Forschungsstelle Origenes
Johannisstraße 8-10 D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-22624
Fax: +49 251 83-25050
altkg@uni-muenster.de

Metanavigation: 


Forschungsstelle Origenes

Willkommen auf den Seiten der Forschungsstelle Origenes!

Leiter: Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst

AKTUELLES

28./29. Oktober 2011
Kolloquien zum Nachleben des Origenes

II Origenes in Frankreich. Die Origeniana von Pierre Daniel Huet (1668)

12./13. November 2010
Kolloquien zum Nachleben des Origenes 1
Die Cambridge Origenists" - George Rusts Letter of Resolution concerning Origen and the Chief of his Opinions (1661)

Programmflyer      deutsch / english

Origenes Schwarzwei _

Die Jahre 1658–1662 stellen so etwas wie „einen origenistischen Moment innerhalb der englischen Theologie“ (Sarah Hutton) dar, der neben Übersetzungen und Werkeditionen ganze im Geiste des Origenes entworfene philosophische Systementwürfe hervorbringt. Die 1661 anonym erscheinende Schrift des anglikanischen Bischofs George Rust bietet dabei nicht nur die erste Verteidigung zentraler origeneischer Lehren, sondern regelrecht ein Manifest des neuzeitlichen Origenismus. In kritischer Auseinandersetzung mit den neuen Philosophien eines Hobbes oder Descartes einerseits und der calvinistischen Theologie andererseits macht sich der Autor darin grundlegende Einsichten des Origenes zueigen und schreibt sie im Blick auf die maßgeblichen Kontroversen und Umbrüche der neuen Zeit auf originelle Weise fort.

 

OWD, Band 22 erschienen

Bild Band 22

Aus Anlass der Christenverfolgung des Jahres 235 unter Kaiser Maximinus Thrax richtete Origenes an seine Freunde Ambrosius und Protoktetus einen eindringlichen Appell, standhaft am christlichen Glauben festzuhalten.Literarisch gehört das Werk zur Gattung der Werbeschriften, die sich über die Adressaten hinaus an ein größeres Publikum wenden; inhaltlich orientiert sich Origenes an den martyriumsrelevanten Aussagen des Alten Testament und des Neuen Testament, mit denen er seine Aufforderung zur Treue gegenüber dem Christentum belegt und vor einem Rückfall in das Heidentum warnt.

 

OWD, Band 1/1 erschienen

Bild Band 1 1 B

In diesem Band sind die erhaltenen Fragmente aus der Genesiskommentierung ediert; die Auszüge stammen aus seinem Genesiskommentar, der die Schöpfungsgeschichte (Gen 1,1-5,1) kommentierte, und aus den Scholien, die sich auf den Rest des biblischen Buches bezogen. Der griechische Text ist der neuen Edition in den Griechischen christlichen Schriftstellern entnommen. Ausgehend von den Verständnisschwierigkeiten, die sich aus der biblischen Aussageform und den durch die Übersetzung ins Griechische entstandenen Dunkelheiten ergeben, löst der ehemalige Grammatiklehrer Origenes auf eigenwillige Weise sprachliche Rätsel und führt seine Auslegung zu unerwarteten Schlüssen. Besonderes Gewicht haben die Ausführungen zur biblischen Schöpfungsgeschichte, aus der grundsätzliche Schlussfolgerungen über Gott und Mensch gezogen werden. Hier finden sich Grundlegungen der christlichen Kosmologie, die Auseinandersetzung um ein anthropozentrisches Gottesbild, der Streit um die Berechtigung der Astrologie und die Annahme des freien Willens, selbst Fragen der Christologie. Für die Geschichte der Patriarchen wendet Origenes seine einzig dastehende Exegese mit der oft angegriffenen allegorischen Auslegungsmethode an.

 

REZENSION ZU OWD, BAND 10:

 

ORIGENES UND SEINE BEDEUTUNG

Origenes (185–253/54) ist der erste christliche Theologe, der sich auf intellektuell höchstem Niveau an den theologischen, philosophischen, religiösen und gesellschaftlich-politischen Debatten seiner Zeit beteiligte. Mit seinem akademischen Denkstil und mit seinen originellen Gedanken zu so zentralen Themen wie Freiheit, Geschichte und Gerechtigkeit hat er Maßstäbe gesetzt, die – ungeachtet der postumen kirchlich-offiziellen Verketzerung seines Denkens – die christliche Theologie und über diese hinaus die Geistesgeschichte späterer Jahrhunderte umfassend und tiefgreifend geprägt haben. Die Geschichte des Christentums in der Spätantike und damit einhergehend der kulturelle Wandel dieser Epoche, der die östliche wie die westliche Welt des mediterranen und europäischen Raumes bis heute nachhaltig prägt, sind ohne die Impulse aus dem Denken des Universalgelehrten Origenes nicht zu verstehen. Mit seinem Ethos dialogischer Wahrheitsfindung, das auffällig dem kommunikativ-diskursiven Stil gegenwärtigen wissenschaftlichen Forschens und Lehrens entspricht, und mit einem prinzipiell und konsequent gewaltfreien Konzept christlicher Universalität und einer damit kombinierten Staats- und Gesellschaftstheorie gehört Origenes zu den attraktivsten historischen Gesprächspartnern für aktuelle religiös-kulturelle und theologische Probleme.

Ziel der „Forschungsstelle Origenes“

Ziel der „Forschungsstelle Origenes“ ist es, vor dem Hintergrund dieser kaum zu überschätzenden Bedeutung des Origenes, sein Denken und sein vielfältiges Erbe bis herein in die Neuzeit in interdisziplinärer Vernetzung für die Forschung in verschiedenen Disziplinen (u.a. Theologie, Philosophie, Philologie, Geschichte, Religionswissenschaft) zu erschließen, die Auswirkungen der damit verbundenen historischen Entwicklungen für die Gegenwart aufzuzeigen und die origenischen Optionen als historische Ressourcen in aktuelle Debatten einzubringen.

Aufgaben der „Forschungsstelle Origenes“

(1) Edition einer zweisprachigen Gesamtausgabe der Werke des Origenes.
(2) Untersuchung der verschiedenen Aspekte der Theologie des Origenes und ihrer Wirkungsgeschichte bis in die Neuzeit in Einzelprojekten.


Kontakt

Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst
Seminar für Alte Kirchengeschichte Johannisstraße 8-10 Zimmer Raum 127 a
48143 Münster
Tel.: +49 251 83-25053 | Sek: +49 251 83-22624

Impressum | © 2010 Forschungsstelle Origenes
Forschungsstelle Origenes
Johannisstraße 8-10 · D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-22624 · Fax: +49 251 83-25050
E-Mail: