Forschungsstelle origenes

Herzlich willkommen auf den Seiten der Forschungsstelle Origenes, auf denen Sie einen Einblick in die Arbeit der Forschungsstelle erhalten. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst entstehen hier eine zweisprache Edition der Werke des Origenes und Publikationen zu diversen Themen rundum des Denkens und Wirkens des alexandrinischen Theologen und Philosophen, werden Tagungen zur Wirkungsgeschichte des Origenes organisiert sowie diverse Forschungsprojekte betreut.

© Origenes

ORIGENES UND SEINE BEDEUTUNG

Origenes (185–253/54) ist der erste christliche Theologe, der sich auf intellektuell höchstem Niveau an den theologischen, philosophischen, religiösen und gesellschaftlich-politischen Debatten seiner Zeit beteiligte. Mit seinem akademischen Denkstil und mit seinen originellen Gedanken zu so zentralen Themen wie Freiheit, Geschichte und Gerechtigkeit hat er Maßstäbe gesetzt, die – ungeachtet der postumen kirchlich-offiziellen Verketzerung seines Denkens – die christliche Theologie und über diese hinaus die Geistesgeschichte späterer Jahrhunderte umfassend und tiefgreifend geprägt haben. Die Geschichte des Christentums in der Spätantike und damit einhergehend der kulturelle Wandel dieser Epoche, der die östliche wie die westliche Welt des mediterranen und europäischen Raumes bis heute nachhaltig prägt, sind ohne die Impulse aus dem Denken des Universalgelehrten Origenes nicht zu verstehen. Mit seinem Ethos dialogischer Wahrheitsfindung, das auffällig dem kommunikativ-diskursiven Stil gegenwärtigen wissenschaftlichen Forschens und Lehrens entspricht, und mit einem prinzipiell und konsequent gewaltfreien Konzept christlicher Universalität und einer damit kombinierten Staats- und Gesellschaftstheorie gehört Origenes zu den attraktivsten historischen Gesprächspartnern für aktuelle religiös-kulturelle und theologische Probleme.

Neuerscheinung

Fundierte Biographie zu Origenes von Alfons Fürst

Fürst Origenes
© Hiersemann

Der frühchristliche Theologe Origenes aus Alexandria (185-253/4) stellte als Grieche mit hervorragender Bildung und zugleich als überzeugter Christ seine umfassende Gelehrsamkeit in den Dienst der Auslegung der Bibel. Origenes zwischen Gnosis und Judentum, Exegese und Philosophie -  Fürst spürt diesem herausragenden Denker in verschiedenen Kristallisationspunkten nach und hebt dabei seine Bedeutung als einen der Gründerväter der christlichen Philosophie hervor. Ein Kapitel zur Wirkungsgeschichte schließt diese systematische Biographie zu Origenes ab.

Workshop

Origen's Philosophy of Freedom in 17th-Century England

Origenes

Im Rahmen des EU-Projekts "The History of Human Freedom and Dignity in Western Civilization" findet vom 19. - 21. Oktober 2017 der Workshop "Origen's Philosophy of Freedom in 17th-Century England" in Münster statt. Besonders eingeladen sind Interessierte zu dem öffentlichen Abendvortrag von Prof.'in Saskia Wendel (Köln), die am 19. Oktober 2017 von 20–22 Uhr zu dem Thema "Embodied Freedom" sprechen wird.

Neuerscheinung

Neuer Band in der Reihe "Adamantia" erschienen

Adamantiana
© AsV

Dieser Band widmet sich aus verschiedenen Facetten der im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721), die als ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung gelten können. Sie enthalten nämlich die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.