Publikationen

  

  

Adamantiana 10
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Adamantiana 10 - Origenes in Frankreich

Die Origeniana Pierre-Daniel Huets

Die im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721) sind ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung. Sie enthalten die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Gegen den Rationalismus von René Descartes’ Cogito ergo sum vertrat Huet einen radikalen Skeptizismus, dessen Misstrauen in die Vernunft in einen ebenso radikalen Fideismus mündete, in dem der Glaube der Vernunft übergeordnet ist. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes in Frankreich. Die Origeniana Pierre-Daniel Huets (Adamantiana 10), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 390 Seiten, gebunden, 59,- €. ISBN 978-3-402-13723-9

Hieronymus_AskeseundWissenschaft
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Hieronymus - Askese und Wissenschaft in der Spätantike

Choleriker mit misanthropischen Zügen, militanter Propagandist des asketischen Ideals, vielseitiger und produktiver Schriftsteller, Sprachgenie, fleißiger Übersetzer und origineller Wissenschaftler – all diese Beschreibungen treffen auf den Kirchenvater Hieronymus (347–419) zu. Hieronymus war ein Exzentriker. Er stammte aus der Provinz, machte in den Metropolen der spätantiken Welt (Rom, Konstantinopel, Antiochia) Karriere, kehrte in der zweiten Lebenshälfte aber wieder in die Provinz, diesmal nach Bethlehem in Palästina, zurück. Aufgrund seiner hebräischen Sprachkenntnisse vermochte er als einziger Theologe seiner Zeit, der christlichen Exegese jüdisches Bibelwissen zu erschließen.
Alfons Fürst beschreibt die theologischen Kontroversen, in die Hieronymus im Laufe seines spannungsreichen Lebens verwickelt war (Arianismus, Origenismus, Pelagianismus), erörtert seinen Beitrag zur Verbreitung der christlichen-asketischen Lebensform besonders unter Frauen der römischen Aristokratie und stellt seine innovativen wissenschaftlichen Leistungen als Übersetzer und Ausleger der Bibel dar. Die vielfältigen sozialen Beziehungen, in denen Hieronymus lebte, treten erstmals in Form einer Prosopographie lebendig vor Augen. Ausgewählte Texte (lateinisch-deutsch) gewähren einen unmittelbaren Einblick in sein Arbeiten.
Alfons Fürst, Hieronymus - Askese und Wissenschaft in der Spätantike, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 2016, 448 Seiten, gebunden, ca. 39,99 €, ISBN: 978-3-451-31144-4

  


  

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Origenes - Die Homilien und Fragmente zum Hohelied

Mit seiner Auslegung des Hoheliedes habe Origenes sich selbst übertroffen. Mit diesem Lob machte Hieronymus Werbung für das christliche Genie aus Alexandria und übersetzte zu diesem Zweck zwei Predigten des Origenes über das biblische Lied auf die Liebe in das Lateinische. Von dessen Hoheliedauslegung im Kommentar haben sich, neben der lateinischen Übersetzung des Rufinus, auf Griechisch nur kleine, aber zahlreiche Fragmente erhalten.
Alfons Fürst/Holger Strutwolf, Origenes - Die Homilien und Fragmente zum Hohelied (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 9/2), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien, 2016, 288 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 69,95 €. ISBN De Gruyter 978-3-11-046440-5

  


  

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Origenes - Der Kommentar zum Hohelied

