne den „Schein der Legitimation“ ausgekommen. Politische Inszenierungen hätten dazu gedient, die Einheit von Führer und Volksgemeinschaft zu behaupten; und der Reichspräsident Paul von Hindenburg habe Adolf Hitler am 30. Januar 1933 scheinbar verfassungskonform zum Reichskanzler berufen. „Doch das war nur das Signal für einen revolutionären Prozess der Machteroberung, der in einen dauernden Ausnahmezustand und in die Auflösung fast aller institutionalisierten Politikformen mündete“, betont Hans-Ulrich Thamer. Der Historiker wird in seinem Vortrag die Mechanismen der nationalsozialistischen Herrschaft beschreiben und auf den Zusammenhang von „Improvisation und totalitärem Machtanspruch, von Zustimmung und Verfolgung“ eingehen. (arn)
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