Im Kommentar zum Hohelied, in dem Origenes sich nach den Worten des Hieronymus selbst übertroffen hat, deutet er die in einer dramatischen Erzählung geschilderte Liebe zwischen Braut und Bräutigam auf die Beziehung zwischen dem göttlichen Wort und der menschlichen Seele bzw. Christus und der Kirche. Da in der personalen Ekklesiologie des Origenes die Kirche eine kollektive Person aus den Seelen aller Gläubigen bildet, konvergieren die beiden Auslegungslinien und gehen oft ineinander über. Im Zuge der Auslegung werden Grundgedanken christlicher Spiritualität wie der Begriff der Liebe, die Ordnung der Liebe oder die Selbsterkenntnis als Weg zur Gotteserkenntnis ausführlich erläutert. Die Basis der Exegese bildet die Einstufung des Hoheliedes als höchster Stufe der christlichen Philosophie, auf der die vollkommene Seele zur Schau Gottes gelangt. Diese Deutung prägte die christliche Hoheliedauslegung, die bis an das Ende des Mittelalters aus Fußnoten zu Origenes besteht. Der Band enthält die erste deutsche Übersetzung dieses Kommentars mit ausführlichen Erläuterungen.
Alfons Fürst/Holger Strutwolf, Origenes - Der Kommentar zum Hohelied (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 9/1), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2016, 481 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 99,95 €. ISBN Herder 978-3-451-32913-5, ISBN De Gruyter 978-3-11-044255-7

  


  

Adamantiana 5

Adamantiana 5 - Origenes Humanista

Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio

Die Schriften des Origenes waren eine wichtige Inspirationsquelle für die geistigen Aufbrüche der Renaissance und des Humanismus. Ein Schlüsseltext hierfür ist die 1496 postum veröffentlichte Rede des Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) Über die Würde des Menschen von 1486, in der Freiheit als Konstituens des menschlichen Seins gedacht wird: Der Mensch bestimmt kraft seiner Freiheit selbst seine Stellung im Kosmos. Diese Fähigkeit zur Selbstbestimmung begründet die Verantwortung für sein Tun und macht seine Würde aus. Auch in seinen berühmten Neunhundert Thesen von 1486 äußerte sich Pico über Origenes: Es sei vernünftiger anzunehmen, Origenes sei erlöst, als anzunehmen, er sei verdammt. Unter anderem dafür der Häresie bezichtigt, verteidigte er sich und Origenes 1487 in einer Abhandlung Über das Heil des Origenes, der ersten ausführlichen Apologie des Genies aus Alexandria seit der Antike.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Humanista. Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio (Adamantiana 5), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 464 Seiten, gebunden, 62,- €. ISBN 978-3-402-13715-4

  


  

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Origenes - Die Homilien zum Ersten Buch Samuel

Von den Predigten des Origenes zu den Samuel- und Königsbüchern sind nur wenige Reste erhalten geblieben. Darunter befindet sich die berühmte Homilie über die »Hexe« von Endor (1 Sam 28) mit Gedanken zur Höllenfahrt Christi. Der Band bietet erstmalig eine deutsche Übersetzung samt ausführlichen Erläuterungen in den Fußnoten. In der Einleitung werden die wichtigsten Daten zur Überlieferung und zum Inhalt dieser Homilien erläutert.
Alfons Fürst, Origenes - Die Homilien zum ersten Buch Samuel (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 7), Berlin/Boston: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2014, 318 Seiten, gebunden, Leinen, ca. 79,95 €. ISBN Herder 978-3-451-32908-1, ISBN De Gruyter 978-3-11-030088-8

  


  

Adamantiana 4

Adamantiana 4 - Die Cambridge Origenists

George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions

Die Jahre 1658–1662 stellen so etwas wie einen origenistischen Moment innerhalb der englischen Theologie dar, der neben Übersetzungen und Werkeditionen ganze im Geiste des Origenes entworfene philosophische Systementwürfe hervorbringt. Die 1661 anonym erscheinende Schrift des anglikanischen Bischofs George Rust ist ein Manifest des neuzeitlichen Origenismus: In kritischer Auseinandersetzung mit den neuen Philosophien eines Hobbes oder Descartes einerseits und der calvinistischen Theologie andererseits schreibt der Autor darin auf originelle Weise grundlegende Einsichten des Origenes fort.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Die Cambridge Origenists. George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions (Adamantiana 4), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 384 Seiten, gebunden, 52,- €. ISBN 978-3-402-13714-7

  


  

Anne Conways Principia Philosophiae

Materialismuskritik und Alleinheits-Spekulation im neuzeitlichen England

Die Principia philosophiae der Philosophin Anne Conway (1631-1979) stehen in der Tradition des von den 'Cambridge Platonists' begründeten ersten angelsächsischen Idealismus. Das Werk behandelt die metaphysischen Grundfragen der Philosophie des 17. Jahrhunderts, allen voran die des Verhältnisses von Geist und Materie und von endlicher Welt und unendlichem Absolutem. Der vorliegende Band, die erste deutschsprachige Publikation zum Thema, führt in das Denken der Cambridger Platoniker und das Leben und Werk Anne Conways ein und erschließt die leitenden Themen ihrer Principia philosophiae.
Christian Hengstermann/Ulrike Weichert (Hg.), Anne Conways Principia Philosophiae. Materialismuskritik und Alleinheits-Spekulation im neuzeitlichen England (Pontes 52), Berlin: LIT Verlag, 2012, 188 Seiten, 19,90 €. ISBN 978-3-643-11236-1

  


  

Adamantiana Band 2

Adamantiana 2 - Autonomie und Menschenwürde

Origenes in der Philosophie der Neuzeit

Mit ihrer Betonung der moralischen Autonomie des Menschen und seiner unveräußerlichen Würde als Abbild Gottes und ihrer universalen Hoffnungsperspektive hat die Theologie des Origenes (185-253/54) nachhaltig Einfluss auf das neuzeitliche Denken ausgeübt: Im europäischen Humanismus, im Platonismus der Schule von Cambridge und in der klassischen deutschen Philosophie wird das origeneische Freiheitsdenken auf vielfältige Weise rezipiert und weiter entfaltet. Anhand exemplarischer Schlaglichter aus der neuzeitlichen Philosophie- und Theologiegeschichte zeichnet der zweite Band der Reihe "Adamantiana" das Nachleben des Alexandriners bis zur Gegenwart nach. Origenes selbst erweist sich so als ein bedeutender geistiger Stammvater des neuzeitlichen Gedankens der Autonomie und Menschenwürde.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Autonomie und Menschenwürde. Origenes in der Philosophie der Neuzeit (Adamantiana 2), Münster: Aschendorff Verlag, 2012, 307 Seiten, gebunden, 42,- €. ISBN 978-3-402-13711-6

  


  

Adamantiana 1

Adamantiana 1 - Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident

Der Alexandriner Origenes (185-253/54) hat mit seinem Wirken als Lehrer, Exeget und Philosoph die Grundlagen für eine christliche Kultur gelegt. Als erster christlicher Theologe beteiligte er sich auf intellektuell höchstem Niveau an den philosophischen und religiösen Debatten seiner Zeit. Mit der Weite und Kühnheit seines Denkens prägte er nicht nur maßgeblich das christliche Denken in allen von der Spätantike ausgehenden kirchlichen Traditionen, sondern übte auch einen tiefgehenden Einfluss auf die Philosphiegeschichte aus. Die neue Reihe "Adamantiana", die mit diesem Band eröffnet wird, ist sowohl dem Denken als auch der Wirkungsgeschichte des Origenes in Orient und Okzident gewidmet und will beides für die wissenschaftliche Forschung in verschiedenen Disziplinen erschließen.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident (Adamantiana 1), Münster: Aschendorff Verlag, 2011, 266 Seiten, gebunden, 39,- €, ISBN 978-3-402-13710-9

  


  

Von Origenes Und Hieronymus Zu Augustinus_

Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus

Studien zur antiken Theologiegeschichte

Der Band bietet Streifzüge durch das Wirken von drei führenden antiken Theologen abseits der üblichen Pfade der christlichen Dogmengeschichte. Origenes begründet mit seiner Freiheitsanthropologie die wissenschaftliche Exegese und Theologie auf dem Niveau der Zeit und legt die Grundlagen für eine christliche Kultur. Hieronymus, der größte Philologe der Alten Kirche, übermittelt in seinen Übersetzungen und Kommentaren griechisches und dank seiner Hebräischkenntnisse auch jüdisches Bibelwissen an den lateinischen Westen. Augustinus ist von beiden beeinflusst, entwickelt aber in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen eine eigenständige und folgenreiche lateinische Theologie.
Alfons Fürst, Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus. Studien zur antiken Theologiegeschichte (Arbeiten zur Kirchengeschichte 115), Berlin/New York: Verlag Walter de Gryuter, 2011, 536 Seiten, gebunden, 109,95 €. ISBN 978-3-11-025103-6

  


  

Natur und Normativitaet

Natur und Normativität

Der im katholischen Milieu lange wie selbstverständlich verankerte Rekurs auf das Naturrecht ist als Argumentationsressource ausgeschöpft. Nicht erledigt ist damit aber das dahinter stehende Anliegen. Es meldet sich heute in einem hintergründigen Ringen um einen "dichten" Naturbegriff.
Die Beiträge des Bandes spüren dem in historischer wie systematischer Perspektive nach.
Alfons Fürst/Klaus Müller (Hg.), Natur und Normativität (Pontes 46), Berlin: LIT Verlag, 2010, 108 Seiten, 19,90 €, ISBN 978-3-643-10803-6

  


  

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Origenes - Die Homilien zum Buch Jesaja

In der vorliegenden Ausgabe werden die bislang wenigbeachteten Jesajahomilien des Origenes erstmalig ins Deutsche übersetzt sowie mit Einzelerklärungen und einer umfangreichen Einleitung versehen. In den neun lateinisch erhaltenen Predigten setzt sich der alexandrinische Theologe mit so diffizilen biblischen Motiven wie der Verstockung Israels und Jesajas berühmter Gottes- und Seraphenvision auseinander. Im Kontext einer reichen inner- und außerbiblischen Tradition, in die Origenes sich mit seiner Auslegung bewusst stellt, und im Rekurs auf das platonische Denken seiner Zeit entsteht so eine ausgesprochen vielschichtige Darstellung der Theologie des Jesajabuches, die für die Geschichte der Auslegung dieses biblischen Schlüsseltextes ebenso interessant und ergiebig ist wie für das Bild der origeneischen Theologie . Neben Fragen der wechselvollen Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte beleuchtet die Einleitung den überaus komplexen Hintergrund der Jesajadeutung des Origenes. Ein Anhang, in dem die Testimonien zu dem nicht erhaltenen Jesajakommentar des Origenes gesammelt und der im ersten Origenismusstreit entstandene Traktat des Theophilus von Alexandria gegen die origeneische Auslegung mit Übersetzung abgedruckt ist, schließen den Band ab.
Alfons Fürst/Christian Hengstermann, Origenes - Die Homilien zum Buch Jesaja (Origenes Werke mit deutscher Übersetzung 10), Berlin/New York: Verlag Walter de Gryuter, Freiburg/Basel/Wien: Verlag Herder, 2009, 400 Seiten, gebunden, Leinen, 104,95 €. ISBN 978-3-11-021509-0

  


  

Christentumalsintellektuellenreligion
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Christentum als Intellektuellen-Religion

Die Anfänge des Christentums in Alexandria

Das antike Christentum war keine auf die unteren Schichten der Gesellschaft beschränkte Religion. Besonders in der Großstadt Alexandria waren alle namentlich bekannten Christen des 2. und beginnenden 3. Jahrhunderts Intellektuelle, nach den Maßstäben der Antike gebildete Menschen, die ihre religiöse Überzeugung mit den Mitteln der Vernunft explizierten. Christentum in Alexandria begann als Intellektuellen-Religion in den oberen Schichten und wurde erst im Laufe seiner Geschichte zu einer Religion auch für einfache Leute. Im Rahmen der Darstellung dieser Zusammenhänge analysiert die Studie die Quellen zu den Anfängen des Christentums in Alexandria und Ägypten. Der Anhang enthält die erste deutsche Übersetzung der drei ältesten möglicherweise christlichen Papyrusbriefe aus dem 2. Jahrhundert.
Alfons Fürst, Christentum als Intellektuellen-Religion. Die Anfänge des Christentums in Alexandria (Stuttgarter Bibel-Studien 213), Stuttgart: Katholisches Bibelwerk, 2007, 126 Seiten, Einband kartoniert, 22,80 €. ISBN 978-3-460-03134-0